Boris Pasternak
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Pasternak, Boris: Eine Brücke aus Papier Die Familienkorrespondenz 1921-1960. Mitgeteilt von Jewgeni und Jelena Pasternak. Dtsch. v. Gabriele Leupold, FISCHER (S.), FRANKFURT, September 2000 ISBN: 3100605160
Briefe boten Boris Pasternak nahezu vierzig Jahre lang die einzige Möglichkeit, über geographische Grenzen und politische Systeme hinweg mit seiner Familie in Verbindung zu bleiben. Seine Eltern und die beiden Schwestern verließen Russland 1921, um für einige Zeit den nachrevolutionären Wirren zu entkommen. Boris und sein Bruder Alexander blieben in Moskau. Die Verhältnisse in der Sowjetunion ließen eine Rückkehr der Familie nicht zu; Eltern und Töchter blieben bis 1938 in Berlin und emigrierten dann nach England. 1939 starb die Mutter, 1945 der Vater. Auch seine Schwestern hat Boris Pasternak zeitlebens nicht wieder gesehen. Die Korrespondenz ist geprägt von der schwierigen, gefährlichen politischen Situation in der Sowjetunion. Doch die Atmosphäre der Nähe und Vertrautheit bleibt von der langen Trennung unberührt. Pasternaks literarisches Schaffen, sein Kunstbegriff, seine Suche nach Ausdrucksmöglichkeiten sind Themen, über die das Gespräch innerhalb der Familie mit immer wachsender Intensität geführt wird. "Mit niemandem könnte ich mich über das Wichtigste besser und tiefer verständigen: über das Leben, die menschliche Erfahrung, über die Geschichte, die Kunst. - Manchmal glaube ich, wenn ich im Leben etwas gewählt habe und an etwas gearbeitet, wenn ich etwas werden wollte und bin, dann war das irgendwo in der Tiefe der Seele für Euch. Und jetzt seid Ihr nicht da, und für wen habe ich es ausgebildet " (Boris Pasternak an seine Eltern, 19. März 1936)
NEUBUCH! 2000. 511 S. 21 cm 214 mm x 138 mm x 42 mm Mit Fotos u. Abb.
[SW: Pasternak, Boris, Pasternak (Familie),Briefe/Briefwechsel]
Pasternak, Boris; Wosnessenski, Andrej u. a. Konvolut "Boris Pasternak". 8 Titel. 1.) Doktor Schiwago, Roman, 638 Seiten, 1958, Format 21 x 13 cm, schwarzer Leder-Rücken und Karton-Deckel, ohne O.Schutzumschlag, gut erhalten mit Privatsignum. 2.) Luftwege, Ausgewählte Prosa, 2. Auflage, Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1989, 478 Seiten, sehr gut erhalten. 3.) Andrej Wosnessenski: Begegnung mit Pasternak, Ausgewählte Prosa, Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, 1. Auflage/1984, 203 Seiten, Nachwort von Fritz Mierau, Mit 18 Fotos und einem Frontispiz, Leinen-Einband mit O.Schutzumschlag. 4.) Geleitbriefe, Entwurf zu einem Selbstbildnis, Europäischer Buchclub Stuttgart, Zürich, Salzburg, Sonderausgabe183 Seiten, hellgrüner Leinen-Einband mit goldfarbener Rückenbeschriftung, ohne Jahresangabe. 5.) Sputnik, Digest der sowjetischen Presse, Heft 2/1991 mit dem mehrseitigen Artikel von Galina Neuhaus: Erinnerungen aus verschiedenen Jahren (Foto), darin u. a. über Boris Pasternaks Gespräche mit Stalin und Bucharin, gut erhalten. 6.) Sinn und Form, Beiträge zur Literatur, hrsg. von der Akadenie der Künste der DDR, 40. Jahr, 1988, 2. Heft, Rütten & Loening Berlin, mit dem Artikel Boris Pasternak: Briefe, Seiten 281 bis 289, Karton-Umschlag, am Rücken leicht beriebener O.Papier-Schutzumschlag, sonst gut erhalten. 7.) "Was hat Pasternak wirklich gesagt? Vor 70 Jahren: Der Schriftstellerkongress in Paris" (Neues Deutschland vom 18./19. Juni 2005). 8.) Biographisches zu Boris Leonidowitsch Pasternak (* 29. Januarjul./ 10. Februar 1890greg. in Moskau; 30. Mai 1960 in Peredelkino bei Moskau) aus dem Internet, Bertelsmann Club GmbH Gütersloh u. a.
