Franz Werfel
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Werfel, Franz Reffet, Michel (Hrsg./ed.): Die Welt Franz Werfels und die Moral der Völker Le monde de Franz Werfel et la morale des nations. Kongressakten des Franz Werfel-Kolloquiums, Universität Dijon, 18.-20. Mai 1995 Actes du Colloque Franz Werfel a l'Universite de Dijon, 18-20 mai 1995. (Boehmia, Publ. d. Internat. Franz-Werfel-Gesellschaft). Bern, Berlin, Bruxelles, Frankfurt/M.: Peter Lang Vlg. 2000. ISBN: 978-3-906764-73-3
Der Band vereinigt die Beiträge des ersten in Frankreich ganz dem OEuvre Franz Werfels gewidmeten Symposiums, das im Mai 1995 an der Universität Dijon stattgefunden hat. Als Prager Jude deutscher Zunge, dem das Exil vorbestimmt war, dankte Franz Werfel dem Schicksal, das ihn "im Schnittpunkt der Rassen" auf die Welt hatte kommen lassen. Er anerkannte die Berechtigung der Nationen, bekämpfte jedoch "die nationalistische Häresie". Die vorliegenden Beiträge vergegenwärtigen die Kultursphären in die er eingebunden war, um seine übernationale Vision herauszustellen. Le colloque universitaire de Dijon (mai 1995) dont les actes sont reunis dans le present ouvrage fut le premier en France consacre a Franz Werfel. Juif pragois de langue allemande voue a l'exil, ce dernier, bien que reconnaissant la legitimite des nations, remerciait le destin qui l'avait fait naitre "a l'intersection des races". Les differentes contributions retracent ici son approche des spheres civilisationnelles dans lesquelles il fut implique afin de degager sa vision supranationale et son combat contre "l'heresie nationaliste".
478 S., 4 Abb. Br. *neuwertig*
[SW: Germanistik; Literaturwissenschaft]
Werfel, Franz: Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd. Roman. FackelVerlag (Lizenz des S.Fischer Verlags) Lizenzausgabe 1970 Olten, Stuttgart, Salzburg
316S. 8°
Leinen Goldgeprägter Ganzleinenband. Die Schnitte nachgedunkelt und teils fleckig, ansonsten guter Zustand. Der veruntreute Himmel ist ein deutscher Spielfilm von Ernst Marischka mit Annie Rosar in einer ihrer wenigen ernsten Rollen. Er basiert auf dem gleichnamigen religiösen Roman von Franz Werfel. Der Film kam erstmals am 2. Oktober 1958 in die Kinos. Der Film beginnt mit einer Beerdigung: Die aus Böhmen stammende österreichische Köchin Teta Linek hat bei ihrer Pilgerfahrt zum Heiligen Vater den Tod gefunden und wird nun auf dem Friedhof des Vatikans beigesetzt. Wie es dazu kam, schildert die Rückblende: Für Teta Linek ist das Leben auf Erden nur eine mehr oder weniger lange Vorbereitung für das ewige Leben im Himmel. Sie setzt alles daran, dass ihr dieser Wunsch einmal erfüllt werde. Als gottgeweihten Mittler für die Ewigkeit hat sie - mangels eigener Nachkommen - ihren einzigen Neffen Mojmir auserkoren, obwohl sie eigentlich überhaupt keine Liebe für ihn empfindet. Nachdem sie ihm eine gute Schulausbildung finanziert hat, zahlt sie auch noch die Kosten für das Priesterseminar und die ständig steigenden Beträge für die persönlichen Bedürfnisse des jungen Mannes. Sie legt dabei keinen Wert darauf, persönlichen Kontakt mit ihm zu halten, vielmehr gibt sie sich mit einem regen Briefaustausch zufrieden. Um ihr die Gunst des Himmels zu sichern, bezahlt sie seine Rechnungen und begleicht seine Schulden. Sie selbst lebt äußerst bescheiden und gilt bei ihren Mitmenschen als geizig. Viele Jahre vergehen, bis