Wagner Richard das Rheingold
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Wagner, Richard: Rienzi (dreibändig) Rienzi (in three volumes)
S. 1204, Richard Wagner (geb. Leipzig,, 22. Mai 1813 - gest. Venedig, 13. Februar 1883) "Rienzi" (Rienzi, der letzte der Tribunen) Grosse tragische Oper in fünf Akten Libretto von Richard Wagner nach Edward Bulwer Lytton Uraufführung: Dresden, 20. Oktober 1842 Vorwort Wilhelm Richard Wagner wird am 22. Mai 1813 als neuntes Kind des Leipziger Polizeiaktuars Friedrich Wilhelm Wagner und seiner Frau Johanne geboren. Nach dem Tod des Vaters in Richards erstem Lebensjahr heiratet die Mutter den Schauspieler Ludwig Geyer, dem die Familie ins Engagement nach Dresden folgt. Durch ihn bekommt Richard erste, nachhaltige Eindrücke aus der Theaterwelt; doch Geyer stirbt bereits 1821. Sechs Jahre später ziehen die Wagners nach Leipzig zurück, wo Richard die Schule besucht, sich aber mehr mit Dichtung im Stil von Shakespeare und Schiller sowie Theater und Komposition beschäftigt. Seine Gymnasialzeit beendet er ohne Reifeprüfung. Romantische Musik, vor allem Webers Freischütz, Beethovens Oper Fidelio und seine Symphonien beeinflussen den jungen Autodidakten entscheidend. Theodor Weinlich, Kantor der Thomaskirche, erteilt ihm schliesslich Unterricht in Komposition. 1831 erhält Wagner die Erlaubnis, sich als Student der Musiktheorie an der Leipziger Universität einzuschreiben. 1833 wird er in Würzburg Chordirektor, kann Theatererfahrung sammeln und an einer ersten Oper Die Feen arbeiten. Als Opernkapellmeister zieht er 1834 nach Magdeburg, wo 1836 seine zweite Oper Das Liebesverbot uraufgeführt, jedoch wenig beachtet wird. Noch im selben Jahr geht er als Kapellmeister nach Königsberg und heiratet die Schauspielerin Minna Planer. Im darauffolgenden Jahr erhält er ein Engagement in Riga; in dieser Zeit komponiert er an Rienzi. Vor seinen Gläubigern flieht Wagner nach Paris in die meyerbeersche Hochburg der Oper. Trotz erheblicher existenzieller Schwierigkeiten kann er hier Rienzi fertigschreiben und das Libretto zum Fliegenden Holländer beginnen. 1842 kommt die vorläufig rettende Berufung zum Königlichen Kapellmeister nach Dresden, wo Rienzi noch im selben Jahr erfolgreich uraufgeführt wird. Der fliegende Holländer hat ein Jahr später Premiere, wird aber vom Publikum ziemlich kühl aufgenommen. Im Frühjahr 1845 beendet Wagner die Arbeit an Tannhäuser und wendet sich der Sarazenin zu, die er jedoch nie vollendet; er schreibt zu dieser Zeit bereits an den Text zu den Meistersingern. Die Tannhäuser-Erstaufführung am 19. Oktober desselben Jahres stösst auf wenig Verständnis - die Oper wird als zu "lang und langweilig" empfunden. 1848 befindet sich Wagner inmitten revolutionärer Aktivitäten: Er wird steckbrieflich gesucht und muss nach Zürich ins Exil gehen. Durch die Verbannung vergrössert sich seine Bekanntheit, und Franz Liszt und weitere Anhänger setzen sich ausserdem stark für ihn ein. 1850 bringt Liszt die Wagners Lohengrin, die zwei Jahre früher wegen dessen politischer Gesinnung in Dresden abgewiesen wurde, in Weimar heraus; die Oper gefällt dem Publikum, bei der Kritik aber fällt sie durch. Liszt gibt 1851 ein weiteres Werk für Weimar in Auftrag und