Berlin und Seine Bauten
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Fait, Joachim: Bezirke Cottbus, Frankfurt/Oder, Potsdam und Berlin. Kunstdenkmäler in der DDR. Ein Bildhandbuch. Edition Leipzig, 1983.
Archiv-Ex. VEB Edition Leipzig, Umschl. etwas berieben. - Diese Reihe, von der bereits vier Bände mit den Bezirken Erfurt, Gera, Suhl; Halle, Magdeburg; Dresden, Karl-Marx-Stadt, Leipzig und Neubrandenburg, Rostock, Schwerin erschienen sind, soll nicht nur dem Fachmann und Kunstfreund, sondern auch der ständig wachsenden Zahl von Touristen ein Korpus der wichtigsten Kunstdenkmäler in die Hand geben. Das Handbuch möchte keine Kunstgeschichte einer Landschaft bringen. Es vereint vielmehr ein ausgewähltes Bildmaterial der architekturgeschichtlich bedeutsamsten und schönsten Bauwerke samt ihren Innenausstattungen. Neben einem Abriß der kunsthistorischen Entwicklung enthält der Band Angaben zu den abgebildeten Werken, eine Chronologie sowie ein Künstlerverzeichnis, die dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung Rechnung tragen. Außerdem orientieren zwei Karten am Schluß des Bandes über die behandelten Orte und Objekte. - Der Beginn der Renaissance fällt in der Mark ungefähr mit der Einführung der Reformation 1539 durch Kurfürst Joachim II. zusammen. Der Geist des neuen Zeitalters verkörpert sich in diesem Mann besonders deutlich. Lebensgierig und prunkliebend, ein echter Renaissancefürst, ein verschwenderischer Mäzen, ist er der Auftraggeber für das großartigste Bauunternehmen in der Mark - den Neubau des Berliner (Köllner) Schlosses anstelle der spätgotischen Wasserburg an der Spree. Konrad Krebs lieferte den Entwurf - eine kaum abgewandelte Wiederholung des von ihm erbauten Schlosses Hartenfels in Torgau, mit Reitschnecke, durchbrochenem Wendelstein, Balkon, Erkertürmen und hohen Zwerchhäusern, alles reich verziert mit figürlichen und ornamentalen Sgraffitodekorationen. Caspar Theiß führte 1538-1540 die Pläne aus und fügte noch einen Eckflügel an. Er baute 1542 auch das Jagdschloß Grunewald und nach 1558 vermutlich Schloß Tegel. Es wurde eine ganze Reihe von Burgen zu Schlössern umgewandelt, z. B. in Köpenick, Potsdam oder Wiesenburg. Die mittelmärkischen Beispiele sind durchweg in Barockanlagen aufgegangen, so daß wir nur noch aus älteren Beschreibungen, Topographien oder aus Bauuntersuchungen von ihnen wissen. Im Süden dagegen ist die Überlieferung ziemlich reich. Markante Beispiele - unregelmäßige Vier-Flügel-Bauten mit Vorder- und Hauptschloß - sind Annaberg und Finsterwalde; dreiflüglig angelegt sind die Schlösser Lichtenberg in Prettin und Senftenberg. Von diesen rein sächsischen Vertretern unterscheidet sich Schloß Freyenstein durch seine Terrakotten im Stil des Statius van Düren als ein Beispiel der lübisch-mecklenburgischen Renaissance. Dennoch ist allen Bauten gemeinsam die Neigung zum Malerisch-Dekorativen, zum lebendig Zufälligen und zum Irrationalen. Das hat - trotz der Übernahme italienischer oder französischer Einzelmotive - mit der tektonischen Klarheit und Logik, die der Renaissance zugrunde liegt, nur wenig zu tun. Eine strengere Auffassung schien sich gegen Ende des 16. Jahrhunderts durchzusetzen. Das