Zola Nana
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Zola, Emile: Nana. Roman. (= 9.Band des Zyklus "Die Rougon Macquart-- Natur- und Sozialgeschichte einer Familie unter dem zweiten Kaiserreich"). Nach der Übersetzung von Lucy von Jacobi. Mit 33 Zeichnungen von Erhard Göttlicher. Büchergilde Gutenberg Erste Aufl. 1977 Frankfurt am Main ISBN: 3763220208
348S. Groß 8°
Leinen Fadengehefteter, geprägter Ganzleinenband mit illustriertem Schutzumschlag. Der Umschlag v.a. am Rücken nachgedunkelt, angerändert und mit kleinem hinterlegtem Randeinriss am oberen Rückenrand, der Kopfschnitt etwas staubgedunkelt, ansonsten rundum guter Zustand dieser schönen Büchergildenausgabe von Zolas Roman. Aufstieg und Niedergang einer "Grande Cocotte". Nana, eine hübsche Prostituierte in Paris Mitte des 18. Jahrhunderts, bekommt eine Rolle als Venus in einem kleinen Varietetheater, in dem sie erstmalig fast nackt, nur mit einem durchsichtigen Schleier bekleidet, auftritt. Ein Raunen geht durch die Zuschauerreihen, und das Publikum starrt erregt auf den Körper dieser Frau, die sich aufreizend mit ihren langen, rotblonden Haaren auf der Bühne bewegt. Nicht ihr Talent macht sie so anziehend, sondern ihre sinnliche Ausstrahlung, die unwiderstehlich den Trieb der Männer anspricht. Die reichen Männer, mit denen sie schläft, beginnen ihr zu verfallen, und Nana nutzt diese Chance, um sich einen Platz in der Gesellschaft zu erobern. Ihre eigene Raffinesse und die Besessenheit der Männer verhelfen ihr zum Luxus. Leichtsinn und Übermut bringen sie schließlich zu Fall. Die französische Gesellschaft in dieser Zeit, mit ihren Schichten, und der Mensch, der seinen Trieben unterworfen ist, spiegeln sich in diesem Buch wieder. Die Not der Armen in den Gassen, und die Langeweile der Reichen in ihren Salons, zu denen Nana aufsteigt, werden gegenübergestellt. Durch diese Gegenüberstellung wirft der Autor soziale Fragen auf, die auch das Thema Prostitution betreffen. Emile Francois Zola (* 2. April 1840 in Paris; 29. September 1902 ebenda) war ein französischer Schriftsteller und Journalist. Zola gilt als einer der großen französischen Romanciers des 19. Jahrhunderts und als Leitfigur und Begründer der gesamteuropäischen literarischen Strömung des Naturalismus. Zugleich war er ein sehr aktiver Journalist, der sich auf einer gemäßigt linken Position am politischen Leben beteiligte. Sein Artikel J'accuse ! (Ich klage an !) anlässlich der Dreyfus-Affäre war ein wichtiges Element bei der schließlichen Rehabilitierung des fälschlich wegen Landesverrats verurteilten Offiziers Alfred Dreyfus. Emile Zola wurde in Paris als Sohn des italienisch-österreichischen Eisenbahningenieurs Francesco Zola (eigtl. Zolla) geboren, der sich in Frankreich niedergelassen hatte, nachdem aus Geldmangel sein Projekt einer Pferdeeisenbahn Linz-Gmunden gescheitert war. Seine Mutter, Emilie Aurelie Aubert (1819-1880), war Französin. Zola wuchs in Aix-en-Provence auf, wo sein Vater ab 1843 ein Kanalprojekt leitete, aber schon 1847 starb. In Aix war Zola mit dem späteren großen Maler Paul Cezanne und dem späteren Bildhauer Philippe Solari befreundet. Seine letzten Schuljahre verbrachte er wieder in Paris, wohin seine Mutter schon vor ihm zurückgekehrt war. Nachdem er 1859 durch das Baccalaureat gefallen war, nahm er verschiedene Arbeiten an. So war er beispielsweise längere Zeit Werbeleiter beim Verlag Hachette und betätigte sich schriftstellerisch in allen Genres, auch als Lyriker. Sein Durchbruch wurde 1867 der Roman Therese Raquin, der eine spannende Handlung um die zur Ehebrecherin und Mörderin werdende Titelheldin mit einer ungeschönten Schilderung des Pariser Kleinbürgertums verbindet. Das Vorwort zur zweiten Auflage 1868, in dem Zola sich gegen seine gutbürgerlichen Kritiker und ihren Vorwurf der Geschmacklosigkeit verteidigt, wurde zum Manifest der jungen naturalistischen Schule, zu deren Oberhaupt Zola nach und nach avancierte. Ab 1869 (bis 1893) konzipierte er, nach dem Vorbild von Honore de Balzac, die meisten seiner Romane als Teile eines Zyklus mit dem Titel Les Rougon-Macquart. Histoire naturelle et sociale d'une famille sous le Second Empire/Die R.