Bieri Zeit und Zeiterfahrung
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Obermanns, Heike: Das Problem der "Realität" der Zeit in Peter Bieris "Zeit und Zeiterfahrung" GRIN VERLAG, Dezember 2007, Besorgungstitel - vorauss. Lieferzeit 3-5 Tage. ISBN: 3638835677
Rezension / Literaturbericht aus dem Jahr 1999 im Fachbereich Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache), einseitig bedruckt, Note: gut, Hochschule für Philosophie München, Veranstaltung: Seminar: Philosophische Untersuchung des Begriffs Zeit , 10 Eintragungen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Peter Bieris Untersuchung Zeit und Zeiterfahrung will den Problembereich systematisch entfalten, in dessen Mittelpunkt die Frage steht, ob es eine reale Zeit gibt bzw. ob diese Frage im strikten Sinne überhaupt zu beantworten ist. Die klassische metaphysische Fragestellung, ob es etwas in der Realität, d.h. außerhalb unserer Vorstellungswelt gibt, stellt demnach das Motiv seiner Analysen. Kann man überhaupt von Zeit und Zeiterfahrung sprechen, fragt Bieri, ohne dabei zugleich stets von einer realen Zeit, die unabhängig von unserem Bewußtsein besteht, auszugehenUm diese Frage angemessen behandeln zu können, will Bieri die bisher in der Philosophie relativ unabhängig voneinander entwickelten Aussagen zur Zeit und Zeiterfahrung zusammentragen und aufeinander beziehen. Dabei geht es um die Aussagen der analytischen Philosophie zur Begriffsanalyse von Zeit sowie um die Positionen der Transzendentalphilosophie, welche in der Tradition Kants zum Bereich der objektiven Zeit und bei Husserl zum Bereich der subjektiven Zeit fuhren. Sowohl also die Analysen zum Begriff Zeit als auch die Theorien, die zur Annahme einer objektiven oder subjektiven Zeiterfahrung geführt haben, befragt Bieri in seiner anspruchsvollen Untersuchung, ob sie das Realitätsproblem der Zeit erschöpfend geklärt haben. Er kommt dabei zu dem Schluß, daß dies noch nicht der Fall ist und daß dies die Annahme einer realen, bewußtseinsunabhängig gegebenen Zeit nahelege.
NEUBUCH! 2007. 32 S. 210 mm 210 mm x 148 mm x 2 mm; Akademische Schriftenreihe, Bd. V78765
Mercier, Pascal (das ist: Peter Bieri): Nachtzug nach Lissabon. Roman. - (=btb ; 73436). München, btb Verlag, 2006. ISBN: 3442734363
Lesetipp des Bukinisten! Guter Zustand. Buchblock etwas verzogen. - Aus dem Klappentext: Mitten im Unterricht verlässt ein Lehrer seine Schule und macht sich auf den Weg nach Lissabon, um den Spuren eines geheimnisvollen Autors zu folgen. Immer tiefer zieht es ihn in dessen Aufzeichnungen und Reflexionen, immer mehr Menschen lernt er kennen, die von diesem Mann, den ein dunkles Geheimnis umgibt, zutiefst beeindruckt waren. Eine wundervolle Reise - die vergeblich sein muss und deren Bedrohungen der Reisende nicht gewachsen ist. Endlich kann er wieder fühlen, endlich hat er von seinem Leben zwischen Büchern aufgeblickt - aber was er sieht, könnte ihn das Leben kosten . - - "Ein wunderbarer Roman, melancholisch und leicht philosophisch angehaucht, aber trotzdem leicht verständlich und klar formuliert. Fazit: wunderschön." (Bielefelder). "Ein Bewusstseinskrimi mit Tiefgang und ohne Gewähr. Ein beeindruckendes Buch." (Die Zeit). "Der Autor erkundet mit selten erreichter Genauigkeit und Klarheit, wie es heute ist, ein Mensch zu sein." (Frankfurter Allgemeine Zeitung). - - - Peter Bieri (* 23. Juni 1944 in Bern, Pseudonym: Pascal Mercier) ist ein Schweizer Philosoph und Schriftsteller. Bieri legte die Matura am Berner Gymnasium Kirchenfeld ab und studierte Philosophie, Anglistik und Indologie in London und Heidelberg. Dort promovierte er 1971 bei Dieter Henrich und Ernst Tugendhat mit einer Arbeit zur Zeit, in der er sich umfassend mit der Zeiterfahrung des englischen Philosophen John McTaggart Ellis McTaggart beschäftigte. Es folgten Studien an der University of California, Berkeley, der Harvard University, dem Wissenschaftskolleg zu Berlin und dem Van Leer Institut in Jerusalem. 