Gegen Alle Zeit

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Clemens, Franz Jakob: De scholasticorum sententia philosophiam esse theologiae ancillam. Commentatio, qua ad audiendam orationem publicam pro munere professorisphilosophiae ordinarii in academia regia monasteriensi rite adeundo die II. augusti anni MDCCCLVI hora XI. a se habendam ea qua par est observantia invitat Franciscus Iacobus Clemens philosophiae doctor. Münster, Aschendorff, 1856.
Broschur etwas fleckig, berieben und angeschmutzt, hinten eselsohrig und mit Einriss. Innen teilweise etwas fleckig. Beiliegend als Einzelblatt mittig gefaltet ein Einladungsaushang für den Vortrag, dieser an den überstehenden Stellen stärker angeschmutzt, knitterig und mit Einrissen. Seinerzeit vielbeachtete Habilitationschrift. Clemens: Fr. Jakob C. wurde geboren am 4. October 1815 zu Coblenz, 24. Februar 1862. Er stammte aus einer angesehenen Kaufmannsfamilie. Indem er seine erste Bildung im Kreise seiner Heimath empfing, genoß er das Glück, in echt katholischer Atmosphäre heran zu wachsen. Damals war die Familie Diez ein Sammelpunkt katholischen Lebens in der Rheinprovinz; alles, was katholisch war, fand sich hier zusammen, die beiden Brentano, Görres, Klee, Windischmann gehörten zu den innigsten Freunden des edlen Diez, und viele Ereignisse, welche jetzt der Geschichte der Kirche angehören, keimten in seinem Hause. Auch C. stand von Jugend auf diesem Hause nahe, aus dem er später auch seine Frau erhielt. Gewiß dürfen wir diese lebendigen Eindrücke seiner Jugend als die bedeutungsvollsten Grundlagen der treu katholischen Richtung seines späteren öffentlichen Lebens betrachten. Von nicht geringerer Bedeutung aber für seine geistige Entwicklung ist noch dieses, daß er als sechzehnjähriger Jüngling, nachdem er einige Zeit in einem Pensionate in Metz verweilt hatte, in das Jesuiten-Collegium zu Freiburg kam. Der etwas unbändige, alle Extravaganzen, aber auch alle Liebenswürdigkeiten eines rheinischen Charakters in sich tragende Geist des jungen Mannes fand hier ebensowol eine sichere Leitung, als eine gesunde Nahrung. C. war deshalb auch später immer mit dankbarster Liebe dem Orden der Jesuiten zugethan, dem er den wichtigsten Theil seiner Jugendbildung verdankte. Die Historisch-politischen Blätter enthalten i. J. 1840 einen trefflichen Aufsatz von C. "Ueber Jesuitenschulen und namentlich die zu Freiburg in der Schweiz", worin er mit großer Wärme die Erziehungs- und Unterrichtsweise der Jesuiten vertheidigte. 1834 machte C., nachdem er noch einige Zeit das Gymnasium zu Coblenz besucht, das Maturitätsexamen und bezog für ein Jahr die Universität Bonn, ohne über die Wahl seines Berufes noch ganz entschieden zu sein. Seine Studien daselbst waren daher allgemeiner und sehr mannigfaltiger Natur. Er hörte Philosophie bei Windischmann, Rechtsphilosophie bei Pugge, Kirchenrecht bei Walter, Sprachkunde bei August v. Schlegel, Dogmatik und Dogmengeschichte bei Klee etc. Er stand zu Bonn in herzlichem Verkehr mit gleichgesinnten Freunden, war in die besten Häuser aufgenommen und fand hier zugleich die Anregung eines geistigen Kampfes, der seinen Studien wie seinen Gesinnungen gleichmäßig nahe lag. Im Herbst 1835 bezog C. die Universität Berlin, um in sieben Semestern seine weiteren akademischen