Dickens Oliver Twist
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Dickens, Charles: Oliver Twist. Aus dem Englischen übertragen und mit einem Nachwort versehen von Martin Beheim-Schwarzbach. Einbandgestaltung von Martin Andersch. Ganzlederausgabe. Bertelsmann Club u.a. (Lizenz der Droemerschen Verlagsanstalt) Lizenzausgabe Ohne Jahresangabe Gütersloh u.a.
510S. 8°
Leder Fadengehefteter, goldgeprägter Ganzledereinband mit vier Schmuckbünden, dreiseitigem Echtgoldschnitt, farbigen Vorsätzen und Lesebändchen. Die Schnitte gering berieben, ansonsten sehr guter Zustand. Oliver Twist ist ein Gesellschaftsroman von Charles Dickens, der unter dem vollständigen Titel Oliver Twist, or The Parish Boy's Progress (Oliver Twist oder der Weg des Fürsorgezöglings) von Februar 1837 bis April 1839 in Fortsetzungen in der Zeitschrift "Bentley's Miscellany" erschien. Oliver Twist ist Dickens' zweiter Roman und wahrscheinlich sein heute bekanntestes Werk. Er wurde mehrfach für Theater, Kino, Fernsehen und Comic adaptiert. Der Roman erzählt die Geschichte des Findelkindes und Waisenjungen Oliver Twist, der im Armenhaus einer englischen Kleinstadt aufwächst, ohne etwas über seine Herkunft zu wissen. Durch die katastrophalen Zustände im Hause gezwungen, um mehr Nahrung zu bitten, wird er eine Woche lang in den Kohlenkeller gesperrt. Es wird ausgeschrieben, dass die Gemeinde denjenigen entlohne, der sich seiner annehmen würde. Dies führt ihn zum ansässigen Sarg-Tischler namens Mr. Sowerberry, der einer ehrlichen Arbeit nachgeht und den Jungen allmählich auf seine Art liebgewinnt. Der Nebenlehrling Noah Claypole beleidigt Olivers Mutter; Oliver prügelt sich mit ihm und wird mit Schlägen bestraft. Er flieht anschließend nach London. Oliver braucht sieben Tage, bis er London erreicht hat. Dort gerät er in die Fänge des jüdischen Hehlers Fagin (Boss der Diebe), der ihn vor dem sicheren Tod auf der Straße bewahrt, indem er ihn verköstigt. Seine Schützlinge bilden eine Diebesbande, die hauptsächlich aus Straßenjungen besteht. Fagin macht auch Oliver mit dem Diebeshandwerk vertraut. Der äußerst brutale Eigenbrötler Bill Sikes und die ihm nahestehende Diebesgesellin Nancy, die auf eine eigenartige Weise mit Sikes verbunden ist, treten ebenfalls zu dieser Zeit in Olivers Leben. In solcher Gesellschaft lebend und lernend wird Oliver eines Tages auf eine Diebestour mitgenommen, die fatale Folgen für ihn hat. Nachdem das Opfer Mr. Brownlow bemerkt, dass er bestohlen wurde, wird Oliver fälschlicherweise für den Dieb gehalten. Während des Verhörs auf der Polizeiwache wird Oliver in einem fiebrigen Anfall ohnmächtig und wird schließlich durch einen Zeugen entlastet, ganz zum Wohlgefallen des mitleidigen Mr. Brownlow, welcher den Jungen unter seine Fittiche nimmt und ihn gesundpflegen lässt. Oliver erlebt dankbar das erste Mal in seinem Leben die Güte und Liebe einer mütterlichen Sorge durch Mr. Brownlows Haushälterin Mrs. Bedwin, welche sich aufopfernd um ihn kümmert. Die gute Zeit ist jedoch nur von kurzer Dauer und endet als Mr. Brownlow Oliver auf eine Besorgung losschickt, welche er so schnell wie möglich zu erledigen hat. Nancy und Sikes fangen den Jungen ab und zwingen ihn, zu Fagin und seiner Diebesbande zurückzukehren. Mr. Brownlow bleibt gekränkt in dem Glauben zurück, Oliver hätte sich mit dem mitgegebenen Geld für die Besorgungen aus dem Staub gemacht. Fagin versucht anschließend, Oliver zum Dieb zu schulen. Über eine sehr lange Zeit fristet Oliver sein Dasein in der Diebeshütte, ohne je eine Gelegenheit zur Flucht zu haben. Schließlich wird er für einen Einbruch im Hause der Maylies eingeplant. Fagin übergibt Oliver zu diesem Zwecke Sikes, welcher ihn für den Einbruch verwenden soll. Der Einbruch geht jedoch schief. Beim Versuch ins Haus einzudringen, wird Oliver angeschossen. Sikes und sein Gehilfe schleppen den bewusstlosen Jungen auf ihrer Flucht mit, können ihn aber