Dissens

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Grochowina, Nicole: Indifferenz und Dissens in der Grafschaft Ostfriesland im 16. und 17. Jahrhundert. Frankfurt/M., Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien Peter Lang Vlg. 2003. ISBN: 978-3-631-39820-3
In Ostfriesland sammelten sich im 16. und 17. Jahrhundert zahlreiche Gruppen von Dissidenten, deren exponierteste Vertreter unterschiedliche Täuferkreise waren. Gleichzeitig ignorierten weite Teile der Bevölkerung die landesherrlichen Bemühungen um konfessionelle Homogenität in der Grafschaft. Basierend auf einem funktionalistischen Religionsbegriff werden in der Studie nicht nur die Begriffe Indifferenz und Dissens in einem theoretischen Rahmen verortet. Darüber hinaus werden am Beispiel Ostfrieslands Voraussetzungen, Phänomenologie und Umgang mit Indifferenz und Dissens in den zwei Jahrhunderten der Konfessionalisierung und des Konfessionalismus dargestellt.

499 S., 2 Abb., 1 Tab. Br. *neuwertig*

[SW: Geschichtswissenschaft]

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Müller, Olaf L.: Arten ethischer Erkenntnis. Plädoyer für Respekt vor der Moral. Paderborn: Mentis Vlg. 2008.
Moral ist keine Geschmacksache. So wie in den Naturwissenschaften können wir auch in der Ethik echtes Wissen erreichen; hier wie da hat der Relativismus nicht das letzte Wort. Mit dieser These verteidigt Olaf L. Müller die Respektatibilität unserer moralischen Erkenntnisbemühungen. Im Teil I vergleicht er die Erkenntnisquellen für Naturwissenschaft und Ethik; auf beiden Gebieten gibt es Wissen aus Beobachtung. So, wie wir durch Blick auf die Welt unsere Meinungen über sichtbare Hasen rechtfertigen können, so können wir ebenfalls durch Blick auf die Welt unsere Meinungen über sichtbares Unrecht rechtfertigen. Wer einen Hasen sehen will, braucht dafür offene Augen und Beobachtungstraining, er braucht kein eigenes Hasen-Sinnesorgan. Und wer sichtbares Unrecht sehen will, braucht abermals offene Augen und Beobachtungstraining, er braucht wieder keinen eigenen Sensor für Unrecht. Nicht alle naturwissenschaftlichen Sätze lassen sich durch Beobachtung rechtfertigen; genauso in der Moral. Daher müssen für beide Bereiche zusätzliche Erkenntnisquellen postuliert werden, und sie funktionieren beidemal gleich. Im Teil II nimmt der Autor die Unterschiede zwischen Naturwissenschaft und Ethik in den Blick. Ethische Sätze sind inniger mit unserm Tun verknüpft als naturwissenschaftliche Sätze. Aber auch diese Besonderheit der Moral hat ihren guten Platz im sparsam naturalistischen Rahmen, in dem sich die gesamte Untersuchung bewegt. Der Autor führt vor, wie sich moralische Meinungsverschiedenheiten und Unterschiede der Moralsprache auseinanderdividieren lassen, und zwar selbst unter den schwierigen Bedingungen der radikalen Übersetzung a la Quine. Das Bild, das Olaf L. Müller vom moralischen Diskurs zeichnet, lässt Platz für moralischen Dissens zwischen den Kulturen; so viel Dissens kommt in der Naturwissenschaft nicht vor. Dass so ein Dissens unsere Hoffnungen auf moralisches Wissen nicht zerstören muss, sondern fördern kann, ist eine der Pointen dieses optimistischen Buchs.

285 S. Kart. *neuwertig*

[SW: Philosophie, Religionen]

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Stephan,Sellmaier: Ethik der Konflikte Über den angemessenen Umgang mit ethischem Dissens und moralischen Dilemmata, Kohlhammer W., März 2011 ISBN: 3170219421
Mit der steigenden Komplexität unserer Lebenswelt und den damit verbundenen Problemen wachsen die Anforderungen an moralisch vertretbare Lösungen. Im ersten der drei Teile des Buches wird im Rahmen einer Begriffsanalyse die philosophische Möglichkeit von moralischen Dilemmata und ethischem Dissens untersucht. Der zweite Teil widmet sich der Diskussion aktueller bio- und medizinethischer Beispiele für moralische Dilemmata und ethischen Dissens und untersucht deren Ursachen. Der dritte Teil nutzt die gewonnenen Einsichten, um eine normative Theorie der Konfliktbewältigung für die untersuchten Konflikttypen vorzustellen. Diese Theorie ist dazu geeignet, moralisch angemessene Entscheidungen in scheinbar ausweglosen Entscheidungssituationen zu finden.

NEUBUCH! 2/2011,.9 x 23.2 x 15.6,164 S. 232 mm x 156 mm x 9 mm

[SW: Ethik, Ethos, Philosophie / Ethik, Konflikt (wirtschaftlich, politisch)]

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Müller, Olaf L. Moralische Beobachtung und andere Arten ethischer Erkenntnis Plädoyer für Respekt vor der Moral, MENTIS-VERLAG, Mai 2008 ISBN: 389785581X
Moral ist keine Geschmacksache. So wie in den Naturwissenschaften können wir auch in der Ethik echtes Wissen erreichen; hier wie da hat der Relativismus nicht das letzte Wort. Mit dieser These verteidigt Olaf L. Müller die Respektatibilität unserer moralischen Erkenntnisbemühungen.Im Teil I vergleicht er die Erkenntnisquellen für Naturwissenschaft und Ethik; auf beiden Gebieten gibt es Wissen aus Beobachtung. So, wie wir durch Blick auf die Welt unsere Meinungen über sichtbare Hasen rechtfertigen können, so können wir ebenfalls durch Blick auf die Welt unsere Meinungen über sichtbares Unrecht rechtfertigen. Wer einen Hasen sehen will, braucht dafür offene Augen und Beobachtungstraining, er braucht kein eigenes Hasen-Sinnesorgan. Und wer sichtbares Unrecht sehen will, braucht abermals offene Augen und Beobachtungstraining, er braucht wieder keinen eigenen Sensor für Unrecht. Nicht alle naturwissenschaftlichen Sätze lassen sich durch Beobachtung rechtfertigen; genauso in der Moral. Daher müssen für beide Bereiche zusätzliche Erkenntnisquellen postuliert werden, und sie funktionieren beidemal gleich.Im Teil II nimmt der Autor die Unterschiede zwischen Naturwissenschaft und Ethik in den Blick. Ethische Sätze sind inniger mit unserm Tun verknüpft als naturwissenschaftliche Sätze. Aber auch diese Besonderheit der Moral hat ihren guten Platz im sparsam naturalistischen Rahmen, in dem sich die gesamte Untersuchung bewegt. Der Autor führt vor, wie sich moralische Meinungsverschiedenheiten und Unterschiede der Moralsprache auseinanderdividieren lassen, und zwar selbst unter den schwierigen Bedingungen der radikalen Übersetzung a la Quine. Das Bild, das Olaf L. Müller vom moralischen Diskurs zeichnet, lässt Platz für moralischen Dissens zwischen den Kulturen; so viel Dissens kommt in der Naturwissenschaft nicht vor. Dass so ein Dissens unsere Hoffnungen auf moralisches Wissen nicht zerstören muss, sondern fördern kann, ist eine der Pointen dieses optimistischen Buchs.

NEUBUCH! 2008. 285 S. 23,5 cm 236 mm x 158 mm x 20 mm

[SW: Moral, Ethik]

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