Teta von ihrem Neffen hört, er sei jetzt zum Priester geweiht worden und werde die Pfarrei von Hustopec übernehmen. Nun entschließt sie sich, zu ihm zu ziehen. Gleich nach ihrer Ankunft merkt sie, dass sie über Jahrzehnte hinweg einem Betrüger auf den Leim gegangen ist. Doch damit nicht genug: Sie muss auch noch Hohn und Spott über sich ergehen lassen. Jetzt fällt es ihr wie Schuppen von den Augen. Sie erkennt, dass ihr Handeln, mit dem sie sich einen sicheren Platz im Himmel erkaufen wollte, eine Sünde war. Um ihren Seelenfrieden wieder zu erlangen, nimmt Teta Linek an einer Pilgerfahrt nach Rom teil, obwohl sie schon alt und gebrechlich ist. Während der Reise freundet sie sich mit dem jungen Kaplan Seydel an und erzählt ihm ihre Lebensgeschichte. Die Papstaudienz im Petersdom erfüllt sie mit tiefer Freude. Doch nach dem Niederknien vor dem Heiligen Vater versagen ihr die Kräfte. Sie wird in ein naheliegenden Krankenhaus gebracht, wo sie - versöhnt mit Gott - den Tod findet. Franz Viktor Werfel (* 10. September 1890 in Prag; 26. August 1945 in Beverly Hills, Kalifornien) war ein österreichisch-US-amerikanischer Schriftsteller. Er war ein Wortführer des Expressionismus. In den 1920er und 1930er Jahren waren seine Bücher Bestseller. Seine Popularität beruht vor allem auf seinen erzählenden Werken und Theaterstücken, über die aber Werfel selbst seine Lyrik setzte. Franz Werfel wurde 1890 in Prag als Sohn des wohlhabenden Handschuhfabrikanten Rudolf Werfel und dessen Frau Albine, geb. Kussi, geboren. Die Familie gehörte dem deutschböhmischen Judentum an. Die Frömmigkeit seiner tschechischen Kinderfrau, der Besuch der Privatvolksschule der Piaristen und die barocke Katholizität seiner Heimatstadt prägten den jungen Werfel. Seine Reifeprüfung legte Werfel 1909 am Deutschen Gymnasium Stefansgasse in Prag ab. Schon während seiner Schulzeit veröffentlichte er Gedichte. Mit den Schriftstellern Willy Haas, Ernst Deutsch, Max Brod und Franz Kafka sowie mit dem Literaturagenten Ernst Polak, seinem ehemaligen Mitschüler, war Werfel ein Leben lang befreundet. 1910 absolvierte Werfel ein Volontariat bei einer Hamburger Speditionsfirma. Zwischen 1911 und 1912 leistete er Militärdienst auf dem Prager Hradschin. Von 1912 bis 1915 war er Lektor beim Kurt-Wolff-Verlag in Leipzig. Unter seiner Mitverantwortung erschien die expressionistische Schriftenreihe Der jüngste Tag. Werfel begegnete Rainer Maria Rilke und schloss Freundschaft mit Walter Hasenclever und Karl Kraus, mit dem er sich später überwarf. Er publizierte u. a. auch in der ungarischen deutschsprachigen Zeitung Pester Lloyd. Zwischen 1915 und 1917 diente Werfel an der ostgalizischen Front. 1917 wurde er ins Wiener Kriegspressequartier versetzt. Werfel lebte die folgenden zwei Jahrzehnte in Wien und schloss hier Freundschaft mit Alma Mahler, der Witwe Gustav Mahlers und der Ehefrau von Walter Gropius. Unter Almas Einfluss zog er sich weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurück, ging aber oft auf Reisen, so z. B. nach Breitenstein am Semmering, Santa Margherita Ligure und nach Venedig. Während einer Nahostreise Ende der zwanziger Jahre traf er in einem Waisenhaus in Syrien Überlebende des Völkermordes an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges. Diese Begegnung inspiriert ihn zu seinem Roman Die vierzig Tage des Musa Dagh, in dem das Schicksal von etwa 5000 Armeniern geschildert wird, die sich vor den Jungtürken auf den Berg Musa Dağı geflüchtet hatten. 