Es Klingt Nach Liebe
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Petersen, Jens: Hörst du die Liebe? Sie klingt wie Musik, TREDITION, Juli 2008, Besorgungstitel - vorauss. Lieferzeit 3-5 Tage. ISBN: 386850155X
Cora steht kurz vor ihrem 40. Geburtstag den sie wegen der vielen Arbeit mit ihrer Firma gerne vergessen hätte. Als Innenarchitektin ist sie bei ihren Kunden sehr gefragt und sie stellt zu ihrer Unterstützung ihre Freundin Regina ein. Sie pflegt zu ihrem Exmann Harald, der Anwalt ist, ein sehr gutes Verhältnis.Als sie den Auftrag einer Firma annimmt, trifft sie ihren Scheidungsgrund Achim wieder. Ihre Liebe entflammt erneut, wird aber durch Achims Frau Michelle überschattet. Obwohl Achim von seiner Frau getrennt lebt, erzählt diese, dass sie ein Kind von ihm bekäme. Achim beteuert Cora aber, seit 3 Jahren sterilisiert zu sein.In diesem Gefühlschaos bekommt sie von ihrem Onkel Alfred das Angebot, ein großes Hotel in New York neu zu gestalten. Kurz entschlossen fliegt sie nach Amerika und ist von dieser riesigen Stadt überwältigt. Onkel Alfred möchte gerne die Möbel für sein Hotel aus Deutschland und so lässt Cora Hans, den Schreiner nach New York kommen. Der erzählt ihr den neuesten Klatsch aus dem Tennisclub, dass Achims Frau ein Kind von Uwe bekommen würde. Cora ist bestürzt über ihr mangelndes Vertrauen zu Achim und versucht, wieder zurück aus New York, sich mit ihm zu versöhnen was gar nicht so einfach ist.Dann macht er ihr einen Heiratsantrag. Am Anfang freut sie sich sehr darüber aber nach und nach fühlt sie sich von Achim eingeengt.Am Flughafen läuft sie zufällig dem Piloten Thomas über den Weg und es ist Liebe auf den ersten Blick.Die Beziehung zu Achim ist durch die Sehnsucht nach diesem Piloten überschattet und sie trennt sich von Achim. War es dann wirklich reiner Zufall, als sie am Flughafen wieder auf Thomas trifft, ihren Traumprinzen Trotz ihrer Beziehung zu diesem Piloten muss sie immer wieder an Achim denken und steht bald gefühlsmäßig zwischen 2 Männern.Zur gleichen Zeit übernimmt sie eine Firma, deren Chef plötzlich ins Gefängnis muss. Daran ist ein großer Auftrag gekoppelt.Weil Cora in der letzten Zeit durch die viele Arbeit sehr erschöpft und abgespannt ist, empfiehlt ihr eine Ärztin eine lange Reise zu machen.Es geht nach Hawaii.
NEUBUCH! 2008. 276 S. 21.00 cm 210 mm x 148 mm x 18 mm
Disch, Thomas M.: Auf Flügeln des Gesangs. Science Fiction-Roman. Mit einem Nachwort von Michael Nagula. Aus dem Amerikanischen von Irene Holicki. Mit bibliographischen Anmerkungen. - (=Heyne-Taschenbuch / Bibliothek der Science Fiction Literatur Band 40). München, Wilhelm Heyne Verlag, 1986. ISBN: 345331218X
Mängelstempel auf dem Fußschnitt. Befriedigender Zustand. - Thomas M. Disch (* 2. Februar 1940 in Des Moines, Iowa; 4. Juli 2008 in New York) war ein US-amerikanischer Science-Fiction-Autor und Dichter. Er wurde mehrmals für den Hugo Award und den Nebula Award nominiert und gewann 1999 den Hugo Award für sein Sachbuch "The Dreams Our Stuff Is Made Of", einen ironischen Blick auf das Thema Science Fiction. Seine ersten Texte erschienen in den 1960er-Jahren in Science-Fiction-Magazinen, und sein erster Roman "The Genocides" wurde 1965 publiziert. Disch galt bald als Teil der New-Wave-Science-Fiction, indem er für "New Worlds" und andere Avantgarde-Zeitschriften schrieb. Zu seinen ambitioniert-gesellschaftskritischen Romanen aus dieser Zeit gehören "Camp Concentration" (1968) und "334" (1972). "On Wings of Song" (1979) gewann den John W. Campbell Memorial Award. Seine Novelle "The Brave Little Toaster" (1980) wurde von Disney verfilmt. Später verlegte sich Disch mit einer Serie von Büchern, die in Minneapolis spielen, von Science-Fiction auf Horror: "The Businessman: A Tale of Terror" (1984), "The M.D.: A Horror Story" (1991), "The Priest: A Gothic Romance" (1994) und "The Sub: A Study