bald nicht mehr tragen und lassen ihn in einem Graben zurück. Oliver kann sich am nächsten Morgen an die Tür des Anwesens schleppen, wo er zusammenbricht und von den Bewohnern des Hauses wiederum gesundgepflegt wird. Hierbei lernt er die Maylies kennen, die ihn genauso gütig und aufopfernd annehmen wie ehemals Mr. Brownlow. Oliver verlebt in dem Hause die schönste Zeit seines Lebens und ist jederzeit aufmerksam für dessen Bewohner zur Stelle. Als er mit dem Arzt der Familie zu Mr. Brownlows Haus fährt, um seine erlebte Geschichte zu beweisen und um den schlechten Ruf, den er bei Mr. Brownlow hat, endlich zu beseitigen, findet er das Haus leer und zum Verkauf vor. Die Liebe, die er im Hause Maylie erfährt, hält allerdings an. Währenddessen versucht Fagin zusammen mit Monks (zu diesem Zeitpunkt eine düstere undurchsichtige Gestalt) fieberhaft herauszufinden, wo Oliver sich aufhält. Als es ihnen nach einiger Zeit gelingt, schmieden sie einen Plan, wie sie Oliver aus dem Weg räumen könnten, ohne selbst damit in Verbindung zu kommen. Nancy erfährt jedoch von diesem finsteren Plan und bringt sich in Lebensgefahr, als sie Rose Maylie aufsucht und vor dem warnen will, was Oliver zustoßen soll. Daraufhin schmieden die Maylies mit dem zurückgekehrten Mr. Brownlow einen Plan, wie sie Oliver schützen können. Nancy weigert sich, ihre Genossen zu verraten - teils weil sie Sikes trotz allem liebt, teils aber auch, weil sie von Fagin auch als Diebin erzogen wurde und daher für sie sein Handeln entschuldbar ist. Sie werden Monks' habhaft, der - was Oliver zu diesem Zeitpunkt nicht weiß - der Halbbruder Olivers ist und sich zum Lebensziel gesetzt hat, aus Hass dessen Leben zur Hölle zu machen und ihm weiterhin das Erbe seines Vaters vorzuenthalten. Als Fagin erfährt, dass Nancy die Bande hintergangen hat, lässt er dies Sikes geschickt erfahren, in dem Bewusstsein, dass dieser Nancy umbringen wird, wobei er noch rät vorsichtig zu sein. In einer blutigen Raserei erschlägt Sikes seine Gefährtin Nancy, erleidet jedoch kurze Zeit später einen seelischen Schock. Zwar kann er anfangs noch flüchten, wird jedoch in London anschließend gestellt und stranguliert sich auf der Flucht versehentlich selbst. Fagin erwartet schließlich das gleiche Schicksal am Galgen durch das geschickte Aufdecken der ganzen Umstände und Diebereien durch Mr. Brownlow. Mr. Brownlow begreift im Laufe der Geschichte, dass ihm der Zufall niemand Geringeren als den unbekannten Sohn seines Freundes Edwin Leeford in seine Arme getrieben hat, der verloren geglaubt war. Dies erkennt er allein aufgrund Olivers Ähnlichkeit zum Porträt seiner Mutter Agnes Fleming, das Edwin Leeford Brownlow überreicht hatte und nun in dessen Haus hängt. Später erfährt der Leser, dass Edwin Leeford, Olivers und Monks' Vater, mit Monks' Mutter verheiratet ist. Als einer seiner reichsten Verwandten stirbt und ihm viel Geld hinterlässt, bricht Edwin Leeford sofort auf, um nach Rom zu reisen, wo der Mann aus gesundheitlichen Gründen gelebt hatte. Dort angekommen, wird Edwin Leeford von einer tödlichen Krankheit befallen. Vor der Abreise besuchte Edwin Leeford seinen alten Jugendfreund noch einmal, hinterließ ihm bei dieser Gelegenheit das Bild der Mutter Olivers Agnes Fleming, die er ungern zurückließ, doch wegen der Eile, die seine Reise erforderte, nicht mitnehmen konnte. Er will mit einem Teil des geerbten Geldes seine Gattin sowie Monks abfinden und dann zusammen mit Agnes Fleming England verlassen. Nachdem Mr. Brownlow anzunehmen beginnt, dass Edwin Leeford gestorben ist, versucht er, Agnes Fleming ausfindig zu machen, da er sich im Falle des Todes Edwin Leefords um das uneheliche Kind kümmern will. Außerdem zeigt sich zum Schluss, dass der Großvater Olivers mütterlicherseits, Mr. Fleming, zwei Töchter hatte: Agnes und Rosa. Bei Rosa handelt es sich um keine geringere, als um die hübsche junge Frau, die von Mrs. Maylie großgezogen