Saul Bellow
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Bellow, Saul: Der Dezember des Dekans. Roman. Aus dem Amerikanischen von Walter Hasenclever. - (=Ullstein-Buch ; Nr. 20498). Frankfurt/M/Berlin/Wien, Ullstein Verlag, 1984. ISBN: 3548204988
Buchkanten etwas berieben. Einige Seiten am Anfang mit einem etwa 5 cm großen Flecken (Kaffee?). Seiten papierbedingt leicht gebräunt. Befriedigender Zustand. - Saul Bellow (* 10. Juni 1915 als Solomon Bellows in Lachine, Quebec, Kanada; 5. April 2005 in Brookline, Massachusetts, USA) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Träger des Nobelpreises für Literatur. Leben: Saul Bellow wurde 1915 als Solomon Bellows in Lachine, einem Vorort von Montreal, als Sohn einer Immigrantenfamilie aus St. Petersburg geboren. Aufgewachsen ist er in Chicago. Die erste Sprache, die der Junge erlernte, war Hebräisch. Die Familie zog nach Chicago um, als Saul neun Jahre alt war. Bellow selbst und sein literarisches Schaffen wurden zeitlebens durch das östlich-jüdisch geprägte Großstadtmilieu, in dem er aufwuchs, beeinflusst. Bellow erhielt seinen Bachelor in den Fächern Anthropologie und Soziologie von der Northwestern University und arbeitete anschließend an der University of Wisconsin. Er heiratete die Soziologin Anita Goshkin und arbeitete als Journalist, später als Universitätsprofessor für Literatur. Kurzzeitig war er auch Mitarbeiter der Encyclopaedia Britannica. Er gehörte dem internationalen Salzburg Seminar an. Bereits mit seinem Tagebuchroman Dangling Man löste er 1944 Aufmerksamkeit aus. Hier kreist das Geschehen um einen jungen Mann, der seine Einberufung erwartet. In seinen Frühwerken beschäftigte den Schriftsteller stark die Vereinsamung des Individuums in der auf Profit fixierten US-Konsumwelt. Das Hauptthema seiner Werke ist die Situation des männlichen, jüdischen Intellektuellen in den heutigen USA, der ohne religiöse Bindung seinen Weg im Kampf des Lebens sucht, insbesondere verwirrt im Kampf der Geschlechter. Die Schauplätze seiner Romane sind vorwiegend New York und Chicago. Die eigene Minderheitenerfahrung sensibilisierte ihn für soziale Antagonismen; zugleich war er stets ein wacher Diagnostiker kultureller Tendenzen und Veränderungen. In den älteren Jahren des Autors werden die Protagonisten in den Werken zu aktiven, ihr Los meisternden und auf ihre Umwelt einwirkenden Gestalten. Bellow hat gemeinsam mit William Faulkner "das Rückgrat der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts" gebildet, so die Kommentierung des Autors Philip Roth. Der literarische Durchbruch gelang Bellow bereits 1965 mit dem tragikomischen Roman Herzog, den viele Kritiker für sein bestes Werk halten. Darin setzte er sich mit Philosophen wie Nietzsche und Heidegger (oder auch mit dem schon entfernteren Oswald Spengler) auseinander. Dabei nahm er einen sowohl europäischen wie amerikanischen Blickpunkt ein, suchte damit gewissermaßen zwei Identitäten zu verbinden. Mit Herzog erschloss sich Bellow auch die Leserschaft in Deutschland. Bellow erhielt "für das menschliche Verständnis und die subtile Kulturanalyse, die in seinem Werk vereinigt sind" 1976 den Nobelpreis für Literatur. Kurz zuvor wurde er für den Roman Humboldts Vermächtnis (engl. Humboldt's Gift) mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Bellow war fünfmal verheiratet, unter