Hans Fallada
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Fallada, Hans: Konvolut "Hans Fallada". 11 Titel. 1.) Hans Fallada: Der eiserne Gustav, Roman, Ausgewählte Werke in Einzelausgaben, Band VI, hrsg. von Günter Caspar, Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, 7. Auflage/1977, 836 Seiten, grober grauer Leinen-Einband mit roter Deckel-Beschriftung und schwarzer Rücken-Beschriftung auf rotem Grund, mit O.Schutzumschlag (mit leichten Benutzungsspuren, Rücken-Text vergilbt), gut erhalten (Foto). 2.) Wer einmal aus dem Blechnapf frisst, Roman, Aufbau-Verlag Berlin, 1. Auflage/1950, 497 Seiten, Karton-Deckel mit Leinen-Rücken und (innen grob repariertem) etwas bestoßener O.Schutzumschlag, brauner Kopfschnitt, Schnitt lichtrandig, sonst gut erhalten. 3.) Artikel/Kopie "Film-Fallada" ("Die Weltbühne" vom 14. Juni 1988). 4.) Artikel/Kopie "Er blieb unbeirrt in seiner Liebe zu den 'kleinen Leuten'. Vor 90 Jahren wurde der Schriftsteller Hans Fallada geboren" (Neues Deutschland vom 21. Juli 1983). 5.) Artikel/Kopie "Hans Fallada und Anna Ditzen im Spiegel ihrer Briefe. Aus Sohnes Sicht" (Neues Deutschland vom 12. November 2007). 6.) Artikel/Kopie "Hinter den Kulissen der Legende. 'Ewig auf der Rutschbahn' - der Briefwechsel Hans Falladas mit dem Rowohlt-Verlag" (Neues Deutschland vom 2./3. August 2008). 7.) Artikel/Kopie "Fallada-Briefe aus der NS-Zeit gefunden" (MOZ vom 10. März 2011). 8.) Artikel/Kopie "Stiller Widerstand. 'Jeder stirbt für sich allein' von Hans Fallada in ungekürzter Neuausgabe" (Neues Deutschland vom 4. März 2011). 9.) Artikel/Kopie "Seltsame Erlebnisse in Feldberg" ("Die Weltbühne" vom 8. November 1983). 10.) "Die Hampels und die Quangels. 60 Hahre nach dem ersten Erscheinen wird Hans Falladas Jeder stirbt für sich allein' zu einem internationalen Bestseller" (Berliner Zeitung vom 15. September 2011). 11.) Prospekt vom Hans-Fallada-Museum in Carwitz/Feldberger Seenlandschaft, Im Bertelsmann Lesering, Aufbau-Verlag Berlin und Weimar u. a.
Format 19 x 12 cm u. a.; wie angegeben
Fallada, Hans (d.i. Rudolf Ditzen): Kleiner Mann, grosser Mann - alles vertauscht: oder Max Schreyvogels Last und Lust des Geldes. Roman. (=Welt im Buch) Kurt Desch Lizenzausgabe 1953 Wien
350S. 8°
Leinen Fadengehefteter, goldgeprägter Ganzleinenband mit Farbkopfschnitt, goldgeprägter Deckelvignette und illustriertem Schutzumschlag. Der Umschlag nachgedunkelt, angerändert und mit hinterlegten Einrissen am oberen rand ebd. kleine Fehlstelle, Schnitte dezent nachgedunkelt, ansonsten guter Zustand dieses kurzweiligen Romans. Max im Glück Max Schreyvogel und seine Frau Karla werden zum Justizrat bestellt, der ihnen eröffnet, dass Onkel Eduard gestorben und eine Erbschaft anzutreten sei. Als ein Foto der neuen Millionäre im "Radebuscher Kurier" prangt, ist ihr gewohntes Leben von einem Tag auf den anderen vorbei: Neider klopfen an, und schon bald hängt der Haussegen schief. Dieses Buch über das fragwürdige Glück eines ungeahnten Geldregens ist einer der heitersten Romane Hans Falladas. "Das kann man nicht erfinden, das ist gehört. Und bis auf das letzte Komma richtig wiedergegeben: man fühlt, daß die Leute so gesprochen haben und nicht anders." Kurt Tucholsky über Hans Fallada Hans Fallada (* 21. Juli 1893 in Greifswald; 5. Februar 1947 in Berlin; eigentlich Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen) war ein deutscher Schriftsteller. Er gehört zu den bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Seine Werke sind zum überwiegenden Teil der Neuen Sachlichkeit zuzurechnen. Hans Fallada wurde als Rudolf Ditzen in gutbürgerlichen Verhältnissen geboren, litt jedoch unter dem Verhältnis zum Vater, der Richter beim Reichsgericht in Leipzig war, ihm nicht die nötige Anerkennung zollte und für ihn eine Juristenlaufbahn vorgesehen hatte. 