-M. Die Natur- und Sozialgeschichte einer Familie im Zweiten Kaiserreich. Die insgesamt 20 Romane sollten eine Art positivistisch begründeter Familiengeschichte sein, nämlich des der Bourgeoisie zuzuordnenden Rougon-Zweiges und des der Unterschicht angehörenden Macquart-Zweiges. Hierbei sollten die durch Verwandtschaft miteinander verbundenen einzelnen Figuren als durch ihre Erbanlagen (z. B. den Hang zum Alkoholismus), ihr Milieu (Bourgeoisie oder Unterschicht) und die historischen Umstände (die sozio-ökonomischen Verhältnisse des Zweiten Kaiserreichs, 1852-70) völlig determiniert vorgestellt werden. Glücklicherweise wirken sie dank Zolas schriftstellerischem Temperament menschlich und lebendig genug, um auf den Leser nicht wie bloße Marionetten und Demonstrationsobjekte zu wirken. Das erzählerische Werk Zolas ist, ähnlich wie das der Goncourts, eine Fundgrube für Sozialhistoriker. Allerdings sind die vom Autor geschilderten Verhältnisse naturgemäß eher die der 70er/80er Jahre, d.h. die der Entstehungszeit der Romane, und weniger die der 50er/60er, in denen die Handlungen spielen. Zu Zolas Lebzeiten am erfolgreichsten war La Debacle/Der Zusammenbruch (1892), dessen Handlung vor dem Hintergrund des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 und der blutig unterdrückten Pariser Commune spielt. Ebenfalls ein großer Erfolg war Nana (1879/1880), die Geschichte einer jungen Frau aus dem Volk, die dank ihrer sexuellen Attraktivität einen Aufstieg zur kostenträchtigen Geliebten eines Grafen erlebt, durch ihren Hang zu Ausschweifungen aller Art jedoch in Niedergang, Krankheit und frühem Tod endet. Heute noch gelesen werden vor allem die beiden Romane L'Assommoir/Der Totschläger (1877), wo am Schicksal einer Wäscherin und ihrer Familie sehr eingängig die Auswirkungen des Alkoholismus im beengten und tristen Pariser Unterschichtenmilieu beschrieben werden, und Germinal (1885), das die dramatische Geschichte eines Bergarbeiterstreiks im Kräftefeld der wirtschaftlichen und ideologischen Antagonismen der Zeit darstellt, die Zola aus der Perspektive eines sozial engagierten Bourgeois beurteilt, der die Lehren der Denker der Arbeiterbewegung Pierre-Joseph Proudhon, Charles Fourier und Karl Marx zumindest in ihren Leitideen kennt und billigt. Besonders erwähnenswert ist auch L'OEuvre/Das Werk (1886), weil sich Paul Cezanne mit dem im Zentrum stehenden manischen Maler gemeint glaubte und empört mit Zola brach. Mehrere der Romane, unter anderem Therese Raquin, Nana, L'Assommoir und Germinal, wurden bald nach ihrem Erscheinen zu erfolgreichen Theaterstücken verarbeitet und später auch verfilmt. Vom Anfang seiner schriftstellerischen Laufbahn an war Zola immer auch journalistisch aktiv. Am 13. Januar 1898 versuchte er mit einem offenen Brief an den Staatspräsidenten Felix Faure, sein persönliches Prestige für den offensichtlich zu Unrecht als prodeutscher Verräter verurteilten Hauptmann Alfred Dreyfus, den ersten Juden im französischen Generalstab, einzusetzen. Dieser Brief mit dem Titel J'accuse ! / Ich klage an ! entfachte einen ungeahnten innenpolitischen Sturm, der Frankreich für Jahre, oft bis in die Familien hinein, spaltete in Dreyfusards und Antidreyfusards, d.h. ein progressives linkes Lager und ein konservatives rechtes, das zugleich militant-nationalistisch und antisemitisch war. Zola selbst wurde noch 1898 vom Kriegsminister sowie von einigen Privatpersonen verklagt und in durchaus politischen Prozessen wegen "Diffamierung" zu einer Geld- und (kurzen) Gefängnisstrafe verurteilt, der er sich jedoch durch Flucht nach London entzog, wo er fast ein Jahr blieb. Zola starb zu Beginn der Heizperiode im Herbst 1902 durch eine Kohlenmonoxidvergiftung in seiner Pariser Wohnung. Je nach politischem Standpunkt wurden Gerüchte über einen Selbstmord oder Mord geschürt. Eine Untersuchungskommission machte Experimente mit dem Ofen und kam zu dem Schluss, dass es sich um einen Unfall handelte. 