Wagner präsentiert sein Opernprojekt Der junge Siegfried. Bald darauf entwickelt Wagner die Idee, drei Dramen sowie ein Vorspiel zu diesem Thema zu schreiben. Damit sind jedoch die Ressourcen der Weimarer Oper gänzlich überfordert; dessen ungeachtet beginnt Wagner 1852 mit der Planung für den Ring des Nibelungen, zu dem er schon seit 1846 erste Ideen notiert hat. In Zürich entwickelt Wagner als visionärer Theoretiker den Begriff Gesamtkunstwerk' erstmals für sein Kunstwollen und seine Vision der Vereinigung der Künste im Kunstwerk der Zukunft - wie zahlreiche theoretische Schriften zwischen 1850 und 51 belegen: "Kunst und Revolution", "Das Kunstwerk der Zukunft" und "Oper und Drama"; im letztgenannten kritisiert er die bis dahin praktizierte, aber ausgediente Form' der Oper. Daneben arbeitet er an Das Rheingold und Die Walküre. Siegfried lässt er mitten im zweiten Akt liegen, um sich dem Tristan-Stoff zuzuwenden. 1857 stellt ihm eine neue Bekanntschaft, das Ehepaar Wesendonck, ein bequemeres Haus zur Verfügung. Wagners leidenschaftliche Liebe zu Mathilde Wesendonck ist in den Tristan-inspirierten Wesendonck-Liedern verewigt, die unter Verwendung fünf ihrer Gedichte entstanden. Sie ist die Muse, die nun sein Tristan vorantreibt, dessen Sehnsucht und verbotene Liebe die prekäre Situation Wagners widerspiegelt. Als seine Ehefrau Minna 1860 stirbt, hat Wagner sich jedoch bereits wieder von Mathilde abgewandt. Seine immer grösser werdenden finanziellen Probleme und das Exil führen zu Vereinsamung und Isolation; sein 1861 in Paris aufgeführter, mit einem Ballet erweiterter Tannhäuser gerät zu einem fulminanten Skandal. Aufgrund einer Amnestie darf Wagner endlich wieder nach Deutschland zurückkehren, und es scheint, als breche für ihn eine Glückssträhne an: Die Begegnung mit seinem grössten Bewunderer, dem jungen König Ludwig II von Bayern, dessen Protektion sowie finanzielle Hilfe ihn aus der Not rettet. Während der Münchener Zeit wird 1865 Tristan und Isolde uraufgeführt, stösst jedoch auf wenig Verständnis. Nachdem er in einen handfesten erotischen Skandal verwickelt ist - es dreht sich um Cosima, Tochter von Franz Liszt und Noch-Ehefrau des Freundes und Dirigenten Hans von Bülow - muss Wagner Bayern verlassen. Zusammen mit Cosima zieht Wagner nach Triebchen bei Luzern; hier wird auch der gemeinsame Sohn Siegfried geboren. In den sechs Jahren, die Wagner in Triebchen verbringt, beendet er Die Meistersinger, Siegfried, bewältigt einen Grossteil der Arbeit zu seiner Götterdämmerung und heiratet 1870 Cosima. König Ludwig hatte sich aufgrund der Cosima-Geschichte zurückgezogen, verbleibt jedoch loyaler Bewunderer und Förderer der Musik Wagners. 1868 überwältigt Die Meistersinger von Nürnberg bei der Uraufführung in München zwar das Publikum, wird aber von der Fachwelt beckmesserisch kritisiert. 1869 folgen Das Rheingold sowie 1870 Die Walküre, deren Erstaufführungen König Ludwig sich gesichert hatte. Der langgehegte Plan eines Festspielhauses für den auf den herkömmlichen Bühnen kaum zu verwirklichenden gesamten Ring kommt nun durch die Stadt Bayreuth sowie durch König Ludwigs grosszügige Finanzierung zur Ausführung. Im April 1871 wird der Grundstein des Bayreuther Festspielhauses gelegt. Nach dem Umzug in die Bayreuther Villa "Wahnfried" 1874 arbeitet Wagner an der Partitur zu Parsifal und beendet die Götterdämmerung. 