Strindberg Inferno
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Strindberg, August: Die Inselbauern oder Die Leute auf Hemsö. Aus dem Schwedischen übertragen von Emil Schering. Volksausgabe. Deutsche Originalausgabe gleichzeitig mit der schwedischen Ausgabe unter Mitwirkung von Emil Schering vom Dichter selbst veranstaltet. Georg Müller Keina Angabe Ohne Jahresangabe (1918) München und Leipzig
197S. 8°
Halbleder Klammergehefteter, goldgeprägter Halblederband mit in Rennersches Buntpapier eingeschlagenen Buchdeckeln und Farbkopfschnitt. Die Einbandkanten berieben, Ecken teils durchgerieben, das Papier altersgemäß nachgedunkelt, einzelne Seiten leicht fleckig oder mit kleinem Knick, Klammern teilweise angerostet, jedoch ohne Übergang auf die Seiten. Insgesamt guter Zustand dieser von Paul Renner schön gestalteten Halbledervolksausgabe. Johan August Strindberg * 22. Januar 1849 in Stockholm; 14. Mai 1912 ebenda) war ein schwedischer Schriftsteller und Künstler. Er gilt als einer der wichtigsten schwedischen Autoren, besonders seine Dramatik ist weltbekannt. Von den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts bis zu seinem Tod dominierte er das literarische Schweden, war ständig umstritten und oft in persönliche Konflikte verwickelt. Zu seinem umfangreichen literarischen Werk gehören Romane, Novellen und Dramen, die zu den Klassikern schwedischer Literatur zählen. Strindberg schrieb mehr als 60 Dramen, zehn Romane, zehn Novellensammlungen und mindestens 8.000 Briefe. Das macht ihn ohne Zweifel zu einem der produktivsten Autoren Schwedens. Strindberg umfasste alle großen Ideenströmungen, die es zum Ende des 19. Jahrhunderts gab. Er erneuerte die schwedische Prosa, indem er die deklamatorische und rhetorische Sprache der älteren Prosa durch Umgangssprache und scharfe Beobachtungen direkt aus dem Alltag ersetzte. Außerdem hatte Strindberg für seine Zeit möglicherweise höchste Bedeutung als Dramatiker: Er war inspiriert von Shakespeare und dessen schnellen Szenenwechseln. Strindberg revolutionierte das Drama aber auch, indem er die Schauspieler eine natürliche Umgangssprache verwenden ließ. Die Handlung in seinen Stücken bewegt sich typischerweise in einer historischen Umgebung und veranschaulicht Klassenkampf und psychologischen Stellungskrieg. Strindberg gilt als einer der Wegbereiter des modernen europäischen Theaters des 20. Jahrhunderts, vor allem mit seinen Dramen Fräulein Julie und der Trilogie Nach Damaskus. Damit ist er im gleichen Atemzug mit dem norwegischen Schriftsteller Henrik Ibsen und dem Russen Anton Tschechow zu nennen. Im deutschsprachigen Raum nahm er insbesondere aufgrund seiner sozialkritischen Themen und der Erfindung des Stationendramas Einfluss auf die Literatur. Während Strindbergs Frühwerk dem Naturalismus zuzuordnen ist, gehören seine späteren Werke dem Expressionismus an. In der Sekundärliteratur wird sein literarisches Schaffen entsprechend in eine naturalistische und eine expressionistische Phase unterteilt. Expressionistische Phase Mehr noch als den Naturalismus beeinflusste Strindberg den Expressionismus durch seine späteren Werke. Nach den psychischen Krisen in den 1890er Jahren (vgl. Inferno-Krise) wechselte Strindberg den Fuß: Mit religiösen Ideen inspiriert von Emanuel Swedenborg und Sören Kierkegaard löste Strindberg den früheren Realismus auf, um dem mehr Expressionistischen Platz zu machen. Er entwickelte sich "vom Naturalisten zum Mystiker, vom Zweifler zum Gläubigen, und um die Jahrhundertwende erklärte er sich als ein Schüler Maurice Maeterlincks, des Symbolisten". Sein erstes Werk nach Inferno ist die Bekenntnis-Trilogie Nach Damaskus, worin sich der innere Streit um