1899 zog die Familie nach Berlin, 1909 nach Leipzig, wo er wie schon in Berlin in der Schule als Außenseiter galt und sich immer mehr in sich zurückzog. Kurzzeitig war er auch Mitglied des Wandervogels, konnte dadurch aber auch keinen besseren Kontakt zu Gleichaltrigen herstellen. Da er in Leipzig einem Mädchen nachstellte, dem er auch Liebesbriefe geschrieben hatte (das ihn aber nur sehr flüchtig kannte), schickten ihn seine Eltern nach Rudolstadt, wo er das Fürstliche Gymnasium besuchte. Mit seinem Freund Hanns Dietrich von Necker beschloss er, am 17. Oktober 1911 einen als Pistolenduell getarnten Doppelsuizid zu begehen, bei dem der Freund starb. Fallada überlebte schwer verletzt, wurde wegen Totschlags verhaftet und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die Anklage wurde bei Zuerkennung der Unzurechnungsfähigkeit fallengelassen. Er verließ jedoch das Gymnasium ohne Abschluss. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs meldete er sich als Kriegsfreiwilliger, wurde jedoch als dauernd untauglich abgewiesen. Die Zeit von 1917 bis 1919 verbrachte er aufgrund seiner Alkohol- und Morphinsucht hauptsächlich in Entzugsanstalten und Privatsanatorien, vornehmlich in Posterstein (Thüringen). In diese Zeit fallen auch erste schriftstellerische Versuche. Seine zwei damals verfassten Romane, die im Rowohlt Verlag veröffentlicht wurden, erreichten aber kein größeres Publikum und waren für den Verleger Ernst Rowohlt ein wirtschaftlicher Misserfolg. Auch ein Übersetzungsprojekt mit Werken Romain Rollands blieb erfolglos. Da Fallada in Posterstein auch eine landwirtschaftliche Lehre absolviert hatte, konnte er sich danach mit Gelegenheitstätigkeiten, vor allem als Gutsverwalter, aber auch als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter der Landwirtschaftskammer Stettin und später als Angestellter einer Kartoffelanbaugesellschaft in Berlin finanziell über Wasser halten. Später wurde Fallada zweimal zu Haftstrafen verurteilt, weil er zur Finanzierung seiner Drogen- und Alkoholsucht Betrugs- und Unterschlagungsdelikte begangen hatte. 1928, nach seiner zweiten Haftentlassung, lernte er in Hamburg-Eilbek Anna "Suse" Issel kennen, die zum Vorbild für seine Romanfigur Lämmchen wurde und die er am 5. April 1929 in Hamburg heiratete. Mit Suse hatte er vier Kinder, von denen eines gleich nach der Geburt und ein zweites noch in Jugendjahren starb. Nach der Heirat lebte das Paar zunächst getrennt: sie bei ihrer Mutter in Hamburg, er in Neumünster, wo er vorübergehend den Guttemplern beitrat und als Anzeigenwerber und Reporter für eine Lokalzeitung und zugleich als Angestellter des örtlichen Fremdenverkehrsverbandes arbeitete. Anfang der 1930er Jahre begann Falladas schriftstellerischer Erfolg. Nachdem sein Roman über Kleinstadtpolitik und Landvolkbewegung Bauern, Bonzen und Bomben (Roman) Beachtung gefunden hatte, zogen die Falladas auf Anraten des Verlegers Ernst Rowohlt in die Nähe von Berlin, wo sie in Neuenhagen bei Berlin und später in Berkenbrück (Landkreis Lebus) lebten. Rowohlt hatte Fallada eine Halbtagsbeschäftigung in seinem Verlag verschafft, damit dieser sich ohne größere materielle Sorgen seiner schriftstellerischen Arbeit widmen konnte. So entstand der Roman Kleiner Mann - was nun?, der zum Bestseller wurde und Fallada den Durchbruch als Schriftsteller und auch internationale Anerkennung brachte. Den Künstlernamen Hans Fallada wählte er in Anlehnung an zwei Grimmsche Märchen, den glücklosen Hans im Glück und Die Gänsemagd, in