wurde. Monks wird unter der Bedingung, dass er Olivers Abstammung beglaubigt und ihn nie wieder belästigt, freigelassen. Fern von England stirbt Monks schließlich, da er sich wieder einer Diebesbande anschließt und gefangengenommen wird. Schließlich wird Oliver von Mr. Brownlow sowie dessen Haushälterin Mrs. Bedwin adoptiert und lebt dort weiter. Der Roman war ein großer Erfolg. Vor allem durch seine zum Teil drastische Schilderung von Kinderarbeit, Verbrechen und Pauperismus zur Zeit der Frühindustrialisierung, die in scharfem Kontrast zur gemütlich-heiteren Stimmungslage von Dickens erstem Roman Die Pickwickier stand, erregte er erhebliches Aufsehen. Im Gegensatz zu diesem großen sozialen Realismus des Buchs steht die durch die Kritik vermerkte unglaubwürdige Charakterzeichnung, namentlich der Hauptfigur. Kindlers Literaturlexikon moniert etwa: "Der junge Held wirkt unerträglich edel und, obwohl jede Voraussetzung dafür fehlt, wohlerzogen und bürgerlich: ein Held nach den gängigen Klischees." Die antisemitischen Stereotypen, mit denen Dickens die Figur des Fagin zeichnet, sind bis heute Gegenstand der Diskussion. Sie wurden in späteren Auflagen des Buchs Dickens' selbst abgemildert, bei den zahlreichen Bearbeitungen, die der Stoff erlebt (hatte), sind sie häufig gänzlich eliminiert.
[SW: Englische Literatur | Roman | Klassiker | Charles Dickens | Ganzlederausgaben]
Dickens, Charles: Oliver Twist. Nach der Übersetzung von Carl Kolb neu übertragen und bearbeitet von Carl Hartz, Berlin, Deutsche Buch-Gemeinschaft, 1960.
Guter Zustand. - Oliver Twist ist ein Gesellschaftsroman von Charles Dickens, der unter dem vollständigen Titel Oliver Twist, or The Parish Boy's Progress (Oliver Twist oder der Weg des Fürsorgezöglings) von Februar 1837 bis April 1839 in Fortsetzungen in der Zeitschrift "Bentley's Miscellany" erschien. Oliver Twist ist Dickens' zweiter Roman und wahrscheinlich sein heute bekanntestes Werk. Er wurde mehrfach für Theater, Kino und Fernsehen und Comic adaptiert. ... Literarische Kritik: Der Roman war ein großer Erfolg. Vor allem durch seine zum Teil drastische Schilderung von Kinderarbeit, Verbrechen und Pauperismus zur Zeit der Frühindustrialisierung, die in scharfem Kontrast zur gemütlich-heiteren Stimmungslage von Dickens erstem Roman Die Pickwickier stand, erregte er erhebliches Aufsehen. Im Gegensatz zu diesem großen sozialen Realismus des Buchs steht die durch die Kritik vermerkte unglaubwürdige Charakterzeichnung, namentlich der Hauptfigur. Kindlers Literaturlexikon moniert etwa: "Der junge Held wirkt unerträglich edel und, obwohl jede Voraussetzung dafür fehlt, wohlerzogen und bürgerlich: ein Held nach den gängigen Klischees." Die antisemitischen Stereotypen, mit denen Dickens die Figur des Fagin zeichnet, sind bis heute Gegenstand der Diskussion. Sie wurden in späteren Auflagen des Buchs Dickens' selbst abgemildert, bei den zahlreichen Bearbeitungen, die der Stoff erlebt (hatte), sind sie häufig gänzlich eliminiert. Bearbeitungen - Film: Das Werk wurde bereits 1909 von James Stuart Blackton erstmals verfilmt. 1922 entstand eine Version mit Lon Chaney und Jackie Coogan in der Titelrolle. Der 1948 entstandene Film mit Alec Guinness in der Rolle des Fagin gilt als ausgezeichnet. Die Musical-Adaption "Oliver!" gewann 1968 den Oscar als bester Film. Disney hat das Werk 1988 als Zeichentrickfilm unter dem Titel Oliver & Co. herausgebracht. Hier werden die Hauptrollen von Tieren dargestellt. 1991 wurde in England eine weitere Zeichentrickfilm-Version geschaffen. Daneben gibt es noch eine Zeichentrickserie, die in den 1990ern hergestellt wurde. Eine aktuelle Verfilmung aus dem Jahr 2005 stammt von Regisseur Roman Polanski. Für die englisch-französisch-tschechisch-italienische Produktion wurde bei Prag das London des 19. Jahrhunderts nachgebaut. ... Aus wikipedia-orgOliver_Twist
Lizenzausgabe. 347 Seiten mit Illustrationen. Halbleder.