1876 eröffnet das Festspielhaus am Grünen Hügel mit einem kompletten Ring des Nibelungen - eine künstlerische Manifestation, die zudem ein nationales Deutschland zu symbolisieren scheint. Wagner hat erreicht, was er sich vorgenommen hatte - und wenn auch Bayreuth sich ganz und gar nicht rentiert, hat er grosse Berühmtheit erlangt und ein Theater bauen lassen, das sich bis heute allein der Kunst Wagners widmet. Sorgen um das Festspielhaus schwächt jedoch seine Gesundheit. Am 16. Juli 1882 findet in Bayreuth die Premiere des Parsifal mit grossem Erfolg statt. Im darauffolgenden Herbst reist die Familie Wagner nach Venedig, wo Richard Wagner im Februar 1883 im Palazzo Vendramin verstirbt. Seine sterblichen Überreste werden nach Bayreuth gebracht und im Garten der Villa Wahnfried beigesetzt. Autokratisch herrscht Cosima über sein Werk - ab 1908 von ihrem Sohn Siegfried als Festspielleiter assistiert. Nach ihrem Tod wird sie 1930 neben ihrem Gatten begraben. Richard Wagner war die gewaltigste und umstrittenste Persönlichkeit des europäischen Kulturlebens seiner Zeit: Komponist, Dichter, Theoretiker, Philosoph und Ideologe - und der erste moderne, interpretative Dirigent. Er war genialer Erneuerer der Oper: Der sogenannte Tristan-Akkord, der keine Auflösung findet und dissonant bleibt, revolutionierte das gesamte Musikgeschehen und liess völlig neue musikstilistische Richtungen entstehen. Mit der konsequenten Einführung des Leitmotivs realisierte Wagner eine weitere Neuerung innerhalb seines Gesamtkunstwerks, das du...
Wagner, Richard: Die Feen Die Feen,
S. 472, Richard Wagner (geboren am 22. Mai 1813 in Leipzig, gestorben am 13. Februar 1883 in Venedig) "Die Feen" Romantische Oper in drei Akten Libretto von Richard Wagner nach Carlo Gozzi Uraufführung: München, 29. Juni 1888 Vorwort Wilhelm Richard Wagner wurde am 22. Mai 1813 als neuntes Kind des Leipziger Polizeiaktuars Friedrich Wilhelm Wagner geboren. Nach dem Tod des Vaters in Richards erstem Lebensjahr, heiratete die Mutter, Johanne, den Schauspieler Ludwig Geyer, dem die Familie ins Engagement nach Dresden folgte. Durch ihn bekam Richard erste, nachhaltige Eindrücke der Theaterwelt, doch Geyer starb bereits 1821. Sechs Jahre später zogen die Wagners nach Leipzig zurück, wo Richard die Schule besuchte, sich aber mehr mit Dichtung im Stil von Shakespeare und Schiller sowie Theater und Komposition beschäftigte und seine Gymnasialzeit ohne Reifeprüfung abschloss. Die romantische Musik, vor allem Webers "Freischütz", Beethovens Symphonien und seine Oper "Fidelio" beeinflussten den jungen Autodidakten. Der Kantor der Thomaskirche, Theodor Weinlich, erteilte ihm schliesslich Unterricht in Komposition. 1831 erhielt er die Erlaubnis, sich als Student der Musiktheorie an der Leipziger Universität einzuschreiben. 1833 wurde er Chordirektor in Würzburg, wo er Theatererfahrung sammeln und an seiner ersten Oper Die Feen arbeiten konnte. 