Boris Pasternak (1890-1960), unikale Erscheinung der russisch-sowjetischen und der Weltliteratur, hinterließ ein an Gedanken und Gefühlen gleichermaßen reiches Werk. Der seiner künstlerischen Existenz zugemessene Zeitraum stellte mit allen seinen Erschütterungen und epochalen Umwälzungen für ihn, den Künstler par exellence, der, aus hochbegabter Familie stammend, mit dem Bildungs- und Kulturgut einer vergangenen Epoche "beladen" war, eine immerwährende Herausforderung dar. Sie annehmend hat er sein Thema gewählt: die Lebenshaltung der russischen Intelligenz in unserem Jahrhundert. Die Sicht auf das Epochale gewinnt der Dichter aus der Beschreibung einer neuen Alltäglichkeit, freilich auf ganz eigene Weise; er schuf eine höchst eigenwillige, "subjektive" Prosa, eine Prosa des extremen Psychologismus. Sie lesen - "das ist wie Gold im Goldsand waschen. Gold im Überfluß - aber es will gewonnen sein. Aber auch die Mühe bei der Gewinnung des Goldes wird zur Kostbarkeit. Den Leser, der eine mühevolle Lektüre auch nur ein wenig schätzt, wird ein 'Goldfieber' erfassen - der unaufhaltsame Drang nach dem Reicherwerden an Geist und Wort." (Dimitri Lichatschow, 1982); wie angegeben
Belletristik - Pasternak, Boris L. und Johanna Renate [Hrsg.] Döring-Smirnov: Eine Brücke aus Papier : die Familienkorrespondenz 1921 - 1960. Boris Pasternak. Mitgeteilt von Jewgeni und Jelena Pasternak. Dt. von Gabriele Leupold. Aufgrund der russ. Ed. hrsg. von Johanna Renate Döring-Smirnov, Frankfurt am Main : S. Fischer, 2000. ISBN: 3100605160
Gebunden, sehr guter Zustand, leichte äußerliche Lagerspuren, Stempel am Buchschnitt, sofort versandfertig, ungelesen & ungebraucht, Rechnung mit ausgewiesener MwSt. liegt bei. Briefe boten Boris Pasternak nahezu vierzig Jahre lang die einzige Möglichkeit, über geographische Grenzen und politische Systeme hinweg mit seiner Familie in Verbindung zu bleiben. Seine Eltern und die beiden Schwestern verließen Russland 1921, um für einige Zeit den nachrevolutionären Wirren zu entkommen. Boris und sein Bruder Alexander blieben in Moskau. Die Verhältnisse in der Sowjetunion ließen eine Rückkehr der Familie nicht zu; Eltern und Töchter blieben bis 1938 in Berlin und emigrierten dann nach England. 1939 starb die Mutter, 1945 der Vater. Auch seine Schwestern hat Boris Pasternak zeitlebens nicht wieder gesehen. Die Korrespondenz ist geprägt von der schwierigen, gefährlichen politischen Situation in der Sowjetunion. Doch die Atmosphäre der Nähe und Vertrautheit bleibt von der langen Trennung unberührt. Pasternaks literarisches Schaffen, sein Kunstbegriff, seine Suche nach Ausdrucksmöglichkeiten sind Themen, über die das Gespräch innerhalb der Familie mit immer wachsender Intensität geführt wird. "Mit niemandem könnte ich mich über das Wichtigste besser und tiefer verständigen: über das Leben, die menschliche Erfahrung, über die Geschichte, die Kunst. - Manchmal glaube ich, wenn ich im Leben etwas gewählt habe und an etwas gearbeitet, wenn ich etwas werden wollte und bin, dann war das irgendwo in der Tiefe der Seele für Euch. Und jetzt seid Ihr nicht da, und für wen habe ich es ausgebildet?" (Boris Pasternak an seine Eltern, 19. März 1936)
511, [16] S. : Ill. ; 21 cm Pp.