Ribbecksche Haus in Berlin (1624) - eines der selten gewordenen Beispiele dieser Entwicklung - präsentiert seine Fassade mit geometrischer Kühle. Thaddäus Paglion, ein Italiener, baute 1607-1609 das Frankfurter Rathaus außen und innen in vernüchtern-dem Gleichmaß um. - Neben dem Schloßbau entstand als Folge der fortgeschrittenen Waffentechnik ein völlig neuer Typ der Wehrarchitektur - die Zitadelle. Es kam der neue Beruf des Offiziersarchitekten auf, dessen bedeutendster Vertreter Graf Rochus von Lynar ist, gebürtiger Toskaner, seit 1578 in kurbrandenburgischen Diensten, der außer als Berater bei Schloßbauten an den großen Festungen in Spandau und Peitz tätig war. Von den meisten dieser Anlagen können wir uns nur noch aus Merians Topographie aus der Mitte des 17. Jahrhunderts einen Begriff machen. Der Protestantismus brachte keinen neuen Kirchentyp hervor. Man begnügte sich vielmehr mit den mittelalterlichen Bauten, unter denen die spätgotischen Hallen am ehesten der Vorstellung von einer evangelischen Predigtkirche entgegenkamen. Allerdings wurde das Innere den veränderten kultischen Bedürfnissen angepaßt, wobei leider ein großer Teil der alten Ausstattung verlorenging. Neue Altäre und Kanzeln wurden errichtet sowie Emporen und Gestühle eingebaut. Zu einer typischen Form der Renaissance wurde das Epitaph. Als Auftragswerk des Adels und der Patrizierschaft trat es oft nicht nur in künstlerische, sondern auch in geistig-inhaltliche Konkurrenz zur liturgischen Ausstattung und konnte selbst mit dem Altar identisch werden. Ein vielsagendes Beispiel dafür ist der Hauptaltar, den Rochus von Lynar 1582 für die Nikolaikirche in Spandau zugleich als Grabmal für sich und seine Familie gestiftet hat. Die Vielzahl der Ausstattungsstücke in den Kirchen ist anonym und von handwerklicher Solidität. Ein hervorragender Epitaphienmeister war Christoph Dehne, der von Magdeburg aus für verschiedene Adelsfamilien im West-Havelland Wandgrabmäler schuf. Seine Werke kennzeichnen das Ende einer Entwicklung, in der von Anfang an das Ornament eine dominierende Rolle spielte. Sie führte vom Roll- und Beschlagwerk zum manieristischen Knorpelornament, das die architektonische Struktur immer mehr überwucherte... (Einleitung)
3., verb. Aufl. XXXI; 374 S. mit 320 Abb. auf Tafelseiten, gebundene Ausgabe mit illustr. Umschl.
[SW: Deutschland, DDR, Kunst, Architektur, Cottbus, Frankfurt/Oder, Potsdam, Berlin, Kulturgeschichte, Denkmäler, Baudenkmäler]
Berlin und seine Bauten - Halmhuber, G.- Halmhuber, G. Berlin und seine Bauten. 2 Bände. Band 1: Einleitendes. Ingenieurwesen, Band 2: Öffentliche Bauten. Privatbauten. 1896. ; fester Einband / hard cover
In befriedigendem Zustand. Band 1 in der originalen Halbleder-Bindung, aber der Rücken nur noch unschön fragmentarisch, Band 2 nachgebunden in Kunstleder, bei Band 1 der vordere Vorsatz mit kleinen Randfehlstellen und am Fuß fleckig,die letzte Lage unten wasserrandig, Band 2 im Vorderschnitt in der ersten und letzten Lage wasserrandig, das letzte Blatt mit reparierten Randausschnitten. die Buchblöcke ansonsten minimal gebräunt , aber gut. in Band 1 weitere Beilagen, darunter ein großer Berlin-Plan von August Julius Straube im Nachdruck.
