Peter Altenberg

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Altenberg, Peter: Vita Ipsa. Berlin, S. Fischer Verlag, 1918.
Guter Zustand. Buchkanten etwas berieben. Aus dem Besitz der Gräfin Ledebur mit geprägtem Monogramm (Krone) auf dem Vorsatz. - Peter Altenberg (* 9. März 1859 in Wien; 8. Jänner 1919 in Wien; eigentlich Richard Engländer) war ein österreichischer Schriftsteller. Leben und Werk: Am 9. März 1859 in Wien als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren, im März bzw. April 1900 "aus der israelitischen Religionsgemeinschaft ausgetreten", blieb dann viele Jahre konfessionslos und ließ sich schließlich im Jahr 1910 in der Karlskirche taufen. Sein Taufpate war der Architekt Adolf Loos. Altenberg war schon zu Lebzeiten eine stadtbekannte Figur, um die sich die Legenden rankten. Nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen, ein normales Berufsleben zu beginnen, attestierte ihm ein Arzt wegen einer "Überempfindlichkeit des Nervensystems" die Unfähigkeit, einen Beruf auszuüben. Seither führte er das Leben eines Bohemiens und verbrachte die meiste Zeit in Kaffeehäusern. Von kurzen Eindrücken, flüchtigen Begegnungen und zufällig mitgehörten Gesprächen inspiriert, schrieb Altenberg als Gelegenheitskünstler kleine Prosastücke. Diese stellen eine impressionistische Studie der Gesellschaft und des Lebens der Wiener Moderne dar. Er selbst beschreibt den Prozess der Entstehung dieser Texte in einem Brief an Arthur Schnitzler folgendermaßen: Wie schreibe ich denn?! Ganz frei, ganz ohne Bedenken. Nie weiß ich mein Thema vorher, nie denke ich nach. Ich nehme Papier und schreibe. Sogar den Titel schreibe ich so hin und hoffe, es wird sich schon etwas machen, was mit dem Titel im Zusammenhang steht. Man muss sich auf sich verlassen, sich nicht Gewalt antun, sich entsetzlich frei ausleben lassen, hinfliegen -. Was dabei herauskommt, ist sicher das, was wirklich und tief in mir war. Kommt nichts heraus, so war eben nichts wirklich und tief darin und das macht dann auch nichts. (Lit.: Altenberg, Brief an Arthur Schnitzler). Stilistisch wirken seine Texte oberflächlich, monoton, teilnahms- und bezugslos. Der Autor scheint ausschließlich zu beobachten. Für den Leser lässt sich keine durchgehende Handlung erkennen, weil keine Hauptpersonen vorhanden sind. Auch die Botschaft sowie Verknüpfungen fehlen. Das Werk Peter Altenbergs besteht ausschließlich aus diesen kurzen Prosatexten, die sich nur schwer einer der kanonisierten literarischen Formen zuordnen lassen. Sie werden meistens als Prosaskizzen oder Prosagedichte bezeichnet. Es sind Momentaufnahmen, die in konzentrierter Form das Leben, die Gesellschaft Wiens um die Jahrhundertwende zeigen. Die Kunst Peter Altenbergs besteht darin, mit wenigen "literarischen Pinselstrichen" ein umfassendes Bild zu schaffen; mit Hilfe von kurzen Andeutungen vor dem Leser, der bereit ist, auch zwischen den Zeilen zu lesen, ein ganzes Panorama der Gesellschaft, ein ganzes Netz von Beziehungen auferstehen zu lassen. Altenberg versucht nicht, das Leben auf einen ideologischen Nenner zu bringen, sondern zeigt es in seiner ganzen Buntheit, seiner oft widersprüchlichen Vielfalt. Eine wichtige Rolle in seinen Skizzen spielen sinnliche Eindrücke - Farben, Gerüche, Stimmungen. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Impressionismus. Auf der anderen Seite sind seine kurzen Texte teilweise auch für die Bühne geeignet - so trug etwa einer seiner Freunde, der Schriftsteller Egon Friedell, der auch als Kabarettist und Conferencier tätig war, immer wieder auch Texte Altenbergs öffentlich vor. Teile aus Friedells Gesprächen mit Altenberg erschienen späterhin als Anekdoten, für die allerdings Friedell als Verfasser verantwortlich zeichnete. Einige seiner Texte wurden von Alban Berg vertont. Trotz Erfolges blieb Altenberg von Spenden abhängig, zu denen seine Freunde - darunter Karl Kraus und Adolf Loos - aufriefen. Nachdem er seine letzten zehn Lebensjahre zu einem großen Teil in Alkoholentzugs- und Nervenheilanstalten verbracht hatte, starb er 1919. Er wurde in einem Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof bestattet (Gruppe 0, Nummer 84). Die Grabrede hielt Karl Kraus; er beschloss sie mit den Worten: "Wehe der Nachkommenschaft, die Dich verkennt!" Im Jahr 1929 wurde in Wien Döbling (19. Bezirk) die Peter-Altenberg-Gasse nach ihm benannt. Aus wikipedia-Peter_Altenberg.