anderem mit der Mathematikerin Alexandra Bell. Zum Zeitpunkt seines Todes hinterließ er neben drei Söhnen eine fünfjährige Tochter. Aus: wikipedia-Saul_Bellow - Saul Bellow (* 10. Juni 1915 als Solomon Bellows in Lachine, Quebec, Kanada; 5. April 2005 in Brookline, Massachusetts, USA) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Träger des Nobelpreises für Literatur. Leben: Saul Bellow wurde 1915 als Solomon Bellows in Lachine, einem Vorort von Montreal, als Sohn einer Immigrantenfamilie aus St. Petersburg geboren. Aufgewachsen ist er in Chicago. Die erste Sprache, die der Junge erlernte, war Hebräisch. Die Familie zog nach Chicago um, als Saul neun Jahre alt war. Bellow selbst und sein literarisches Schaffen wurden zeitlebens durch das östlich-jüdisch geprägte Großstadtmilieu, in dem er aufwuchs, beeinflusst. Bellow erhielt seinen Bachelor in den Fächern Anthropologie und Soziologie von der Northwestern University und arbeitete anschließend an der University of Wisconsin. Er heiratete die Soziologin Anita Goshkin und arbeitete als Journalist, später als Universitätsprofessor für Literatur. Kurzzeitig war er auch Mitarbeiter der Encyclopaedia Britannica. Er gehörte dem internationalen Salzburg Seminar an. Bereits mit seinem Tagebuchroman Dangling Man löste er 1944 Aufmerksamkeit aus. Hier kreist das Geschehen um einen jungen Mann, der seine Einberufung erwartet. In seinen Frühwerken beschäftigte den Schriftsteller stark die Vereinsamung des Individuums in der auf Profit fixierten US-Konsumwelt. Das Hauptthema seiner Werke ist die Situation des männlichen, jüdischen Intellektuellen in den heutigen USA, der ohne religiöse Bindung seinen Weg im Kampf des Lebens sucht, insbesondere verwirrt im Kampf der Geschlechter. Die Schauplätze seiner Romane sind vorwiegend New York und Chicago. Die eigene Minderheitenerfahrung sensibilisierte ihn für soziale Antagonismen; zugleich war er stets ein wacher Diagnostiker kultureller Tendenzen und Veränderungen. In den älteren Jahren des Autors werden die Protagonisten in den Werken zu aktiven, ihr Los meisternden und auf ihre Umwelt einwirkenden Gestalten. Bellow hat gemeinsam mit William Faulkner "das Rückgrat der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts" gebildet, so die Kommentierung des Autors Philip Roth. Der literarische Durchbruch gelang Bellow bereits 1965 mit dem tragikomischen Roman Herzog, den viele Kritiker für sein bestes Werk halten. Darin setzte er sich mit Philosophen wie Nietzsche und Heidegger (oder auch mit dem schon entfernteren Oswald Spengler) auseinander. Dabei nahm er einen sowohl europäischen wie amerikanischen Blickpunkt ein, suchte damit gewissermaßen zwei Identitäten zu verbinden. Mit Herzog erschloss sich Bellow auch die Leserschaft in Deutschland. Bellow erhielt "für das menschliche Verständnis und die subtile Kulturanalyse, die in seinem Werk vereinigt sind" 1976 den Nobelpreis für Literatur. Kurz zuvor wurde er für den Roman Humboldts Vermächtnis (engl. Humboldt's Gift) mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Bellow war fünfmal verheiratet, unter anderem mit der Mathematikerin Alexandra Bell. Zum Zeitpunkt seines Todes hinterließ er neben drei Söhnen eine fünfjährige Tochter. Aus: wikipedia-Saul_Bellow , ISBN-13: 9783548204987
Erste Auflage dieser Ausgabe. 409 Seiten. 18 cm. Taschenbuch. Kartoniert.