2, Band 1 mit 800 Abb., und 4 Beilagen, Bd.2 mit 720 Abb., 4°. 30,6 x 22,8 cm. 680/VIII,577,296 Seiten, der 2. Band nachgebunden im Kunstledereinband, Hardcover in Halbleder,
[SW: Orts- & Landeskunde, Architektur, Bauingenieurwesen, Baukunst, Deutsche Städte, Berlin]
Ende, Hermann,
Hermann Ende (1829-1907), Architekt. 2 e. Briefe mit U. ("HEnde"). Berlin, 1884 und 1886. Zusammen (1½+1=) 2½ SS. auf 3 (davon 1 Doppel-)Blatt. Gr.-4°. - An den Architekten Manfred Semper (1838-1913) mit der Versicherung, "daß ich gern bereit bin, Ihnen eine etwas erweiterte Kritik Ihrer Arbeit zu bieten" und "daß ich dies insofern ohne große Mühe für Sie thun kann, als ich binnen Kurzem in baulichen Angelegenheiten in Hamburg anwesend sein werde" (Br. v. 26. Juni 1884). Der Brief vom 8. Januar 1886 mit der Mitteilung, "daß beim Ethnologischen Museum die Gesammtlast der Decke [ca.] 630 kg beträgt; hiervon entfallen auf die Nutzlast [ca.] 310 kg und auf die Eigenlast [ca.] 320 kg. Ich habe mich gleichzeitig an Kollegen Tiede gewandt, um für die Belastungen, welche bei dem hiesigen, im Bau begriffenen Naturhistorischen Museum angenommen sind, Notizen zu erhalten. Sobald dieselben eingehen, theile ich Sie Ihnen mit [...]" (auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf). - Hermann Ende betrieb gemeinsam mit Wilhelm Böckmann von 1860 bis 95 "eine der angesehensten Baufirmen in Berlin, deren Tätigkeit insbesondere die Villen- und Palastarchitektur der Stadt wesentlich bestimmt hat" (DBE). Zu seinen wichtigsten Bauten zählen das sogenannte "Rote Schloß", ein für seine Zeit mustergültiges Geschäftshaus, das Antilopenhaus, das Elefantenhaus und der Festsaal im Zoologischen Garten, das Völkerkundemuseum (alle in Berlin) sowie das erbprinzliche Palais in Dessau. - Tls. etwas lichtrandig und mit leichten Gebrauchsspuren.
Hermann Ende (1829-1907), Architekt. 2 e. Briefe mit U. ("HEnde"). Berlin, 1884 und 1886. Zusammen (1½+1=) 2½ SS. auf 3 (davon 1 Doppel-)Blatt. Gr.-4°. - An den Architekten Manfred Semper (1838-1913) mit der Versicherung, "daß ich gern bereit bin, Ihnen eine etwas erweiterte Kritik Ihrer Arbeit zu bieten" und "daß ich dies insofern ohne große Mühe für Sie thun kann, als ich binnen Kurzem in baulichen Angelegenheiten in Hamburg anwesend sein werde" (Br. v. 26. Juni 1884). Der Brief vom 8. Januar 1886 mit der Mitteilung, "daß beim Ethnologischen Museum die Gesammtlast der Decke [ca.] 630 kg beträgt; hiervon entfallen auf die Nutzlast [ca.] 310 kg und auf die Eigenlast [ca.] 320 kg. Ich habe mich gleichzeitig an Kollegen Tiede gewandt, um für die Belastungen, welche bei dem hiesigen, im Bau begriffenen Naturhistorischen Museum angenommen sind, Notizen zu erhalten. Sobald dieselben eingehen, theile ich Sie Ihnen mit [...]" (auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf). - Hermann Ende betrieb gemeinsam mit Wilhelm Böckmann von 1860 bis 95 "eine der angesehensten Baufirmen in Berlin, deren Tätigkeit insbesondere die Villen- und Palastarchitektur der Stadt wesentlich bestimmt hat" (DBE). Zu seinen wichtigsten Bauten zählen das sogenannte "Rote Schloß", ein für seine Zeit mustergültiges Geschäftshaus, das Antilopenhaus, das Elefantenhaus und der Festsaal im Zoologischen Garten, das Völkerkundemuseum (alle in Berlin) sowie das erbprinzliche Palais in Dessau. - Tls. etwas lichtrandig und mit leichten Gebrauchsspuren.
