Hermann Keyserling
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(Keyserling) Schwidtal, Michael/Undusk, Jaan (Hrsg.); Baltisches Welterlebnis. Die kulturgeschichtliche Bedeutung von Alexander, Eduard und Hermann Graf Keyserling. Beiträge eines internationalen Symposions in Tartu/Dorpat (Estland) vom 19. bis 21. September 2003. Unter Mitwirkung von Liina Lukas. Mit 7 Abb., Angaben zu den Autoren u. Namensregister, Heidelberg 2007, ISBN: 97838253-5376-6 [Bestell-Nr. 12159]
- Enthält im Anschluß an das Vorwort (M. Schwidtal/J. Undusk: Baltische Herkunft, weltbürgerliche Gesinnung: Die Familie Keyserling.) folgende Beiträge: I. Abschnitt: Alexander Graf Keyserling (1815 Kabillen/Kurland - 1891 Rayküll/Estland): R. Bartlett: Alexander Graf Keyserlings Beziehungen zum russischen Kaiserhof. G. v. Pistohlkors: Die politsche Philosophie des Kurators der Dorpater Universität Alexander Graf Keyserling. Erki Tammiksaar: Einige Bemerkungen zu Alexander Graf Keyserlings naturwissenschaftlichen Expeditionen und seinem wissenschaftlichen Umfeld. B. Fritscher: Naturforschung im Geiste Alexander von Humboldts. Alexander Keyserling und die Entwicklung der Erdwissenschaften in Rußland. T. Taterka: Zwischen Humboldt und Darwin. Naturforschung und Menschenbild bei Alexander Graf Keyserling. G. Rappe: Alexander Graf Keyserling als Philosoph. S. Kivimäe: Die Keyserlings als Landwirte in Estland. II. Abschnitt: Eduard von Keyserling (1855 Tels-Paddern/Kurland - 1918 München): M. Schwidtal u. H. v. Wistinghausen: Aus Eduard von Keyserlings Dorpater Studentenjahren. P. Sprengel: Das erzählerische Werk Eduard von Keyserlings im Kontext der Epoche. B. Breggin: Baltisches und Heidnisches in Eduard von Keyserlings Theaterstück "Ein Frühlingsopfer". A. v. Ungern-Sternberg: "Kunstwerdung eines feudalen Heimatmilieus"? Anmerkungen und Anregungen zum Verständnis von Eduard von Keyserling. B. Kalnacs: Eduard von Keyserling und das Drama der Jahrhundertwende. M. Schwidtal: Herrschaften ohne Hoffnung. Sterbende Geschlechter bei Herman Bang und Eduard von Keyserling. L. Lukas: Das Baltikum literarisch - hier oder woanders? Die Raumgestaltung estnischer und baltischer Literatur am Beispiel von Eduard von Keyserling und Jaan Oks. C. Hilmes: Konstruktionen des Weiblichen und Männlichen im Prosawerk Eduard von Keyserlings. W. Nehring: Eduard von Keyserlings Impressionismus. J. Viering: Landschaftswahrnehmung und Dekadenzerfahrung in den Romanen Eduard von Keyserlings. R.-R. Wuthenow: Eduard von Keyserling und die Literatur der Europäischen Dekadenz. III. Abschnitt: Hermann Graf Keyserling (1880 Könno/Livland - 1946 Innsbruck): J. Undusk: Philosophieren, hemmungslos. Der Fall Hermann Keyserling. R.-R. Wuthenow: Weltbürgerliches Baltentum. Hermann Keyserlings Philosophieren: eine Reise durch die Zeit. U. Gahlings: Hermann Keyserling - ein Lebensphilosoph. Zu einem Werk zwischen Erkenntnistheorie, Kulturkritik und Metaphysik. H. Dyserinck: Die Bedeutung Hermann Keyserlings aus der Sicht einer europäischen Komparatistik. M. Kämpchen: Hermann Keyserling und Indien. Fan Yuh-Cheng: Hermann Graf Keyserling und Tang Junyi: zwei globale Vordenker. Hans-Joachim Knaup: "Wege zum Zen" zwischen Annäherung und Unerreichbarkeit. Daisetsu Suzukis und Hermann Keyserlings produktiver Dialog. Mari Tarvas: Hermann Keyserlings Tagebücher. Karin Schmidt: Hermann Keyserling als "Völkerpsychologe" aus heutiger Sicht. Sind die "Südamerikanischen Meditationen" ein Buch über Südamerika? Helmut Winter: Hermann Keyserling und Victoria Ocampo. Americo Monteiro: Portugal im Rahmen des Europagedankens bei Hermann Keyserling. Johann Christian Pöder: Hermann Keyserling und Uku Masing. Das Konzept des >Augenblicks< zweier Lebensphilosophen aus Raikküla. Wolfhart Henckmann: Die Erdgebundenheit des Geistes - ein Dissens zwischen den anthropologischen Anschauungen Keyserlings und Schelers? (IV.) Abschnitt: Hermann Graf Keyserling und die Baltische Frage: Henning von Wistinghausen: Hermann Graf Keyserling im Konflikt mit seinen estländischen Landsleuten 1917/18. Jaan Undusk: Estland als Belgien. Der letzte Balte Hermann Keyserling. Im Anhang Angaben zu den Autoren und Autorinnen, Abbildungsverzeichnis und Namensregister.