1834 zog er als Opernkapellmeister nach Magdeburg, wo 1836 seine zweite Oper Das Liebesverbot uraufgeführt, jedoch wenig beachtet wurde. Noch im selben Jahr ging er als Kapellmeister nach Königsberg und heiratete die Schauspielerin Minna Planer. Im folgenden Jahr erhielt er ein Engagement in Riga; in dieser Zeit komponierte er Rienzi. Bald musste er jedoch vor seinen Schuldnern fliehen und ging nach Paris in die meyerbeersche Hochburg der Oper. Trotz erheblicher existenzieller Schwierigkeiten konnte er dort Rienzi fertigstellen und das Libretto zum Fliegenden Holländer beginnen. 1842 kam die vorläufig rettende Berufung zum Königlichen Kapellmeister nach Dresden, wo seine letzte eher konventionell komponierte romantische Oper Rienzi noch im selben Jahr erfolgreich uraufgeführt wurde. Ein Jahr später hatte Der fliegende Holländer seine Premiere, die jedoch ziemlich kühl aufgenommen wurde; die weiblichen Hauptpartien der beiden Opern sang Wilhelmine Schröder-Devrient, die Wagner schon seit seiner Jugend bewunderte. Im Frühjahr 1845 beendete Wagner die Arbeit an Tannhäuser und wandte sich der Sarazenin zu, die er jedoch nie vollendete; er schrieb bereits den Text zu den Meistersingern. Die Erstaufführung des Tannhäuser am 19. Oktober desselben Jahres stiess auf wenig Verständnis - die Oper sei "lang und langweilig". 1848 befand sich Wagner inmitten revolutionärer Aktivitäten, wurde steckbrieflich gesucht und musste nach Zürich ins Exil gehen. Doch die Verbannung half seiner Bekanntheit, die auch schon Franz Liszt und andere Anhänger zu verbreiten suchten. Liszt brachte 1850 den zwei Jahre früher auf Grund der politischen Gesinnung Wagners in Dresden abgewiesenen Lohengrin in Weimar heraus, die Oper gefiel dem Publikum, fiel aber bei der Kritik durch. 1851 bestellte Liszt ein weiteres Werk für Weimar und Wagner stellte sein Opernprojekt Der junge Siegfried vor. Doch bald entstand die Idee, drei Dramen und ein Vorspiel zu schreiben. Das Projekt überstieg die Ressourcen der Weimarer Oper, aber Wagner fing 1852 trotzdem die Planung für den Ring des Nibelungen an, zu dem er 1846 schon erste Ideen notiert hatte. In Zürich schrieb Wagner etliche theoretische Schriften, u.a. Das Kunstwerk der Zukunft (1850), in welchem er die Theorie eines Gesamtkunstwerks konzipiert, und Oper und Drama (1850-15), worin er die gängige, ausgediente Form der Oper kritisert. Daneben arbeitete er an Das Rheingold und Die Walküre und liess Siegfried mitten im zweiten Akt liegen, um sich dem Tristan-Stoff zuzuwenden. Er hatte die Wesendoncks kennengelernt, die ihm 1857 ein bequemeres Haus zur Verfügung gestellt hatten. Wagners leidenschaftliche Liebe zu Mathilde Wesendonck ist in den Tristan-inspirierten Wesendonck-Liedern verewigt, die unter Verwendung fünf ihrer Gedichte entstanden. Sie war die Muse, die nun sein Tristan vorantrieb, dessen Sehnsucht und verbotene Liebe die prekäre Situation Wagners widerspiegeln. Als Wagners Ehefrau Minna 1860 starb, hatte er sich von Mathilde jedoch wieder abgewandt. Seine finanziellen Probleme wurden immer grösser und das Exil führte zur Vereinsamung und Isolation. Sein 1861 in Paris aufgeführten, mit einem Ballet erweiterten Tannhäuser geriet zu einem fulminanten Skandal. Durch eine Amnestie durfte Wagner jedoch endlich wieder nach Deutschland zurück, wo ihn die Begegnung mit seinem grössten Bewunderer, dem jungen König Ludwig II von Bayern, und