Hertzka Freiland
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UTOPIEN & PHANTASTICA. - HERTZKA, Theodor. Freiland. Ein sociales Zukunftsbild. Leipzig, Duncker & Humblot, 1890. ; 1. Ed.
Tatsächliche erste Ausgabe. - Bildete den Grundstock zur gesamten Freiland-Bewegung, gab der Bodenreform-Diskussion gewaltigen neuen Auftrieb, wirkte (besonders durch 'Freiwirtschaft' und 'Freigeld') auch noch nach dem zweiten Weltkrieg direkt auf das wirtschaftliche und politische Leben ein. Interessanterweise und auch paradox genug, hatte der Entwurf Hertzkas bedeutenden Einfluß auf Theodor Herzl und die zionistische Bewegung. Schon der Anfangserfolg des Buches war außerordentlich: Bereits ein Jahr nach seinem Erscheinen war es in mehrere Sprachen übersetzt worden, 1896 hatte es bereits die 10. Auflage erreicht. Fast 1000 Ortsgruppen des Freiland-Bundes setzten sich für die hier entwickelten Vorschläge und ihre Verwirklichung ein. Ein Ausschuß für den Erwerb eines Landstriches in Britisch-Ostafrika konstituierte sich, sogar eine Freiwilligenexpedition machte sich auf. Doch letztlich scheiterte das Projekt an den Klippen der Kolonialbürokratie; 'Freiland' blieb Utopie; bis heute aber ist Hertzkas Werk "wahrscheinlich die wohlfundierteste aller utopischen Blaupausen" (Krysmanski 76). - "(Hertzka) hat in seinem 'Freiland' den Plan zur Umgestaltung der Welt entworfen ... Vielleicht in keinem Staatsromane ist dieses Glück so hinreißend geschildert" (Kirchenheim 266 ff). - Bleymehl 196, Bloch 68 und Schwonke (40) kennen nur spätere Ausgaben. - Bailey 327. Barmeyer 261. Barron 1-97. Berneri 302. Biesterfeld 65. Slg. Hevesi 784. Kleinwächter 125-147. Manuel 101. Morton 244. Ritter 365. Swoboda 259. Versins 414. - Edition originale. Celebre et rare utopie "africaine" decrivant l'etablissment d'une Terre-Libre pres du Mont Kenya, par Theodor Hertzka, journaliste et economiste autrichien. "..En Terre-Libre, contree deserte du centre de l'Afrique, au Kenya, des colons creent un pays modele ou nul ne possede rien en propre, chacun etant l'usufruitier du capital et des terres appartenant a l'Etat. Au bout D'un an, il y a deja 95 000 habitants et dix ans apres, C'est un grand pays moderne avec 650 000 travailleurs: les voitures y sont electriques et les aliments viennent automatiquement sur la table, les ordures sont enlevees pneumatiquement, on travaille six heures par jour et le machinisme est tres avance. Les femmes votent, et s'il n'y a pas d'armee, tout citoyen est soldat... Apres quoi on decide d'etendre au monde entier le systeme qui a si bien reussi en Terre-Libre.." (Versins, Encyclopedie de l'utopie, page 414). (Utopie, La quete de la Societe ideale en Occident. Paris, Bibliotheque Nationale; Fayard, 2000).
8°. XXXIV, 677 Seiten, 1 Bl. OHalbleder der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher ornamentaler Rückenvergoldung (Kanten stellenweise etwas berieben).
Hertzka, Theodor. Freiland. Ein sociales Zukunftsbild. Leipzig, Duncker & Humblot 1890.
Erste Ausgabe. Stammhammer I/104; NDB VIII,781f. Das Werk beschreibt im Stile einer Reportage die auf detaillierten nationalökonomischen Betrachtungen basierende Utopie einer freiwirtschaftlichen Siedlungsgenossenschaft im heutigen Kenia. Die Schrift fand viele Anhänger. Franz Oppenheimer, Gustav Lilienthal und sein Bruder Otto gehörten dazu. In mehreren Ländern bildeten sich 'Freiland-Vereine'. Die noch heute existierenden Projekte Obstbaugenossenschaft Eden (1893) und Siedlungsgenossenschaft Freie Scholle (1895) waren bei ihrer Gründung deutlich vom Gedankengut des Buches beeinflusst. Ein Umsetzungsversuch am Originalschauplatz (Kenia) im Februar 1894 scheiterte allerdings. 1896 erschien das Buch bereits in zehnter Auflage. Da Hertzka seine Theorien auf dem Werk Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf das Jahr 1887 des US-amerikanischen Schriftstellers Edward Bellamy aufbaute, wurde er von Zeitgenossen auch der "Österreichische Bellamy" genannt. Interessant ist Herzl's Versuch einer Abgrenzung gegen seinen ehemaligen Redaktionskollegen: "Um den Unterschied zwischen meiner Konstruktion und einer Utopie erkennbar zu machen, wähle ich ein interessantes Buch der letzten Jahre: "Freiland" von Dr. Theodor Hertzka. Das ist eine sinnreiche Phantasterei, von einem durchaus modernen, national-ökonomisch gebildeten Geist erdacht, und so lebensfern wie der Äquatorberg, auf dem dieser Traumstaat liegt. "Freiland" ist eine komplizierte Maschinerie mit vielen Zähnen und Rädern, die sogar ineinander greifen; aber nichts beweist mir, daß sie in Betrieb gesetzt werden könne. Und selbst wenn ich Freilandsvereine entstehen sehe, werde ich es für einen Scherz halten.." (aus der Vorrede zu: Der Judenstaat. Wien 1896. ) -
gr.-8°. XXXIV, 677 (1) S., HLn. d. Zt. mit Rückengoldpräg., gering berieben, gesamt sehr gutes Expl.