Studien zu machen. Namentlich war es die Philosophie[WS 1], auf welche er mit regem Eifer sich warf; er hörte aber auch Vorlesungen über römischez Recht bei Savigny, Physiologie bei Müller, Philologie bei Böckh, Geschichte bei Ranke, Geographie bei Ritter, Naturwissenschaft bei Magnus und Mitscherlich etc. Berlin war damals die Metropole der deutschen Philosophie. Zwar lebte Hegel nicht mehr, als C. dahin kam, und Schelling erschien erst 1841 daselbst; aber die Katheder troffen noch von dem Geiste der absoluten Philosophie; Gabler, Gans, Michelet und Andere wirkten mit vollem Eifer in der genannten Richtung. Dennoch aber verfing sich C. nicht in dem Zauberkreise dieser absoluten Philosophie. Alles was er schrieb und lehrte, beurkundet uns, daß er niemals ein Anhänger derselben war, vielmehr mit seltener Schärfe, als er zu den Füßen ihrer besten Meister saß, über sie hinwegschaute. Nachdem C. am 19. August 1839 mit einer Dissertation "De philosophia Anaxagorae Clazomenii" das Doctorat der Philosophie sich erworben hatte, verließ er Berlin und begab sich nach München. Hier hielt er sich längere Zeit auf und genoß den Umgang der Männer, welche die damalige Blüthe der Münchener Universität bezeichnen, eines Görres, Philipps, Lasaulx etc. Dann reiste [316] er nach Italien und hielt sich namentlich in Rom längere Zeit auf, bestens empfohlen und sich selbst empfehlend. Unter Anderen wurde er auch mit Galuppi in Neapel und mit Gioberti bekannt. Der wissenschaftliche Gewinn, den er hieraus zog, war groß; der Hauptgewinn aber, den er aus Rom mitbrachte, war die Befestigung der vollen Hingabe an die Autorität der Kirche. Im Jahre 1843 habilitirte sich C. als Privatdocent der Philosophie in Bonn. Von nun an beginnt seine großartige akademische Lehrthätigkeit. Seine akademischen Vorlesungen erstreckten sich fast über alle Disciplinen der Philosophie; mit besonderer Sorgfalt aber behandelte er Metaphysik und Geschichte der Philosophie. Eine zahlreiche Hörerschaft sammelte sich um seinen Lehrstuhl; sein lebendiger feuriger Vortrag riß Alle hin und der katholische Geist, welcher seine Philosophie durchwehte, machte ihn zum Lieblingslehrer der jungen katholischen Rheinländer. Seine Tendenz ging überall dahin, in der Philosophie wieder an die Principien der alten katholischen Philosophie anzuknüpfen und so den Faden der organischen Entwicklung der christlichen Speculation, welchen man seit der Reformation hatte fallen lassen, wieder aufzunehmen. So suchte er die Philosophie auf der Grundlage der bewährten Principien der alten christlichen Schulen wieder neu zu begründen, bereichert mit den sicheren Resultaten der neueren Forschungen auf den verschiedenen Gebieten menschlicher Wissenschaft. Nicht blos auf dem Lehrstuhl aber, sondern auch auf litterarischem Gebiete war C. thätig. Jm Jahre 1847 erschien seine erste größere Schrift: "Giordano Bruno und Nikolaus von Cusa", worin er seinen soeben bezeichneten philosophischen Standpunkt bereits klar darlegte. Im Jahre 1848 ward seine wissenschaftliche Thätigkeit einige Zeit unterbrochen, indem er als Abgeordneter in das Frankfurter Parlament gewählt wurde. In dieser Zeit wohnte er auch der ersten katholischen Generalversammlung in Mainz bei, wo er durch eine begeisternde Rede die Gründung von Vincentius-Vereinen