in Witchcraft" (1999). Neben weiteren nicht-fiktiven Arbeiten hat er Theater- und Opernkritiken für New York Times, The Nation und andere wöchentlich erscheinende Magazine geschrieben. Er hat ebenfalls mehrere Gedichtbände veröffentlicht. Biografie: Thomas Michael Disch wurde am 2. Februar 1940 in Des Moines als Sohn eines Handelsreisenden geboren. Aufgrund einer Polio-Epidemie im Jahre 1946 unterrichtete ihn seine Mutter Helen ein Jahr lang daheim. Als Ergebnis dessen übersprang er die erste Klasse und besuchte nach dem Kindergarten gleich die zweite Klasse. Dischs erster offizieller Schulunterricht fand an katholischen Schulen statt; diese Erfahrung spiegelt sich in einem Teil seiner Werke wider, die beißende Kritik an der katholischen Kirche enthalten. Die Familie zog 1953 in die Zwillingsstadt Minneapolis/St.Paul (Minnesota) und lebte nun in der Nähe der vier Großeltern. An den Public Schools von Minneapolis entdeckte Disch seine große Liebe für Science-Fiction, Drama und Dichtung. Er bezeichnet die Dichtung als seinen Schlüssel zur Tür der literarischen Welt. (Eine Lehrerin, Jeannette Cochran, gab ihm 100 Zeilen Gedichte zum Auswendiglernen als Hausaufgabe auf. Disch lernte zehn mal so viel.) Nach dem Highschool-Abschluss im Jahre 1957 nahm Disch einen Ferienjob als technischer Zeichner an. Nachdem er für einen Umzug nach New York City genug Geld gespart hatte, fand er in Manhattan eine Wohnung und begann seine Energien in verschiedene Richtungen zu kanalisieren. Er arbeitete als literarischer "spear-carrier" für die Metropolitan Opera, danach für einen Buchladen und eine Zeitung. Mit 18 Jahren wurde er zur Armee einberufen. Dischs Unverträglichkeit mit der Armee resultierte schnell in einem knapp dreimonatigen Aufenthalt in einem Krankenhaus für psychisch Kranke. Nach seiner Entlassung kehrte er nach New York zurück und fuhr damit fort, die Künste auf seinem indirekten Weg zu verfolgen: ein Job an der Garderobe eines Theaters, einer bei einer Versicherung und zusätzlich der Besuch eines Abendstudiums (ursprünglich der Architektur) an der Universität New York, wo Unterricht im Schreiben von Novellen und utopischer Fiktion seinen Geschmack für die gängigen Formen und Themen der Science-Fiction formte. Im Mai 1962 entschloss Disch sich dazu, statt fürs Semester zu lernen eine Kurzgeschichte zu schreiben. Er verkaufte die Geschichte "The Double Timer" für 112,50 $ (Francaville). Nun kehrte er nicht an die Universität New York zurück, sondern nahm weitere Gelegenheitsarbeiten an, wie "bank teller", Assistent im Bestattungsinstitut und Copy-Editor - sie alle gaben ihm die Gelegenheit, nachts zu schreiben. Während der nächsten Jahre schrieb er vermehrt Science-Fiction-Geschichten, aber auch Gedichte; sein erstes veröffentlichtes Gedicht, "Echo und Narziss", erschien 1964 in der Sommerausgabe der Minnesota Review (Davis). Schreiben war nun der Schwerpunkt in seinem Arbeitsleben. Disch beschreibt seine Veränderung so: vom Dilettanten zu "jemanden der weiß, was er tun will und so beschäftigt ist, das zu tun, dass er nicht viel Zeit für irgendetwas anderes hat". Einige Bücher folgten, darunter Science-Fiction-Novellen und Geschichten, Gothic-Arbeiten, Kritiken, Theaterstücke, ein Libretto für eine "Frankenstein"-Oper, Prosa und Verse, Kinderbücher wie "A Child's Garden of Grammar" und zehn Gedichtsammlungen. Seine Gedichte enthalten Experimente innerhalb der traditionellen Formen - wie der kollaborative Zyklus von Sonetten "Highway Sandwiches" und "Haikus of an AmPart", während andere wie "ABCDEFG HIJKLM NPQRST UVWXYZ" und "The Dark Old House" die strenge und die freie Form miteinander mischen. Seine zwei größten Werke zu Gedichtbesprechungen, "The Castle of Indolence: On Poetry, Poets, and Poetasters" und "The Castle of Perseverance: Job Opportunities in Contemporary Poetry" konzentrieren sich darauf, wie