Gracq
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Gracq, Julien: Entdeckungen. Essays zu Literatur und Kritik. Versuche 2. Stuttgart: Klett, 1965.
Umschlag leicht berieben, sonst gutes Exemplar. - Inhalt: Die konsumierte Literatur -- Mit offenen Äugen -- Warum die Literatur nicht richtig atmet -- Lautreamont und kein Ende -- Spektrum des "Poisson soluble" -- Der große Pfau -- Ein beunruhigendes Jubiläum -- Edgar Allan Poe in Amerika -- Anmerkungen zu "Bajazet" -- Beatrix aus der Bretagne -- Rückwirkungen des Gesprächs -- Frühling des Mars -- Symbolik bei Ernst Jünger. - Manche werden sich an das ungewöhnliche Aufsehen erinnern, das Julien Gracq 1951 erregte, als er den Prix Goncourt - die bedeutendste literarische Auszeichnung Frankreichs, die er für seinen Roman "Das Ufer der Syrten" erhalten sollte - ablehnte. Das war ein zwar ungewöhnlicher aber doch konsequenter Schritt; denn dieser Entscheidung war eine Warnung vorausgegangen, eine ebenso glänzende wie hartnäckige Streitschrift: "Die konsumierte Literatur". Hier polemisiert Gracq (das ist übrigens sein an die römischen Gracchen erinnernder Schriftstellername) besonders gegen den Literaturbetrieb, gegen die literarischen Preise, die den Leser unmündig machen. Aber auch gegen die Institutionalisierung der Aufklärungsperiode innerhalb der französischen Literatur. Den kritischen Gedankengang treibt die energiegeladene Sprache immer weiter. Sie ist hier wie in den übrigen Essays oft polemisch, jedoch nie vergröbernd, immer subtil und prägnant - ja poetisch eindringlich. Gracq spürt vor allem die Tradition der Romantik und des Surrealismus auf, wobei es ihm auch um den Satz Hegels geht, daß das "Wahre das Ganze sei. Diesen Satz in der literarischen Welt zu verwirklichen - das ist ein geradezu umstürzlerischer kritischer Versuch. Doch Gracq gelingt er. Und ganz gleich, ob es sich um seinen Lehrer Breton, um Ernst Jünger, um den fanatischen Zeitkritiker Barbey d'Aurevilly, um Poe, Rimbaud, Lautreamont oder Racines "Bajazet" handelt seine Essays werden immer zu Entdeckungen. Und in noch größerem Maße trifft auf die Essays zu, was über die Dichtung Gracqs schon formuliert wurde, die die Forderung Mailarmes und Poes erfüllt - jene Forderung nach dem "ununterbrochenen unterirdischen Gedankenstrom, in dem schon das erste Wort darauf angelegt sein muß, das letzte vorzubereiten". (Verlagstext). -
214 S. Originalbroschur mit Schutzumschlag.
Le Guillou, Philippe: Das Mittagessen am Ufer der Loire Zu Besuch bei Julien Gracq, LITERATURVERLAG DROSCHL, 060 ISBN: 3854207719
Das Mittagessen am Ufer der Loire enthält zwei Texte, die sich um zwei Besuche des Autors bei Julien Gracq kristallisieren, der eine im Februar 1997, der andere im November 2006. Philippe Le Guillou war seit langem schon ein Verehrer dieses Einzelgängers der Literatur und hatte ihn seit Anfang der 90er Jahre regelmäßig besucht. Sein Bericht über die Fahrt nach Saint-Florent-le-Vieil, den Spaziergang an den Ufern der Loire und der Evre (das Flüsschen aus Die engen Wasser), die Gespräche mit dem berühmten Autor in seinem alten Haus und beim Mittagessen im Restaurant gehen weit über die Form einer literarischen Reportage hinaus: Die glühende Begeisterung für das dichterische Wort und die lebensverändernde Kraft der Literatur - das sind die Antriebsfedern dieses Textes. Die Erzählung über diesen ganz bestimmten Februartag im Jahr 1998 eröffnet gleichsam den Horizont auf ein außergewöhnliches Dichterleben, einen Dichter, der sich durchaus - und im Alter immer deutlicher - für die kleinen Geschehnisse der Politik interessierte, sich aber immer vom Literaturbetrieb, von der Macht, von den Medien fernhielt. Eine Figur wie aus einer noch ferneren Zeit.Das Licht über diesen beiden Erzählungen ist nicht nur das eisige Winterlicht über der Loire, es ist auch das Licht des Abschieds, der in absehbarer Zeit zu erwarten ist: Julien Gracq starb im Dezember 2007 im 97. Lebensjahr.Dieses liebevolle Porträt des großen Schriftstellers