Ziegler Entartete Musik
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Egk, Werner, Komponist (1901-1983). Masch. Brief mit eigenh. U.
An den Dramaturgen Bruno von Niessen (1902-1981): "[...] Ihre Anfrage in Bezug auf Friedrich Wilhelm Herzog kann ich guten Gewissens dahingehend beantworten, dass Herzog während des dritten Reiches einer der gefürchtetsten Bannerträger der nationalsozialistischen Kulturpolitik war. Das bezeugen eine Unmenge von Aufsätzen programmatischen Inhalts, die meines Wissens dem Bayrischen Kultusministerium bekannt sein dürften. Wenn Sie sich näher dafür interessieren, wenden Sie sich doch mit Bezugnahme auf mich an Herrn Professor H. H. Stuckenschmidt [...] Dass Herr Herzog seine ehemalige Linie auch heute noch fortsetzt, beweist die Mitarbeiterliste seiner neu gegründeten Musikzeitschrift, in der sich zum Beispiel der Name von Ludwig Schrott findet, welcher früher hauptamtlich im Münchner Sicherheitsdienst gearbeitet hat oder der von Sixt, welcher dem Kreis um Hans Severus Ziegler angehörte, welcher die berüchtigte Ausstellung 'Entartete Musik' organisiert hat. Dass Herr Herzog wieder publizistisch tätig sein kann, ist mehr als erstaunlich [...]" - Egk kannte sich aus: er war ab 1941 Fachschaftsleiter der Komponisten in der "Reichsmusikkammer". - Beiliegt: Gedruckter Dank für Glückwünsche zu seinem 70. Geburtstag.
Berlin, 2. VII. 1952, Fol. 1 Seite.
[SW: Musik]
Entartete Musik. Eine Abrechnung von Staatsrat Dr. Hans Severus Ziegler, Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters zu Weimar. Düsseldorf, Völkischer Verlag (1938). 4to. 32 S. Mit 15 Abb. Farbig illustrierte Orig.-Brs.
Sehr seltenes, berüchtigtes nationalsozialistisches Hetz-Pamphlet. Der Katalog "Entartete Musik" erschien 1938 während der "Reichsmusiktage" in Düsseldorf. Angegriffen als "entartete Musiker" werden u.a. Georges Antheil, Leo Fall, Paul Hindemith, Victor Hollaender, Otto Klemperer, Ernst Krenek, Arnold Schönberg und Kurt Weill, der Schöpfer der besonders verhassten "Dreigroschen-Oper". Der Entwurf für den Umschlag stammt von Ludwig Tersch. Tadellos erhalten und von größter Seltenheit.
[SW: Bibliophile Werke]