1918 brachte Alma seinen Sohn Martin Carl Johannes zur Welt, der 1919 verstarb. Am 7. August 1929 heiratete Werfel Alma Mahler, die von Walter Gropius geschieden worden war. Friedrich Torberg beschreibt sie in Die Erben der Tante Jolesch als "Frau von gewaltigem Kunstverstand und Kunstinstinkt. Wenn sie von jemandes Talent überzeugt war, ließ sie für dessen Inhaber - mit einer oft an Brutalität grenzenden Energie - gar keinen anderen Weg mehr offen als den der Erfüllung.". Am Höhepunkt seiner amerikanischen Bestsellererfolge sagte Franz Werfel zu seinem Freund Friedrich Torberg: "Wenn ich die Alma nicht getroffen hätte - ich hätte noch hundert Gedichte geschrieben und wäre selig verkommen..." Laut Torberg hatte Werfel "oft und oft davon gesprochen, wie unvorstellbar ein Leben ohne Alma für ihn gewesen wäre." 1935 starb seine an Kinderlähmung erkrankte Stieftochter Manon Gropius. Nach dem "Anschluss" Österreichs ließ sich Werfel, der sich schon im Winter 1937/1938 mit seiner Frau im Ausland aufgehalten hatte und nach dem Anschluss nicht mehr zurückkehrte, mit Alma in Sanary-sur-Mer in Südfrankreich nieder, wo auch andere Emigranten lebten. 1940, als die Wehrmacht große Teile Frankreichs besetzte, fand er Zuflucht in Lourdes, und Werfel gelobte, falls er gerettet würde, ein Buch über die heilige Bernadette zu schreiben. Zu Fuß überquerte er mit seiner Frau Alma, Heinrich, Nelly und Golo Mann die Pyrenäen nach Spanien. Das Ehepaar erreichte von dort Portugal und emigrierte in die USA, nach Beverly Hills und Santa Barbara. Werfel erhielt 1941 die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1943 wurde sein Roman Das Lied von Bernadette mit Jennifer Jones in der Titelrolle mit großem Erfolg verfilmt. 1943 verschlimmerte sich Werfels Angina Pectoris, und er erlitt zwei Herzanfälle. 1945 starb Werfel im Alter von 54 Jahren an einem Herzinfarkt. Er wurde in Beverly Hills auf dem Rosedale Cemetery begraben und hat seit 1975 ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 C, Nummer 39).
[SW: Deutsche Literatur | Roman | Franz Werfel]
Werfel, Franz: Die Geschwister von Neapel. Roman. Büchergilde Gutenberg (Lizenz des S. Fischer Verlags) Lizenzausgabe 1956 Frankfurt am Main
429S. 8°
Leinen Fadengehefteter, goldgeprägter Ganzleineneinband mit Farbkopfschnitt und Schutzumschlag. Der Umschlag leicht berieben, nachgedunkelt und einem kleinen Randeinriss, Papier und Schnitte altersgemäß nachgedunkelt, einzelne Seiten mit kleinem Knickchen der unteren Ecke, ansonsten guter Zustand. Märchen der Vaterschaft und der Geschwisterliebe" nennt Werfel das Werk gelegentlich. Und das ist es auch: ein Märchen in all seiner Zartheit und Härte. Die drei Geschwisterpaare Pascarella leben mit ihrem Vater zusammen in einem eigenen Reich, unter des Vaters eigenem Gesetz ... bis die Außenwelt brutal einbricht: da kommt es zum gigantischen Kampfe des Vaters gegen den Einsturz seiner Welt. Zweifellos ist Domenico Pascarella ein Tyrann; aber solange er das erhaltende Zentrum der Familie ist und sein Gesetz das Selbstverständliche, sind alle in Gehorsam und Ordnung zufrieden. Erst als mit geschäftlichem Mißgeschick das Unglück von außen erscheint, gerät das ganze Gebäude der Familienherrlichkeit in Brand. Es ist ein atemraubendes