Gedichte funktionieren, was sie beliebt macht und wie die Dichtkunst sich in der modernen Kultur wieder etablieren kann. Seine Arbeiten als freier Journalist beinhalteten regelmäßige Buchbesprechungen und Theaterkritiken für "The Nation", "Harpers", "The Washington Post", "The Los Angeles Times" und "Entertainment Weekly". Bekanntgeworden durch seine preisgekrönten Bücher, wurde er eingeladen, ein Jahr als "artist-in-residence" am William and Mary College zu verbringen. Dischs Privatleben blieb privat. Seit 1968 war Dischs Homosexualität offiziell bekannt. In seinem Roman "On Wings of Song" von 1979 klingt das durch, Disch schrieb aber nicht für ein bestimmtes Publikum: "Ich bin zwar schwul, schreibe aber keine "schwule" Literatur." (Quelle: Horwitz 2001) Dischs Gedichte blieben in Amerika lange unbekannt, bis 1989 eine Retrospektive mit dem Titel "Yes, let's". A book of new poetry, dark verses & light" herausgebracht wurde. Disch veröffentlichte 1995 und 2002 zwei Ausgaben von Gedichtkritiken und schrieb weiterhin für Magazine wie "Poetry", "Light", "Paris Review", "Partisan Review" und sogar "Theology Today". Disch starb im Juli 2008 im Alter von 68 Jahren durch Suizid. Kultureller Hintergrund: Thomas Michael Disch wuchs im Mittleren Westen der USA auf, lebte als junger Erwachsener in New York City und ist viel gereist. Er hat in England, Spanien, Italien und Mexiko gelebt. Die vergangenen 20 Jahre ist er New Yorker geblieben: "Eine Stadt wie New York ist meiner Meinung nach die ganze Welt." Seine ersten Gedichte wurden 1964 gedruckt und 1972 erstmals als Sammlung herausgegeben. Obwohl er seine Gedichte einem anderen Publikum als dem für Science-Fiction vorstellte und dafür seinen Namen auf Tom Disch änderte, ähneln sich die Arbeiten beider Genres. Disch spätere Werke der Science-Fiction wurden ernsthafter, erwachsener und oft dunkleren Stils. Diese Bewegung wurde "Science-Fiction New Wave" genannt und wollte zeigen, dass die Themen von Science-Fiction sich weiterentwickelt hatten. Viele seiner Werke aus der anspruchsvolleren Science-Fiction wurde erstmals von dem englischen Autoren Michael Moorcock im Magazin "New Worlds" herausgegeben. Disch hat viele Formen und Genres ausprobiert und dabei immer zu seinen Wurzeln in der Science-Fiction zurückgekehrt. "Ich habe eine Klassentheorie zur Literatur. Ich komme einfach aus der falschen Gegend, um meine Arbeiten an "The New Yorker" zu verkaufen. Wie gut ich als Künstler auch sein mag, sie wittern immer, woher ich komme." (Quelle: Horwitz 2001) Computerspiel: 1987 arbeitete Disch mit der Software-Firma Cognetics Corporation in New Jersey zusammen und dem Spielehersteller "Electronic Arts", um das Spiel "Amnesia" spielbar für den Commodore 64, Apple II und IBM-Computer zu entwickeln. Der Titel basiert auf einer Technologie, die von Charles Kreitzberg von Cognetics entwickelt wurde; produziert von Don Daglow und programmiert von Kevin Bentley. Es unterscheidet sich von anderen Texten durch die leidenschaftliche Sprache und unübersehbare Liebe zur Energie der Stadt New York. Obwohl das Textformat zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schon wieder veraltet war und das Spiel nur geringen Erfolg hatte, war es doch ein Pionier für die Jahre später beliebte Idee, die Straßen des gesamten Bereichs von Manhattan südlich der 110ten Straße zu visualisieren und dem Anwender einen virtuellen Besuch jeder Straßenecke zu ermöglichen und damit die Handlung voranzutreiben. Obwohl die begrenzte Aufnahmekapazität der Floppy Disks in den 1980ern etliche Kürzungen an Dischs Originaltext über die Stadt erzwang, wurden viele Plätze und Menschen Manhattans mit der eigentümlichen, liebevollen Wortakrobatik beschrieben, die Disch eigen war. Aus wikipedia-orgThomas_Michael_Disch. , ISBN-13: 9783453312180
Erste Auflage dieser Ausgabe. 459 Seiten. Taschenbuch. Kartoniert.
