Kraft Aus dem Reiche Phantasie

Es wurden insgesamt 9 Einträge zu 'Kraft Aus dem Reiche Phantasie' gefunden (Stand: 21.05.2012).

Sehen Sie sich die aktuell angebotenen Bücher zu 'Kraft Aus dem Reiche Phantasie' an.

Rimsky-Korsakov, Nikolai: Sadko Symphonische Dichtung für großes Orchester: 1. Fassung: Episode aus der Ballade über Sadko (1867) 2. Fassung: Musikalisches Bild - Sadko (1869) 3. Fassung: Musikalisches Bild - Sadko (1892)

Nikolai Rimsky-Korsakow (geb. Tichwin bei Nowgorod, 18. März 1844 - gest. St. Petersburg, 21. Juni 1908) Sadko Symphonische Dichtung für großes Orchester: 1. Fassung: Episode aus der Ballade über Sadko (1867) 2. Fassung: Musikalisches Bild - Sadko (1869) 3. Fassung: Musikalisches Bild - Sadko (1892) Vorwort Am 20. Oktober 1867 schickte der damals 23jährige Marineoffizier Nikolai Rimsky-Korsakow einen Brief an seinen guten Freund und etwas älteren Musikerkollegen Modest Mussorgsky, in dem es unter anderem heißt: "Meinen 'Sadko' habe ich am 30. September [12. Oktober] beendet und bereits zum Binder geschickt. Ich kann Ihnen sagen, daß ich mit dem Stück ganz und gar zufrieden bin, es ist bestimmt meine beste Komposition ... Ihnen, Modest, danke ich nochmals herzlichst für die Idee, die Sie mir bei Kjui vorschlugen. ... Danke nochmals." Rimsky-Korsakow hatte guten Grund, sich dankbar zeigen zu wollen: Die Idee einer Orchesterkomposition über die Sadko-Sage wurde ursprünglich Mili Balakirew ans Herz gelegt durch den Kritiker V. V. Stassow, der Chefideologe der Komponistengruppe des "Mächtigen Häufleins". Balakirew hatte wiederum die Idee an Mussorgsky weitergeleitet, der sich jedoch von anderen Projekten überhäuft sah und es großzügigerweise Rimsky-Korsakow überließ, die Idee endlich zu verwirklichen. Das kompositorische Ergebnis entpuppte sich nicht nur als die allererste Tondichtung der russischen Musikgeschichte, sondern auch als Rimsky - Korsakows entscheidender Durchbruch, der ihm schließlich erlaubte, die Musik als Beruf statt als Nebenbeschäftigung zu verfolgen. Auch wurde das Werk bald zum klassischen Orchesterliebling, das seit seiner Petersburger Uraufführung im Jahre 1867 einen festen Platz im Konzertrepertoire behaupten konnte. Auf dem ersten Blick scheint die Sadko-Legende für eine musikalische Darstellung beinahe ideal. Die Sage bezieht sich auf einen Kaufmanns gleichen Namens, der im 12. Jahrhundert tatsächlich in der mittelalterlichen Stadt Nowgorod lebte, wo er sich mit seinem Beruf ein beachtliches Vermögen erwarb und 1167 eine Kirche für die Heiligen Boris und Gleb stiftete. Um diese Gestalt herum rankten sich bald viele Legenden, die einige Jahrhunderte später in der Volksballade Sadko, bogatij gost ("Sadko der reiche Händler") ihren Ausdruck fanden. In der Ballade wurde jedoch derm historischen Sadko ein völlig anderer Aspekt verliehen, indem er als mittelloser junger Mann dargestellt wurde, der Menschen jeglichen Gesellschaftsstandes durch sein Spiel auf dem Gusli (einem hackbrettähnlichen Volksinstrument) bezaubern konnte. Durch die Kraft seines Musizierens und eine gewisse Bauernschläue wird er schließlich zum reichsten Kaufmann Nowgorods, der bald seine Geschäftsangelegenheiten mit einer eigenen Schiffsflotte verfolgt. Auf einer solchen Seereise stellt sich heraus, daß Sadko den Meeresfürsten beleidigt hatte und sich selbst über Bord (mitsamt seinem Gusli) werfen muß, um die Flotte mit ihrer gesamten Besatzung zu retten. Unter dem Meeresspiegel jedoch wird der Meeresfürst durch Sadkos Guslispiel zu einem ungezügelt-frenetischen Tanz getrieben, der die Meere aufwühlt. Sadko muß durch das Eingreifen des Heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Seeleute, gewaltsam unterbrochen werden, damit die Meere nicht über das Ufer treten. Der besiegte Meeresfürst schenkt Sadko seine Tochter Wolchowa als Siegespreis, woraufhin Sadko in seiner Heimatstadt Nowgorod erwacht. Seine Reichtümer werden ihm zurückgegeben, die Wolchowa wird in den Fluß Wolchow verwandelt, wodurch die große Handelsstadt Nowgorod ihre historische Verbindung zum Meer auf magische Weise erhält. Aus diesem reichen Sagengut, in dem Motive der Geschichten von Orpheus, Noah und dem Londoner Schultheiß Dick Whittington auf kuriose Weise vermengt werden, wählte Rimsky-Korsakow die Episoden, die ihm als Musiker und als Marineoffizier am vielversprechendsten vorkamen, nämlich: die anfängliche Seereise, das plötzliche Gewitter, der Sturz in die Meerestiefe, das Guslispiel und die Wiederherstellung der Ruhe. Die Kompositionsarbeiten wurden im Juli 1867 während der