[SW: Sozialutopien, Utopie, Nationalökonomie]
Hertzka, Theodor. Freiland. Ein sociales Zukunftsbild. Leipzig, Duncker & Humblot 1890.
Erste Ausgabe. Stammhammer I/104; NDB VIII,781f. Das Werk beschreibt im Stile einer Reportage die auf detaillierten nationalökonomischen Betrachtungen basierende Utopie einer freiwirtschaftlichen Siedlungsgenossenschaft im heutigen Kenia. Die Schrift fand viele Anhänger. Franz Oppenheimer, Gustav Lilienthal und sein Bruder Otto gehörten dazu. In mehreren Ländern bildeten sich 'Freiland-Vereine'. Die noch heute existierenden Projekte Obstbaugenossenschaft Eden (1893) und Siedlungsgenossenschaft Freie Scholle (1895) waren bei ihrer Gründung deutlich vom Gedankengut des Buches beeinflusst. Ein Umsetzungsversuch am Originalschauplatz (Kenia) im Februar 1894 scheiterte allerdings. 1896 erschien das Buch bereits in zehnter Auflage. Da Hertzka seine Theorien auf dem Werk Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf das Jahr 1887 des US-amerikanischen Schriftstellers Edward Bellamy aufbaute, wurde er von Zeitgenossen auch der "Österreichische Bellamy" genannt. Interessant ist Herzl's Versuch einer Abgrenzung gegen seinen ehemaligen Redaktionskollegen: "Um den Unterschied zwischen meiner Konstruktion und einer Utopie erkennbar zu machen, wähle ich ein interessantes Buch der letzten Jahre: "Freiland" von Dr. Theodor Hertzka. Das ist eine sinnreiche Phantasterei, von einem durchaus modernen, national-ökonomisch gebildeten Geist erdacht, und so lebensfern wie der Äquatorberg, auf dem dieser Traumstaat liegt. "Freiland" ist eine komplizierte Maschinerie mit vielen Zähnen und Rädern, die sogar ineinander greifen; aber nichts beweist mir, daß sie in Betrieb gesetzt werden könne. Und selbst wenn ich Freilandsvereine entstehen sehe, werde ich es für einen Scherz halten.." (aus der Vorrede zu: Der Judenstaat. Wien 1896. ) -
gr.-8°. XXXIV, 677 (1) S., HLdr. d. Zt. mit Rückengoldpräg., Rotschnitt, berieb., Kanten abgeschabt, Rückenleder ausgebleicht u. etw. beschabt, Name v. alter Hd. auf flieg. Vors., sehr gutes Exemplar. Mit Widmung d. Verfassers auf Vortitel.
[SW: Sozialutopien, Utopie, Nationalökonomie, Utopia, National economy, Socialism]
Hertzka, Theodor. Freiland. Ein soziales Zukunftsbild. Leipzig, Duncker & Humblot, 1890. ; 1. Ed.
Erstausgabe. - Hertzka "hat in seinem Freiland den Plan zur Umgestaltung der Welt entworfen [...] man lebt glücklich, weil in göttergleicher Heiterkeit. Vielleicht in keinem Staatsromane ist dieses Glück so hinreißend geschildert [...]" (Kirchenheim 266ff.). "Das ist eine sinnreiche Phantasterei, von einem durchaus modernen, national-ökonomisch gebildeten Geist erdacht, und so lebensfern wie der Äquatorberg, auf dem dieser Traumstaat liegt. Freiland' ist eine komplizierte Maschinerie mit vielen Zähnen und Rädern, die sogar ineinander greifen; aber nichts beweist mir, daß sie in Betrieb gesetzt werden könne. Und selbst wenn ich Freilandsvereine entstehen sehe, werde ich es für einen Scherz halten" (Theodor Herzl). - Hertzkas Versuch seine Ideen in Kenia zu verwirklichen scheiterte schon 1894. - Einband (bes. Kanten) berieben u. bestoßen. Buchblock etw. schiefgelesen. Vorderes Innengelenk etw. gelockert. Vereinzelt stockfleckig bzw. kl. Randläsuren. - Hevesi, Utopistica 784; Stammhammer I, 104; NDB VIII, 781 f.; Kosch, Staatshandbuch I, 516. -
Gr.-8°. XXXIV, 677 (1) S., HLwd. d. Zt. m. goldgepr. Rückentitel.
[SW: Hertzka, Freiland. Ein soziales Zukunftsbild, Utopie, Utopien]



