Feuchtwanger Goya
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Feuchtwanger, Lion: Goya oder der arge Weg der Erkenntnis. Europäischer Buchklub (Lizenz der Frankfurter Verlagsanstalt) Lizenzausgabe Ohne Jahresangabe Stuttgart, Zürich, Salzburg
513S. 8°
Halbleder Fadengehefteter, goldgeprägter Halblederband mit goldener Deckelvignette und rotem Farbkopfschnitt. Die Schnitte leicht nachgedunkelt und gering fleckig, die Seite 67/68 mit Einriss am unteren Seitenrand, einige Seiten mit geknickter Ecke, insgesamt noch gute Erhaltung dieser handwerklich hochwertigen Ausgabe des Europäischen Bücherklubs. Der historische Roman Goya oder der arge Weg der Erkenntnis erschien 1951 und ist ein Spätwerk Lion Feuchtwangers. Er entstand in den Vereinigten Staaten, wohin sich Feuchtwanger nach der Machtübergabe an Hitler ins Exil geflüchtet hatte. In einem Brief an Arnold Zweig von Anfang 1943 veranschlagte Feuchtwanger die Dauer der Arbeit am Roman auf eineinhalb Jahre. Daraus jedoch sollten sieben Jahre werden, und damit mehr, als Feuchtwanger je für einen Roman aufgewendet hatte. Dem Roman sollte ein zweiter Teil folgen, der jedoch nicht mehr verwirklicht werden konnte. Das Buch wurde 1971 von Konrad Wolf verfilmt, wobei unter anderem Donatas Banionis mitspielte. Die Handlung des Romans ist im Spanien des endenden 18. Jahrhunderts und beginnenden 19. Jahrhunderts angesiedelt. Der Roman ist in drei Hauptteile untergliedert, die aus vielen Unterkapiteln bestehen. Jedes der Hauptkapitel führt den Leser in die historischen Begebenheiten und politischen Umwälzungen der Zeit ein. Erzählt wird eingangs der Weg des Malers Francisco de Goya zum "Ersten Hofmaler" Karls IV.. Der zunächst noch gefällige, aber auch, da ab und an von der traditionellen Manier abweichende, immer häufiger verstörende Porträts malende Goya, hat schon am Beginn des Romans durch seine Kunst Zutritt zu den höchsten Kreisen des spanischen Adels. Er beginnt eine ebenso zerstörerische wie auch leidenschaftliche Affäre mit der Herzogin von Alba, die einem der ältesten Adelsgeschlechter Spaniens angehört. Ein Großteil des Romans ist dieser verwirrenden und aufwühlenden Liaison gewidmet. Daneben verwickelt sich Goya immer häufiger in die Intrigen bei Hofe und wird anfangs gegen seinen Willen in politische Machtspiele verwickelt. Angetrieben von seinem oft sauertöpfisch-gutmütigen Gehilfen Agustin, ändert sich Goyas apolitische Haltung jedoch allmählich und er beginnt, seine Kunst als Mittel zu entdecken, auf Missstände des stark katholisch geprägten spanischen Feudalstaates aufmerksam zu machen. In den ersten gefährlichen Bildern Goyas entdecken seine begeisterten Freunde ein idioma universal, eine Sprache, die jeder verstehen wird, die allgemein gültig ist. Dennoch bleibt Goya vorerst seinen hochadligen Auftraggebern verpflichtet, wenn seine Porträts von nun an auch mit erahnbarer Ironie durchsetzt sind. Feuchtwanger nutzt eine fiktive Krise in der Beziehung mit der Herzogin von Alba, um Goyas Zusammenbruch von 1792 zu erklären, der mit dem schmerzvollen Verlust seines Gehörs endet. Der Leser begleitet Goya auf dem Weg aus der Isolation der Krankheit hin zu einer neuen Kunstform. Die Nichtigkeit der Aussagen seiner bisherigen Porträts erkennend, beschäftigt sich Goya mit der Radierung. Es entstehen die Caprichos, Goyas freche und tiefsichtige Karikaturen der zeitlichen Zustände, mit derber Kritik an Hochmut und Eitelkeit des Adels, aber auch der Inquisition, die wie ein schwarzer bedrohlicher Schatten über dem Spanien des ausgehenden 18. Jahrhunderts liegt. Mit diesen Werken löst sich Goya endlich von herrschenden akademischen Wegen der Malerei und folgt immer mehr seinen eigenen Vorstellungen des malerischen Ausdrucks. Der Roman schließt mit der heiklen Veröffentlichung der Caprichos, die durch einige Kniffe zuletzt weder mit der Ergreifung Goyas durch die erzürnte Inquisition noch mit der Ungnade des angegriffenen Hofes endet. Lion Feuchtwanger (* 7. Juli 1884 in München; 21. Dezember 1958 in Los Angeles) war ein deutscher Schriftsteller und einer der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts. Lion Feuchtwanger wuchs in einer begüterten Familie als Sohn des jüdisch-orthodoxen Margarinefabrikanten Sigmund Feuchtwanger und dessen Ehefrau Johanna geb. Bodenheim auf. Er war der Bruder des Juristen Ludwig Feuchtwanger und des Journalisten und Schriftstellers Martin Feuchtwanger. Schon früh unternahm Lion Feuchtwanger erste Versuche als Schriftsteller, die ihm bereits als Schüler einen Preis einbrachten. 