dessen Protektion sowie finanzielle Hilfe aus der Not rettete. Während Wagners Zeit in München wurde 1865 Tristan und Isolde uraufgeführt, stiess jedoch auf wenig Verständnis. Nachdem er wieder in einen erotischen Skandal verwickelt war - diesmal ging es um Cosima, Tochter von Franz Liszt und Noch-Ehefrau des Freundes und Dirigenten Hans von Bülow - musste Wagner auch Bayern verlassen und zog mit Cosima nach Triebchen bei Luzern, wo ihr Sohn Siegfried - noch ausserehelich - zur Welt kam. In den sechs Jahren, die Wagner dort verbrachte, beendete er Die Meistersinger, Siegfried und den Grossteil der Arbeit an der Götterdämmerung. 1870 heiratete er Cosima. König Ludwig hatte sich u.a. auf Grund der Cosima-Geschichte zurückgezogen, verblieb jedoch als ein loyaler Bewunderer und Förderer der Musik Wagners. 1868 überwältigte Die Meistersinger von Nürnberg bei der Urpremiere in München zwar das Publikum, wurde aber beckmesserisch kritisiert. 1869 folgten Das Rheingold sowie 1870 Die Walküre, deren Erstaufführungen König Ludwig sich gesichert hatte. Der langgehegte Plan eines Festspielhauses für den auf den bestehenden Bühnen kaum zu verwirklichenden gesamten Ring kam nun durch die Stadt Bayreuth sowie König Ludwigs grosszügige Finanzierung zur Ausführung. Im April 1871 wurde der Grundstein des Bayreuther Festspielhauses gelegt. Nach dem Umzug in die Bayreuther Villa "Wahnfried" 1874 arbeitete Wagner an der Partitur zu Parsifal und beendete seine Götterdämmerung. 1876 eröffnete das Festspielhaus am Grünen Hügel mit einem kompletten Ring des Nibelungen - sehr symbolisch auch die erste künstlerische Manifestation eines nationalen Deutschlands. Wagner hatte erreicht, was er sich vorgenommen hatte und wenn auch Bayreuth sich ganz und gar nicht rentierte, hatte er grosse Berühmtheit erlangt und ein Theater bauen lassen, das sich bis heute allein der Kunst Wagners widmet. Sorgen um das Festspielhaus hatten jedoch seine Gesundheit geschwächt. Am 16. Juli 1882 fand in Bayreuth die Premiere des Parsifal mit grossem Erfolg statt. Im darauffolgenden Herbst reiste die Familie Wagner nach Venedig, wo Richard Wagner im Februar 1883 im Palazzo Vendramin verstarb. Seine sterblichen Überreste wurden nach Bayreuth gebracht und im Garten der Villa Wahnfried beigesetzt. Cosima herrschte autokratisch über sein Werk (seit 1908 von ihrem Sohn Siegfried als Festspielleiter assistiert), bis sie nach ihrem Tod 1930 neben ihrem Gatten begraben wurde. Richard Wagner war die dominierende, umstrittenste und gewaltigste Persönlichkeit des europäischen Kulturlebens seiner Zeit: Komponist, Schriftsteller, Theoretiker, Philosoph und Polemiker - und der erste moderne, interpretative Dirigent. Er war genialer Erneuerer der Oper: Durch die Harmonik des Tristan - nach dem sogenannten Tristan-Akkord, der keine Auflösung findet, sondern dissonant bleibt, konnte nichts mehr sein wie früher und es entstanden völlig neue musikstilistische Richtungen - sowie durch die konsequente Einführung des Leitmotivs und nicht zuletzt durch die Verwirklichung des Gesamtkunstwerks, an dem sich zwar schon vor Wagner etliche versucht hatten, das aber erst bei ihm genialisch in Szene gesetzt wurde. Leben und Geschichte haben es nicht immer gut...