Schuld, Leiden und Versöhnung findet, den er während der letzten Jahre führte. Strindberg prägte das Werk der Expressionisten Georg Kaiser, Ernst Barlach, Robert Müller und Reinhard Goering sowie auch das Schaffen von Sean O'Casey, Eugene O'Neill, Luigi Pirandello und Pär Lagerkvist. Strindberg nahm seine frühere Rolle als Gesellschaftskritiker in den Jahren nach 1900 wieder auf mit Romanen wie Schwarze Fahnen und Die gotischen Zimmer. Sowohl Diskussionsgegner als auch Kollegen und Freunde wurden einer schonungslosen Satire ausgesetzt. Einflüsse Strindberg unterhielt einige Monate Ende 1888 einen Briefwechsel mit dem damals relativ unbekannten Friedrich Nietzsche. Sie hatten eine Reihe Berührungspunkte in ihrer Auffassung vom Leben und von der Philosophie, und Strindberg träumte davon, mit Nietzsche an seiner Seite eine neue literarische Schule aufzubauen. Bedeutenden Einfluss auf die Weltanschauung und Wertehaltung Strindbergs übte die Philosophie Friedrich Nietzsches aus, die Strindberg durch die Lektüre der bahnbrechenden Werke Also sprach Zarathustra, Jenseits von Gut und Böse und Götzendämmerung kennenlernte. Nietzsches aristokratischer Ansatz, dass die Überwindung der decadence - als nihilistisches Paradigma - einer neuen Elite bedarf, traf pointiert Strindbergs Selbstverständnis. Als er von Nietzsche einen sonderbaren und aggressiven Brief erhielt, welcher unterzeichnet war mit "Nietzsche Caesar" (Strindberg unterzeichnete alle seine Rückschreiben mit Deus, optimus maximus, also Gott, bester und höchster), schrieb er an Georg Brandes, der auch diesem philosophischen Briefkreis angehörte, dass Nietzsche sie vielleicht vor dem literarischen Publikum kompromittieren könnte. Kurz darauf kam es in Turin zu Nietzsches psychischem Zusammenbruch. Weitere Einflüsse bezog Strindberg von Emanuel Swedenborg, Sören Kierkegaard, Arthur Schopenhauer und Honore de Balzac. Strindberg als Maler und Fotograf Als Künstler begegnete Strindberg zu seiner Zeit zähem Unverständnis, nicht einmal seine Künstlerfreunde sahen seine Gemälde als interessant an. Strindberg malte und fotografierte trotzdem während mehrerer Lebensphasen mit künstlerischen Ambitionen. In einem Essay behauptete er, die Malerei sei für ihn nur eine Freizeitbeschäftigung. Sein künstlerisches Schaffen lässt jedoch erkennen, dass er in seinen Bildern zum Teil wesentliche Gedanken und Erfahrungen zu verarbeiten versuchte, besonders dann, wenn er unter Schreibblockaden litt. Insofern ist Strindbergs Malerei eng verbunden mit seinem literarischen Werk und spiegelt seine unstete, kontroverse Persönlichkeit gleichermaßen wider. Vor allem dient Strindberg die Malerei als "Mittel zur Auseinandersetzung mit der 'condition humaine'". Strindbergs intensive, teils psychotische Erlebnisse übertrugen sich direkt auf die Leinwand. Seine früheren Gemälde zeigen dramatische, landschaftliche Motive. Felsen und Wasser spielen eine bedeutende Rolle. Das Figurative löst sich dabei meist in der Farbmasse auf. Dafür nutzte Strindberg häufig einen Spatel und mischte die Farben erst auf der Leinwand, so dass die Bilder zum Teil formlos oder unfertig wirken, zum Beispiel Seestück mit Felsen und Golgatha, Dornach (beide 1894). Die Neue Zürcher Zeitung schrieb anlässlich einer Strindberg-Ausstellung in der Tate Gallery of Modern Art über Strindbergs Technik: "Sie lässt auf Schritt und Tritt erkennen, wie er für seinen Seelenzustand unfehlbar eine malerische Metapher zu finden verstand. Im Gegensatz zu Caspar David Friedrich vermag Strindberg, wenn sich bei ihm Meer und Land treffen, keine fast heilige Scheu vor der Weite der Welt heraufzubeschwören. Doch es fehlen in seinen Bildern eben auch die