50 Jahre später wurde berichtet, dass ein Schornsteinfeger, der Mitglied der nationalistischen Ligue des Patriotes war, einem Gleichgesinnten gegenüber angegeben habe, den Kamin verstopft zu haben. Am 4. Juni 1908 wurden die Überreste Zolas auf Anordnung der inzwischen linken französischen Regierung in das Pantheon überführt, auch in Würdigung seines Engagements in der Dreyfus-Affäre. Unter der Regie von William Dieterle entstand 1937 unter dem Titel Das Leben des Emile Zola eine Filmbiografie mit Paul Muni in der Titelrolle.
[SW: Büchergilde Gutenberg | Französische Literatur | Roman | "Die Rougon-Macquart" | Illustrierte Bücher]
Hofmann, Werner: Nana. Mythos und Wirklichkeit. Mit einem Beitrag von Joachim Heusinger von Waldegg. DuMont-Dokumente: Reihe Kunstgeschichte / Wissenschaft. Köln: DuMont, 1973. ISBN: 3770106865
Einband berieben, am Rücken nachgedunkelt, sonst gut. - Inhalt: Übergriff als Methode: Eine Umfrage -- Positivistische Vorurteile -- Burckhardt und Zola -- Die Bildstruktur: Lückenlose Homogenität? -- Durantys Fragmentästhetik -- Eine Dreieckssituation -- Die erste Schaustellung -- Manet, Zola und die >OIympia<: Manets Bild und >L'Assommoir< -- Zola verteidigt Manet -- Venus profaniert -- Manets Priorität -- Die Bildidee im Werk Manets: Manet und Tizian -- Die >Überraschte Nymphe< ( 18 61 ) und die >Musik in den Tuilerien< ( 18 61 ) -- Der Flaneur und die Flaneuse -- Das >Frühstück im Freien< (1863) -- Zwei Bildnisse: >Astruc< (1863) und >Zola< (1868) -- >DerBalkon< (1869) -- Die siebziger Jahre -- Das Fleisch und das Gold: Marx über die Prostitution -- Girodet, Ingres, Moreau und Manet (Danae, Sphinx und Olympia) -- Ingres, Haussoullier und Couture -- Delacroix (>Le Lever<) - Zur Genesis des Zylinderherrn -- Cezanne: >Eine moderne Olympia<, >Das Ewig Weibliche< -- Courbet und Proudhons >Pornokratie< -- Moreau und Degas -- >Allegorie reelle< - Manet und der Salon von 1877 -- Manet und die Tageskunst: Die Fragwürdigkeit der Geschmacksnormen -- Manet zwischen Salonkunst und Boulevard-Imagerie -- Protokolle der großstädtischen Fauna -- Empirie gegen Dogmen -- Manet und >La Vie moderne< -- Manets Kokottenporträts -- Der Heroismus des modernen Lebens: Die alten Muster und die Modernität -- Nana: Mythos und Wirklichkeit -- Zola: der vermenschlichte Mythos -- Manet: der Mensch als Zuschauer -- Zur Ikonographie von Manets >Nana<: von Joachim Heusinger von Waldegg. - Manets >Nana< gehört zu den Symbolgestalten, die von allen Strömungen des 19. Jahrhunderts immer wieder neu formuliert wurden. Als das Bild 1877 in den Salon sollte, brach ein Sturm der sittlichen Entrüstung los. Heute findet man es ebensowenig anstößig wie Zolas gleichnamigen Roman. An beiden Werken läßt sich die das ganze Jahrhundert bestimmende Spannung zwischen Realismus und Idealismus darstellen. Diese Untersuchung ist für Hofmann jedoch Anlaß zur Darstellung eines sehr viel größeren Themas, nämlich das der gesellschaftlichen Stellung der Frau in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, wie es sich in der bildenden Kunst und der Literatur widerspiegelt. Indem Hofmann das Thema unter verschiedenen kunst- und sozialkritischen Gesichtspunkten behandelt, fordert er den Leser auf, die Kunstlandschaft des 19. Jahrhunderts neu zu sehen. (Verlagstext). ISBN 3770106865 - , ISBN-13: 9783770106868