[SW: Amerikanische Literatur des 20. Jahrhunderts, Americana, Amerikanistik, Amerikanische Geschichte, Amerikanische Gesellschaft, Amerika / Soziale Verhältnisse / Zeitgeschichte]
Montale, Eugenio - Bellow, Saul. Nobelpreis für Literatur; 1975/1976 : Eugenio Montale: Der Sturmwind und anderes. Saul Bellow: Die Abenteuer des Augie March. Mit Illustrationen von Günter Grass und Walter Freitag. Im Pappschuber, Zürich Coron Verlag [1980]
Sauberes Exemplar! Ungelesen! Format des Bandes 22 x 16 cm. Einband aus speziell gefertigter grüner Taftseide mit ornamentaler Rücken- und Vorderdeckel-Goldprägung, Oberschnitt-und Innenkantenvergoldung sowie Feingewebevorsatz nach der Art handgefrtigter Meistereinbände. Mit Rundrücken und Kapitalband. Das Werk wurde auf eigens gefertigtem Edel-Dünndruckpapier gedruckt. Die exklusiv für den Band geschaffenen Illustrationen stammen von international bedeutenden Künstlern. Das Buch ist mit Klarsichtfolie umlegt. Im Pappschuber. Eugenio Montale mit 427 Seieten. Inhalt : Kleine Geschichte der Zuerkennung des Nobelpreises für Literatur an Eugenio Montale von E. Michael Salzer, ständiger Skandinavien-Korrespondent namhafter europäischer Zeitungen. Verleihungsrede anläßßlich der feierlichen Überreichung des Nobelpreises für Literatur an Eugenio Montale am 12. Dezember 1975, von Anders Österling, ständiger Sekretär der Schwedischen Akademie. Übersetzt von Alice Villon-Lechner. Antwortrede auf die Verleihung des Nobelpreises für Literatur von Eugenio Montale, gehalten vor der Schwedischen Akademie am 12 Dezember 1975. Übersetzt von Margrit Elisabeth Wettstein. Leben und Werk von Eugenio Montale, >Ein zeitgemäßer Skeptiker<, von Dr. Alice Vollenweider. Der Sturmwind und anderes. Glorie des Mittags, Gedichte, übersetzt von Herbert Frenzel. Späte Gedichte, übersetzt von Michael Frhr. Marschall v. Bieberstein. Die Straußenfeder, Erzählungen, übersetzt von Dr. Alice Vollenweider, Caesar Rymarowicz, Christine Wolter. Bibliographie der Werke von Eugenio Montale. Die ausschließlich für dieses Werk reproduzierten Illustrationen sind Wiedergaben von 6 Originalradierungen von Günter Grass. Saul Bellow mit 571 Seiten. Inhalt : Kleine Geschichte der Zuerkennung des Nobelpreises für Literatur an Saul Bellow von E. Michael Salzer, ständiger Skandinavien-Korrespondent namhafter europäischer Zeitungen. Verleihungsrede anläßlich der Überreichung des Nobelpreises für Literatur an Saul Bellow von Karl Ragnar Gierow, ständiger Sekretär der Schwedischen Akademie, übersetzt von Ulla Sörmann. Antwortrede auf die Verleihung des Nobelpreises für Literatur von Saul Bellow. Übersetzt von Dr. Walter Hasenclever. Leben und Werk von Saul Bellow, von Dr. Walter Hasenclever. Die Abenteuer des Augie March. Bibliographie der Werke von Saul Bellow. Die ausschließlich für dieses Werk geschaffenen Illustrationen sind von Walter Freitag, Zürich, in einer erstmalig angewandten Technick produziert worden. (Neupreis 135,00 DM)
Bellow, Saul: Ein Diebstahl. Novelle. Aus dem Amerikanischen von Willi Winkler. Originaltitel: A theft. Köln, Kiepenheuer und Witsch Verlag, 1991. ISBN: 346202096X