kleinen Menschen - seine Welt ist den Urgewalten untertan, ist in Werken wie den genannten ein düsteres kosmisches Durcheinander." Gegenüber Paul Gauguin äußerte Strindberg, seine Bilder seien ihm "zu sonnig". Und so sind auch Strindbergs Fotogramme aus dem Jahr 1894 düstere Abbilder des Nachthimmels. Strindbergs autobiografische Fotografien seines Aufenthalts in der Schweiz 1886 folgten dem realistischen Stil wie seine Texte aus derselben Phase. Nach der Jahrhundertwende malte Strindberg vermehrt an Traumwelten erinnernde Bilder, die die düsteren Motive der "Inferno-Krise" hinter sich ließen. Meer, Himmel und Wasser waren zwar nach wie vor seine Hauptthemen, nun aber in einer hoffnungsvolleren, sogar heiteren Darstellung (z.B. The Child's First Cradle), die den Gemütszustand des alternden Strindberg spiegeln. Als Autor verpasste Strindberg nicht die Chance, Sarkasmen gegen das Kunst-Establishment auszuteilen. 1877 schrieb er die Anweisung, um in 60 Minuten Kunstkenner zu werden: "Genial, grandios, gigantisch, grotesk. Das erstgenannte Wort ist gut anwendbar, im Besonderen wenn der Maler in der Nähe steht, so dass er es hören kann. Die anderen Bezeichnungen eignen sich für Darstellungen von Stürmen, düsteren Alpenszenen, Bergschluchten, und allgemein für alle Formate, die zehn Fuß Breite und sechs Fuß Höhe übersteigen." Die symbolgeladenen, expressionistischen Werke Strindbergs wurden während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bedeutend mehr geschätzt als noch zu seinen Lebzeiten. Heute ist Strindberg in den ständigen Sammlungen des Schwedischen Nationalmuseums vertreten. Das Londoner Auktionshaus Christie's versteigerte sein Gemälde Inferno (1901) Anfang der 1990er Jahre für 1,2 Mio Pfund und nannte ihn "einen der bedeutendsten Maler seiner Zeit". 2005 würdigte die Tate Modern den Künstler mit einer großen Werkschau. "Wie die zeichnerischen und malerischen Versuche Victor Hugos, eines anderen Giganten der Literatur, sind Strindbergs Bilder mehr als nur eine Fussnote zu des Mannes schriftstellerischem Werk", so Georges Waser zum künstlerischen Schaffen des schwedischen Autors.
[SW: Schwedische Literatur | Roman | August Strinberg |]
Strindberg, August. Inferno. Autorisierte Übersetzung von Christian Morgenstern. Berlin, Hyperionverlag, (1920).
Guter Zustand, Einband mit leichten Gebrauchsspuren, innen sehr ordentlich, textsauber. Illustrierter Deckel, farbiger Vollschnitt, Frakturschrift. Johan August Strindberg (* 22. Januar 1849 in Stockholm; 14. Mai 1912 ebenda) war ein schwedischer Schriftsteller und Künstler. Er gilt als einer der wichtigsten schwedischen Autoren, besonders seine Dramatik ist weltbekannt. Von den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts bis zu seinem Tod dominierte er das literarische Schweden, war ständig umstritten und oft in persönliche Konflikte verwickelt. Zu seinem umfangreichen literarischen Werk gehören Romane, Novellen und Dramen, die zu den Klassikern schwedischer Literatur zählen. Nach der Ehe mit Frida Uhl durchlebte Strindberg eine ausgesprochen düstere Phase seines Lebens, in der er unter Wahnvorstellungen, Realitätsverlust und Depressionen litt. Sie wird "Inferno-Krise" genannt, da Strindberg die Erfahrungen dieser Zeit vor allem in dem Roman Inferno, Legender (1897, Inferno. Legenden.) in Form von autobiografischen, teilweise verklärten Aufzeichnungen verarbeitete. Es ist auch die Zeit, in der Strindberg begann, wissenschaftliche und alchemistische Versuche zu machen. In gewisser Weise gelang es ihm, sich "frei zu schreiben" und so seine psychische Krise zu überwinden. In den folgenden sechs Jahren schrieb er mehr als 25 Stücke. Zustand: gebraucht; gut