[Baltikum, Lettland, Estland, Baltic, Literaturwissenschaft, Literatur, Germanistik, Sprachwissenschaft, Kunstgeschichte, Kulturgeschichte, Kunst- u. Kulturgeschichte]
586 S., Ppbd., neuwertig! (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte, Bd. 248) 97838253-5376-6
Hermann von Keyserling - Boyer, Jean Paul: Hermann von Keyserling. Le Personnage et l'oeuvre. Univ. Lille (u.a.), 1979. ISBN: 2729500650
Sehr gutes Ex. - Hermann Alexander Graf Keyserling, kurz Hermann Keyserling (* 8. Julijul./ 20. Juli 1880greg. in Könno (estnisch: Konnu, heute Gemeinde Kaisma) im damaligen Livland; 26. April 1946 in Innsbruck), war ein deutschbaltischer Philosoph. Hermann Keyserling - aus einem alten deutschbaltischen Adelsgeschlecht stammend; sein Großvater war der in Russland angesehene Geologe Alexander Graf Keyserling - wuchs auf den abgeschiedenen livländischen Gütern seines Vaters auf, erst in Könno, dann in Rayküll, wo er von seinen Eltern und Hauslehrern unterrichtet wurde. Nach dem Tode seines Vaters (1895) heiratete seine Mutter Johanna im Jahre 1900 einen dieser Hauslehrer. Diese nicht standesgemäße Verbindung führte zu einem dauerhaften und folgenschweren Zerwürfnis zwischen Mutter und Sohn. Während seine Mutter sich radikal gegen Standesunterschiede wandte, wurde ihr Sohn Hermann später zu einem Verfechter aristokratischer Ideale. Nach dem Abitur (1897) übersiedelte Keyserling nach Genf, wo er Geologie studierte. 1898-1899 setzte er das Studium in Dorpat (heute Tartu, Estland) fort. Dort wurde er 1899 in einem Duell schwer verwundet. Darauf ging er nach Heidelberg, dann nach Wien, wo er 1902 das Geologiestudium mit der Promotion abschloss. In Wien schloss er Freundschaft mit dem Geschichtsphilosophen Houston Stewart Chamberlain, unter dessen Einfluss er sich der Philosophie zuwandte. Chamberlain war für ihn als Mensch ein Vorbild, doch bestand zwischen ihnen nach Keyserlings Worten keine "sachliche und gesinnungsmäßige Übereinstimmung", und später trennten sich ihre Wege. 1903-1906 wohnte Keyserling in Paris, 1906-1908 in Berlin, dann kehrte er auf sein Gut Rayküll zurück. Das Familienvermögen ermöglichte ihm das Leben eines freien Schriftstellers und Philosophen. 1911-1912 unternahm er die Weltreise, auf der sein bekanntestes Werk entstand, das Reisetagebuch, das aber wegen der Kriegswirren erst 1919 erschien und ihn dann schlagartig berühmt machte. Bis zum Ende der Weimarer Republik wurden trotz des anspruchsvollen philosophischen Inhalts 50 000 Exemplare verkauft. Nach dem Kriegsende emigrierte er nach Deutschland. Die entschädigungslose Enteignung seiner Güter durch die estnische Regierung brachte ihn 1919 um seine bisherige finanzielle Existenzbasis. Im selben Jahr heiratete er die Gräfin Maria Goedela von Bismarck-Schönhausen (1896-1981), eine Enkelin des Reichskanzlers Otto von Bismarck, mit der er die beiden Söhne Manfred (1920-2008) und Arnold (1922-2005) hatte. Auf Einladung des ehemaligen Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen ließ er sich in Darmstadt nieder. Dort gründete er 1920 mit der Unterstützung Ernst Ludwigs und des Verlegers Otto Reichl die "Schule der Weisheit", eine Lebensschule und vor allem eine Begegnungsstätte für maßgebliche Persönlichkeiten des geistigen