5. bis 7. Auflage. 317 (3) Seiten mit einem Titelporträt. Originalhalbpergament mit Kopffarbschnitt..

[SW: Kaffeehausliteratur, Österreich-Ungarn, Erstausgabe, Kaiser Franz Joseph, k.u.k., Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Österreichische Literatur, Österreichische Geschichte, Deutsche Literatur der 10er Jahre, Deutsche Literatur der zehnerJahre]

Details

Altenberg, Peter: Fechsung. Berlin, S. Fischer Verlag, 1915.
Guter Zustand. - Peter Altenberg (* 9. März 1859 in Wien; 8. Jänner 1919 in Wien; eigentlich Richard Engländer) war ein österreichischer Schriftsteller. Leben und Werk: Am 9. März 1859 in Wien als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren, im März bzw. April 1900 "aus der israelitischen Religionsgemeinschaft ausgetreten", blieb dann viele Jahre konfessionslos und ließ sich schließlich im Jahr 1910 in der Karlskirche taufen. Sein Taufpate war der Architekt Adolf Loos. Altenberg war schon zu Lebzeiten eine stadtbekannte Figur, um die sich die Legenden rankten. Nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen, ein normales Berufsleben zu beginnen, attestierte ihm ein Arzt wegen einer "Überempfindlichkeit des Nervensystems" die Unfähigkeit, einen Beruf auszuüben. Seither führte er das Leben eines Bohemiens und verbrachte die meiste Zeit in Kaffeehäusern. Von kurzen Eindrücken, flüchtigen Begegnungen und zufällig mitgehörten Gesprächen inspiriert, schrieb Altenberg als Gelegenheitskünstler kleine Prosastücke. Diese stellen eine impressionistische Studie der Gesellschaft und des Lebens der Wiener Moderne dar. Er selbst beschreibt den Prozess der Entstehung dieser Texte in einem Brief an Arthur Schnitzler folgendermaßen: Wie schreibe ich denn?! Ganz frei, ganz ohne Bedenken. Nie weiß ich mein Thema vorher, nie denke ich nach. Ich nehme Papier und schreibe. Sogar den Titel schreibe ich so hin und hoffe, es wird sich schon etwas machen, was mit dem Titel im Zusammenhang steht. Man muss sich auf sich verlassen, sich nicht Gewalt antun, sich entsetzlich frei ausleben lassen, hinfliegen -. Was dabei herauskommt, ist sicher das, was wirklich und tief in mir war. Kommt nichts heraus, so war eben nichts wirklich und tief darin und das macht dann auch nichts. (Lit.: Altenberg, Brief an Arthur Schnitzler). Stilistisch wirken seine Texte oberflächlich, monoton, teilnahms- und bezugslos. Der Autor scheint ausschließlich zu beobachten. Für den Leser lässt sich keine durchgehende Handlung erkennen, weil keine Hauptpersonen vorhanden sind. Auch die Botschaft sowie Verknüpfungen fehlen. Das Werk Peter Altenbergs besteht ausschließlich aus diesen kurzen Prosatexten, die sich nur schwer einer der kanonisierten literarischen Formen zuordnen lassen. Sie werden meistens als Prosaskizzen oder Prosagedichte bezeichnet. Es sind Momentaufnahmen, die in konzentrierter Form das Leben, die Gesellschaft Wiens um die Jahrhundertwende zeigen. Die Kunst Peter Altenbergs besteht darin, mit wenigen "literarischen Pinselstrichen" ein umfassendes Bild zu schaffen; mit Hilfe von kurzen Andeutungen vor dem Leser, der bereit ist, auch zwischen den Zeilen zu lesen, ein ganzes Panorama der Gesellschaft, ein ganzes Netz von Beziehungen auferstehen zu lassen. Altenberg versucht nicht, das Leben auf einen ideologischen Nenner zu bringen, sondern zeigt es in seiner ganzen Buntheit, seiner oft widersprüchlichen Vielfalt. Eine wichtige Rolle in seinen Skizzen spielen sinnliche Eindrücke - Farben, Gerüche, Stimmungen. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Impressionismus. Auf der anderen Seite sind seine kurzen Texte teilweise auch für die Bühne geeignet - so trug etwa einer seiner Freunde, der Schriftsteller Egon Friedell, der auch als Kabarettist und Conferencier tätig war, immer wieder auch Texte Altenbergs öffentlich vor. Teile aus Friedells Gesprächen mit Altenberg erschienen späterhin als Anekdoten, für die allerdings Friedell als Verfasser verantwortlich zeichnete. Einige seiner Texte wurden von Alban Berg vertont. Trotz Erfolges blieb Altenberg von Spenden abhängig, zu denen seine Freunde - darunter Karl Kraus und Adolf Loos - aufriefen. Nachdem er seine letzten zehn Lebensjahre zu einem großen Teil in Alkoholentzugs- und Nervenheilanstalten verbracht hatte, starb er 1919. Er wurde in einem Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof bestattet (Gruppe 0, Nummer 84). Die Grabrede hielt Karl Kraus; er beschloss sie mit den Worten: "Wehe der Nachkommenschaft, die Dich verkennt!" Im Jahr 1929 wurde in Wien Döbling (19. Bezirk) die Peter-Altenberg-Gasse nach ihm benannt. Aus wikipedia-Peter_Altenberg.