267 S., 8°, Pappeinband.
[SW: Literatur, schwedische Literatur, Autobiographien, Romane, Novellen, Drama]
Strindberg, August: Das rote Zimmer. Roman. Deutsch von Else von Hollander. (=August Strindberg, ausgewählte Romane) Hyperionverlag Erste Aufl. 1919 Berlin
445S. 8°
Pappe Fadengehefteter, illustrierter Pappband mit Rundumfarbschnitt. Der Einband leicht berieben und gering leseschief, Farbschnitte leicht berieben, ansonsten rundum guter Zustand. Buch der 1000 Bücher Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Das rote Zimmer OT Röda rummet. Skildringar ur artist- och författarlivetOA 1879 DE 1889 Form Roman Epoche Naturalismus Die Schilderungen aus dem Leben der Künstler und Schriftsteller (Untertitel) von August Strindberg markieren in vielerlei Hinsicht den Beginn einer neuen Epoche in der schwedischen Literaturgeschichte. Mit seinen gesellschaftskritischen Milieuschilderungen entfaltet der Roman erstmals ein breit angelegtes Panorama des großstädtischen Stockholm. Wegweisend für die Herausbildung einer neuen Prosa war vor allem die Darstellungsform, die sich durch einen naturalistisch ausgerichteten Detailreichtum sowie durch satirische Überspitzungen auszeichnet und zudem alltagssprachliche Formulierungen einbezieht. Inhalt: Der Roman setzt sich mit Wandlungsprozessen in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Bewusstseins auseinander, die sich um etwa 1870 vollziehen und sich vor allem im Journalismus, aber auch in Parlamentssitzungen, in Aktienspekulationen, im Theatermilieu oder im geselligen Leben der Salons und Restaurants manifestieren. Im Zentrum des Geschehens steht der junge und etwas naive Assessor Arvid Falk, der aus idealistischen Motiven seine Beamtenlaufbahn abgebrochen hat, um sich als Journalist und Schriftsteller in den Dienst der Wahrheit und des Fortschritts zu stellen. Damit steht er in scharfem Gegensatz zu seinem weitaus älteren Bruder und ehemaligen Vormund Carl Nicolaus Falk, der als ebenso intriganter wie einflussreicher Großhändler zu den repräsentativen Trägern einer korrumpierten Gesellschaft gehört. Arvid erfährt bald, in welcher Weise Erfolge und Misserfolge literarischer Texte durch Kritiker gemacht werden, die wiederum im Interesse von Verlegern und anderen einflussreichen Personen handeln. In dieses Netz von geschäftlichen Beziehungen sind letztlich auch Vertreter der Kirche und karitative Vereine eingebunden. Neue Anregungen bekommt Arvid in einem Bohemekreis von Literaten, Künstlern, Journalisten und Schauspielern, der sich regelmäßig im "Roten Zimmer" eines bekannten Stockholmer Restaurants trifft. Dieser Gruppe gehört auch der autodidaktische Philosoph Olle Montanus an, der sich wie Arvid Falk einer Eingliederung in die bestehende Gesellschaft widersetzt. In beruflicher Hinsicht bleibt Falk als Journalist, Redakteur und Literat nicht ohne Erfolg, allerdings muss er erkennen, dass selbst die von ihm unterstützte liberale Presse und die Arbeiterbewegung von unterschiedlichen Machtinteressen, nicht aber vom Streben nach Wahrheit geleitet werden. Folgenreich für Falk ist eine Begegnung mit dem zynischen Arzt Borg, der ihn von seinem Idealismus kuriert. Während Olle Montanus, der in vielerlei Hinsicht einen Kontrast zum Protagonisten bildet, Selbstmord begeht, nimmt Falk schließlich eine bürgerliche Lebensweise an. Aufbau: Der Roman besteht aus 29 Kapiteln, die in Form von Episoden ein Gesamtbild der verschiedenen Stockholmer Milieus entwerfen und eher durch eine