[SW: Slawische und baltische Sprach- und Literaturwissenschaft]
Pasternak, Boris: Wenn es aufklart. Gedichte 1956-1959. Die Gedichte des Jurij Schiwago. Übersetzt von Rolf-Dietrich Keil. Frankfurt a.M., S. Fischer Verlag, 1960.
Befriedigender Zustand. - Boris Leonidowitsch Pasternak (wiss. Transliteration Boris Leonidovic Pasternak; * 29. Januarjul./ 10. Februar 1890greg. in Moskau; 30. Mai 1960 in Peredelkino bei Moskau) war ein russischer Dichter und Schriftsteller. International bekannt ist er vor allem durch seinen Roman Doktor Schiwago. 1958 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen, den er jedoch aus politischen Gründen nicht annehmen konnte. Leben: In Moskau als Sohn jüdischer Eltern geboren, wuchs Boris Pasternak in einem intellektuellen und künstlerischen Milieu auf. Sein Vater Leonid war Künstler und Professor an der Moskauer Schule für Malerei, seine Mutter die bekannte Pianistin Rosa Kaufmann. Unter den Freunden und Bekannten, die Pasternak bereits in jungen Jahren zu Hause antraf, waren Musiker, Künstler, Schriftsteller - einer davon Lew Tolstoi, dessen Bücher sein Vater Leonid illustrierte. Seitdem er als Dreizehnjähriger den russischen Komponisten Skrjabin kennenlernte, träumte er davon, Pianist und Komponist zu werden und beschäftigte sich ausdauernd mit Klavierspiel, Musiktheorie und Komposition. Nach Abschluss des Moskauer deutschen Gymnasiums 1908 studierte er jedoch an der Moskauer Universität Philosophie. Ein Auslandssemester im Sommer 1912 an der damals in Russland bekanntesten deutschen Universität, der Philipps-Universität Marburg, wo er höchst erfolgreiche Studien bei den Neukantianern Hermann Cohen und Nicolai Hartmann betrieb, sowie Reisen in die Schweiz und nach Italien ließen in ihm jedoch den Entschluss reifen, sich der Poesie zuzuwenden: "Meiner Meinung nach sollte Philosophie dem Leben und der Kunst als Gewürz beigegeben werden. Wer sich ausschließlich mit Philosophie beschäftigt, kommt mir vor wie ein Mensch, der nur Meerrettich isst." In dieser Zeit schrieb er seine ersten, vom Symbolismus und Futurismus beeinflussten Gedichte, die 1913 im Almanach Lirika erschienen. 1914 veröffentlichte er seine erste Gedichtsammlung in dem Buch Zwilling in Wolken ), gefolgt vom 1917 erscheinenden Über die Barrieren was ihm Aufmerksamkeit und Anerkennung in der literarischen Welt verschaffte. Seit 1914 war er auch Mitglied der symbolistischen Dichtergruppe Zentrifuge. Während des Ersten Weltkrieges arbeitete und lehrte er in einer Chemiefabrik im Ural, da er wegen einer Beinverletzung nicht zum Kriegsdienst eingezogen werden konnte. Obwohl Pasternak von der Brutalität der neuen Regierung schockiert war, unterstützte er die Oktoberrevolution. Seine Eltern und Geschwister wanderten 1921, als Auslandsreisen erlaubt wurden, nach Deutschland aus. Nach dem Krieg arbeitete Pasternak als Bibliothekar und schrieb u.a. Leutnant Schmidt, Meine Schwester, das Leben - 1922) und Das Jahr 1905. 