202 S. Originalbroschur.
[SW: Bildende Kunst, Sozialgeschichte]
Zola, Emile: Nana, Zürich, Schweiz Schweizer Druck & Verlagshaus, 1960.
Nana ; aus dem Franz. übertr. v. Walter Widmer ; 565 Seiten, Halbleder m. gold. Rückensignet Prägedruch. Zola schildert in diesem Roman an Hand des Schicksals der Kurtisane Nana, im Paris zwischen1860 und 1870, die ganze Verlogenheit und die Lüsternheit der damaligen Gesellschaft. Zola klagt mit Nana die Welt an, aus der er das Unheil heraufziehen sieht. Das Buch ist an sich eine Reportage mit meisterhaften Beobachtungen in einem unnachahmlichen Stil. Zufriedenstellender bis guter Zustand m. Gebrauchsspuren am Beschnitt und Einband. Roman, Zustand: Gut
20 cm, Hardcover, Gut
[SW: ZOLA, EMILE ; ROMANE, WERKE NANA SITTENGESCHICHTE PROTSTITUION LÜSTERNHEIT WELT-VERLOGENHIET GESELLSCHAFTSKRITIK FRAUENBILD PARIS KURTISANE GESCHICHTE 1860-1870]
Zola, Emile: Nana. Vollständige Ausgabe. Aus dem Französischen übertragen von Walter Widmer. Mit Illustrationen von Gerhard Ulrich. (= 9.Band des Zyklus "Die Rougon Macquart"). Einbandgestaltung von Martin Andersch. Ganzlederausgabe. Bertelsmann Club u.a. (Lizenz des Winkler Verlags) Lizenzausgabe Ohne Jahresangabe Gütersloh u.a.
605S. 8°
Leder Fadengehefteter, goldgeprägter Ganzledereinband mit vier Schmuckbünden, dreiseitigem Echtgoldschnitt, farbigen Büttenvorsätzen und Lesebändchen. Der Einband gering berieben, die obere Ecke des Vorderdeckels mit dezenter Stauchung, ansonsten sehr guter Zustand. Emile Francois Zola (* 2. April 1840 in Paris; 29. September 1902 ebenda) war ein französischer Schriftsteller und Journalist. Zola gilt als einer der großen französischen Romanciers des 19. Jahrhunderts und als Leitfigur und Begründer der gesamteuropäischen literarischen Strömung des Naturalismus. Zugleich war er ein sehr aktiver Journalist, der sich auf einer gemäßigt linken Position am politischen Leben beteiligte. Sein Artikel J'accuse ! (Ich klage an !) anlässlich der Dreyfus-Affäre war ein wichtiges Element bei der schließlichen Rehabilitierung des fälschlich wegen Landesverrats verurteilten Offiziers Alfred Dreyfus. Emile Zola wurde in Paris als Sohn des italienischen Eisenbahningenieurs Francesco Zola (eigtl. Zolla) geboren, der sich in Frankreich niedergelassen hatte, nachdem aus Geldmangel sein Projekt einer Pferdeeisenbahn Linz-Gmunden gescheitert war. Seine Mutter, Emilie Aurelie Aubert (1819-1880), war Französin. Zola wuchs in Aix-en-Provence auf, wo sein Vater ab 1843 ein Kanalprojekt leitete, aber schon 1847 starb. In Aix war Zola mit dem späteren großen Maler Paul Cezanne und dem späteren Bildhauer Philippe Solari befreundet. Seine letzten Schuljahre verbrachte er wieder in Paris, wohin seine Mutter schon vor ihm zurückgekehrt war. Nachdem er 1859 durch das Baccalaureat gefallen war, nahm er verschiedene Arbeiten an. So war er beispielsweise längere Zeit Werbeleiter beim Verlag Hachette und betätigte sich schriftstellerisch in allen Genres, auch als Lyriker. Sein Durchbruch wurde 1867 der Roman Therese Raquin, der eine spannende Handlung um die zur Ehebrecherin und Mörderin werdende Titelheldin mit einer ungeschönten Schilderung des Pariser