1983 wurde er nach Bielefeld berufen. Danach arbeitete Bieri als wissenschaftlicher Assistent am Philosophischen Seminar der Universität Heidelberg. Bieri war Mitbegründer des Forschungsschwerpunktes Kognition und Gehirn der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Schwerpunkte seiner Forschung sind Philosophische Psychologie, Erkenntnistheorie und Moralphilosophie. Von 1990 bis 1993 war er Professor für Geschichte der Philosophie an der Universität Marburg; ab 1993 lehrte Peter Bieri Philosophie an der Freien Universität Berlin am Lehrstuhl für Sprachphilosophie als Nachfolger von Ernst Tugendhat. Im Jahr 2007 zog sich Bieri vorzeitig in den akademischen Ruhestand zurück, verärgert über den Universitätsbetrieb. ... Am bekanntesten ist Bieris Buch Das Handwerk der Freiheit mit der Kernthese: Auch wenn die Naturgesetze bestimmen, was wir tun und denken, können wir uns unter Berücksichtigung der jedem Menschen gegebenen Bedingtheiten als frei verstehen. Frei sind wir in diesem Sinne genau dann, wenn wir unseren eigenen Überzeugungen gemäß handeln können. Ein solcher Freiheitsbegriff, der ein bewusstes Reflektieren und eine bewusste Entscheidung voraussetzt, aber auch für möglich hält, steht nicht im Gegensatz zum Determinismus. Die Idee einer "absoluten Freiheit", die gegen den Determinismus gerichtet ist, ist begrifflich inkohärent. In dem Aufsatz "Was macht das Bewußtsein zu einem Rätsel?" argumentiert Peter Bieri gegen die Idee, dass die Neurowissenschaften das Phänomen "Bewusstsein" erklärt hätten. Auch wenn wir immer mehr über die neuronalen Korrelate von Bewusstsein erfahren, so wissen wir dennoch nicht, warum diese Prozesse von Bewusstsein begleitet sind. Bieris Argumentation ähnelt hier der von Thomas Nagel, Joseph Levine und David Chalmers. Siehe dazu: Bieri-Trilemma. In einem Spiegel-Essay reagiert er auf ein zuvor veröffentlichtes Streitgespräch zwischen dem Neurobiologen Gerhard Roth und dem Moraltheologen Eberhard Schockenhoff. Roth berichtete darin, dass Zusammenhänge zwischen neuronalen Vorgängen und einer Willensentscheidung nachweisbar sind, bevor sich der Mensch der Entscheidung bewusst ist. Dadurch sei bewiesen, dass menschliche Entscheidungen alleine abhängig sind von den Genen und neuronalen Vorgängen, die determiniert sind durch frühkindliche Ereignisse und Erfahrungen aller Lebensjahre. Bieri kritisiert diese Argumentation als Kategorienfehler: "denken wir uns jemand, der ein Bild zerlegte, um herauszufinden, was es darstellt ...Es geht nie gut, wenn wir Fragen, die sich auf der einen Beschreibungsebene stellen, auf einer anderen beantworten". Im Jahr 2006 zeichnete ihn die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen mit der Lichtenberg-Medaille aus. Unter dem Pseudonym Pascal Mercier hat Peter Bieri bisher vier Romane veröffentlicht. ... Aus: wikipedia-Peter_Bieri , ISBN-13: 9783442734368
15. Auflage. 495 Seiten.Umschlagfoto: Peter Andreas Hassepien. 19 cm. Taschenbuch. Kartoniert.
[SW: Schweizer Literatur, Widerstand, Portugiesische Literatur, Schweizer Autoren, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Deutsche Literatur des 21. Jahrhunderts, Portugal, Arzt, Reise, Lissabon, Schweizer, Belletristische Darstellung, Lateinlehrer, Belletristische Darstellung Lissabon, Salazarismus, Geschichte 1960-1973,]
Mercier, Pascal (d.i. Peter Bieri): Nachtzug nach Lissabon. Roman. btb Taschenbuch Erste Aufl. 2006 München ISBN: 9783442734368
495S. 8°
Taschenbuch Der Einband teils knickig und leicht berieben, Kopf- und Seitenschnitt mit je einem kleinen Fleckchen, ansonsten guter Taschenbuchzustand. Mitten im Unterricht verlässt ein Lehrer seine Schule und macht sich auf den Weg nach Lissabon, um den Spuren eines geheimnisvollen Autors zu folgen. Immer tiefer zieht es ihn in dessen Aufzeichnungen und Reflexionen, immer mehr Menschen lernt er kennen, die von diesem Mann, den ein dunkles Geheimnis umgibt, zutiefst beeindruckt waren. Eine wundervolle Reise - die vergeblich sein muss und deren Bedrohungen der Reisende nicht gewachsen ist. Endlich kann er wieder fühlen, endlich hat er von seinem Leben zwischen Büchern aufgeblickt - aber was er sieht, könnte ihn das Leben kosten ... Peter Bieri (* 23. Juni 1944 in Bern, Pseudonym: Pascal Mercier) ist ein Schweizer Philosoph und Schriftsteller. Bieri legte die Matura am Berner Gymnasium Kirchenfeld ab und studierte Philosophie, Anglistik und Indologie in London und Heidelberg. Dort promovierte er 1971 bei Dieter Henrich und Ernst Tugendhat mit einer Arbeit zur Zeit, in der er sich umfassend mit der Zeiterfahrung des englischen Philosophen John McTaggart Ellis McTaggart beschäftigte. Es folgten Studien an der University of California, Berkeley, der Harvard University, dem Wissenschaftskolleg zu Berlin und dem Van Leer Institut in Jerusalem. 