[SW: Zukunftsroman, Amerikanische Literatur des 20. Jahrhunderts, Zukunftstechnologien, Utopien, Bürokratie, Zukunftsromane, Utopischer Roman, Utopie, Negative Utopien, Phantastische Literatur]
Redern, Hedwig von: Dennoch! Schwerin : Friedrich Bahn, 1919.
H. v. R. = Redern, Hedwig von *1866 Berlin -1935 Berlin* , deutsche Erzählerin und Dichterin christlicher Lieder, Kindheit auf dem Gut der Familie Wandelsdorf in Brandenburg, Nach dem frühen Tod des Vaters und der Zerstörung des Gutes durch einem Brand zog die Familie nach Berlin, R. fand inspiriert durch den pietistischen Prediger Elias Schrenk im Glauben ihren neuen Lebensinhalt, 1900 Mitbegründerin des Frauenmissionsgebetsbundes, tätig bei der Sonntagsschularbeit und Polizeimission ; Inhalt: Ach, könnt' ich mein Stückwerksleben, Als alles eigene Sein zu Scherben 'gangen, Dem Lamme folgen heißt, "Dennoch" schreib auf dein Panier, Du hast dich in den Tod gegeben, Einen kleinen Augenblick verlassen, Er derselbe! Es ist ein Tropfen gefallen so heiß, Es ist keine Kraft in mir, Es klingt tief, tief in der Seele, Fürchte dich nicht! Gebunden, gefesselt, Gotteskinder müssen warten lernen, Hast du's vernommen? Heilsame Regen aus himmlischen Höhn, Herr, führe Du die Sache meiner Seele, Herr, löse mich, Herr, nimm mich! Birg mich, Hier dienen wir in Schwachheit, Hier Fesseln und Gebundenheiten, Ich kann nicht, Herr, Ich nehme ihn bebend, Ich weiß, ich werde nicht zuschanden, Ich will dich nicht lassen, Ist's nicht, als ob dem Dürstenden, Jeder Seele ward ein Garten, Jesus sucht dich, laß dich finden, Kraft für die Müden, Laß meinen Gang hier durch das Land, Laß Mein Volk ziehn, Liebe ist der goldene Schlüssel, Mit der hilfreichen Macht, Nach der Kraft des unendlichen Lebens, Nimm Du die Last, Nimm mich in Deine treuen, starken Arme, Nur Einer weiß Antwort, Nur ein Hauch von Zeit, Nur noch ein Weilchen, Soviel du dankst, "Stark" heißt nicht Goliaths Kräfte haben, Und dann? Ich kann die Antwort mir nicht geben, Und ist kein Kinderspiel, Verbirg mich, Herr, Vorwärts, aufwärts, Warum und wann? Was Deine Liebe von mir will, Welche Dich anschaun, die werden strahlen, Wenn alles so unrein, so hart hier erscheint, Wie deine Tage, so deine Kraft, Wie wird's sein, wenn einst die Grenze, Wirst Du erhören? Wir tragen den Himmel im Herzen.