Sehr guter Zustand. Frisches Exemplar. Wie ungelesen. - Ein Diebstahl " ist eine witzige, spannend zu lesende Novelle, die Saul Bellow von neuem als Meister der Charakterzeichnung zeigt. Mit stilistischer Brillanz entwirft er das Porträt einer ungewöhnlichen Frau und ihrer Partner und vermittelt die Atmosphäre des Lebens in New York. - Der Smaragdring, Symbol für die insgesamt sieben Ehen überdauernde Beziehung zwischen Clara und Ithiel wurde gestohlen. Clara setzt sehr viel Energie ein, um ihn wiederzubekommen. - - Saul Bellow (* 10. Juni 1915 als Solomon Bellows in Lachine, Quebec, Kanada; 5. April 2005 in Brookline, Massachusetts, USA) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Träger des Nobelpreises für Literatur. Leben: Saul Bellow wurde 1915 als Solomon Bellows in Lachine, einem Vorort von Montreal, als Sohn einer Immigrantenfamilie aus St. Petersburg geboren. Aufgewachsen ist er in Chicago. Die erste Sprache, die der Junge erlernte, war Hebräisch. Die Familie zog nach Chicago um, als Saul neun Jahre alt war. Bellow selbst und sein literarisches Schaffen wurden zeitlebens durch das östlich-jüdisch geprägte Großstadtmilieu, in dem er aufwuchs, beeinflusst. Bellow erhielt seinen Bachelor in den Fächern Anthropologie und Soziologie von der Northwestern University und arbeitete anschließend an der University of Wisconsin. Er heiratete die Soziologin Anita Goshkin und arbeitete als Journalist, später als Universitätsprofessor für Literatur. Kurzzeitig war er auch Mitarbeiter der Encyclopaedia Britannica. Er gehörte dem internationalen Salzburg Seminar an. Bereits mit seinem Tagebuchroman Dangling Man löste er 1944 Aufmerksamkeit aus. Hier kreist das Geschehen um einen jungen Mann, der seine Einberufung erwartet. In seinen Frühwerken beschäftigte den Schriftsteller stark die Vereinsamung des Individuums in der auf Profit fixierten US-Konsumwelt. Das Hauptthema seiner Werke ist die Situation des männlichen, jüdischen Intellektuellen in den heutigen USA, der ohne religiöse Bindung seinen Weg im Kampf des Lebens sucht, insbesondere verwirrt im Kampf der Geschlechter. Die Schauplätze seiner Romane sind vorwiegend New York und Chicago. Die eigene Minderheitenerfahrung sensibilisierte ihn für soziale Antagonismen; zugleich war er stets ein wacher Diagnostiker kultureller Tendenzen und Veränderungen. In den älteren Jahren des Autors werden die Protagonisten in den Werken zu aktiven, ihr Los meisternden und auf ihre Umwelt einwirkenden Gestalten. Bellow hat gemeinsam mit William Faulkner "das Rückgrat der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts" gebildet, so die Kommentierung des Autors Philip Roth. Der literarische Durchbruch gelang Bellow bereits 1965 mit dem tragikomischen Roman Herzog, den viele Kritiker für sein bestes Werk halten. Darin setzte er sich mit Philosophen wie Nietzsche und Heidegger (oder auch mit dem schon entfernteren Oswald Spengler) auseinander. Dabei nahm er einen sowohl europäischen wie amerikanischen Blickpunkt ein, suchte damit gewissermaßen zwei Identitäten zu verbinden. Mit Herzog erschloss sich Bellow auch die Leserschaft in Deutschland. Bellow erhielt "für das menschliche Verständnis und die subtile Kulturanalyse, die in seinem Werk vereinigt sind" 1976 den Nobelpreis für Literatur. Kurz zuvor wurde er für den Roman Humboldts Vermächtnis (engl. Humboldt's Gift) mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Bellow war fünfmal verheiratet, unter anderem mit der Mathematikerin Alexandra Bell. Zum Zeitpunkt seines Todes hinterließ er neben drei Söhnen eine fünfjährige Tochter. Aus: wikipedia-Saul_Bellow , ISBN-13: 9783462020960
Deutsche Erstausgabe. 140 Seiten. 20 cm. Leinen mit farbigen Vorsätzen und Schutzumschlag.