Schauspiel, au"f welche Weise die Kinder sich aus dem Zusammensturz retten - nach Brasilien, in die Ehe, in die Entsagung: in eine teuer bezahlte Freiheit. Lauro, der zarteste, zerbricht, und am Ende dämmert in dem gebrochenen Vater die Erkenntnis seiner Schuld. Dieser Einsturz einer ganzen Zeit und Welt im Spiegelbild der einen Familie ist von Franz Werfel sehr groß gesehen und meisterlich zur Darstellung gebracht worden. (Klappentext) Franz Viktor Werfel (* 10. September 1890 in Prag; 26. August 1945 in Beverly Hills, Kalifornien) war ein deutschböhmischer Schriftsteller. Er war ein Wortführer des Expressionismus. In den 1920er und 1930er Jahren waren seine Bücher Bestseller. Seine Popularität beruht vor allem auf seinen erzählenden Werken und Theaterstücken, über die aber Werfel selbst seine Lyrik setzte. Franz Werfel wurde 1890 in Prag als Sohn des wohlhabenden Handschuhfabrikanten Rudolf Werfel und dessen Frau Albine, geb. Kussi, geboren. Die Familie gehörte dem deutschböhmischen Judentum an. Die Frömmigkeit seiner tschechischen Kinderfrau, der Besuch der Privatvolksschule der Piaristen und die barocke Katholizität seiner Heimatstadt prägten den jungen Werfel. Seine Reifeprüfung legte Werfel 1909 am Deutschen Gymnasium Stefansgasse in Prag ab. Schon während seiner Schulzeit veröffentlichte er Gedichte. Mit den Schriftstellern Willy Haas, Ernst Deutsch, Max Brod und Franz Kafka sowie mit dem Literaturagenten Ernst Polak, seinem ehemaligen Mitschüler, war Werfel ein Leben lang befreundet. 1910 absolvierte Werfel ein Volontariat bei einer Hamburger Speditionsfirma. Zwischen 1911 und 1912 leistete er Militärdienst auf dem Prager Hradschin. Von 1912 bis 1915 war er Lektor beim Kurt-Wolff-Verlag in Leipzig. Unter seiner Mitverantwortung erschien die expressionistische Schriftenreihe Der jüngste Tag. Werfel begegnete Rainer Maria Rilke und schloss Freundschaft mit Walter Hasenclever und Karl Kraus, mit dem er sich später überwarf. Er publizierte u. a. auch in der ungarischen deutschsprachigen Zeitung Pester Lloyd. Zwischen 1915 und 1917 diente Werfel an der ostgalizischen Front. 1917 wurde er ins Wiener Kriegspressequartier versetzt. Werfel lebte die folgenden zwei Jahrzehnte in Wien und schloss hier Freundschaft mit Alma Mahler, der Witwe Gustav Mahlers und der Ehefrau von Walter Gropius. Unter Almas Einfluss zog er sich weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurück, ging aber oft auf Reisen, so z. B. nach Breitenstein am Semmering, Santa Margherita Ligure und nach Venedig. Während einer Nahostreise Ende der zwanziger Jahre traf er in einem Waisenhaus in Syrien Überlebende des Völkermordes an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges. Diese Begegnung inspiriert ihn zu seinem Roman Die vierzig Tage des Musa Dagh, in dem das Schicksal von etwa 5000 Armeniern geschildert wird, die sich vor den Jungtürken auf den Berg Musa Dağı geflüchtet hatten. 