[SW: Englische Literatur, Englische Literatur des 19. Jahrhunderts, Anglistik, Englische Sprach- und Literaturwissenschaft, Great Britain, Kolonialgeschichte, Commonwealth]
Dickens, Charles: Oliver Twist. Edited by Peter Fairclough with an Introduction by Angus Wilson and George Cruikshanks's original illustrations. - (=Penguin Classics) Harmondsworth, Penguin Books, 1985. ISBN: 0140430172
Guter Zustand. Seiten papierbedingt leicht gebräunt. Mit einer Widmung auf dem Vorsatz. - Oliver Twist is the second novel by English author Charles Dickens, published by Richard Bentley in 1838. The story is about an orphan Oliver Twist, who escapes from a workhouse and travels to London where he meets the Artful Dodger, leader of a gang of juvenile pickpockets. Oliver is led to the lair of their elderly criminal trainer Fagin, naively unaware of their unlawful activities. Oliver Twist is notable for Dickens' unromantic portrayal of criminals and their sordid lives.[1] The book exposed the cruel treatment of many a waif-child in London, which increased international concern in what is sometimes known as "The Great London Waif Crisis": the large number of orphans in London in the Dickens era. The book's subtitle, The Parish Boy's Progress alludes to Bunyan's The Pilgrim's Progress and also to a pair of popular 18th-century caricature series by William Hogarth, "A Rake's Progress" and "A Harlot's Progress".[2] An early example of the social novel, the book calls the public's attention to various contemporary evils, including the Poor Law, child labour and the recruitment of children as criminals. Dickens mocks the hypocrisies of his time by surrounding the novel's serious themes with sarcasm and dark humour. The novel may have been inspired by the story of Robert Blincoe, an orphan whose account of hardships as a child labourer in a cotton mill was widely read in the 1830s. It is likely that Dickens's own early youth as a child labourer contributed to the story's development. Oliver Twist has been the subject of numerous film and television adaptations, and is the basis for a highly successful musical play, and the multiple Academy Award winning 1968 motion picture Oliver!. ... wikipedia-org-wiki-Oliver_Twist Aus: wikipedia-org , ISBN-13: 9780140430172