[SW: Nobelpreisträger, Amerikanische Literatur des 20. Jahrhunderts, Americana, , Zeitgeschichte, Amerikanische Geschichte, Amerikanische Gesellschaft, Politik, Soziologie, Amerikanistik, USA, Vereinigte Staaten, Literaturgeschichte]
Bellow, Saul: Herzog. Roman. Aus dem Amerikanischen von Walter Hasenclever und mit einem Nachwort von Karl-Heinz Schönfelder. Verlag Volk und Welt 3.Aufl. 1988 Berlin (Ost)
516S. 8°
Leinen Brauner Ganzleinenband mit Farbkopfschnitt. Der hintere Einbanddeckel fleckig, das holzhaltige Papier allg. nachgedunkelt, ansonsten guter Zustand. Der Roman Herzog (1964) ist das Hauptwerk von Saul Bellow und beschreibt die Orientierungskrise des jüdischen Literaturwissenschaftlers Moses Herzog aus Chicago, der sowohl zwischen verschiedenen Frauen als auch verschiedenen Ideologien steht. Der Literaturwissenschaftler Moses Herzog gerät in eine tiefe Persönlichkeitskrise: Nach der Ehe mit Daisy, mit der er einen halbwüchsigen Sohn hat, scheitert auch die Ehe mit Madeleine, mit der er eine kleine Tochter hat. Madeleine betrügt ihn mit seinem früher besten Freund Valentine Gersbach, dem er aufgrund seiner Beziehungen noch eine gute Stellung beim Rundfunk in Chicago verschafft hatte. Madeleine zuliebe gibt Herzog seine Universitäts-Laufbahn auf und zieht mit ihr für ein wissenschaftliches Projekt ein Jahr aufs Land. Wegen wachsender Konflikte zwischen ihnen gehen beide wieder in die Stadt zurück, wo er nun Vorlesungen an einer Volkshochschule hält. Madeleine trennt sich von ihm und setzt ihre Liebesaffaire mit seinem besten Freund fort, Herzog macht mit seinem Bruder eine Europareise, von der er aber labiler als vorher zurückkehrt. Mehr und mehr hat er das Gefühl, dass er "entzweiging - auseinanderbrach": seine Vorlesungen werden verworren und er wird sonderlich. Seine Selbsterforschung und seine Rechtfertigungen treiben ihn zu ersten Notizen, die sich allmählich zu Briefen an Freunde, Bekannte, andere lebende und tote Schriftsteller und zuletzt auch: Nietzsche und Gott, auswachsen. In diesen Briefen nimmt Herzog nicht nur zu seinen privaten Anliegen sondern auch zu sozialen (Armut, Landverteilung) und politischen Entwicklungen (Kalter Krieg) kritisch Stellung und erweist sich als linker Liberaler, dem auch der Marxismus nicht fremd ist: Er selbst könne sich mit einschließen, wenn er von den "Millionen verbitterter Voltairianer" schreibe, deren Seelen mit zorniger Satire angefüllt seien. Nach den langen Schilderungen der Eskalation zwischen Madeleine und Herzog reflektiert er über seine japanische Freundin Sono und über seine neue Partnerin, Ramona, die besser als er selbst seine Bindungsängste und die Bedeutung seiner sich von ihm distanzierenden Frau (Madeleine) erkennen. Schließlich reist er wieder in sein Landhaus, in dem er mit Madeleine gelebt hat, um seinem Sohn aus erster Ehe nahe zu sein, der ein Sommercamp besucht. Auf diesen letzten Seiten gibt es mehr und mehr Hinweise auf eine Besserung seines Zustands, das Aufscheinen von Gelassenheit und Freude über neu empfundene sinnliche Eindrücke der Natur. Die lockere, vor- und zurückgreifende Assoziation der Szenen löst die Zeitstruktur der Handlung bald auf. Statt einer linearen Abfolge entsteht ein Mosaik der Erinnerung, das nach und nach das vertieft und ausleuchtet, was am Anfang bald schon beschrieben ist: Madeleines Konversion vom Judentum zum Katholizismus, das