Vielzahl thematischer Bezüge als durch eine handlungsbestimmte Aufeinanderfolge verbunden sind. In der Art und Weise, wie Arvid Falk der Gesellschaft als Individuum gegenübergestellt wird, gibt es deutliche Anklänge an den Bildungs- und Entwicklungsroman, die aber durch die karikierenden Typisierungen der Figuren oft unterlaufen werden. Wirkung: Mit Das rote Zimmer gelang Strindberg ein außerordentlicher Erfolg. Der gesellschaftskritische Impetus und die Schreibweise übten einen großen Einfluss auf die moderne schwedische Literatur aus, insbesondere auf die Literatur des Naturalismus. D. G. Johan August Strindberg * 22. Januar 1849 in Stockholm; 14. Mai 1912 ebenda) war ein schwedischer Schriftsteller und Künstler. Er gilt als einer der wichtigsten schwedischen Autoren, besonders seine Dramatik ist weltbekannt. Von den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts bis zu seinem Tod dominierte er das literarische Schweden, war ständig umstritten und oft in persönliche Konflikte verwickelt. Zu seinem umfangreichen literarischen Werk gehören Romane, Novellen und Dramen, die zu den Klassikern schwedischer Literatur zählen. Strindberg schrieb mehr als 60 Dramen, zehn Romane, zehn Novellensammlungen und mindestens 8.000 Briefe. Das macht ihn ohne Zweifel zu einem der produktivsten Autoren Schwedens. Strindberg umfasste alle großen Ideenströmungen, die es zum Ende des 19. Jahrhunderts gab. Er erneuerte die schwedische Prosa, indem er die deklamatorische und rhetorische Sprache der älteren Prosa durch Umgangssprache und scharfe Beobachtungen direkt aus dem Alltag ersetzte. Außerdem hatte Strindberg für seine Zeit möglicherweise höchste Bedeutung als Dramatiker: Er war inspiriert von Shakespeare und dessen schnellen Szenenwechseln. Strindberg revolutionierte das Drama aber auch, indem er die Schauspieler eine natürliche Umgangssprache verwenden ließ. Die Handlung in seinen Stücken bewegt sich typischerweise in einer historischen Umgebung und veranschaulicht Klassenkampf und psychologischen Stellungskrieg. Strindberg gilt als einer der Wegbereiter des modernen europäischen Theaters des 20. Jahrhunderts, vor allem mit seinen Dramen Fräulein Julie und der Trilogie Nach Damaskus. Damit ist er im gleichen Atemzug mit dem norwegischen Schriftsteller Henrik Ibsen und dem Russen Anton Tschechow zu nennen. Im deutschsprachigen Raum nahm er insbesondere aufgrund seiner sozialkritischen Themen und der Erfindung des Stationendramas Einfluss auf die Literatur. Während Strindbergs Frühwerk dem Naturalismus zuzuordnen ist, gehören seine späteren Werke dem Expressionismus an. In der Sekundärliteratur wird sein literarisches Schaffen entsprechend in eine naturalistische und eine expressionistische Phase unterteilt. Expressionistische Phase Mehr noch als den Naturalismus beeinflusste Strindberg den Expressionismus durch seine späteren Werke. Nach den psychischen Krisen in den 1890er Jahren (vgl. Inferno-Krise) wechselte Strindberg den Fuß: Mit religiösen Ideen inspiriert von Emanuel Swedenborg und Sören Kierkegaard löste Strindberg den früheren Realismus auf, um dem mehr Expressionistischen Platz zu machen. Er entwickelte sich "vom Naturalisten zum Mystiker, vom Zweifler zum Gläubigen, und um die Jahrhundertwende erklärte er sich als ein Schüler Maurice Maeterlincks, des Symbolisten". Sein erstes Werk nach Inferno ist die Bekenntnis-Trilogie Nach Damaskus, worin sich der innere Streit um Schuld, Leiden und Versöhnung findet, den er während der