berichtet von beglückenden, reichen Stunden im Gespräch mit einem, der wie kaum ein anderer die Literatur in ihrer ganz besonderen Ausprägung verkörpert: solitär, unbeirrbar, nobel.Textauszug:Meine Leidenschaft für ihn hat hier ihren Ursprung. In einem Satz, der Türen öffnet, von deren Existenz man keine Ahnung hatte, eine verheerende Kraft, die auf etwas Bannendem und Priesterlichem beruht, eine Präsenz, die einen Brand auslöst und alles aushöhlt, die Entdeckung einer Kraft, die bohrt und tiefer dringt, ein Durst nach Durst. Lesen lernen setzt dieses Eintauchen in die Gluthitze voraus, diese Initiation in das Auflodern und Verkohlen. Man muß lernen, diesen Mangel zu begehren, diesen Taumel am Ende der Schwelle. Eine Leere ist im Inneren entstanden, eine Leere, die nichts mehr füllen wird, eine Spannung, die sich entfaltet und ständig ansteigt, wie dieser verheerende Durst, der den Körper aufglühen läßt und bis zum Zerreißen bringt, endlos, schonungslos. Nichts wird kommen, und genau das ist die Literatur, wie intensiv man dieses heilige Amt auch erfüllt, wie mächtig der Fürsprecher oder der Wasserträger auch sein mag. Nichts wird kommen, doch diese Verlassenheit kann lustvoll sein, durchwest, gespeist von Bildern, von Konkretionen, die noch brennen, von Schnee, von Seesternen. Von Akeleien und von Opfern. Nichts wird je kommen, und man muß eintreten in diese unheimliche Geduld, diese Spannung, die einem die Illusion vermittelt, man berühre Schwellen, Körper, Ikonen, unerreichbares Geschlechtliches, mit Wörtern verschmolzene Luftspiegelungen, diese Geduld, die ein Durst ohne Boden ist. Dieser Riß kann nur der Taumel der Jugend ziselieren. Man muß zerschmettert worden sein, um zu schreiben. Die Träume von der Durchlässigkeit, von der Androgynie, von der Koinzidenz und der Versöhnung sind Trugbilder. Trugbilder sind der Besuch der Bibliothek, die angebliche Gewandtheit im Ausdruck, die Imitation, die Vorliebe für die Schrift, die Versuchung, Karriere zu machen.
NEUBUCH! 2010. 108 S. 17,5 cm 173 mm x 119 mm x 13 mm; Essay Bd.62
[SW: Gracq, Julien]
Gracq, Julien: Gespräche, LITERATURVERLAG DROSCHL, September 2007 ISBN: 3854207301
Eine Begegnung mit einem ganz unzeitgemäßen Zeitgenossen: sieben Gespräche, die Gracq zwischen 1970 und 2001 mit Schriftstellerkollegen und Literaturwissenschaftlern führte.Julien Gracq spricht in ihnen über die ihm wichtigen, in seinem Werk immer wieder behandelten Themen: seine Lektüren, die Einflüsse anderer Schriftsteller, die Begegnungen mit Andre Breton, die Bedeutung Jules Vernes, über Richard Wagner, über Landschaften und Geographie, Geschichte und Politik, über die Literaturkritik und das Schreiben selbst. Auch in diesen ursprünglich mündlichen Äußerungen wird die Besonderheit und Schönheit seines Stils sichtbar, diese Dichte und Klarheit in Verbindung mit der ausholenden Syntax und der Originalität der Metaphern und des Wortschatzes.
NEUBUCH! 2007. 246 S. 21 cm 212 mm x 149 mm x 23 mm
[SW: Gracq, Julien]
signierte Ausgabe - Andre Breton / Lise Deharme / Julien Gracq - Jean Tardieu - Breton, Andre, Lise Deharme Julien Gracq u. a. Farouche a quatre feuilles. Paris, Edition Bernard Grasset, 1954. ; sig.; 1. Ed.
Einband in Folie eingeschlagen, Buch sauber und frisch, auf dem Vortitel mit den Signaturen aller 4 beteiligter Schriftsteller und Autoren; Andre Breton (1896-1966), frz. Schriftsteller, wichtigster Theoretiker des Surrealismus, (Beitrag: Alouette du parloir), Lise Deharme (1898-1979) (Beitrag : Le vrai jour), Julien Gracq (1910-2007) (Beitrag: Les yeux bien ouverts) und Jean Tardieu ( 1903-1995) (Beitrag: Madrepores ou L'Architecte imaginaire), Bitte warten Sie nach Ihrer Bestellung unsere Vorausrechnung per E-Mail ab, oder bestellen Sie mit Ihrer Kreditkarte bzw. per Paypal an info@signiertebuecher.de.
1.Aufl., 2 Bl., 139 (1) S., 6 Bl., Kl.-8°, Leinen, mit zwei Rückenschildern,
[SW: < signiert> < signed> < Breton, Andre>, < Lise Daharme>, < Julien Gracq>, < Jean Tardieu>, < Autographen>,]