der ein Pferd namens Falada vorkommt, das auch nach seinem Tod noch die Wahrheit sagt, bis die betrogene Prinzessin zu ihrem Recht kommt. Im März 1933 wurde Fallada durch seine Mieter, die ehemaligen Hausbesitzer, die ein Gespräch mit Ernst von Salomon mit vermeintlich staatsfeindlichem Inhalt belauscht hatten, bei der örtlichen SA denunziert, sodass er kurzzeitig in Haft genommen wurde. Daraufhin gab er das Haus in Berkenbrück auf und kaufte im selben Jahr ein Anwesen in Carwitz (Amt Strelitz, Mecklenburg-Strelitz). Dort schrieb Fallada weitere Romane, auch sozialkritische wie Wer einmal aus dem Blechnapf frißt, in dem er seine Erfahrungen im Gefängnis von Neumünster verarbeitete. Das Buch konnte unter der nationalsozialistischen Herrschaft erscheinen, da es sich gegen die Behandlung der Gefangenen in der Weimarer Republik, der von den Nationalsozialisten sogenannten "Systemzeit" richtete. Später schwenkte Fallada auf politisch unverfängliche Unterhaltungsliteratur um, als seine bisherigen Werke immer ablehnender beurteilt wurden, um seine schriftstellerische Existenz nicht zu gefährden. Diese blieb ohnehin stets prekär, da Fallada kein eingetragenes Mitglied der Reichsschrifttumskammer war. Sein Aufnahmeantrag wurde nicht positiv beantwortet, jedoch auch nicht abgelehnt. Erst eine endgültige Ablehnung seines Antrags hätte zu einem Publikationsverbot geführt und in dessen Folge die Vernichtung seiner Existenz als Schriftsteller bedeutet. 1944 scheiterte Falladas Ehe, das Ehepaar wurde am 5. Juli geschieden. Am 24. August 1944 schoss er bei einem Streit mit seiner geschiedenen Frau mit einem Terzerol in den Tisch. Daraufhin wurde er wegen versuchten Totschlags angeklagt und schließlich am 4. September 1944 bis zum 13. Dezember 1944 als nicht zurechnungsfähig in die Landesanstalt Strelitz eingewiesen. Dort entstand unter anderem Der Trinker. Im Februar 1945 heiratete er die fast 30 Jahre jüngere Ursula Losch, die ebenso wie er mit Drogenproblemen zu kämpfen hatte. 1945 übte er für eine kurze Zeit das Amt des Bürgermeisters in der nahe Carwitz gelegenen Kleinstadt Feldberg aus. Er übersiedelte dann mit seiner Frau nach Berlin und arbeitete dort auf Wunsch Johannes R. Bechers für die Tägliche Rundschau. Die Unterstützung Bechers bewirkte auch, dass Fallada zusammen mit den Machthabern der SED und den mit ihr sympathisierenden Prominenten - wie Becher selbst - im bevorzugten und von der Außenwelt abgeschotteten Quartier Majakowskiring ("das Städtchen") wohnen durfte. Die hier erlebte Abgeschottetheit ist in Falladas Roman Der Alpdruck eingegangen. 1947 wurde Fallada aufgrund seines Alkoholismus und Morphinismus in einem zeitweilig als Lazarett genutzten Schulgebäude in Berlin-Niederschönhausen behandelt. Er starb dort an Herzversagen und nicht, wie es die Legende will, an einer Überdosis Rauschgift. Im Jahr seines Todes erschien eine gekürzte und redaktionell bearbeitete Version des Romans Jeder stirbt für sich allein nach dem authentischen Fall des Ehepaars Otto und Elise Hampel, das Postkarten-Flugblätter gegen Hitler ausgelegt hatte und denunziert worden war. Es gilt als das erste Buch eines deutschen nicht emigrierten Schriftstellers über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Ab 2009 erschien eine Reihe von Übersetzungen, wobei die englische Ausgabe in der Übersetzung von Michael Hofmann zu einem großen Verkaufserfolg wurde. 2011 erfolgte daher eine ungekürzte deutsche Neuausgabe. Der Roman Der Trinker wurde postum herausgegeben. Bis 1981 war Fallada auf einem Pankower Friedhof in einem Ehrengrab beigesetzt. Auf Betreiben von Anna Ditzen erfolgte später die Umbettung nach Carwitz.