Wagner, Wolfgang (Hrsg.): Bayreuther Festspiele 1970. Der Ring des Nibelungen: Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried und Götterdämmerung. Programmhefte 3, 4, 5 und 6/1970. Bayreuth: Verlag der Festspielleitung; 1970 /
die Hefte enthalten folgende Beiträge: Rheingold: "Das Trauerspiel der Macht. Miszellen zur 'Ring'-Interpretation"; Ernst Bloch ("Paradoxa in Wagners Ring-Musik"); "Wagners Ästhetik. Auswahl und Einleitung von Carl Dahlhaus II: Über die Ouvertüre"; - Die Walküre: Marcel Beaufils ("Zurück zum Dithyrambus. Wort und Ton bei Richard Wagner"); Viaviar, London (= Kathedrale. Ein Versuch über das Kürzen"); "Wagners Ästhetik. Auswahl und Einleitung von Carl Dahlhaus III: Über die Anwendung der Musik auf das Drama"; - Siegfried: Guy Ferchault ("Das Problem der menschlichen Freiheit in Richard Wagners Dramen"); "Wagners Ästhetik. Auswahl und Einleitung von Carl Dahlhaus IV: Über musikalische Kritik"; - Götterdämmerung: Robert Donnington (" Die Taufe durch Feuer und Wasser"); Josef Kanski ("Der polnische Beitrag zur Geschichte der Aufführung der Werke Wagners"); "Wagners Ästhetik. Auswahl und Einleitung von Carl Dahlhaus V: Über die Benennung 'Musikdrama'". Die Texte sind dreisprachig deutsch-englisch-französisch
4 Hefte (72, 64, 60 und 48 S.) mit Abb. und Besetzungszetteln (außer dem Programmheft zu 'Rheingold'). OBr. in gutem Zustand
[SW: Bayreuth*Bayreuther Festspiele*Musiktheater*Programmheft]
Rico, Ul de, Der Ring des Nibelungen. Richard Wagners mythologisch-dramatische Dichtung in einer Nacherzählung von Ul de Rico, der auch die Bilder geschaffen hat. 31 Gemälde Öl auf Eichenholz aufgeteilt in 53 Szenen. Zwei Vignetten sind mit der Feder gezeichnet. Schuler Verlagsgesellschaft Erste Aufl. (Erstausgabe) 1980 Herrsching am Ammersee ISBN: 377965184x
204S. Groß 4°
Leinen Fadengehefteter, goldgeprägter Ganzleinenband mit illustriertem Schutzumschlag im Pappschuber. Private, handschriftliche Widmung aus dem Jahr 2003 auf Vorsatz, ansonsten sehr guter Zustand. Der Ring des Nibelungen ist ein aus vier Teilen bestehendes Musikdrama von Richard Wagner, zu dem er den Text, die Musik und detaillierte szenische Anweisungen schrieb. Es ist Wagners Hauptwerk (auch sein "Opus magnum" genannt), an dem er von 1848 bis 1874 (allerdings mit Unterbrechungen) gearbeitet hat. Mit einer Aufführungsdauer von etwa 16 Stunden (ein Vorabend und drei Tage), einer Orchesterbesetzung von über 100 Musikern (u.a. 6 Harfen und 4 Tenor- bzw. Basstuben, die Wagner speziell anfertigen ließ) und mit 34 Solisten (plus Männer- und Frauenchor) ist es eines der umfangreichsten Bühnenwerke und Kompositionen überhaupt. Unter der Leitung des Komponisten wurde die gesamte Tetralogie (auch kurz: "Der Ring" genannt) im August 1876 erstmals im Bayreuther Festspielhaus aufgeführt. Die musikalische Leitung hatte Hans Richter. Die Tetralogie besteht aus: Das Rheingold ("Vorabend"); Die Walküre ("Erster Tag"); Siegfried ("Zweiter Tag"); Götterdämmerung ("Dritter Tag") Die ersten "Ideen" zum "Nibelungenwerk" Wagners gehen auf das Jahr 1843 zurück, als Wagner in Dresden Hofkapellmeister war und sich u. a. intensiv mit den deutschen Sagen, der Edda, den griechischen Mythologien und dem Gral-Mythos beschäftigte. 