Kleinbürgertums verbindet. Das Vorwort zur zweiten Auflage 1868, in dem Zola sich gegen seine gutbürgerlichen Kritiker und ihren Vorwurf der Geschmacklosigkeit verteidigt, wurde zum Manifest der jungen naturalistischen Schule, zu deren Oberhaupt Zola nach und nach avancierte. Ab 1869 (bis 1893) konzipierte er, nach dem Vorbild von Honore de Balzac, die meisten seiner Romane als Teile eines Zyklus mit dem Titel Les Rougon-Macquart. Histoire naturelle et sociale d'une famille sous le Second Empire/Die R.-M. Die Natur- und Sozialgeschichte einer Familie im Zweiten Kaiserreich. Die insgesamt 20 Romane sollten eine Art positivistisch begründeter Familiengeschichte sein, nämlich des der Bourgeoisie zuzuordnenden Rougon-Zweiges und des der Unterschicht angehörenden Macquart-Zweiges. Hierbei sollten die durch Verwandtschaft miteinander verbundenen einzelnen Figuren als durch ihre Erbanlagen (z. B. den Hang zum Alkoholismus), ihr Milieu (Bourgeoisie oder Unterschicht) und die historischen Umstände (die sozio-ökonomischen Verhältnisse des Zweiten Kaiserreichs, 1852-70) völlig determiniert vorgestellt werden. Glücklicherweise wirken sie dank Zolas schriftstellerischem Temperament menschlich und lebendig genug, um auf den Leser nicht wie bloße Marionetten und Demonstrationsobjekte zu wirken. Das erzählerische Werk Zolas ist, ähnlich wie das der Goncourts, eine Fundgrube für Sozialhistoriker. Allerdings sind die vom Autor geschilderten Verhältnisse eher die der 70er/80er Jahre, d.h. die der Entstehungszeit der Romane, und weniger die der 50er/60er, in denen die Handlungen spielen. Zu Zolas Lebzeiten am erfolgreichsten war La Debacle/Der Zusammenbruch (1892), dessen Handlung vor dem Hintergrund des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 und der blutig unterdrückten Pariser Commune spielt. Ebenfalls ein großer Erfolg war Nana (1879/1880), die Geschichte einer jungen Frau aus dem Volk, die dank ihrer sexuellen Attraktivität einen Aufstieg zur kostenträchtigen Geliebten eines Grafen erlebt, durch ihren Hang zu Ausschweifungen aller Art jedoch in Niedergang, Krankheit und frühem Tod endet. Heute noch gelesen werden vor allem die beiden Romane L'Assommoir/Der Totschläger (1877), wo er am Schicksal einer Wäscherin und ihrer Familie eindringlich die Auswirkungen des Alkoholismus im beengten und tristen Pariser Unterschichtenmilieu beschreibt und Germinal (1885), das die dramatische Geschichte eines Bergarbeiterstreiks im Kräftefeld der wirtschaftlichen und ideologischen Antagonismen der Zeit darstellt, die Zola aus der Perspektive eines sozial engagierten Bourgeois beurteilt, der die Lehren der Denker der Arbeiterbewegung Pierre-Joseph Proudhon, Charles Fourier und Karl Marx zumindest in ihren Leitideen kennt und billigt. Besonders erwähnenswert ist auch L'OEuvre/Das Werk (1886), weil sich Paul Cezanne mit dem im Zentrum stehenden manischen Maler gemeint glaubte und empört mit Zola brach. Mehrere der Romane, unter anderem Therese Raquin, Nana, L'Assommoir und Germinal, wurden bald nach ihrem Erscheinen zu erfolgreichen Theaterstücken verarbeitet und später auch verfilmt.
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