Winter Lebende Mumie

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Winter, Max: Höhlenbewohner in Wien, Verlag der Wochenschrift "Die Unzufriedene" - (Vorwärts), 2005
164 Seiten mit Illustrationen von Heinrich Pangratz. Seiten, Geprägtes OLeinen (= "Die Unzufriedene" Wiener Groschenbüchel, Vierzehntes und Fünfzehntes 14./15. Bändchen) Neue (=zweite) Auflage des 1904 als Buch unter dem Titel "Im dunkelsten Wien" im Wiener Verlag und vorher als Zeitungsartikel ("Höhlenbewohner in Wien", Arbeiter-Zeitung Nr. 218; 1901) erschienenen Titels. "Vorwort zur zweiten Auflage : Auch heute, 23 Jahre später, haben diese Blätter noch ihren Wert - ja ihhren tagfälligen Wert : Sie zeigen das schwarzgelbe Wien, wie es vor einem Vierteljahehundert zu sehen war, und es erlaubt es jedem Leser, Vergleiche zu ziehen mit dem Wirken der Gemeindeverwaltung von heute, die den Zinsburgen und Chaluppen von einst nun die großen Wohnhöfe voll Luft und Sonne zur Seite Stellt. Das Lueger-Wien war anders als das neue Wien, das rote Wien. Der Verfasser." Autorenporträt : Max Winter (geboren am 9. Jänner 1870 in Tarnok, Ungarn; gestorben am 11. Juli 1937 in Hollywood, USA) war ein österreichischer Reporter, Journalist, Schriftsteller und Politiker. Er gilt als der Schöpfer der Sozialreportage im deutschsprachigen Raum. Sein Werk zeichnet sich durch eine beachtliche Vielfalt an Genres aus. Neben realitätstreuen und detailreichen Reportagen nach dem Motto "Aufklärung und Aufdeckung" schrieb er Gedichte, Märchen, Bühnenstücke und auch einen Roman. Sein Wirken wurde nach seiner Flucht vor den politischen Turbulenzen im Österreich zu Beginn der 1930er-Jahre rasch vergessen. Erst in den 1980er-Jahren wurde er als Pionier und Meister der Sozialreportage wiederentdeckt und wird seither in Lehrbüchern als Vorbild präsentiert. Seine Sozialreportagen hatten das Genre sowohl thematisch als auch methodisch und formal entscheidend weiterentwickelt. Historiker erkennen in seinen Sozialreportagen Vorläufer der modernen Alltagsgeschichtsforschung. Retrospektiv wird er jedoch auch mit dem Investigativ-Journalisten Günter Wallraff verglichen, da dieser ebenso Missstände in Unternehmen öffentlichkeitswirksam aufdeckte. Aufgrund seines sozialen und politischen Engagements wurde Max Winter Mitglied der damaligen sozialdemokratischen Partei Österreichs. Von 1911 bis 1918 war er Abgeordneter zum Reichsrat. Nach dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie wurde er 1919 Wiener Stadtrat und einer von drei Vizebürgermeistern. Letzteres Amt legte er 1920 zurück, um sich vermehrt seinem sozialen Engagement zu widmen, blieb aber bis 1923 Stadtrat und bis 1930 auch Bundesrat. Als Stadtrat für Wohlfahrtswesen schuf er 1919 und 1920 die Grundlagen für jene Sozialpolitik, auf denen Julius Tandler später das auch heute noch beachtete Fürsorgesystem der Stadt schuf. Besonderer Ehrgeiz galt aber den Kinderfreunden: Er begründete 1917 auf Basis der seit 1908 regional bestehenden "Kinderfreunde-Bewegung" den Reichsverein und war dessen Obmann bis 1930. Im August 1919 requirierte er für die Kinderfreunde Räumlichkeiten im Hauptgebäude des Schlosses Schönbrunn, wo nach Absegnung seiner Aktion durch den Gemeinderat im selben Herbst die Schönbrunner Erzieherschule, die private pädagogische Akademie der Kinderfreunde unter der Leitung von Otto Felix Kanitz sowie ein Kinderheim eingerichtet wurden. An der dreijährigen Schule, die etwa der Oberstufe einer AHS entsprach, der aber kein Öffentlichkeitsrecht zugestanden wurde, unterrichteten unter anderem die Reformer Alfred Adler, Max Adler, Wilhelm Jerusalem, Marianne Pollak und Josef Luitpold Stern. 1923 sollte Winter für den Nationalratswahlkampf der Sozialdemokraten eine Frauenzeitschrift gründen. Diese Zeitschrift, die er "Die Unzufriedene" betitelte, hätte nach dem Wahlkampf wieder eingestellt werden sollen, war aber so erfolgreich, dass sie 1930 eine Auflage von 160.000 Exemplaren erreichte und erst im Februar 1934 eingestellt wurde, nachdem die Sozialdemokratie vom österreichischen Ständestaat verboten worden war. Im selben Verlag erschienen auch die "Wiener Groschenbüchel", die billigen Zugang zu hochwertiger Literatur wie etwa Gottfried Keller ermöglichten und die Verbreitung von "Schmutz- und Schundliteratur" verhindern sollten. 1925 wurde Winter Präsident der "Sozialistischen Erziehungs-Internationale". Im Jahr darauf initiierte er österreichweit die "Mühlsteinbüchereien", Bibliotheken für Kinder. 1929 verfasste er seinen einzigen Roman: Die lebende Mumie. Das Buch, das 1929 in Berlin veröffentlicht wurde, handelte von einem Mann, der 1925 in einen Tiefschlaf verfällt und erst 100 Jahre später wieder aufwacht - in einer Welt ohne Hunger, Not und Unterdrückung. Bemerkenswert sind auch weitere Details, die er für die Zukunft ausmalt: ein "vereintes Europa" und "Fernsehapparate in den Wohnzimmern". 1930 wurde Max Winter zum "Bürger von Wien" ernannt, doch bereits wenig später veranlassten ihn die Repressionen des Ständestaats, sich aus allen Ämtern zurückzuziehen. Insgesamt verfasste Max Winter rund 1.500 Reportagen, um Missstände durch stringente Beweisführung aufzuzeigen, das öffentliche Gewissen aufrütteln und die Verantwortlichen zum Handeln zu drängen. Stets untermauerte er seine Artikel mit Aktenbelegen und Archivmaterialien.(aus Wikipedia). Guter Zustand - leichte Gebrauchsspuren am Umschlag (fleckig), innen sehr gut. -

[SW: Viennensia, Wien, Geschichte / Sozialgeschichte Wiens, Sozialdemokratie, Rotes Wien]

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Winter, Max: Die lebende Mumie. Ein Blick in das Jahr 2025. Berlin : E. Laubsche ( Laub ), 1929.
Einband etwas fleckig und Kanten etwas berieben, priv. Widmung am Vorsatzblatt, sonst guter Zustand

Erstauflage, EA 254 S. 8°, LeinenLw., unbekannter Einband, unbekannter Einband, unbekannter Einband

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