Walschap Denise
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Roman; Literatur; Belletristik; Unterhaltung Walschap, Gerard: Denise : Roman. Düsseldorf : Diederichs, 1949. 1949 (54109)
235 Seiten Gebunden mit Schutzumschlag sehr gutes Exemplar leicht fleckig ... Auf seinem Wege zum souveränen Erzählertum hat Gerard Walschap - dem deutschen Leser durch eine Reihe lebensprühender flämischer Geschichten bekannt - mit dem Roman "Denise" einen ganz neuen entscheidenden Schritt getan. In rückhaltloser Offenheit wird hier ein Frauenleben behandelt, das zwischen die Mahlsteine von elterlicher Geltungssucht, kirchlicher Strenge, Kriegsnot und entfesselter menschlicher Gier geworfen, seine Erfüllung durch eine unvollendete, aber sublimierte Liebe findet. Denise, der behüteten, der reichen Erbin, der gläubigen Katholikin und der rauhen Wirklichkeit Entrückten, bleibt nichts erspart, kein noch so tiefer Absturz, keine noch ° so erbarmungslose Erniedrigung, ' keine Demütigung, die menschliche Gemeinheit nicht erfände. Schuldlos-schuldig durchschreitet sie Höhen und Niederungen der Verzweiflung wie der Verzückung um des Inbildes eines geliebten Mannes willen, der nie erreichbar oder nahe der Vereinigung ihr genommen, dennoch der Inhalt ihres Lebens bleibt - trotz aller ihrer Versuche, ihren Anteil an den Freuden des Lebens zu finden, sich von der Abhängigkeit von einem Schemen zu befreien. Nahe dem endgültigen Verzicht scheint ein neu in der Liebe zum Sohn des Geliebten entflammter Lebenswille einen Ausgleich für allzu viele Verzichte zu bringen. Vor dem schrecklichen Erwachen aus diesem verspäteten Liebestraum behütet sie der Tod, der sie auf der Flucht nach Dünkirchen den Armen des jugendlichen Geliebten entreißt. In der Walschap eigenen Feinfühligkeit - bei allem robusten Realismus - ist hier ein Frauenschicksal geschildert, wie es heute in der Zeit der Kriegskatastrophen und sozialen Umschichtung sich in mannigfacher Form wiederholt. Walschaps Meisterschaft in der Erfassung menschlicher Charaktere, in der Verflechtung eines Einzelproblemes in das Walten eines Zeitdramas ist ebenso groß wie sein Könnertum in der szenischen Kleinmalerei. Gerade hier zeigt sich vielleicht am stärksten die Reife seiner Kunst, daß er sich nie an das Detail verliert, sondern auch in den scheinbar abschweifendsten Schilderungen am Ende immer wieder die psychologische Hintergründigkeit erkennen läßt, die den Dingen oder Menschen anhaftet, die ins Geschehen verflochten oder seine scheinbaren Urheber sind. Diese glückliche Gabe, von seiner reichen Palette sparsamen Gebrauch machen zu können, und die menschliche Wärme, die auch den brutalsten Vorkommnissen eine versöhnliche Rechtfertigung gibt, sichern Walschap die Würde echter Meisterschaft. K211
Walschap, Gerard: Denise. Düsseldorf Diederichs, 1949,
neuwertig, Originalverpackt.
Roman. 8°, 235S., Ohlwd.,OSU,
[SW: literatur 20. Jahrhundert, flämische Literatur]
WALSCHAP, GERARD. Denise. Transl. into French by Robert de Vroylande.
Paris,1943. Orig. wrappers. 327p. ISBN