letzten Jahre führte. Strindberg prägte das Werk der Expressionisten Georg Kaiser, Ernst Barlach, Robert Müller und Reinhard Goering sowie auch das Schaffen von Sean O'Casey, Eugene O'Neill, Luigi Pirandello und Pär Lagerkvist. Strindberg nahm seine frühere Rolle als Gesellschaftskritiker in den Jahren nach 1900 wieder auf mit Romanen wie Schwarze Fahnen und Die gotischen Zimmer. Sowohl Diskussionsgegner als auch Kollegen und Freunde wurden einer schonungslosen Satire ausgesetzt. Einflüsse Strindberg unterhielt einige Monate Ende 1888 einen Briefwechsel mit dem damals relativ unbekannten Friedrich Nietzsche. Sie hatten eine Reihe Berührungspunkte in ihrer Auffassung vom Leben und von der Philosophie, und Strindberg träumte davon, mit Nietzsche an seiner Seite eine neue literarische Schule aufzubauen. Bedeutenden Einfluss auf die Weltanschauung und Wertehaltung Strindbergs übte die Philosophie Friedrich Nietzsches aus, die Strindberg durch die Lektüre der bahnbrechenden Werke Also sprach Zarathustra, Jenseits von Gut und Böse und Götzendämmerung kennenlernte. Nietzsches aristokratischer Ansatz, dass die Überwindung der decadence - als nihilistisches Paradigma - einer neuen Elite bedarf, traf pointiert Strindbergs Selbstverständnis. Als er von Nietzsche einen sonderbaren und aggressiven Brief erhielt,...
[SW: Schwedische Literatur | Roman]
Strindberg - Meyer, Michael: Strindberg. A Biography. London: Secker & Warburg, 1985.
Umschl. gering berieben. - List of Illustrations - Preface - PART ONE: THE EARLY YEARS (1849-1883) - Ancestry and Childhood - First Steps in the Theatre - "A Restless Seeker" - Master Olof - Siri - Marriage and Fame - Distractions - "The Theatre is Omega" - PART TWO: THE FIRST EXILE (1883-1889) - France and Switzerland - The Trial - The Beginnings of Misogyny - The Father - Miss Julie - The Experimental Theatre - PART THREE: THE FIRST RETURN (1889-1892) - A Hungry Landscape - The End of a Marriage - PART FOUR: THE WANDERER (1892-1898) - Frida - An English Honeymoon - The End of Another Marriage Towards Inferno - Inferno - "Do I Fight with Demons?" - The Road to Damascus - PART FIVE: THE HOMECOMING (1898-1912) - "Plays and No More Alchemy" - Harriet - Crabbed Age and Youth - "No End, No New Beginning" - "My Disharmonies Rend Me" - The Chamber Plays and Black Banners - "Can the Pit Smell of Roses?" - Fanny - The Last Engagements - "I No Longer Exist" Epilogue - Select Bibliography - Notes - Index. // Eugene O'Neill called Strindberg "that greatest genius of all modern dramatists". Admired by his peers, including Ibsen, Chekhov, Gorki and Shaw, Strindberg was often misunderstood and rejected by his compatriots, yet much that is characteristic of modern drama was originated by him. His eventful and tormented life, including three tempestuous marriages, is vividly presented here: his friendships with Gauguin, Munch and Delius; his meetings with Dumas fils, Shaw and Yeats; his calamitous honeymoon in England and his restless wanderings in France and Germany; his dabblings in the occult and his recurrent bouts with madness. This outstanding biography by Strindberg's foremost translator and author of the definitive biography of Ibsen includes many previously unpublished letters and extracts from Strindberg's private diary and is the first fully rounded and considered appraisal of a remarkable man. -
XVI; 651 S., Abb. Originalhalbleinen mit Schutzumschlag.
[SW: August Strindberg, Drama, Schwedische Literatur]