[SW: Deutsche Literatur | Roman | Hans Fallada]
Fallada, Hans: in : " Wenn du fort bist, ist alles nur halb " Hans Fallada - Anna Ditzen , Briefe einer Ehe , hrsg. von Uli Ditzen, mit Anmerkungen von Erika Becker ( Hans - Fallada - Archiv ), Aufbau Vlg. Berlin 2007 ( EA. )
... Du fühlst doch meine große, große Liebe zu Dir Die ist nie & durch nichts zu erschüttern, Junge. ...Wenn's auch manchmal weh tut.Anna Ditzen,39586.1932 Hans Falladas Welterfolg Kleiner Mann - was nun war eine Hommage an Anna Ditzen. Erstmals veröffentlicht: Szenen einer Ehe Hans Fallada und Anna Ditzen - das ist die bewegende Geschichte einer großen Liebe. Nachzulesen ist sie in dem jetzt erstmals veröffentlichten Ehebriefwechsel 1928 bis 1946. Ein berührendes Zeugnis und wunderbarer Lesestoff - schonungslos offen und voller Phantasie. Hamburg 1928. Der 35-jährige Fallada hält sich nach Gefängnishaft, Morphium- und Alkoholsucht mit dem Schreiben von Adressen über Wasser. Dann kommt die Lebenswende: Er lernt die Arbeiterin Anna kennen, die als Lämmchen (Kleiner Mann - was nun) in sein Werk einging. Eine Liebesbeziehung beginnt, die Fallada stets verklärt hat. In den Briefen der Ehepartner ist sie nun in all ihren Höhen und Tiefen nachzulesen - von den zärtlichen Briefen der Jungverliebten bis zu den letzten Schreiben, in denen die Geschiedenen um ihre Würde und ein Miteinander ringen. Eine anrührende Liebesgeschichte, in der uns nicht nur Hans Fallada, sondern auch erstmals Anna Ditzen näherkommt. Die Liebe, die arme verachtete, verspottete Liebe war plötzlich bei mir. Hans Fallada, 1929
Orig.Kart. geb. 8° mit Orig.Umschl. (guter Zustand) 518,10 S. mit 1 Foto
[SW: Literatur]
Fallada, Hans (d.i. Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt. Roman. (= rororo-Leinenrücken, Taschenbuch Nr.55). Umschlag Karl Gröning jr. / Gisela Pferdmenges, Rowohlt Verlag Erste Aufl. 1952 Hamburg
340S. 8°
Taschenbuch Illustriertes Taschenbuch mit Leinenrücken. Der Einband knickig, der Hinterdeckel mit Einriss am Gelenk, das holzhaltige Papier allg. nachgedunkelt, Namenszug und Datum auf Vorsatz, ansonsten noch gute Erhaltung. Der Häftling Kufalt kann sein fünfjähriges Gefängnisleben nicht mit der Gefängniskluft abstreifen. Es bleibt an ihm haften, begleitet ihn auf Schritt und Tritt wie unsichtbar an ihn gekettet. Sein Leidensweg ins bürgerliche Dasein ist von den Vorurteilen seiner Umwelt begleitet. Es platzt die Verlobung und sein Traum von der ehrbaren Existenz. Er, der ewige Pechvogel, bleibt ein Versager für die Bürger und für die Ganoven. Erleichtert geht er zurück ins Gefängnis: Nun hat er Ruhe - er ist zu Hause. "Nicht aus Freude am Abenteuerlichen, nicht als echte Milieuschilderung wirklicher 'Unterwelt' wird der Roman geschrieben, sondern um zu zeigen, wie der heutige Strafvollzug und die heutige Gesellschaft den einmal Gestrauchelten zu immer neuen Verbrechen zwingt. Die Strafe macht ihn untüchtig zum tätigen Leben des Bürgers, die Gesellschaft will ihn nicht in diesem tätigen Leben. Der kleine Lump Kufalt strampelt sich ab, noch in seinen schlimmsten Viechereien schimmert eine Goldader Menschentum ..., aber doch, aber doch, unentrinnbar, gegen seinen Willen, ohne seinen Willen, wird er das, was die Umwelt will, daß er es wird: ein bißchen Kot, eine Mikrobe, bösartig, die man vernichten muß." Hans Fallada im Expose zum Roman (1932) Hans Fallada (* 21. Juli 1893 in Greifswald; 5. Februar 1947 in Berlin; eigentlich Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen) war ein deutscher Schriftsteller. Er gehört zu den bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Seine Werke sind zum überwiegenden Teil der Neuen Sachlichkeit zuzurechnen. Hans Fallada wurde als Rudolf Ditzen in gutbürgerlichen Verhältnissen geboren, litt jedoch unter dem Verhältnis zum Vater, der Richter beim Reichsgericht in Leipzig war, ihm nicht die nötige Anerkennung zollte und für ihn eine Juristenlaufbahn vorgesehen hatte. 