10. Auflage. 489 (7) Seiten mit vielen Abbildungen. Dünndruckausgabe. 18 cm. Taschenbuch. Kartoniert.
[SW: Englische Literatur des 19. Jahrhunderts, Originalsprache, Book is written in english, Segeln, Moralisches Handeln, English Books, Moral, Großbritannien, Englischunterricht Anglistik, Englische Sprache / Unterricht, Englische Sprach- und Literaturwissenschaft, Briten, Englische Sprache / Lehrbücher, 19th century fiction, Classic fiction, Literature: Texts, Orphans - England - Fiction, Englische Belletristik, Englische Bücher, Roman, Erzählung, Belletristik, Erzählungen, Romane, Filmkritiken, Filmkunst, Filmpublikum, Cineasten, Filmliteratur, Kino, Filmschauspieler, Film, Filme, Filmliteratur, Filmdrehbücher, Filmbuch, Verfilmte Literatur, Filmromane, Filmschauspielerin, Filmschauspieler, Filmliteratur, Filmvorlage, Filmgeschichte, Filmromane, Verfilmte Literatur,]
Dickens, Charles: Oliver Twist. Erzählung. Übertragen von Mira Munkh. Mit zahlreichen Strichätzungen nach Holzschnitten von Rudolf Riege | Gildenbibliothek der Weltliteratur, Büchergilde Gutenberg Erste Aufl. dieser Ausg. 1950 Frankfurt am Main
574S. 8°
Leinen Buch der 1000 Bücher Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Oliver Twist OT Oliver Twist OA 1837 DE 1838Form Roman Epoche Viktorianisches Zeitalter Mit Oliver Twist, seinem zweiten Roman, sicherte sich Charles Dickens seinen Ruf als hervorragender Erzähler. Der Roman schildert das Armeleute- und Verbrechermilieu in realistischer und beklemmender Weise, enthält aber auch melodramatische und groteske Effekte. Oliver Twist ist ein meisterhaftes Gesellschaftspanorama der Viktorianischen Zeit, das die "Parias der Unterwelt" fassettenreich schildert und auf beeindruckende Weise Verzweiflung und Verlorenheit zu vermitteln vermag. Der Roman gehört zu den meistgelesenen Werken von Dickens. Inhalt: Oliver wächst als Findelkind im Armenhaus einer Kleinstadt unter dem unbarmherzigen Regiment des Büttels, Mr. Bumble, auf. Von dort wird er in die Lehre zu dem grausamen Leichenbestatter Mr. Sowerberry gegeben, nachdem er es gewagt hatte, gegen die äußerst kargen Essensrationen im Armenhaus zu pro-testieren. Dem Leidensdruck bei Sowerberry entzieht sich Oliver schließlich durch seine Flucht nach London, wo er bei einer Bande von Taschendieben Anschluss findet. Dem Führer der Bande, dem jüdischen Hehler Fagin, gelingt es mit Hilfe seiner Komplizin Nancy, Oliver in einen nächtlichen Einbruch in einer Villa zu verwickeln. Er wird verwundet und entdeckt, doch die Hausbesitzerin Mrs. Maylie, die seine "innere Unschuld" erkennt, schützt ihn vor der Polizei. Bei ihr und ihrer Pflegetochter Rose findet Oliver Unterschlupf, Liebe und Fürsorge. Die inzwischen reuig gewordene Nancy berichtet den beiden Frauen von Monks, einem Freund Fagins, der Oliver zu vernichten trachtet. Sie lüftet das Geheimnis um Monks, den unehelich geborenen Halbbruder Olivers, der dessen väterliches Erbteil unterschlagen hat. Nancy wird wegen ihres Verrats von dem Bandenmitglied Bill Sikes ermordet. Die skrupellosen Verbrecher finden ihre gerechte Strafe: Sikes richtet sich selber, indem er sich auf der Flucht versehentlich erdrosselt, Fagin wird verhaftet und hingerichtet und auch Monks büßt seine Tat. Der Held des Romans aber, der allen widrigen Umständen zum Trotz dem Bösen letztlich widerstanden und das Gute in sich bewahrt hat, wird von Mr. Bronlow, einem früheren Opfer der Bande, bei dem sich Oliver kurze Zeit aufhielt, adoptiert und erhält seinen angestammten Platz in der Gesellschaft. Der Zufall führt Mr. Brownlow, den Freund des verstorbenen Vaters von Oliver, und Mrs. Maylie, die Ziehmutter seiner Tante Rose, zusammen. Aufbau: Dickens hat in diesem Werk erstmals eine geschlossene epische Großform mit einer durchgehenden Handlung und einem reich abgestuften Figurenensemble geschaffen und in überzeugender Weise Tiefen der menschlichen Seele beleuchtet. Ein meisterliches Exempel seines karikierenden Humors stellt der Armenhausvorsteher Bumble dar, der in England zum Prototyp des bornierten und mitleidslosen kleinen Beamten wurde. Dickens stellt die Nachtseite, die Kriminellen der Gesellschaft, einer heilen bürgerlichen Welt gegenüber. Er prangert soziale Missstände an und tastet hierbei zwar das bestehende gesellschaftliche System nicht unmittelbar an, will jedoch den Anstoß für Besserungen geben. Wirkung: Durch die überaus sensible, psychologisch glaubwürdige Schilderung der Figuren wurde der Roman zu einem Meilenstein der englischen Literatur der Viktorianischen Zeit. Fadengehefteter, goldgeprägter Ganzleineneinband. Der Einband berieben, das Buchleinen an den hinteren Buchecken durchgescheuert, Kopfschnitt angeschmutzt, Ex-Libris auf Innendeckel, die vordere Bindung leicht lose, das holzhaltige Papier allg. nachgedunkelt. Ansonsten im Inneren noch gute Erhaltung dieser grandiosen Dickenschen Erzählung mit den kongenialen Holzschnitten von Rudolf Riege.
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