Golem
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Bloch, Chajim: Der Prager Golem Von seiner "Geburt" bis zu seinem "Tod". Mit ei8n Geleitwort v. Hans Ludwig Held. Berlin : Harz, 1920.
Papierbedingt leicht gebräunt. - Die Geburt des Jehuda Löw -- Die Verlobung -- An den Kardinal von Prag -- Die Disputation -- Die Erschaffung des Golem -- Der Golem als Wasserträger -- Der Golem als Fischfänger -- Der Golem bekommt Arbeit -- Der Golem als Kundschafter -- Die Abtrünnige -- Die vergifteten Mazzos -- Der Grafensohn -- Im "Fünfer-Palast" -- Der Golem besorgt Fische und Äpfel -- Die Geschichte der beiden Berl'ch -- Die hinuntergefallene Thorarolle -- Die Ruine -- Graf Jakob Bartholomäus -- Ein Attentat -- Entlarvt -- Die Audienz beim Kaiser -- Der Golem wird wütend -- Die Vernichtung des Golem -- Äußerungen des Rabbi Löw über den Golem -- Die Judenaustreibung -- Salomonische Weisheit -- Kaiser Rudolf in Gefangenschaft -- Nachbemerkungen -- Anhang: Der hohe Rabbi Löw und sein Golem in der deutschen Dichtung und Literatur. -
231 S. ; 8 Fadengehefteter Originalpappband.
Vöing, Nerea: Die künstliche Schöpfung als Hybris Darstellung des Golem in Mirjam Presslers Jugendroman Golem stiller Bruder" GRIN VERLAG, Mai 2010, Besorgungstitel - vorauss. Lieferzeit 3-5 Tage. ISBN: 3640318137
In meiner Bachelorarbeit Die künstliche Schöpfung als Hybris. Darstellung des Golem in Mirjam Presslers Jugendroman ,Golem stiller Bruder'. möchte ich das Motiv der menschlichen Hybris am Beispiel des Golemstoffes untersuchen. Mein Primärtext wird hierbei der 2007 erschienene Jugendroman Golem stiller Bruder der Kinder- und Jugendbuchautorin Mirjam Pressler sein.Der Golem ist eine Figur der jüdischen Überlieferung; der Begriff Golem ist die Bezeichnung einen aus Lehm geschaffenen Anthropoiden. Zu Beginn noch ohne Funktion, entwickelte er sich im Laufe der Jahrhunderte zum Knecht und Beschützer des Menschen. Darüber hinaus wuchs die Vorstellung der von seiner Erschaffung ausgehenden Bedrohung. Mit der Zeit reifte der Gedanke, ob sein Schöpfer, durch den Nutzen, den er aus dem Golem zieht, nun in Konkurrenz zu seinem eigenen Schöpfergott tritt. Auzug aus dem Fazit:Insgesamt gesehen besitzt der Roman eine vielschichtige Moral. Er stellt die Frage nach der Ohnmacht der Menschen (P 264), nach dem Verhältnis von Leben und Tod (P 335f.) und nach einem gerechten Gott (365). Bezieht man sich aber auf die Darstellung des Golem, ist die moralische Aussage die Warnung vor der Hybris.Die Golemschöpfung ist immer eine imitatio dei und impliziert somit die Bedrohung, sich selbst als Schöpfer über die Maße zu erhöhen. Im jüdisch-kabbalistischen Verständnis war die Golemschöpfung noch nicht Teil einer Legende, sondern Vollzug eines Rituals, der die Wirksamkeit der heiligen Buchstaben beweisen sollte. Erst mit der Zeit wurde dem erschaffenen Golem eine bestimmte Funktion zugewiesen und der menschliche Schöpfer trat somit in Konkurrenz zu Gott.
NEUBUCH! 2009. 56 S. 210 mm 209 mm x 152 mm x 13 mm; Akademische Schriftenreihe, Bd. V126063
Idel, Moshe: Der Golem Jüdische magische und mystische Traditionen des künstlichen Anthropoiden, JÜDISCHER VERLAG, September 2011 ISBN: 3633542256
Die Vorstellung von einem künstlich erschaffenen menschenähnlichen Wesen - vom Golem - ist tief in der magischen und mystischen Tradition des Judentums verankert. Moshe Idel geht dem jüdischen Diskurs über den Golem nach - im Talmud, in der Kabbala, im Chassidismus. Seine Studie ist die erste umfassende historische und philologische Interpretation des religionsgeschichtlichen und literarischen Materials zum Golem von der Spätantike bis in die Moderne. Idels ausführliche Analyse bisher zumeist unzugänglicher Quellen beschreibt die Vielfalt der Techniken der Erschaffung eines künstlichen Menschen im Wandel der Zeit und ihre Bedeutung im Kontext der jüdischen Überlieferung. In kritischer Auseinandersetzung mit Gershom Scholem, der die wissenschaftliche Erforschung der Kabbala im 20. Jahrhundert neubegründete, unternimmt Moshe Idel eine faszinierende Neuinterpretation nicht nur der Geschichte des Golem-Stoffes, sondern der jüdischen Mystik überhaupt.