1922 heiratete Pasternak Ewgenija Wladimirowna Lourie und hatte mit ihr einen Sohn. Die Ehe wurde 1931 geschieden. Die Poesie blieb Pasternaks Leidenschaft und machte ihn zu einem der wichtigsten Dichter der russischen Moderne. Seine Gedichte entwickelten sich weg von den symbolistischen Einflüssen hin zu philosophischen Ansätzen und zur Verarbeitung der Revolution. In den dreißiger Jahren passten seine Werke allerdings nicht in die Rahmenbedingungen des Sozialistischen Realismus, und er arbeitete als Übersetzer aus dem Französischen, Englischen und Deutschen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Berühmt sind seine Übertragungen von Goethes Faust und Shakespearescher Tragödien, außerdem übersetzte er Werke von Rilke, Kleist und einigen englischen Schriftstellern. 1934 ging er eine zweite Ehe mit Sinaida Nikolajewna Neuhaus ein; die Familie zog 1936 in die Künstlerkolonie Peredelkino bei Moskau. Bei Kriegsausbruch 1941 meldete sich Pasternak freiwillig an die Front, wurde jedoch zunächst nach Tschistopol evakuiert und erst 1943 mit einer "Schriftstellerbrigade" in den Krieg geschickt. Die lyrische Verarbeitung seiner Kriegserlebnisse ist in den Gedichten des Sammelbands In den Frühzügen (1943) und in Irdische Weite (1945) zu finden. Nach dem Krieg arbeitete Pasternak lange an seinem ersten und einzigen Roman, Doktor Schiwago, der in der Sowjetunion aufgrund seines Inhalts nicht erscheinen durfte. Der Roman, der während der russischen Revolutionszeit vor und nach 1917 handelt, beschreibt die Konflikte, in die ein Intellektueller (Schiwago) und seine geistigen und religiösen Überzeugungen mit der revolutionären Bewegung und der sozialistischen Realität gerät. Als Vorbild für Lara, die weibliche Hauptfigur des Romans, soll dabei Pasternaks langjährige Geliebte Olga Iwinskaja fungiert haben. Der Roman erschien 1957 nur im Ausland, zunächst in Italien und danach in 18 anderen Sprachen - ein internationaler Erfolg. In der Sowjetunion konnte er erst 1987 unter Gorbatschow publiziert werden, nachdem man Pasternak offiziell rehabilitiert hatte. Der gleichnamige Film mit Omar Sharif und Julie Christie (Regie: David Lean, 1965) gewann 1966 fünf Oscars und war ein internationaler Erfolg in den Kinos. Als Pasternak 1958 der Nobelpreis für Literatur "für seine bedeutende Leistung sowohl in der zeitgenössischen Lyrik als auch auf dem Gebiet der großen russischen Erzähltradition" verliehen werden sollte, nahm er diesen zwar zunächst an, lehnte aber später auf Druck der sowjetischen Obrigkeit ab. Dennoch wurde er in der Folge aus dem Schriftstellerverband der UdSSR ausgeschlossen. Aus einem persönlichen Brief Pasternaks an Chruschtschow geht hervor, dass Pasternak trotz aller Angriffe auf ihn und seine Arbeit auf keinen Fall Russland verlassen wollte. Voller Pläne und Ideen für weitere Gedichte und einen Roman starb Boris Pasternak am 30. Mai 1960 in Peredelkino an einem Herzinfarkt und starken Magenblutungen. Außerdem wurde ein Lungenkrebs im Anfangsstadium festgestellt. In einer besonderen Zeremonie nahm sein Sohn den von Pasternak abgelehnten Nobelpreis 1989 in Stockholm stellvertretend für seinen Vater an. Aus wikipedia-orgBoris_Leonidowitsch_Pasternak
Deutsche Erstausgabe. KLL 12, S. 1009. 128 Seiten. Originalleinen mit Schutzumschlag. Einband durch Feuchtigkeit verzogen und fleckig.
[SW: Nobelpreisträger, Selbstwertgefühl, Randgruppen, Literaturtheorie, Russische Literatur , Lyrik, Poesie, Lyriktheorie, Gedichte, Literaturwissenschaft, Literaturwissenschaften,]