anregte. Bald aber suchte er seine akademische Wirksamkeit wieder auf, und nun begann für ihn eine Periode unruhigen Kampfes. Er trat als Gegner der Günther'schen Philosophie auf. Im Jahre 1853 erschien seine Schrift: "Die speculative Theologie A. Günther's und die katholische Kirchenlehre", worin er die Resultate der Günther'schen Speculation mit den Definitionen der Kirche zusammenstellte, und den Widerspruch derselben mit den letzteren aufwies. Diese Art der Widerlegung und überhaupt der Befehdung eines damals in großem Ansehen stehenden Systems zog ihm viele Gegner zu, die mit heftiger und mitunter leidenschaftlich erregter Polemik gegen ihn auftraten. So Baltzer, Knoodt, Hornek etc. C. vertheidigte sich gegen diese Angriffe; es erschienen aus seiner Feder zwei neue Schriften: "Die Abweichung der "Günther'schen Speculation von der Kirchenlehre", 1853 gegen Baltzer, und: "Offene Darlegung des Widerspruches der Günther'schen Speculation mit der katholischen Kirchenlehre", 1853 gegen Knoodt. Er verwahrte sich in diesen Schriften gegen die Verdächtigungen, denen er ausgesetzt geworden, und obgleich es ihm hier nicht ganz gelang, den Ton der Heftigkeit, der nun einmal angeschlagen war, zu vermeiden, so muß man ihm doch das Zeugniß geben, daß seine Erörterungen sich von persönlichen Verdächtigungen seiner Gegner frei erhielten. Nachdem C. volle 13 Jahre als Privatdocent in Bonn gewirkt hatte, wurde er endlich im Jahre 1856 als Professor der Philosophie an die Akademie Münster berufen. Er habilitirte sich zu dieser Professur am 2. August jenes Jahres mit der vielbesprochenen Schrift: "De scholasticorum sententia, philosophiam esse theologiae ancillam commentatio." Die Berufung des C. nach Münster wurde in allen katholischen Kreisen aufs freudigs...

84 S. 26 x 20 cm, Broschur

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Stein, Edith: Endliches und ewiges Sein. Versuch eines Aufstiegs zum Sinn des Seins. (= Edith Steins Werke Band II, hrsg. von L. Gelber und Romaeus Leuven). Erstausgabe. Editions Nauewlaerts und Verlag Herder Erste Aufl. 1950 Louvain und Freiburg im Breisgau
XI, 496S. Groß 8°

Leinen Fadengehefteter, geprägter und grober Naturleineneinband mit Rückenschild. Die Schnitte stärker, der Einband leicht fleckig, Stempel einer Franziskaner-Bibliothek auf Vorsatz (mit Abklatsch auf den Innendeckel) und Titelblatt, ansonsten guter Zustand. Edith Steins, postum erschienenes Opus magnum. Edith Stein, Ordensname Teresia Benedicta a Cruce oder Teresia Benedicta vom Kreuz, (* 12. Oktober 1891 in Breslau; 9. August 1942 im KZ Auschwitz-Birkenau), war eine deutsche Philosophin, Nonne und Märtyrin der katholischen Kirche. Papst Johannes Paul II. sprach Teresia Benedicta vom Kreuz am 1. Mai 1987 selig und am 11. Oktober 1998 heilig. Ihr Gedenktag ist der 9. August. Edith Stein wurde als jüngstes von elf Kindern in eine jüdisch-orthodoxe Familie geboren. Vierzehnjährig unterbrach sie das Gymnasium in Breslau und lebte fast ein Jahr bei ihrer Schwester Else Gordon in Hamburg. Zu der jüdisch-orthodoxen Tradition ihres Elternhauses entwickelte die junge Edith Stein ein kritisches Verhältnis und bekannte sich zeitweilig zum Atheismus. Ihre früh verwitwete Mutter ermöglichte allen Kindern eine solide Ausbildung. An den Universitäten