Dritte und vierte Auflage im Jahr der Erstauflage. 280 Seiten mit einem Titelporträt. Unbeschnittenes Exemplar auf Maschinenbütten der besseren Ausgabe in Halbpergament. Mit einem Porträt. Originalhalbpergament. Gutes Exemplar.

[SW: Kaffeehausliteratur, Österreich-Ungarn, Kaiser Franz Joseph, k.u.k., Österreich, Österreichische Literatur, Österreichische Geschichte, Deutsche Literatur der 10 er Jahre, Deutsche Literatur der zehner Jahre, Vienennsia]

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Altenberg, Peter: Die Selbsterfindung eines Dichters Briefe und Dokumente 1892-1896, WALLSTEIN, 099 ISBN: 3835305522
Wie aus Richard Engländer Peter Altenberg wurde - ein Bilderbogen aus frühen Briefen des Wiener Bohemiens. Mit der Publikation seiner Skizzensammlung "Wie ich es sehe" im April 1896 verwandelte sich der Wiener Richard Engländer in den Dichter Peter Altenberg. Dieses Buch ist ein epochales Prosawerk des Fin de siecle, über das die damaligen Königsmacher der Literatur debattierten: Hermann Bahr, Moritz Heimann, Hugo von Hofmannsthal, Joseph Viktor Widmann und viele andere schrieben Rezensionen zu Altenbergs Debüt, die in diesem Band dokumentiert sind. Die Geschichte der Komposition und Revision von Altenbergs Erstling ist bis heute im Dunklen geblieben. In den hier vorgelegten Briefen an intime Freundinnen und die Familie sowie an Schriftstellerkollegen wie Karl Kraus und Arthur Schnitzler, erfindet sich der Dichter selbst. Richard Engländers Briefe befreien sich von ihren Adressaten und werden zu Bilderbögen des Peter Altenberg: die schöpferischen Obsessionen des Dichters, seineerotisch-romantischen Schwärmereien, seine diätischen Phantasien, seine passionierten literarischen Ur- und Vorurteile. Diese poetischen Briefe entführen den Leser in eine faszinierende, manchmal dunkle Innenwelt, die den Entstehungsort Wien um 1900 zum bloßen Vorwand genommen hat.

NEUBUCH! 2009. 209 S. 23 cm 227 mm x 149 mm x 27 mm

[SW: Altenberg, Peter; Briefe]

Details

Innerhofer, Roland; Polt-Heinzl, Evelyne: Peter Altenberg - prophetischer Asket mit bedenklichen Neigungen Wiener Vorlesungen, Bd.155, PICUS VERLAG, 031 ISBN: 3854525559
Peter Altenberg gilt bis heute als Repräsentant der Wiener Moderne, als Botschafter "eines von den geltenden Normen befreiten naturhaften Lebens". Das von Altenberg selbst installierte Bild als bedauernswerter, radikaler Außenseiter der Gesellschaft hält sich hartnäckig, obwohl er einen eigenen Circle hielt und sich inmitten der intellektuellen Kreise der Wiener Moderne bewegte.Statt die Anekdotik vom schrulligen Einzelgänger und Präzeptor der literarischen Moderne weiter zu tradieren, bettet der vorliegende Band Peter Altenbergs Schriften in ihren kulturgeschichtlichen Kontext ein. So sind die von Altenberg penetrant verfochtenen Lebenslehren und Affektregulierungen mittels Diätetik und Hygiene symptomatisch für die Epoche um 1900, die von einem Begehren nach Steuerung der körperlichen wie seelischen Energien umgetrieben wurde. Sein Werk vor der Folie seiner Entstehungszusammenhänge zu lesen bedeutet nicht, seine problematischen Aspekte - seine Kriegsbegeisterung, seine antisemitischen Ausritte, seine Sympathie für Karl Lueger oder die literarischen Spuren seiner pädophilen Neigungen - auszusparen oder als unwesentlich abzutun.

NEUBUCH! 2011. 68 S. 190 mm 185 mm x 116 mm x 15 mm

[SW: Altenberg, Peter]

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