1899 zog die Familie nach Berlin, 1909 nach Leipzig, wo er wie schon in Berlin in der Schule als Außenseiter galt und sich immer mehr in sich zurückzog. Kurzzeitig war er auch Mitglied des Wandervogels, konnte dadurch aber auch keinen besseren Kontakt zu Gleichaltrigen herstellen. Da er in Leipzig einem Mädchen nachstellte, dem er auch Liebesbriefe geschrieben hatte (das ihn aber nur sehr flüchtig kannte), schickten ihn seine Eltern nach Rudolstadt, wo er das Fürstliche Gymnasium besuchte. Mit seinem Freund Hanns Dietrich von Necker beschloss er, am 17. Oktober 1911 einen als Pistolenduell getarnten Doppelsuizid zu begehen, bei dem der Freund starb. Fallada überlebte schwer verletzt, wurde wegen Totschlags verhaftet und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die Anklage wurde bei Zuerkennung der Unzurechnungsfähigkeit fallengelassen. Er verließ jedoch das Gymnasium ohne Abschluss. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs meldete er sich als Kriegsfreiwilliger, wurde jedoch als dauernd untauglich abgewiesen. Die Zeit von 1917 bis 1919 verbrachte er aufgrund seiner Alkohol- und Morphinsucht hauptsächlich in Entzugsanstalten und Privatsanatorien, vornehmlich in Posterstein (Thüringen). In diese Zeit fallen auch erste schriftstellerische Versuche. Seine zwei damals verfassten Romane, die im Rowohlt Verlag veröffentlicht wurden, erreichten aber kein größeres Publikum und waren für den Verleger Ernst Rowohlt ein wirtschaftlicher Misserfolg. Auch ein Übersetzungsprojekt mit Werken Romain Rollands blieb erfolglos. Da Fallada in Posterstein auch eine landwirtschaftliche Lehre absolviert hatte, konnte er sich danach mit Gelegenheitstätigkeiten, vor allem als Gutsverwalter, aber auch als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter der Landwirtschaftskammer Stettin und später als Angestellter einer Kartoffelanbaugesellschaft in Berlin finanziell über Wasser halten. Später wurde Fallada zweimal zu Haftstrafen verurteilt, weil er zur Finanzierung seiner Drogen- und Alkoholsucht Betrugs- und Unterschlagungsdelikte begangen hatte. 1928, nach seiner zweiten Haftentlassung, lernte er in Hamburg-Eilbek Anna "Suse" Issel kennen, die zum Vorbild für seine Romanfigur Lämmchen wurde und die er am 5. April 1929 in Hamburg heiratete. Mit Suse hatte er vier Kinder, von denen eines gleich nach der Geburt und ein zweites noch in Jugendjahren starb. Nach der Heirat lebte das Paar zunächst getrennt: sie bei ihrer Mutter in Hamburg, er in Neumünster, wo er vorübergehend den Guttemplern beitrat und als Anzeigenwerber und Reporter für eine Lokalzeitung und zugleich als Angestellter des örtlichen Fremdenverkehrsverbandes arbeitete. Anfang der 1930er Jahre begann Falladas schriftstellerischer Erfolg. Nachdem sein Roman über Kleinstadtpolitik und Landvolkbewegung Bauern, Bonzen und Bomben (Roman) Beachtung gefunden hatte, zogen die Falladas auf Anraten des Verlegers Ernst Rowohlt in die Nähe von Berlin, wo sie in Neuenhagen bei Berlin und später in Berkenbrück (Landkreis Lebus) lebten. Rowohlt hatte Fallada eine Halbtagsbeschäftigung in seinem Verlag verschafft, damit dieser sich ohne größere materielle Sorgen seiner schriftstellerischen Arbeit widmen konnte. So entstand der Roman Kleiner Mann - was nun?, der zum Bestseller wurde und Fallada den Durchbruch als Schriftsteller und auch internationale Anerkennung brachte. Den Künstlernamen Hans Fallada wählte er in Anlehnung an zwei Grimmsche Märchen, den glücklosen Hans im Glück und Die