Breslau, Göttingen und Freiburg im Breisgau studierte Edith Stein vor allem Philosophie, Psychologie und Geschichte. Nach ihrer Doktorarbeit (1916) mit dem Thema Zum Problem der Einfühlung war sie bis 1918 wissenschaftliche Assistentin ihres Doktorvaters, des Philosophen Edmund Husserl in Freiburg. Obwohl mit Auszeichnung promoviert, wurde sie nicht zur Habilitation zugelassen. An der Universität Göttingen legte sie 1919 erfolglos die Habilitationsschrift Psychische Kausalität vor; in Breslau und Freiburg im Breisgau bewarb sie sich vergebens mit der philosophischen Abhandlung Potenz und Akt. Alle vier Versuche zu Habilitation zugelassen zu werden, scheiterten an dem Faktum, dass sie eine Frau war. Edith Stein überarbeitete und beendete die Schrift 1936 unter dem Titel Endliches und ewiges Sein; allerdings konnte sie erst 1950 veröffentlicht werden. Die Schrift ist ein Grundriss der Ontologie. Edith Stein setzte sich darin mit dem Denken von Thomas von Aquin, Husserl und Heidegger auseinander. Den Wendepunkt im Leben Edith Steins bildete die Lektüre der Autobiographie der Unbeschuhten Karmelitin Teresa von Avila, deren Buch sie in einer einzigen Nacht von Anfang bis Ende las. Am 1. Januar 1922 in Bad Bergzabern wurde Edith Stein durch die Taufe in die römisch-katholische Kirche aufgenommen. Anschließend siedelte Edith Stein in die Pfalz über, wo sie Lehrerin an der konfessionellen Mädchenschule St. Magdalena der Dominikanerinnen in Speyer wurde. Ihr väterlicher Berater und Seelenführer in dieser Zeit war Domkapitular Joseph Schwind. Zwischen 1927 und 1933 hatte sie intensiven Kontakt zur Erzabtei Beuron; 15 Aufenthalte sind nachgewiesen. Der Beuroner Erzabt Raphael Walzer hielt sie über Jahre von ihrem Plan ab, in den Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen einzutreten, und bat sie, weiterhin und verstärkt in der Öffentlichkeit zu wirken. Daher wechselte Edith Stein 1932 zum katholischen Institut für wissenschaftliche Pädagogik in Münster (Westfalen), wo sie besonders gern die Kirche St. Ludgeri besuchte. In Münster beschäftigte sie sich u. a. mit Thomas von Aquin. In dieser Zeit begegnete sie dem Philosophen Peter Wust. Sie hielt Vorträge zur Frauenfrage und zu Problemen der neueren Mädchenbildung. Am 14. Oktober 1933, zur ersten Vesper des Hochfests ihrer Namenspatronin Teresa von Avila, trat Edith Stein mit 42 Jahren als Postulantin in den Kölner Karmel Maria vom Frieden ein und nahm zur Einkleidung ein halbes Jahr später den Ordensnamen "Schwester Teresia Benedicta a Cruce" (d. h. "die vom Kreuz Gesegnete") an. Zwei Jahre später, 1936, ließ sich auch Ediths ältere Schwester Rosa (* 1883) taufen. Rosa Stein lebte später als Außenschwester an der Pforte des Karmels in Köln und übersiedelte dann mit ihrer Schwester auch in den Karmel von Echt. Auf Druck des Naziregimes erhielt Edith Stein als gebürtige Jüdin 1933 Lehrverbot und musste ihre Stelle in Münster aufgeben. Kurz zuvor, am 1. April 1933, hatten die Nationalsozialisten zum Boykott jüdischer Geschäfte aufgerufen und damit eine Pogromstimmung erzeugt. Unmittelbar darauf bat Edith Stein den damaligen Papst Pius XI., mit einer Enzyklika gegen die Judenverfolgung einzuschreiten. Heinz-Günther Schöttler schrieb dazu: " hat sie doch bereits im April 1933 Papst Pius XI. in einem