1983 wurde er nach Bielefeld berufen. Danach arbeitete Bieri als wissenschaftlicher Assistent am Philosophischen Seminar der Universität Heidelberg. Bieri war Mitbegründer des Forschungsschwerpunktes Kognition und Gehirn der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Schwerpunkte seiner Forschung sind Philosophische Psychologie, Erkenntnistheorie und Moralphilosophie. Von 1990 bis 1993 war er Professor für Geschichte der Philosophie an der Universität Marburg; ab 1993 lehrte Peter Bieri Philosophie an der Freien Universität Berlin am Lehrstuhl für Sprachphilosophie als Nachfolger von Ernst Tugendhat. Im Jahr 2007 zog sich Bieri vorzeitig in den akademischen Ruhestand zurück, verärgert über den Universitätsbetrieb. Die Verärgerung Bieris über die Lage an den Universitäten äußert sich in folgendem Zitat: "Wenn ich mir ansehe, wer im Fernsehen oder in den Zeitungen die Helden sind, so sehe ich nur Fassaden ohne etwas dahinter. Das Gleiche läßt sich an den Universitäten beobachten, die zur Zeit durch die Perspektive der Unternehmensberatung kaputtgemacht werden. Wir bekommen ständig Fragebögen: Wie viele Gastprofessuren haben Sie wahrgenommen? Wie viele Drittmittel haben Sie eingeworben? Eine Diktatur der Geschäftigkeit. All diese Dinge haben mit der authentischen Motivation eines Wissenschaftlers gar nichts zu tun." Am bekanntesten ist Bieris Buch Das Handwerk der Freiheit mit der Kernthese: Auch wenn die Naturgesetze bestimmen, was wir tun und denken, können wir uns unter Berücksichtigung der jedem Menschen gegebenen Bedingtheiten als frei verstehen. Frei sind wir in diesem Sinne genau dann, wenn wir unseren eigenen Überzeugungen gemäß handeln können. Ein solcher Freiheitsbegriff, der ein bewusstes Reflektieren und eine bewusste Entscheidung voraussetzt, aber auch für möglich hält, steht nicht im Gegensatz zum Determinismus. Die Idee einer "absoluten Freiheit", die gegen den Determinismus gerichtet ist, ist begrifflich inkohärent. In dem Aufsatz "Was macht das Bewußtsein zu einem Rätsel?" argumentiert Peter Bieri gegen die Idee, dass die Neurowissenschaften das Phänomen "Bewusstsein" erklärt hätten. Auch wenn wir immer mehr über die neuronalen Korrelate von Bewusstsein erfahren, so wissen wir dennoch nicht, warum diese Prozesse von Bewusstsein begleitet sind. Bieris Argumentation ähnelt hier der von Thomas Nagel, Joseph Levine und David Chalmers. Siehe dazu: Bieri-Trilemma. In einem Spiegel-Essay reagiert er auf ein zuvor veröffentlichtes Streitgespräch zwischen dem Neurobiologen Gerhard Roth und dem Moraltheologen Eberhard Schockenhoff. Roth berichtete darin, dass Zusammenhänge zwischen neuronalen Vorgängen und einer Willensentscheidung nachweisbar sind, bevor sich der Mensch der Entscheidung bewusst ist. Dadurch sei bewiesen, dass menschliche Entscheidungen alleine abhängig sind von den Genen und neuronalen Vorgängen, die determiniert sind durch frühkindliche Ereignisse und Erfahrungen aller Lebensjahre. Bieri kritisiert diese Argumentation als Kategorienfehler: "denken wir uns jemand, der ein Bild zerlegte, um herauszufinden, was es darstellt ...Es geht nie gut, wenn wir Fragen, die sich auf der einen Beschreibungsebene stellen, auf einer anderen beantworten". Im Jahr 2006 zeichnete ihn die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen mit der Lichtenberg-Medaille aus. Unter dem Pseudonym Pascal Mercier hat Peter Bieri bisher vier Romane veröffentlicht: Perlmanns Schweigen (1995), Der Klavierstimmer (1998), Nachtzug nach Lissabon (2004) und Lea (2007). Im Jahr 2006 erhielt er für sein literarisches Werk den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis.
[SW: Deutsche Literatur | Roman]