Gänsemagd, in der ein Pferd namens Falada vorkommt, das auch nach seinem Tod noch die Wahrheit sagt, bis die betrogene Prinzessin zu ihrem Recht kommt. Im März 1933 wurde Fallada durch seine Mieter, die ehemaligen Hausbesitzer, die ein Gespräch mit Ernst von Salomon mit vermeintlich staatsfeindlichem Inhalt belauscht hatten, bei der örtlichen SA denunziert, sodass er kurzzeitig in Haft genommen wurde. Daraufhin gab er das Haus in Berkenbrück auf und kaufte im selben Jahr ein Anwesen in Carwitz (Amt Strelitz, Mecklenburg-Strelitz). Dort schrieb Fallada weitere Romane, auch sozialkritische wie Wer einmal aus dem Blechnapf frißt, in dem er seine Erfahrungen im Gefängnis von Neumünster verarbeitete. Das Buch konnte unter der nationalsozialistischen Herrschaft erscheinen, da es sich gegen die Behandlung der Gefangenen in der Weimarer Republik, der von den Nationalsozialisten sogenannten "Systemzeit" richtete. Später schwenkte Fallada auf politisch unverfängliche Unterhaltungsliteratur um, als seine bisherigen Werke immer ablehnender beurteilt wurden, um seine schriftstellerische Existenz nicht zu gefährden. Diese blieb ohnehin stets prekär, da Fallada kein eingetragenes Mitglied der Reichsschrifttumskammer war. Sein Aufnahmeantrag wurde nicht positiv beantwortet, jedoch auch nicht abgelehnt. Erst eine endgültige Ablehnung seines Antrags hätte zu einem Publikationsverbot geführt und in dessen Folge die Vernichtung seiner Existenz als Schriftsteller bedeutet. 1944 scheiterte Falladas Ehe, das Ehepaar wurde am 5. Juli geschieden. Am 24. August 1944 schoss er bei einem Streit mit seiner geschiedenen Frau mit einem Terzerol in den Tisch. Daraufhin wurde er wegen versuchten Totschlags angeklagt und schließlich am 4. September 1944 bis zum 13. Dezember 1944 als nicht zurechnungsfähig in die Landesanstalt Strelitz eingewiesen. Dort entstand unter anderem Der Trinker. Im Februar 1945 heiratete er die fast 30 Jahre jüngere Ursula Losch, die ebenso wie er mit Drogenproblemen zu kämpfen hatte. 1945 übte er für eine kurze Zeit das Amt des Bürgermeisters in der nahe Carwitz gelegenen Kleinstadt Feldberg aus. Er übersiedelte dann mit seiner Frau nach Berlin und arbeitete dort auf Wunsch Johannes R. Bechers für die Tägliche Rundschau. Die Unterstützung Bechers bewirkte auch, dass Fallada zusammen mit den Machthabern der SED und den mit ihr sympathisierenden Prominenten - wie Becher selbst - im bevorzugten und von der Außenwelt abgeschotteten Quartier Majakowskiring ("das Städtchen") wohnen durfte. Die hier erlebte Abgeschottetheit ist in Falladas Roman Der Alpdruck eingegangen. 1947 wurde Fallada aufgrund seines Alkoholismus und Morphinismus in einem zeitweilig als Lazarett genutzten Schulgebäude in Berlin-Niederschönhausen behandelt. Er starb dort an Herzversagen und nicht, wie es die Legende will, an einer Überdosis Rauschgift. Im Jahr seines Todes erschien eine gekürzte und redaktionell bearbeitete Version des Romans Jeder stirbt für sich allein nach dem authentischen Fall des Ehepaars Otto und Elise Hampel, das Postkarten-Flugblätter gegen Hitler ausgelegt hatte und denunziert worden war. Es gilt als das erste Buch eines deutschen nicht emigrierten Schriftstellers über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Ab 2009 erschien eine Reihe von Übersetzungen, wobei die englische Ausgabe in der Übersetzung von Michael Hofmann zu einem großen Verkaufserfolg wurde. 2011 erfolgte daher eine ungekürzte deutsche Neuausgabe. Der Roman Der Trinker wurde postum herausgegeben. Bis 1981 war Fallada auf einem Pankower Friedhof in einem Ehrengrab beigesetzt. Auf Betreiben von Anna Ditzen erfolgte später die Umbettung nach Carwitz.
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