Brief auf den Judenhaß' und den begonnenen Vernichtungskampf' gegen die Juden in Deutschland aufmerksam gemacht (vgl. Freiburger Rundbrief. Zeitschrift für christlich-jüdische Begegnung 10, 2003, S. 162 - 175). Sie mahnte, wir alle, die treue Kinder der Kirche sind und die Verhältnisse in Deutschland mit offenen Augen betrachten, fürchten das Schlimmste für das Ansehen der Kirche, wenn das Schweigen noch länger anhält'." " Hat der Papst, haben die Christen auf ihre und andere warnende Stimmen gehört?" Vergeblich hat Edith Stein ihre Hoffnung ausgedrückt, "dass die Kirche Christi ihre Stimme erhebe, um diesem Mißbrauch des Namens Christi Einhalt zu tun." Eine direkte Antwort aus dem Vatikan erhielt Edith Stein zwar nicht, aber der Staatssekretär und spätere Papst Pius XII. schrieb dem Erzabt Walzer, dass der Brief pflichtgemäß dem Papst vorgelegt worden sei. Um den Kölner Karmel zu schützen, siedelte Edith Stein mit ihrer Schwester Rosa 1938 in den Karmel im niederländischen Echt über. Als während der deutschen Besetzung der Niederlande die Deportation von Juden begannen, baten katholische, protestantische und calvinistische Vertreter den Reichskommissar Arthur Seyß-Inquart, diese einzustellen. Insbesondere baten sie darum, die getauften Juden zu verschonen. Darauf hin bot Seyß-Inquart an, alle vor 1941 getauften Juden zu verschonen, wenn die Kirchen dies nicht öffentlich machen würden. Der katholische Erzbischof von Utrecht, Johannes de Jong, veröffentlichte am 26. Juli 1942 einen Hirtenbrief gegen das Vorgehen der Deutschen gegen die Juden. Als Reaktion darauf wurden 244 zum Katholizismus konvertierte ehemalige Juden, darunter auch Edith und Rosa Stein, am 2. August 1942 von der Gestapo verhaftet und in das Durchgangslager Westerbork gebracht. Von dort wurden die beiden Schwestern Stein am 7. August in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau mit der Reichsbahn deportiert und am 9. August 1942 in der Gaskammer ermordet. Ein letztes Lebenszeichen Edith Steins stammt vom Bahnhof Schifferstadt, wo der Transport am 7. August gegen 13 Uhr kurz hielt. Es war Edith und Rosa Stein nicht mehr möglich gewesen, aus Echt in den Schweizer Karmel Le Paquier zu fliehen. Anscheinend hatte der Konvent von Le Paquier die Gefährdung nicht klar genug erkannt, so dass zu viel Zeit mit der Beschaffung der notwendigen Dokumente und der Unterkünfte verstrich. Es wird aber auch berichtet, dass Edith Stein eine privilegierte Rettung für sich selbst ablehnte. Aus ihrem Testament vom 9. Juni 1939: "Schon jetzt nehme ich den Tod, den Gott mir zugedacht hat, in vollkommener Unterwerfung unter Seinen heiligsten Willen mit Freuden entgegen. Ich bitte den Herrn, daß Er mein Leben und Sterben annehmen möchte zu seiner Ehre und Verherrlichung, für alle Anliegen der heiligsten Herzen Jesu und Mariä und der Heiligen Kirche, insbesondere für die Erhaltung, Heiligung und Vollendung unseres heiligen Ordens, namentlich des Kölner und Echter Karmels, zur Sühne für den Unglauben des jüdischen Volkes und damit der Herr von den Seinen aufgenommen werde und sein Reich komme in Herrlichkeit, für die Rettung Deutschlands und den Frieden der Welt, schließlich für meine Angehörigen, lebende und tote und alle, die Gott mir gegeben hat: Dass keines von ihnen verloren gehe."