Leben im Sommerhaus mit Madeleine, die wachsenden Konflikte zwischen ihnen, Herzogs zunehmende Arbeitsunfähigkeit, ihre Affaire mit seinem Freund, die Trennung, seine neue Freundin Ramona... Die Erzählung wird so zu einer Figur der kreisförmigen Vertiefung seiner Realitätswahrnehmung: Moses Herzog beschreibt seine Antagonisten und auch seinen Vater als "Dozenten der Realität", die ihn nach und nach in seiner Reflexionsarbeit an die Realität heranführen. Er nähert sich allmählich dem, was er immer schon geahnt hatte: Mit seinen Briefen ist Moses "auf der Spur von Dingen, die er erst jetzt und nur undeutlich zu begreifen begann." Die plötzliche Wendung zum Besseren gegen Ende des Buches ("Wie herrlich schön ist es heute!") ist wenig nachvollziehbar und weder in der Figur noch in ihren Umständen angelegt. Der erste Satz des Romans ("Wenn ich den Verstand verloren habe, soll's mir recht sein, dachte Moses Herzog.") leitet den Leidensweg ein - und steht aber auch am Beginn jener nachhaltigen Stimmungsverbesserung des Ausklangs. Die Verrücktheit verliert sich also "irgendwie" aus Herzogs Leben und trotz fortbestehender äußerer Unaufgeräumtheit scheinen Gesundung, Glück und Seelenfrieden als Folge einer langen Erinnerungs- und Rechtfertigungsarbeit möglich: "So fing die letzte Woche seiner Briefe an." Es gibt einen großen Unterschied zwischen aufregend geschriebenen Passagen und einer Form- und Perspektivlosigkeit des Ganzen, einer Abwesenheit von Entwicklung und häufigen Unterbrechung der Erzählung durch die vielen Notizen und Briefe, die wie Hindernisse mühsam zu übersteigen sind. Der Eindruck der Unordnung in Herzogs Leben wird erzählerisch durch diese Ornamentik der Romanstruktur verstärkt. Der Roman zeigt einen Reichtum an rhetorischen Formen, die auch ein uferloses Erinnerungsmosaik lesenswert machen: Ganze Passagen sind ironisch und selbstironisch geschrieben; er häuft Attribute als Asyndeton, verstößt mit Satzbrüchen gegen Lesererwartungen, usw. Der Roman bietet weiterhin eine überraschende Vielfalt an Figurencharakteristiken, die in vielen Dialogszenen (im Gespräch mit seinem Anwalt Simkin, einer früheren Schwiegermutter, mit einem Taxifahrer, beim Zuhören vor Gericht) wie en passant entwickelt werden. Bellow schöpft aus der sprudelnden Quelle seiner scharfen Beobachtung und seiner Fähigkeit zu interessanten Darstellungen von Personen, Stimmungen, Dialogen. Immer wieder trifft der Leser auf erfrischende Exkurse, die wie kleine Geschichten für sich stehen könnten und Bellows überbordende Gestaltungsfreude zeigen. Experimentell ist auch das Schwanken der Erzählhaltung: Der meist personale Er-Erzähler steht der Hauptfigur sehr nahe (er berichtet von Herzogs Überlegungen, seinen Gefühlen und seiner Wahrnehmung anderer Figuren), ist aber nicht identisch mit ihm (der Erzähler gibt Rückblicke und erklärt); der Erzähler hat Humor und steht auf Seiten Herzogs, ist aber kein Besserwisser. Seine Ironie und Selbstironie scheinen irgendwo zwischen dem Erzähler und der Hauptfigur zu entspringen. Manchmal spricht der Er-Erzähler aber auch direkt die Hauptfigur an, wird ein Du-Erzähler, der mit seinem alter ego dialogisiert - aber beim Schreiben der Briefe (Ich-Form) wechselt der Er-Erzähler nach oder vor den kursiv gesetzten Brieftexten gelegentlich auch zu einem Ich-Erzähler - Moses Herzog ist also sowohl außer sich als auch neben sich