1903 schloss er die Schule mit dem Abitur am humanistischen Wilhelmsgymnasium München ab. Danach studierte er Geschichte, Philosophie und Deutsche Philologie in München und Berlin, löste sich dabei stark vom Elternhaus. Er promovierte 1907 bei Franz Muncker über Heinrich Heines Der Rabbi von Bacharach. Von einer Habilitation nahm er aufgrund der Beschränkungen für Juden Abstand. Er gründete 1908 seine eigene Kulturzeitschrift Der Spiegel, dessen erste Ausgabe am 30. April erschien. Nach 15 Nummern und sechs Monaten fusionierte sie jedoch auf Grund finanzieller Probleme mit der von Siegfried Jacobsohn herausgegebenen Zeitschrift Die Schaubühne, für die Feuchtwanger von nun an schrieb. 1912 heiratete er die jüdische Kaufmannstochter Marta Löffler. Sie war bei der Hochzeit schwanger, doch ihrer beider einzige Tochter starb kurz nach der Geburt. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 leistete er Militärdienst, aus dem er aber aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig entlassen wurde. Bereits 1918 entdeckte er das Talent des jungen Bertolt Brecht, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. Während der Novemberrevolution 1918/1919 war Feuchtwanger krank und unbeteiligt. Nach einigen Erfolgen als Dramatiker verlagerte er seinen Schwerpunkt auf den historischen Roman. Am erfolgreichsten war Jud Süß (geschrieben 1921/22, veröffentlicht 1925), der auch international bereits ab 1926 großen Anklang fand, nachdem Feuchtwanger lange in Deutschland vergeblich einen Verleger gesucht hatte. Die antisemitische Thematik schien unpopulär. Sein zweiter großer Erfolg war Die häßliche Herzogin Margarete Maultasch. Aus beruflichen Gründen zog er 1925 nach Berlin, 1932 in eine große Villa am Grunewald. 1932 erschien der erste Teil der Josephus-Trilogie Der jüdische Krieg. Feuchtwanger sprach sich für den Kosmopolitismus aus und damit auch gegen einen jüdischen Nationalismus. Auch richtete er sich gegen den marxistischen Historischen Materialismus. Sein Interesse galt fortschrittlichen Intellektuellen als Schrittmachern der gesellschaftlichen Entwicklung. Feuchtwanger erkannte sehr hellsichtig als einer der ersten die Gefahren durch Hitler und die NSDAP. Bereits 1920 erscheint in dem satirischen Text Gespräche mit dem Ewigen Juden als Vision, was später als Folge antisemitischen Rassenwahns Wirklichkeit wird: Türme von hebräischen Büchern verbrannten, und Scheiterhaufen waren aufgerichtet, hoch bis in die Wolken, und Menschen verkohlten, zahllose, und Priesterstimmen sangen dazu: Gloria in excelsis Deo. Züge von Männern, Frauen, Kindern schleppten sich über den Platz, von allen Seiten; sie waren nackt oder in Lumpen, und sie hatten nichts mit sich als Leichen und die Fetzen von Bücherrollen, von zerrissenen, geschändeten, mit Kot besudelten Bücherrollen. Und ihnen folgten Männer im Kaftan und Frauen und Kinder in den Kleidern unserer Tage, zahllos, endlos. Wesentlich genauer erscheinen die Figuren des "braunen Münchens" der 1920er Jahre in dem 1930 erschienenen Schlüsselroman Erfolg, wo Feuchtwanger in der Figur Rupert Kutzners ein leicht erkennbares Porträt Hitlers zeichnet. Im November 1932 brach er zu Vorträgen nach London und in die USA auf. Die nationalsozialistische Machtergreifung Ende Januar 1933 machte seine Rückkehr nach Deutschland unmöglich, denn Feuchtwanger galt den Nationalsozialisten als einer ihrer intellektuellen Hauptgegner. Seine Bücher wurden ein Opfer der Bücherverbrennung 1933. Sein Name tauchte im Sommer 1933 in der ersten Ausbürgerungsliste Hitlerdeutschlands auf. Eine literarische Frucht dieser Phase war der Roman Die Geschwister Oppermann. Seit 1933 lebte Feuchtwanger in Sanary-sur-Mer, einem Zentrum des deutschsprac...