Sommerferien auf dem Lande aufgenommen, das Skizzenmaterial in St. Petersburg wurde gerade in einen Kompositionsentwurf zusammengestellt, als Rimsky-Korsakow den Befehl erhielt, an einer Seefahrt teilzunehmen. Erst nach seiner Rückkehr war er in der Lage, die Partitur - wie er im oben zitierten Brief an Mussorgsky stolz berichtete - fertigzustellen. Das neue Werk mit dem Titel Episoden aus der Ballade über Sadko wurde am 9. Dezember 1867 im St. Petersburg unter der Leitung von Balakirew uraufgeführt und erhielt äußerst freundliche Rezensionen, die der noch eher amateurhaften Komponistengruppe des "Mächtigen Häufleins" im Allgemeinen und Rimsky-Korsakow im Besonderen eine Aura der Genialität und der Könnerschaft verliehen. Im späteren Leben zeigte sich der stets bescheidene Komponist über diesen ersten Erguß seines angeborenen Genies entwaffnend ehrlich und stand offenherzig zu seinen Anlehnungen an frühere Meister: "Von welchen musikalischen Kräften nun wurde meine Phantasie während der Komposition dieses sinfonischen Gemäldes gelenkt? Die Einleitung - ein Bild des sanft wogenden Wassers - fußt harmonisch und modulatorisch auf dem Anfang der lisztschen Tondichtung 'Was man auf dem Berge hört' [die sogenannte Bergsymphonie, 1848-54] (Modulation in die kleine Terz abwärts). Der Beginn des Allegros (Dreivierteltakt), wo musikalisch ausgedrückt wird, wie Sadko ins Wasser steigt und vom Meeresfürsten in die Tiefe gezogen wird, erinnert in seiner Faktur an die Entführung Ljudmilas durch Tschernomor im ersten Akt von [Glinkas Oper] 'Ruslan und Ljudmila' [1837-42]: beide Male eine Abwärtsbewegung, die hier aber nicht, wie bei Glinka, in Ganztonschritten geführt wird, sondern in folgender Form, die für mein weiteres Schaffen sehr bedeutsam werden sollte: Halbtonschritt, Ganztonschritt, Halbtonschritt, Ganztonschritt [die sogenannte oktotonische Tonleiter, auch als "Rimsky-Korsakow-Skala" bekannt. - BR] . Der D-Dur-Teil, ein Vierviertel-Allegro, in dem das Fest beim Meeresfürsten geschildert wird, zeigt in harmonischer und teilweise auch in melodischer Hinsicht Ähnlichkeiten mit der von mir damals so geliebten Romanze 'Lied des goldenen Fischleins' von Balakirew [1860], und mit der Einleitung zum Rezitativ der Russalka aus dem vierten Akt der Dargomyshski-Oper [Russalka, 1856], aber auch mit Dargomyshskis Zaubermädchenchor und gewissen harmonischen und figurativen Eigenheiten des Lisztschen [Orchesterstücks] 'Mephistowalzers' [1859-62]. Völlig selbständig erfunden sind das tänzerische Thema des dritten Teiles (Des-Dur, Zweivierteltakt) und das sich daran anschließende kantable Thema. Die Variationen beider Themen, die in einen allmählich anschwellenden Wirbel übergehen, sind zum Teil unter dem Einfluß des 'Mephistowalzers' entstanden, zum Teil enthalten sie gewisse Nachklänge der Balakirewschen [Tondichtung] 'Tamara', die zwar damals noch lange nicht vollendet war, die ich aber aus den Abschnitten, die mir Mili Alexejewitsch vorgespielt hatte, schon sehr gut kannte. [Sie wurde erst 1882 vollendet. - BR] Das Finale des Sadko klingt - analog zur Einleitung - mit einer schönen, selbständig erfundenen Akkordfolge aus. Die bestimmenden Tonarten, Des-Dur - D-Dur - Des-Dur, habe ich wohl Balakirew zuliebe gewählt, der sie damals stark bevorzugte. Die Form meiner Fantasie ergab sich aus dem Sujet, nur habe ich leider versäumt, den Pilger musikalisch auftreten zu lassen, und so müssen die Saiten von Sadkos Gusli von selbst zerreißen. Im ganzen gesehen konnte ich mit der Form des Sadko zufrieden sein, nur habe ich dem Mittelteil (Fest beim Meeresfürsten) im Vergleich mit dem Bild des sanft wogenden Wassers und dem Tanz zu Sadkos Guslispiel viel zuviel Raum gegeben; gerade diesem Tanz mit dem Übergang in den Wirbel wäre eine breitere Entwicklung sehr zustatten gekommen. Überhaupt bedaure ich die lakonische Kürze des ga...

Details

Kraft, Robert: Aus dem Reiche der Phantasie. Das Stahlross. Heft 7, Dresden H. G. Münchmeyer ca. 1910 / 1990

Broschur, Privatreprint, farbiges Titelbild, saubere Kopie des Originalheftes, 34 Seiten, geheftet

[SW: Abenteuer- und Kriminalliteratur vor 1945, Trivialliteratur, Kolportage]

Details

Kraft, Robert: Der König der Zauberer oder Im Lande des lebenden Todes. Dresden: Münchmeyer 1901.

("Aus dem Reiche der Phantasie", Heft 6) 32 S., illustrierte Broschur wie Original. *Priv. Reprint.

Details

Kraft, Robert: Der letzte Höhlenmensch.. Dresden: Münchmeyer 1901.

("Aus dem Reiche der Phantasie", Heft 1) 32 S., illustrierte Broschur wie Original. *Priv. Reprint.

Details