1848 schrieb Wagner - nachdem er seine Oper Lohengrin vollendet hatte - eine Zusammenfassung seiner Mythologie-Studien mit dem Titel Die Wibelungen, Weltgeschichte aus der Sage, sowie einen ersten Nibelungen-Prosaentwurf mit dem Titel: Der Nibelungen-Mythus, Entwurf zu einem Drama. Die Intention Wagners war eine kritische Auseinandersetzung mit der menschlichen Gesellschaft, für die er - in Anlehnung an griechische Tragödien-Vorbilder - die germanische Götterwelt als Vorlage benutzte, wobei er die meisten Namen abwandelte, beispielsweise wurde aus Odin Wotan, aus Loki Loge oder aus Brunhild Brünnhilde. Der germanische Held und "freie Mensch" Siegfried sollte wie Prometheus gegen die etablierten Götter kämpfen und durch einen gemeinsamen Erlösungstod mit Brünnhilde eine bessere (natürlichere) Ordnung einleiten. Ring und Gold (sie symbolisieren hier Macht und Kapital), Verträge und Betrug, und Auflehnung und Scheitern eines Helden, - all das sind zyklisch wiederkehrende Archetypen und zeitlose mythische Themen, die Wagner in seinem Musikdrama verwendet. So verknüpft er Heldensage und Göttermythos zu einem Drama ungeheuren Ausmaßes, in dem auf der Bühne nicht nur durch Inzest ein Held gezeugt wird, sieben Morde geschehen und ein Freitod zelebriert wird, sondern die Welt in einem Flammenmeer und in einer Flut auch noch untergeht ... um Platz zu machen für eine neue Ordnung (ein immer wiederkehrender Zyklus des Lebens). Ursprünglich wollte Wagner zunächst nur die bekannte Sage von Siegfrieds Tod dramatisch und musikalisch bearbeiten. Nachdem er das Textbuch zu Siegfrieds Tod geschrieben hatte und zu komponieren versuchte, erkannte er jedoch, dass zu viel Vorgeschichte fehlte, die nur episch, nämlich in der Erzählung der Nornen ins Drama eingefügt war. Wegen der Ereignisse während des Dresdner Maiaufstandes von 1849 - an dem sich Wagner beteiligte -, musste er nach Zürich fliehen. Er hielt sich dort als Kurgast in der Kaltwasseranstalt Albisbrunn in Hausen am Albis auf und arbeitete an seinem Werk weiter. Erst im Sommer 1851 kehrte er nach Dresden zurück um an seinem "Nibelungenring" weiter zu arbeiten. Als Ergänzung zum ersten Teil schrieb er Der junge Siegfried (später nur Siegfried genannt). Weil jedoch immer noch vieles im Unklaren blieb, schrieb Wagner schließlich, sich weiter rückwärts "vorarbeitend", auch noch Das Rheingold (ursprünglicher Titel: Der Raub des Rheingoldes) und zuletzt Die Walküre. Schon früh wurde ihm bewusst: "Mit meiner Konzeption trete ich gänzlich aus allem Bezug zu unserem heutigen Theater und Publikum heraus, breche für immer mit der formellen Gegenwart", und entwickelte die Idee eines Gesamtkunstwerkes und Bühnenfestspiels, vorzugsweise am Ufer des Rheins: Am Rheine schlage ich dann ein Theater auf, und lade zu einem großen dramatischen Feste ein: Nach einem Jahre Vorbereitung führe ich dann im laufe von vier Tagen mein ganzes Werk auf. Die gesamte Textfassung Wagners umfasst etwa 700 handgeschriebene Seiten und entstand im Wesentlichen in Zürich. Ein reger Schriftverkehr mit seinen Freunden Theodor Uhlig, August Röckel und Franz Liszt dokumentiert das Werden des Rings und verdeutlicht die Intentionen Wagners. Im Februar 1853 stellte Wagner sein Werk erstmals in Form einer Lesung an vier Abenden seinen Freunden und der Öffentlichkeit vor. Wenig später begann er mit