[SW: Philosophie | Ontologie | Edith Stein | Erstausgaben]

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London, Jack (d. i. John Griffith): Alaska- Kid / Kid und Co. Unter den Goldsuchern Alaskas. Zwei Abenteuerromane. Einzig berechtigte Übersetzung von Erwin Magnus. (=Arena-Bibliothek der Abenteuer, herausgegeben von Heinrich Pleticha und Georg Popp) Arena Verlag Gmbh 3.Aufl. 17.-22. Tausend 1973 Würzburg ISBN: 340103507x
349S. 8°

Leinen Illustrierter Pappband mit illustriertem Schutzumschlag. Der Umschlag nachgedunkelt, mit Knick der hinteren Innenklappe, teilweiser Lösung der Folienlaminierung und einem Klebestreifen auf Vorderseite, Schnitte leicht fleckig, ansonsten sehr guter Zustand. Alaska-Kid (Englischer Originaltitel: Smoke Bellew) und Kid & Co sind zwei Abenteuerromane des US-amerikanischen Schriftstellers Jack London. Die wegen ihrer inhaltlichen Zusammengehörigkeit oft zusammen gedruckten Werke handeln von den Abenteuern eines Zeitungsreporters in Alaska während des großen Goldrausches am Klondike River. Das Werk ist sichtbar durch Londons eigene Erlebnisse als Goldsucher in Dawson, Alaska geprägt. Das Buch beginnt mit einer Erklärung seines Titels: "Ursprünglich hieß er Christoffer Bellew. Als er die Universität besuchte, wurde er zu Chris Bellew. Später bekam er in den Kreisen der San Franziskoer Boheme den Namen Kid Bellew. Und schließlich kannte man ihn nur noch als Alaska-Kid". Dieser Bellew alias Kid ist der Protagonist des Buches. Auf die Aufforderung eines Freundes hin bewirbt er sich bei der Zeitschrift "Woge" in San Francisco und erhält auch gleich eine Aufgabe: Er soll eine Fortsetzungsgeschichte über den romantischen Zauber und die Farbenpracht San Franciscos schreiben. (San Francisco ist seit dem Goldrausch in Kalifornien selber in gewissem Sinne eine Goldgräberstadt und eine der mulitkulturellsten Städte der USA, siehe dazu Geschichte der Stadt San Francisco) O'Hara, der Chefredakteur und Besitzer der "Woge" behandelt Kid allerdings wie einen Sklaven und lässt ihn, mit dem beständigen Versprechen, das Blatt würde bald Geld einspielen, umsonst arbeiten. So sucht er eine Möglichkeit, um aus San Francisco zu fliehen, um aus dem Einflussbereich O'Haras herauszukommen. Eines Tages trifft er seinen Onkel John, der ihm vorwirft, grob verweichlicht und kein "Mann" mehr zu sein. Trotz oder gerade deswegen will Kid John begleiten, als dieser in den Klondike aufbricht. Kid reist per Schiff nach Dyea, von wo die Goldgräber über den Chilkoot Pass ins Hinterland gelangen wollen. Um überhaupt an der Goldsuche teilnehmen zu dürfen, müssen die Goldgräber Ausrüstung und Verpflegung im Umfang von 1000kg mit sich nehmen. Die Strecke kann nur zu Fuß zurückgelegt werden, und so muss die ganze Ladung in einer Art Staffette Meile für Meile weiterbewegt werden. Kid, der sich solche Arbeit überhaupt nicht gewohnt ist, hat zunächst Mühe, die Lasten zu tragen, wird aber mit jeder Meile, die er zurücklegt, kräftiger und härter. Hatte er zunächst die Indianer, die für ansehnliche Preise den Weißen beim Schleppen halfen, nur um ihre Leichtigkeit bewundert, lernt er bald, weshalb sie die viel größeren Lasten ohne Probleme tragen können. Als er auf die Höhe des Chilkoot kommt, wird das Wetter immer schlechter - der arktische Winter steht vor der Tür und bald wird der Pass überhaupt nicht mehr passierbar sein. Außerdem erreichen Kid Berichte, wonach es am Lindeman Lake bald keine Bäume mehr geben wird. Die Goldsucher fällen große Mengen von Bäumen, um daraus Boote für die Reise landeinwärts nach Whitehorse und Dawson City zu bauen. Auch Kid reist mit dem Boot weiter. Unterwegs trifft er Jack Kurz, der sein Freund und Geschäftspartner werden wird. Die Reise durch die gefährlichen Stromschnellen wird sehr genau geschildert. Als Kurz und Kid in Dawson ankommen, verdingen sie sich zunächst als Jäger und kommen so zu etwas Geld und einem Hundeschlittengespann. Dann, eines Abends, verbreitet sich das Gerücht, es sei am Squaw-Bach Gold gefunden worden. Im Geheimen wollen sie mitten in der Nacht dorthin aufbrechen, "geheim" ist die Entdeckung aber offenbar überhaupt nicht mehr: Ganze Kolonnen von Goldsuchern befinden sich auf dem Weg. Kid und Kurz sind, da sie