[SW: Deutsche Literatur | Historischer Roman]
Autorenkollektiv: Goya, Ein Film nach dem Roman von Lion Feuchtwanger, Hrsg. VEB Progress Film-Vertrieb Berlin, ca. 1971.
Das ist die Zeitschrift "FILM für Sie" Nr. 52/71 direkt zum Film Goya! Inhalt u.a.: Beschreibungen und Kommentare zu folgenden Themen: "Der arge Weg der Erkenntnis" / "Lion Feuchtwanger erklärte am 25.11.1957 ..." / "130 Kunstwerke auf der Leinwand ..." / "Warum Goya?" / "Angel Wagenstein" / "Thomas Mann an Lion Feuchtwanger - Es ist ganz Spanien darin ..." / "Francisco Jose de Goya" / "Ein Brennpunkt europäischen Geschehens" / "Lied der Maria Rosario" ..., -
gutes Exemplar, 7 S., Zeitung im Zeitungsformat (A4),
[SW: Zeitungen+Zeitschriften - DDR: Film, Goya,]
Kipper, Franziska: Text und Bild in Lion Feuchtwangers Goya-Roman Ein Formproblem der modernen Erzählliteratur? VDM VERLAG DR. MÜLLER, August 2008, Besorgungstitel - vorauss. Lieferzeit 3-5 Tage. ISBN: 363906092X
Francisco de Goya, spanischer Maler, Radierer und Lithograf,kann als genialste Gestalt der spanischen Malerei bezeichnetwerden. Sein epochales Werk öffnete der Kunst neue Wege, die nochheute beschritten werden. Goya war universell: revolutionär,zartfühlend und unbarmherzig, visionär und sehr menschlich. Typischspanisch in seiner Widerspenstigkeit, in seinerLeidenschaftlichkeit, vereinigt er in sich - wie alle großen Genies- allumfassende Erfahrungen. Lion Feuchtwanger widmete dem Spanierzunächst eine Passage in seinem Roman "Erfolg", danach formte erdas Leben Francisco de Goyas zu einem seiner Hauptwerke: "Goyaoder Der arge Weg der Erkenntnis". Der deutsche Autor zeichnetanhand biografischer Daten und vieler Werke des Malers dessenPersönlichkeit und künstlerische Entwicklung. Dabei nehmen dieWerke des Künstlers im Roman eine zentrale Rolle ein. DasZusammenwirken von Text und Bild und die formalen Besonderheitendieser Relation ist Gegenstand dieses Buches.
NEUBUCH! 2008. 108 S. 22 cm 220 mm x 150 mm x 6 mm
[SW: Goya, Francisco de, Feuchtwanger, Lion]
Feuchtwanger, Lion: Goya oder Der arge Weg der Erkenntnis - Roman - Gesammelte Werke in Einzelausgaben Band 7; 4. Auflage, Aufbau Verlag, Berlin 1971 ISBN: s.a
Goya erschien erstmalig im Jahre 1951
Orig. 8° farbig gepr. Lwdbd., orig. Schutzumschlag. Einband wie Seiten in sauberer Erhaltung, Schutzumschlag etwas gerändert und berieben. ,657 Seiten
[SW: Lion Feuchtwanger]