3. Aufl. S. 64. 8° , Paperback , Gutes Exemplar mit leichten Gebrauchsspuren
[SW: Lyrik Gedichte]
Liksom, Rosa: Crazeland. Roman. Aus dem Finnischen von Stefan Moster, Eichborn Verlag Ag Erste Aufl. (Deutsche Erstausgabe) 1999 Frankfurt am Main ISBN: 3821805714
309 S.S. 8°
Pappe Pappband mit Schutzumschlag. Der Umschlag fleckig und leicht angeschmutzt, die Seite 181/182 mehrfach geknickt, ansonsten noch gut erhalten. Neue Zürcher Zeitung Porträt einer Nonkonformistin Die finnische Schriftstellerin Rosa Liksom und ihr Roman "Crazeland" Von Barbara Schweizer-Meyer Sie lacht, unbändig, herzhaft würde man sagen, wäre da nicht die Spur von Sarkasmus, die sich oft hinter einem unvermittelten Lachen verbirgt. Es enthält beides, dieses Lachen der finnischen Schriftstellerin und Künstlerin Rosa Liksom, den versöhnlichen Humor und die beissende Kritik. Wer ihre Bücher liest, lernt schnell, zwischen den Zeilen zu lesen, das Doppelbödige und Verfremdende hinter scheinbar idyllischen Landschaftsbeschreibungen Lapplands zu erkennen ebenso wie die tiefe Menschlichkeit, die in den brutalen Szenen städtischen Elends sich verbirgt. Mit dem Filmemacher Aki Kaurismäki wurde Rosa Liksom oft verglichen. Doch fehlt in ihren Büchern jegliche Romantisierung. Dass das von ihr gezeichnete Finnland nicht dem Bild der Tourismusbeilagen entspricht, kann sie nur bestätigen. Ihr neuster Roman, "Kreisland", ein grossangelegtes Schelmenepos, vor kurzem unter dem Titel "Crazeland" auf deutsch erschienen, wurde von der Literaturkritik verharmlost, mit Kalkül, wie die Autorin lakonisch meint. Derweil setzen sich Literaturwissenschafter gezielt damit auseinander. Ich sitze der Autorin gegenüber in der Moskow-Bar im Stadtzentrum Helsinkis, den Treffpunkt hatte sie vorgeschlagen. In Moskau hatte sie ein Jahr lang studiert in den siebziger Jahren, später hielt sie sich länger in Austin, Texas, auf, bereiste Europa, hielt sich mit allen möglichen Gelegenheitsjobs über Wasser, arbeitete zeitweilig in einer Bar Helsinkis. Heute ist sie Mutter und Künstlerin, in dieser Reihenfolge, wie sie betont, damit die Vorstellung von den finnischen Karrierefrauen widerlegend. Im Dezember letzten Jahres hatte sie eine grössere Ausstellung ihrer Bilder in Stockholm. In Dänemark, Frankreich und anderen europäischen Ländern werden ihre Bilder regelmässig ausgestellt. Ausserdem schreibt sie Reisereportagen, Skripts für Film und Fernsehen und verfasste ein Theaterstück. AUFGEDECKTE ABGRÜNDE Rosa Liksom, die eigentlich ganz anders heisst - man hat ihr Pseudonym mit dem Namen Rosa Luxemburgs in Verbindung gebracht -, ist in der finnischen Literaturszene längst zur Kultfigur avanciert. Das erste Buch der 1958 in einem kleinen Dorf Lapplands geborenen Autorin erschien 1985. Es löste Begeisterung - und einen Sturm der Entrüstung aus. So schonungslos und rüde hatte bisher niemand im Leseland Finnland die Abgründe der menschlichen Existenz aufgedeckt. Den kaputten Typen der Subkultur Helsinkis, den arbeitslosen Alkoholikern, den Landbewohnern im spärlich besiedelten Norden Finnlands verlieh sie eine Stimme. "Ich liebe Bars. Hier beginnen die Menschen zu sprechen." In ihren Büchern mühelos zwischen Slang und Dialekt changierend, widersetzte sie sich von Anfang an einem Literaturbegriff, der Literatur auf kurzweilige Erbauung und Freizeitgenuss reduzieren möchte. Einige dieser Texte erschienen auf deutsch. Noch stärker widersetzte sie sich dem Druck der Medien, die ihr eine festgelegte Rolle zuordnen wollten. Interviews in Finnland verweigert sie bis heute. Wann immer sie in der Öffentlichkeit auftrat, bei Vernissagen ihrer eigenen Bilder, wählte sie Masken, liess sich als lappländische Punk-Lady in Lederjacke und Ethno-Look abbilden. Die schwarze Sonnenbrille wurde ihr Markenzeichen. Schonungslos-frech gab sie das Bedürfnis der Medien, sich Ikonen zu schaffen, der Lächerlichkeit preis. "Speed", wie sie heute selbstkritisch anfügt, Geschwindigkeit, Wendigkeit waren ihre Kennzeichen und das ihrer kurzen, oft halbseitigen Texte, die sich beim Warten an der Bushaltestelle lesen liessen. Sie verkörperte den Zeitgeist der achtziger Jahre und hielt ihrer Gesellschaft