und manchmal auch er selbst. Diese Erzähler-Wechsel sind der vielleicht wichtigste formale Hinweis auf die schwankende, sich selbst fremde Identität der Hauptfigur und auf seine Mühe, sich zu vergewissern, wer er eigentlich sei: Diese Erzählweise ist Teil der Botschaft. Saul Bellow (* 10. Juni 1915 als Solomon Bellows in Lachine, Quebec, Kanada; 5. April 2005 in Brookline, Massachusetts, USA) war ein US-amerikanischer Soziologe, Schriftsteller und Träger des Nobelpreises für Literatur. Saul Bellow wurde 1915 als Solomon Bellows in Lachine, einem Vorort von Montreal, als Sohn einer Immigrantenfamilie aus St. Petersburg geboren. Aufgewachsen ist er in Chicago. Die erste Sprache, die der Junge erlernte, war Hebräisch. Die Familie zog nach Chicago um, als Saul neun Jahre alt war. Bellow selbst und sein literarisches Schaffen wurden zeitlebens durch das östlich-jüdisch geprägte Großstadtmilieu, in dem er aufwuchs, beeinflusst. Bellow erhielt seinen Bachelor in den Fächern Anthropologie und Soziologie von der Northwestern University und arbeitete anschließend an der University of Wisconsin. Er heiratete die Soziologin Anita Goshkin und arbeitete als Journalist, später als Universitätsprofessor für Literatur. Kurzzeitig war er auch Mitarbeiter der Encyclopaedia Britannica. Er gehörte dem internationalen Salzburg Seminar an. Bereits mit seinem Tagebuchroman Dangling Man löste er 1944 Aufmerksamkeit aus. Hier kreist das Geschehen um einen jungen Mann, der seine Einberufung erwartet. In seinen Frühwerken beschäftigte den Schriftsteller stark die Vereinsamung des Individuums in der auf Profit fixierten US-Konsumwelt. Das Hauptthema seiner Werke ist die Situation des männlichen, jüdischen Intellektuellen in den heutigen USA, der ohne religiöse Bindung seinen Weg im Kampf des Lebens sucht, insbesondere verwirrt im Kampf der Geschlechter. Die Schauplätze seiner Romane sind vorwiegend New York und Chicago. Die eigene Minderheitenerfahrung sensibilisierte ihn für soziale Antagonismen; zugleich war er stets ein wacher Diagnostiker kultureller Tendenzen und Veränderungen. In den älteren Jahren des Autors werden die Protagonisten in den Werken zu aktiven, ihr Los meisternden und auf ihre Umwelt einwirkenden Gestalten. Bellow hat gemeinsam mit William Faulkner "das Rückgrat der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts" gebildet, so die Kommentierung des Autors Philip Roth. Der literarische Durchbruch gelang Bellow bereits 1965 mit dem tragikomischen Roman Herzog, den viele Kritiker für sein bestes Werk halten. Darin setzte er sich mit Philosophen wie Nietzsche und Heidegger (oder auch mit dem schon entfernteren Oswald Spengler) auseinander. Dabei nahm er einen sowohl europäischen wie amerikanischen Blickpunkt ein, suchte damit gewissermaßen zwei Identitäten zu verbinden. Mit Herzog erschloss sich Bellow auch die Leserschaft in Deutschland. Bellow erhielt "für das menschliche Verständnis und die subtile Kulturanalyse, die in seinem Werk vereinigt sind" 1976 den Nobelpreis für Literatur. Kurz zuvor wurde er für den Roman Humboldts Vermächtnis (engl. Humboldt's Gift) mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Bellow war fünfmal verheiratet, unter anderem mit der Mathematikerin Alexandra Bell. Zum Zeitpunkt seines Todes hinterließ er neben drei Söhnen eine fünfjährige Tochter.
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