im Gegensatz zu vielen der anderen Goldsuchern in den letzten Monaten unterwegs waren, besser trainiert und kommen im Zug weit nach vorne. Mehrere Männer kommen in dieser Nacht, die sich später als die Kälteste jenes Winters herausstellen sollte, durch Erschöpfung oder Erfrierung um. Vor dem Morgengrauen wird das Thermometer in Dawson 70 Grad Fahrenheit unter Null (-57° C) zeigen. Ganz an der Spitze des Zuges treffen die Beiden auf Louis Gastell und seine Tochter Joy, die Kid schon früher kennengelernt hatte und die ihm auch mehr bedeutet als er eigentlich zugeben will. Sie klagt darüber, dass wieder einmal die Chechaquos (Grünschnäbel) das Rennen machen werden und die langjährigen Einwohner Alaskas zu kurz kommen werden. Mit einer List gelingt es ihr jedoch, den Zug auf den falschen Weg zu bringen, wodurch die "Alten" das Rennen machen. Kid nimmt es ihr nichtmal übel, obwohl er selber - auch noch durch ein Missgeschick von Kurz in der Dunkelheit - auch leer ausgeht und keinen Claim bekommt. Danach versuchen sich Kid und Kurz im Spielsalon am Roulette. Kurz ist überzeugt, dass man nur mit einer "Ahnung" im Roulette erfolgreich sein kann, kommt aber nicht auf einen grünen Zweig. Kid hingegen findet ein offenbar absolut sicheres "System", mit dem er ziemlich viel Geld gewinnt. Kurz rät ihm dringend, endlich aufzuhören, weil es beim Roulette kein "System" geben würde und weil er schliesslich doch alles verlieren würde. Doch Kid beharrt auf seinem System und gewinnt - zum großen Erstaunen aller Anwesenden - jeden Abend mehr als 3000 Dollar. Als er schließlich die Bank sprengt und vom Spielsalonbetreiber aufgefordert wird, sein System gegen 30.000 Dollar Prämie bekannt zu geben, willigt er ein. Es stellt sich heraus, dass lediglich der von ihm bevorzugte Tisch mit einem deformierten Kreisel ausgestattet war, so dass das Ergebnis vorausgesehen werden konnte. Die ganze Aktion bringt den beiden Partnern die stolze Summe von 70.000 Dollar ein. Einige Zeit später macht sich Kid allein auf, um den geheimnisvollen "Überraschungssee" zu finden. Dieser soll - so erzählt man sich - mit Gold ganz angefüllt sein. Im dichten Schneesturm findet er ihn auch tatsächlich, verliert ihn aber auch bald darauf wieder, da er später im Sturm seine Fährte zurück verliert und nicht mehr weiss, wo genau er war. Auf der Rückreise gerät Kid in eine Schießerei, an deren Ende er unschuldig als Mörder dasteht. Seine Version der Geschichte interessiert niemanden, da die Indizien eindeutig scheinen. Während der ziemlich einseitigen Gerichtsverhandlung gelingt Kid allerdings mit Hilfe von Breck, dem er bei der Reise nach Dawson geholfen hatte, und einer List die Flucht. Ein anderes Mal treffen Kid und Kurz während einer Schlittenreise auf eine Gruppe völlig ausgehungerter Indianer. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, um den rund 200 Nasen in möglichst kurzer Zeit genügend Nahrung herbeizuschaffen, damit sie nicht verhungern - zum nächsten Ort sind es 5 Tagesreisen. Als Kid ins Dorf kommt, um dort nach Hilfe zu rufen, sind alle sofort bereit und spenden beträchtliche Beträge, um Nahrungsmittel für die Indianer kaufen zu können. - alle bis auf einen, der erstaunlicherweise selber Indianer ist. Es dauert seine Zeit, bis Kid begreift, dass dieser einfach nicht verstanden hat, dass der Weiße Mann, sonst Bestie, die die Seele für Gold verkauft, auch einmal über seinen Schatten springen kann. Im letzten Kapitel schließlich liefert sich Kid mit einer Reihe weiterer Goldsucher ein Schlittenrennen um die Eintragung eines Claims. In Kid & Co besteht die Handlung, wie gegen Ende von Alaska Kid auch, vorwiegend aus einzelnen, relativ unabhängigen Episoden aus dem Leben zweier Goldgräber. Kid und Kurz entdecken ein Dorf, in dem geheimnisvolle Dinge vor sich gehen. Außerhalb des Dorfes liegen mehrere Tote, im Dorf sind alle trotz voller und reichhaltiger Speisekammern an Skorbut erkrankt. Eine Wahrsagerin leitet das Dorf, sie Predigt die Faulheit, und so führen sich die Leute auch auf - im ganzen Dorf herrscht die Unordnung und die Leute liegen nur stönend in ihren Betten. Die beiden finden, dass Bewegung gegen den Skorbut helfen muss und zwingen die kranken zur Arbeit. Leider bessert s...