1918 brachte Alma seinen Sohn Martin Carl Johannes zur Welt, der 1919 verstarb. Am 7. August 1929 heiratete Werfel Alma Mahler, die von Walter Gropius geschieden worden war. Sie war eine "Frau von gewaltigem Kunstverstand und Kunstinstinkt. Wenn sie von jemandes Talent überzeugt war, ließ sie für dessen Inhaber - mit einer oft an Brutalität grenzenden Energie - gar keinen anderen Weg mehr offen als den der Erfüllung.". So spornte sie vermutlich auch Franz Werfel an. Am Höhepunkt seiner amerikanischen Bestsellererfolge sagte er zu seinem Freund Friedrich Torberg: "Wenn ich die Alma nicht getroffen hätte - ich hätte noch hundert Gedichte geschrieben und wäre selig verkommen..." Laut Torberg hatte Werfel "oft und oft davon gesprochen, wie unvorstellbar ein Leben ohne Alma für ihn gewesen wäre." 1935 starb seine an Kinderlähmung erkrankte Stieftochter Manon Gropius. Nach dem "Anschluss" Österreichs ließ sich Werfel, der sich schon im Winter 1937/1938 mit seiner Frau im Ausland aufgehalten hatte und nach dem Anschluss nicht mehr zurückkehrte, mit Alma in Sanary-sur-Mer in Südfrankreich nieder, wo auch andere Emigranten lebten. 1940, als die Wehrmacht große Teile Frankreichs besetzte, fand er Zuflucht in Lourdes, und Werfel gelobte, falls er gerettet würde, ein Buch über die heilige Bernadette zu schreiben. Zu Fuß überquerte er mit seiner Frau Alma, Heinrich, Nelly und Golo Mann die Pyrenäen nach Spanien. Das Ehepaar erreichte von dort Portugal und emigrierte in die USA, nach Beverly Hills und Santa Barbara. Werfel erhielt 1941 die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1943 wurde sein Roman Das Lied von Bernadette mit Jennifer Jones in der Titelrolle mit großem Erfolg verfilmt. 1943 verschlimmerte sich Werfels Angina Pectoris, und er erlitt zwei Herzanfälle. 1945 starb Werfel im Alter von 54 Jahren an einem Herzinfarkt. Er wurde in Beverly Hills auf dem Rosedale Cemetery begraben und hat seit 1975 ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 C, Nummer 39).
[SW: Büchergilde Gutenberg | Deutsche Literatur | Roman | Franz Werfel]
Werfel, Franz: Der Abituriententag. Roman. - (=Fischer-Taschenbücher, Band 1893). Frankfurt am Main, Fischer Taschenbuch Verlag, 1978. ISBN: 3596218934
Guter Zustand. Seiten papierbedingt leicht gebräunt. - Aus wikipedia-Franz_Werfel: Franz Viktor Werfel (* 10. September 1890 in Prag; 26. August 1945 in Beverly Hills, Kalifornien) war ein deutschböhmischer Schriftsteller. Er war ein Wortführer des Expressionismus. In den 1920er und 1930er Jahren waren seine Bücher Bestseller. Seine Popularität beruht vor allem auf seinen erzählenden Werken und Theaterstücken, über die aber Werfel selbst seine Lyrik setzte. Leben: Franz Werfel wurde 1890 in Prag als Sohn des wohlhabenden Handschuhfabrikanten Rudolf Werfel und dessen Frau Albine, geb. Kussi, geboren. Die Familie gehörte dem deutschböhmischen Judentum an. Die Frömmigkeit seiner tschechischen Kinderfrau, der Besuch der Privatvolksschule der Piaristen und die barocke Katholizität seiner Heimatstadt prägten den jungen Werfel. Seine Reifeprüfung legte Werfel 1909 am Deutschen Gymnasium Stefansgasse in Prag ab. Schon während seiner Schulzeit veröffentlichte er Gedichte. Mit den Schriftstellern Willy Haas, Ernst Deutsch, Max Brod und Franz Kafka sowie mit dem Literaturagenten Ernst Polak, seinem ehemaligen Mitschüler, war Werfel ein Leben lang befreundet. Volontär und Lektor: 1910 absolvierte Werfel ein Volontariat bei einer Hamburger Speditionsfirma. Zwischen 1911 und 1912 leistete er Militärdienst auf dem Prager Hradschin. Von 1912 bis 1915 war er Lektor beim Kurt-Wolff-Verlag in Leipzig. Unter seiner Mitverantwortung erschien die expressionistische Schriftenreihe Der jüngste Tag. Werfel begegnete Rainer Maria Rilke und schloss Freundschaft mit Walter Hasenclever und Karl Kraus, mit dem er sich später überwarf. Er publizierte u. a. auch in der ungarischen deutschsprachigen Zeitung Pester Lloyd. Erster Weltkrieg: Zwischen 1915 und 1917 diente Werfel an der ostgalizischen Front. 