NEUBUCH! 2007. 553 S. 20,5 cm
[SW: Der Golem]
Meyrink, Gustav: Der Golem. Roman. Mit 14 Illustrationen von Hugo Steiner-Prag. Herausgegeben von Thomas Rietzschel. Gustav Kiepenheuer Verlag Erste Aufl. 1983 Leipzig und Weimar
336S. 8°
Leinen Fadengehefteter Ganzleineneinband mit illustriertem Schutzumschlag. Der Umschlag deutlich nachgedunkelt und angerändert, Stempel auf Titelblatt, das Papier materialbedingt allg. nachgedunkelt, ansonsten noch gute Erhaltung dieses Klassikers, hier mit den eindrucksvollen Illustrationen von Hugo Steiner-Prag. Der Golem ist der Titel eines Romans in 20 Kapiteln von Gustav Meyrink. Er erschien erstmals 1913-14 als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift Die weißen Blätter und 1915 in Buchform. Frühes 20. Jahrhundert: Der anonyme Erzähler der Geschichte, zu Besuch in Prag, hat vor dem Zu-Bett-Gehen in einem Buch über das Leben Buddha Gotamas gelesen und fällt in einen unruhigen Halbschlaf, der ihn in eine Traumwelt gleiten lässt, in der er Ereignisse, die sich vor mehr als 30 Jahren im Prager Judenviertel zugetragen haben, erneut durchlebt. In diesem Zustand nimmt er die Identität des Gemmenschneiders und Ausbesserers von Antiquitäten Athanasius Pernath an, der um 1890/1891 im Prager Ghetto lebt und nach und nach Zugang zu seiner eigenen Vergangenheit, seinem Innern, erhält, an deren Ende die Begegnung mit sich selbst steht. In Pernaths Wohnung taucht unvermittelt ein Herr auf, der sich benimmt, als ob er dort zu Hause sei und weder grüßt, noch den Hut abnimmt. Er zieht einen Folianten mit einem Einband aus Metall aus der Tasche. Die Initiale I am Beginn des Kapitels "Ibbur" (Seelenschwängerung) muss restauriert werden. Pernath liest das mysteriöse Kapitel I. Wie ein Geist ist der Besucher plötzlich wieder verschwunden. Bald hegt Pernath den Verdacht, der mysteriöse Auftraggeber könne die alte sagenhafte Gestalt, der Golem, gewesen sein, von dem man sagt, er gehe alle 33 Jahre in Prag um. Rabbi Löw soll ihn 1580 am Ufer der Moldau nach verloren gegangenen Vorschriften der Kabbala aus Lehm geschaffen haben, weil er sich einen Gehilfen wünschte, der die Juden beschützen sollte. Von nun an gerät das Leben des Gemmenschneiders aus den Fugen. Er wird in zahlreiche Intrigen verwickelt und von Halluzinationen und Wahnvorstellungen heimgesucht. Nicht nur, dass ihm merkwürdige Dinge widerfahren, die er nicht verstehen kann. Er wird auch in den Rachefeldzug verwickelt, den der Medizinstudent Charousek (unehelicher Sohn Wassertrums) gegen den Trödler Aaron Wassertrum führt und er lernt den Archivar Hillel kennen, der stets zur Stelle ist, wenn Pernath Hilfe benötigt und in dessen Tochter Mirjam er sich verliebt. In einer Kammer des Nachbarhauses findet Pernath eine Falltür und gerät in ein vergittertes "Zimmer ohne Zugang", das er nach den Beschreibungen als Behausung des Golems erkennt. Ein Tarockspiel fesselt seine Aufmerksamkeit, vor allem die erste Karte, der Pagat. Er kann sich daran erinnern, diese Karte vor vielen Jahren selbst gemalt zu haben. Plötzlich glaubt er sich selbst in der Zimmerecke gegenüber sitzen zu sehen. Seine Begegnungen mit dem Golem, der als Doppelgänger des Menschen auftritt, gipfeln im Wunsch und in der Hoffnung, ein erlöstes, unsterbliches Ich zu erlangen. Durch ein Komplott des Trödlers Aaron Wassertrum gerät er unter Mordverdacht, muss ins Gefängnis, wo er dahinsiecht und alle Hoffnung aufgibt, bis er unerwartet nach 6 Monaten entlassen wird und feststellt, dass der Teil des Ghettos, in dem er gewohnt hat, abgerissen worden ist. Seine Freunde von einst sucht er vergebens. Er findet eine neue Bleibe in dem Haus mit dem "Zimmer ohne Zugang", welches es laut Aussagen des dortigen Hausmeisters nicht gibt. Als ein Feuer im Haus ausbricht, seilt er sich vom Dach ab und glaubt durch ein Fenster Mirjam und Hillel zu entdecken. Das Seil reißt und er stürzt auf das Pflaster. Als der Erzähler wieder erwacht, findet er einen verwechselten Hut mit dem eingestickten Namen "Athanasius Pernath". Bei seinen Nachforschungen entdeckt er weitere Spuren des Geträumten in der so genannten Wirklichkeit. Der Schluss, in dem der Erzähler sich selbst, d. h. seinem geträumten Ich als Doppelgänger begegnet, lässt ihn im Ungewissen über den Wirklichkeitscharakter des Erlebten. Gustav Meyrinks Der Golem gilt als ein Klassiker der phantastischen Literatur. Es handelt sich bei dem Roman nicht um eine Adaption der jüdischen Golem-Sage im engeren Sinn, sondern um ein impressionistisches Traumbild vor dem Hintergrund der Sage, die beim Leser letztlich als bekannt vorausgesetzt wird. Die Titelfigur taucht im Roman selber gar nicht auf; inwieweit der Ich-Erzähler selbst phasenweise die Gestalt des Golem annimmt, bleibt offen. Entgegen anderslautenden, sich hartnäckig haltenden Gerüchten ist keiner der drei Golem-Filme von Paul Wegener eine Verfilmung des Meyrink-Romans, auch nicht der bekannteste von ihnen, der 1920 gemeinsam mit Carl Boese gedrehte Film Der Golem, wie er in die Welt kam. Vielmehr behandeln diese Filme die jüdische Golem-Sage selbst, ebenso der Film Le Golem von Julien Duvivier aus dem Jahre 1936.
[SW: Deutsche Literatur | Roman | Phantastik | Klassiker | Illustrierte Bücher]