[SW: Amerikanische Literatur | Abenteuerromane | Jugendbücher | Jack London]

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Reusch, Judith: Zeitstrukturen in Goethes Wahlverwandtschaften, Königshausen u. Neumann ; weicher Einband / soft cover ISBN: 9783826026874
9783826026874 Neu

Reusch, Judith Zeitstrukturen in Goethes Wahlverwandtschaften (Königshausen u. Neumann) ISBN: 978-3-8260-2687-4 geheftet 184 S. - 23,5 x 15,5 cm Reusch, Judith Zeitstrukturen in Goethes Wahlverwandtschaften Verlag : Königshausen u. Neumann ISBN : 978-3-8260-2687-4 Einband : geheftet Preisinfo : 24,80 Eur[D] / 25,50 Eur[A] / 44,10 CHF UVP Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen. Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt Preis ist offizieller VLB Referenzpreis Preis ist offizieller VLB Referenzpreis Seiten/Umfang : 184 S. - 23,5 x 15,5 cm Produktform : B: Geheftet Erscheinungsdatum : 1. Aufl. 28.11.2003 Gewicht : 300 g Aus der Reihe : Epistemata - Würzburger wissenschaftliche Schriften. Reihe Literaturwissenschaft 489 verwandte Themen : Goethe, Johann Wolfgang von [DNB] Die Wahlverwandtschaften [DNB] Zeit (Motiv) [DNB] 24,80 Eur[D] Die Zeitstrukturen in den "Wahlverwandtschaften" werden von der Sekundärliteratur zwar oft am Rande, selten jedoch ausführlich be-handelt. Das offensichtlich gestörte Verhältnis der Protagonisten zur Zeit wird in dieser Arbeit zum Hauptthema gemacht. Die Personen des Romans vergessen die Zeit, verpassen den richtigen Augenblick, um etwas zu tun und kreieren ihren eigenen Zeitablauf. Dabei sind drei verschiedene Zeitstrukturen feststellbar: die sich in Wiederholungen der Protagonisten äußernde zyklische Zeit, der häufig auftretende Zeitstillstand und das Vergessen der Zeit. Alle drei Zeitformen sind Ausdruck einer Flucht aus dem linearen Zeitablauf. Die Zeit im Zyklus äußert sich in zahlreichen Wiederholungsstrukturen und knüpft an idyllische Muster an. Der Zeitstillstand wird anhand der tableaux vivants und den zahlreichen Passagen im historischen Präsens nachgewiesen. Der Kampf der Protagonisten gegen die lineare Zeit gipfelt im Nachleben mythischer Vorbilder und dem damit verbundenen Vergessen der linearen Zeit zugunsten einer längst vergangenen. Der nachgelebte Mythos ist nicht willkürlich gewählt: er stellt den Kampf der zweiten Göttergeneration gegen den Gott der Zeit, Chronos, dar. Die Protagonisten ähneln sowohl in ihrem Handeln als auch in den Attributen ihren antiken Vorfahren, die sich gegen den Zeitgott auflehnen. Der Wechsel dieser drei Zeitstrukturen folgt einem symmetrischen Muster und deckt weitere Geheimnis-se des bereits oft interpretierten Romans auf. Goethes Annahme, dass die Beschäftigung mit den "Wahlverwandtschaften" "den Leser zu wiederholter Betrachtung auffordern wird" (Goethe in einem Brief an Cotta) erfährt einmal mehr ihre Bestätigung. Softcover Buch

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