[SW: Autograph, Manuskript, Dokument, Autographen. Abbildungen finden Sie auf unserer Webseite www.autographenhandlung.de]
Körner, Edmund,
Edmund Körner (1874/5-1940), Architekt. E. Briefkarte mit U. ("EKörner"). Essen, 4. März 1911. 1 S. Qu.-8°. - An den Kunsthistoriker und Direktor des Kunstmuseums Essen Ernst Gosebruch (1872-1953): "Montag Abend werde ich zur Vorstandssitzung kommen u. mir auch vorläufig Donnerstag Abend frei halten. Es freut mich sehr, daß Sie sich den Turm mal kritisch angesehen haben und noch mehr freut mich natürlich Ihr günstiges Urteil [...]". - Edmund Körner studierte an den Technischen Hochschulen Dresden und Berlin-Charlottenburg, absolvierte die Baumeisterprüfung in Dresden und wurde als Meisterschüler der Akademie der Künste in Berlin mit dem Staatspreis für Architektur ausgezeichnet. "Seit 1909 künstlerischer Leiter der Entwurfsabteilung am Hochbauamt Essen, wurde Körner 1911 an die Künstlerkolonie nach Darmstadt berufen und noch im selben Jahr zum Professor ernannt. Seit 1919 wirkte er als Architekt in Essen und schuf hier seine wichtigsten Bauten, darunter die Essener Synagoge (1911-13) und das 1926-29 neuerrichtete Folkwang-Museum. Körner baute zahlreiche Wohnhäuser sowie Industrie- und Verwaltungsbauten und trug auch zur Wiederbelebung des Backsteinbaus in Norddeutschland bei" (DBE). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; etwas angestaubt und fleckig.
Edmund Körner (1874/5-1940), Architekt. E. Briefkarte mit U. ("EKörner"). Essen, 4. März 1911. 1 S. Qu.-8°. - An den Kunsthistoriker und Direktor des Kunstmuseums Essen Ernst Gosebruch (1872-1953): "Montag Abend werde ich zur Vorstandssitzung kommen u. mir auch vorläufig Donnerstag Abend frei halten. Es freut mich sehr, daß Sie sich den Turm mal kritisch angesehen haben und noch mehr freut mich natürlich Ihr günstiges Urteil [...]". - Edmund Körner studierte an den Technischen Hochschulen Dresden und Berlin-Charlottenburg, absolvierte die Baumeisterprüfung in Dresden und wurde als Meisterschüler der Akademie der Künste in Berlin mit dem Staatspreis für Architektur ausgezeichnet. "Seit 1909 künstlerischer Leiter der Entwurfsabteilung am Hochbauamt Essen, wurde Körner 1911 an die Künstlerkolonie nach Darmstadt berufen und noch im selben Jahr zum Professor ernannt. Seit 1919 wirkte er als Architekt in Essen und schuf hier seine wichtigsten Bauten, darunter die Essener Synagoge (1911-13) und das 1926-29 neuerrichtete Folkwang-Museum. Körner baute zahlreiche Wohnhäuser sowie Industrie- und Verwaltungsbauten und trug auch zur Wiederbelebung des Backsteinbaus in Norddeutschland bei" (DBE). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; etwas angestaubt und fleckig.
[SW: Autograph, Manuskript, Dokument, Autographen. Abbildungen finden Sie auf unserer Webseite www.autographenhandlung.de]