1917 wurde er ins Wiener Kriegspressequartier versetzt. Alma Mahler: Werfel lebte die folgenden zwei Jahrzehnte in Wien und schloss hier Freundschaft mit Alma Mahler, der Witwe Gustav Mahlers und der Ehefrau von Walter Gropius. Unter Almas Einfluss zog er sich weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurück, ging aber oft auf Reisen, so z. B. nach Breitenstein am Semmering, Santa Margherita Ligure und nach Venedig. Während einer Nahostreise Ende der zwanziger Jahre traf er in einem Waisenhaus in Syrien Überlebende des Völkermordes an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges. Diese Begegnung inspiriert ihn zu seinem Roman Die vierzig Tage des Musa Dagh, in dem das Schicksal von etwa 5000 Armeniern geschildert wird, die sich vor den Jungtürken auf den Berg Musa Dagi geflüchtet hatten. 1918 brachte Alma seinen Sohn Martin Carl Johannes zur Welt, der 1919 verstarb. Am 7. August 1929 heiratete Werfel Alma Mahler, die von Walter Gropius geschieden worden war. Sie war eine "Frau von gewaltigem Kunstverstand und Kunstinstinkt. Wenn sie von jemandes Talent überzeugt war, ließ sie für dessen Inhaber - mit einer oft an Brutalität grenzenden Energie - gar keinen anderen Weg mehr offen als den der Erfüllung.". So spornte sie vermutlich auch Franz Werfel an. Am Höhepunkt seiner amerikanischen Bestsellererfolge sagte er zu seinem Freund Friedrich Torberg: "Wenn ich die Alma nicht getroffen hätte - ich hätte noch hundert Gedichte geschrieben und wäre selig verkommen..." Laut Torberg hatte Werfel "oft und oft davon gesprochen, wie unvorstellbar ein Leben ohne Alma für ihn gewesen wäre." 1935 starb seine an Kinderlähmung erkrankte Stieftochter Manon Gropius. Emigration: Nach dem "Anschluss" Österreichs ließ sich Werfel, der sich schon im Winter 1937/1938 mit seiner Frau im Ausland aufgehalten hatte und nach dem Anschluss nicht mehr zurückkehrte, mit Alma in Sanary-sur-Mer in Südfrankreich nieder, wo auch andere Emigranten lebten. 1940, als die Wehrmacht große Teile Frankreichs besetzte, fand er Zuflucht in Lourdes, und Werfel gelobte, falls er gerettet würde, ein Buch über die heilige Bernadette zu schreiben. Zu Fuß überquerte er mit seiner Frau Alma, Heinrich, Nelly und Golo Mann die Pyrenäen nach Spanien. Das Ehepaar erreichte von dort Portugal und emigrierte in die USA, nach Beverly Hills und Santa Barbara. Werfel erhielt 1941 die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1943 wurde sein Roman Das Lied von Bernadette mit Jennifer Jones in der Titelrolle mit großem Erfolg verfilmt. Tod: 1943 verschlimmerte sich Werfels Angina Pectoris, und er erlitt zwei Herzanfälle. 1945 starb Werfel im Alter von 54 Jahren an einem Herzinfarkt. Er wurde in Beverly Hills auf dem Rosedale Cemetery begraben und hat seit 1975 ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 C, Nummer 39). , ISBN-13: 9783596218936
151. - 157. Tausend. 167 (9) Seiten. Umschlagentwurf: Jan Buchholz und Reni Hinsch. Taschenbuch. Kartoniert.
[SW: Deutsche Literatur der 50-er Jahre, Literaturtheorie, Germanistik, Literaturkritik, Literaturgattungen, Literaturepochen, Literaturrezeption, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaften,]