Lebens. Zu den prominenten Förderern des Vorhabens gehörte Thomas Mann. Als philosophischer Schriftsteller und Leiter der Schule wurde Keyserling eine der berühmtesten Persönlichkeiten des geistigen Lebens in der Weimarer Republik. An den Jahrestagungen seiner Schule beteiligten sich u.a. Carl Gustav Jung, Max Scheler, Richard Wilhelm, Leo Frobenius, Paul Dahlke, Rabindranath Tagore, Frank Thieß und Hans Driesch. Ein Schwerpunkt seiner Bestrebungen war die europäische Auseinandersetzung mit asiatischem Denken, ein anderer der geistige Austausch zwischen Deutschland und Frankreich. Seine bekanntesten Werke wurden ins Englische, Französische und Spanische übersetzt und erregten auch im Ausland großes Aufsehen. Die Wirkung seines Auftretens prägte die Vorstellungen von dem, was ein Philosoph in der Öffentlichkeit sein kann. Ab 1931 setzte sich Keyserling öffentlich mit dem erstarkenden Nationalsozialismus auseinander. Er bezeichnete ihn als Irrationalismus, der zur Katastrophe führen müsse, und folgerte: "der Nationalsozialismus [ ] darf [ ] als Partei niemals zur Führung gelangen".[11] Allerdings bemühte er sich, auch positive Aspekte im Nationalsozialismus zu finden. In der nationalsozialistischen Presse wurde er heftig angegriffen. Nach der Machtübernahme Hitlers erhielt er Redeverbot. Er konnte auch nicht mehr publizieren und durfte nicht mehr ins Ausland reisen. Wegen seiner Berühmtheit im Ausland wurden diese Verbote aber zeitweilig gelockert. Nach dem Kriegsende plante Keyserling eine Neugründung der Schule der Weisheit in Innsbruck. Das Vorhaben fand in Österreich viel Unterstützung, kam aber nicht zustande, da Keyserling schon im April 1946 starb. ISBN 2729500650 - , ISBN-13: 9782729500658
692 S. Broschiert.
Keyserling, Hermann: Mensch und Erde in Darstellungen, Schule der Weisheit, Herausgegeben vom Grafen Hermann Keyserling, (= Der Leuchter, Weltanschauung und Lebensgestaltung, Achtes Buch), Darmstadt, Otto Reichel Verlag 1927.
Einband und Vorsätze ein wenig fleckig. Sonst frischer Zustand. -
417 Seiten, 8° (19,5 x 13 cm), goldgeprägter Orig.-Leineneinband mit Originalumschlag und Rotschnitt.
[SW: Philosophie philosophy, Keyserling, Hermann: Mensch und Erde in Darstellungen, Schule der Weisheit, Herausgegeben vom Grafen Hermann Keyserling, (= Der Leuchter, Weltanschauung und Lebensgestaltung, Achtes Buch),]
Keyserling, Graf Hermann: Eigenhändig geschriebener Brief. Mit Unterschrift. 2. September 1927. 1927.
Hermann Graf Keyserling, auch (seltener) Hermann Keyserling (* 20. Juli 1880 in Könno (estnisch: Konnu, heute Gemeinde Kaisma) im damaligen Livland, + 26. April 1946 in Innsbruck), baltendeutscher Schriftsteller und Philosoph. Auf persönlichem Briefbogen: "2. Sept. 1927 Sehr geehrter Herr, Ich wäre stets bereit mitzuarbeiten u. gerade das [...] Thema liegt mir. Aber - da ich mehr und mehr belastet bin [...]. In Amerika erhalte ich jetzt für kleine Aufsätze durchschnittlich 2000 Mark. [...] Bitte wollen Sie mir mitteilen, was Sie zu zahlen bereit wären. Es liegt jetzt eine Reihe amerikanischer Angebote bei mir vor, ich habe alle Hände voll zu tun [...] Herzlichst Ihre Graf Hermann Keyserling".
28x21,8 cm. (sehr schön erhalten, gelocht). Auflage:0
[SW: Autographen/Autographs; Briefe; Literatur]