gleichzeitig den Zerrspiegel vor Augen. Die Leser danken es ihr seither mit Verkaufszahlen, die andere finnische Autoren neidisch machen mögen. Sie lebe gut von ihren Bildern und Büchern, meint sie. Allerdings schwingt dabei ein kritischer Unterton mit. Der Konsumgesellschaft verweigert sie sich bewusst, aber nicht verbissen. Zum Establishment stehe sie auf Distanz. Ihre Bücher wurden in sieben Sprachen übersetzt. Sie schreibe täglich zwei Stunden, ohne Computer, die erste Fassung korrigiere sie, dann gebe sie ihr Manuskript dem Verlag. Seit Jahren erscheinen ihre Bücher beim finnischen Verlag WSOY, bei dem sie sich wohl fühlt. Wichtig sind die Bücher, die ein Schriftsteller schreibt, nicht seine Person, lautet ihr Credo. In einem spärlich besiedelten Land wie Finnland, in dem jeder Kulturschaffende im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht, ist es Rosa Liksom gelungen, ihre Privatsphäre zu wahren. Der 300seitige Roman "Crazeland", postmoderne Satire und barockes Welttheater in einem, fordert den Leser. Dieser Roman ist eine Provokation. Der Titel ist eine Anspielung auf Elvis Presleys "Graceland", aber ebenso klingt die Konnotation des englischen "crazy" mit. Geschrieben in vier verschiedenen Ausdrucksformen der finnischen Sprache, dem finnischen Dialekt Meän Kieli ihrer Heimatprovinz Länsi-Kaira im westlichen Lappland, dem Oberschichtsfinnisch der ersten Jahrhunderthälfte, dem Altfinnisch der Jahrhundertwende und dem Standardfinnisch, löste er nicht erst bei den Übersetzern Entsetzen aus. Stefan Moster, der deutsche Übersetzer, lebte während dreier Monate in der Region. Die Leser der deutschen Fassung sind, was die sprachliche Umsetzung anbelangt, in einer komfortableren Situation. Verständnisschwierigkeiten erwarten sie keine. Die Widersprüche des Jahrhunderts - den Wandel der finnischen Agrarwirtschaft in eine moderne Industriegesellschaft, den Wechsel von einer mythischen Naturverbundenheit in eine schnellebige Konsumgesellschaft, das finnische Kriegstrauma - hat Rosa Liksom ihren Personen in den Mund gelegt. Sie kommen alle zu Wort: der naive Knecht, die resolute Haushälterin, der finnische Gutsbesitzer und sein Chauffeur, die russische Emigrantin. Abwechselnd treten sie hervor und erzählen ihre Variante des Geschehens. Stark typisiert erscheinen sie, zeitweise ins Phantastisch-Surreale erhöht, dann wieder von barock-derber Realistik. IMPI AGAFIINA Mit Impi Agafiina ("impi" bedeutet auf finnisch "Mädchen" und "Jungfrau") ist die finnische Literaturgeschichte um eine bemerkenswert originelle Gestalt reicher geworden. Trutz Simplex, Jeanne d'Arc und Moll Flanders zählen zu ihren literarischen Ahnenfiguren, doch ist sie ganz eigen. Schamlos gerissen und gleichzeitig von naiver Gutgläubigkeit, kämpft sie sich durch die finnische Geschichte dieses Jahrhunderts von den dreissiger Jahren bis 1957. Nach dem Zweiten Weltkrieg bricht sie auf nach Moskau, wo sie von "der Mücke des Kommunismus gestochen wird", sucht dann, enttäuscht von der russischen Planwirtschaft, ihr Glück im kapitalistischen Amerika. Doch ihr amerikanischer Traum, ihr "Plasticparadies", entpuppt sich ebenso als Illusion. Angewidert kehrt sie zurück in den Schoss der nordischen Wälder- und Seenlandschaft, wo sie einen Sohn, Elvis, zur Welt bringt. Hat sich Rosa Liksom zur Anhängerin der Zentrumspartei gewandelt, wie in der finnischen Presse geschrieben wurde? Mitnichten. In der Figur der ungebärdigen, hässlichen, schwarzhaarigen Impi Agafiina, die mit ihren Eltern in der Wildnis der lappländischen Wälder dahinvegetiert, bis sie von einem reichen Reeder und dessen Frau adoptiert und auf deren Gut mit Stand und Bildung ausgestattet wird, vermischen sich auf unglaubliche Weise mythische und historische Elemente. Schon bald diskutiert Impi Agafiina Maeterlincks frühe Stücke, lernt Sticken und Klavierspielen. Doch eigentlich ist es Signe Säppi, die Haushälterin der Familie Wallenius, die sie in der Kunst des Überlebens unterweist. Hinsichtlich ihrer Vitalität und ihres Freiheitsdrangs könnte Impi Agafiina eine Schwester von Alexis Kivis "Sieben Brüdern" sein. Spielerisch-...
[SW: Finnische Literatur | Roman]