der Komposition, diesmal allerdings in der richtigen Reihenfolge, mit dem Anfang (Das Rheingold) beginnend. Bis März 1857 komponierte Wagner an seinem Ring und kam bis zum 2. Akt des Siegfried. Aus verschiedenen Gründen unterbrach er seine Arbeit und konnte diese erst wieder (mit Förderung des Bayerischen Königs Ludwig II.) im Jahre 1869 in Tribschen am Vierwaldstättersee, aufnehmen. Im August 1872 vollendete er dann in Bayreuth die letzten Orchesterskizzen der Götterdämmerung und legte sich dabei auch - nach vielen Varianten - endgültig auf den heute bekannten Schlusstext fest. In Form einer persönlichen Widmung informierte er seinen königlichen Auftraggeber und schrieb ihm zu dessen 27. Geburtstag am 25. August 1872: Vollendet das ewige Werk! Wie im Traum ich es trug, wie mein Wille es wies, was bange Jahre barg des reifenden Mannes Brust, aus winternächtigen Wehen der Lieb' und des Lenzes Gewalten trieben dem Tag es zu: Da steh' es stolz zur Schau, als kühner Königsbau prang' es prächtig der Welt! Die gesamte Partitur wurde erst kurz vor der Uraufführung zu den Festspielen im Jahre 1876 vollendet. Text und Musik fasste Wagner als eine Einheit auf, die vor allem das "Gefühl" der Zuhörer ansprechen sollte. So verwendete er Stabreime, die einerseits mit wenig Worten "vielsagend" und eingängig sind (sich allerdings auch zur Parodie eignen), andererseits gut vertonbar waren und singbar sind. Mit Hilfe von über 100 musikalischen Leitmotiven (Wagner sprach immer von Erinnerungsmotiven, mit denen auch "Gedanken" auszudrücken sind), und einer geschickten Instrumentierung, gelang dem Komponisten eine bis dahin nicht erreichte Hör-Emotionalität. Count Ul de Rico, AKA Ulderico Gropplero di Troppenburg (1944 - ), is an Italian-born artist and author of illustrated children's books, most notably The Rainbow Goblins (1978) and its sequel The White Goblin. (1996) He was also a major contributor to the children's fantasy film The NeverEnding Story (1984), based on the book of the same name by Michael Ende. Ul de Rico was born in 1944 in Udine, Italy. He lived in Munich for many years, studying at the Munich Academy. He studied painting under Professor Franz Nagel and, under the tutelage of Professor Rudolf Heinrich, received his diploma in stage and costume design. He now lives in France. In 1977, Ul de Rico illustrated The Ring of the Nibelung: Wagner's epic drama, an interpretation of the extraordinary 15-hour epic Opera series composed by Richard Wagner over the course of 26 years. de Rico's story was a simplified, truncated version of the full play cycle, which took several creative liberties, the most noticeable of which was the use of the 3 Norns as narrators throughout the story, rather than merely for Götterdämmerung, as in the original. The oil-on-oak color paintings were all designed similarly: the painting was ringed by the 3 Norns and their golden rope, and the top half of the painting showed a different scene from the bottom. The top image and bottom image were connected thematically, but not sequentially within the story. The Rainbow Goblins was published in 1978 in Germany, and was translated into English in the same year by Stanley Baron. It is a story of 7 evil gob...
[SW: Theater/Film/Musik | Illustrationen | Mythen | Fantasy]



