Brant Stultifera Navis

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Es wurden insgesamt 15 Einträge zu 'Brant Stultifera Navis' gefunden (Stand: 08.02.2012).

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Sebastian Brant: Navis stultifera a domino sebastiano Brant primum edificata. (VD B 7078/9). Blatt xlvi mit einem Original Holzschnitt von Albrecht Dürer. (Prestel 266, 31) Basel, Nikolaus Lamparter, 1506/07.
Originalholzschnitt von Albrecht Dürer auf einem Originalblatt der lateinischen Ausgabe des "Narrenschiffs" von 1506/07 mit der frühesten Druck-Darstellung einer Prostituierten. Sebastian Brant hat dem Holzschnitt Dürers das Motto "Wollust durch Einfalt manchen fällt manchen sie auch am Flügel hält, viel haben drin ihr End gewählt" vorangestellt. Nachdem der junge Dürer bei Michael Wohlgemuth in Nürnberg das Maler- und Stecherhandwerk erlernt hatte, begab sich der 19-jährige Dürer im Jahre 1490 auf die Wanderschaft. Zwischen dem Frühjahr 1492 und dem Herbst 1493 arbeitete er in Basel, und am 8. August 1492 erschien dort sein erster von ihm signierter und heute noch in Basel erhaltener Eingangsholzschnitt zu den "Epistolae beati Hieronymi". 1493 erschien der "Ritter vom Turn" und 1494 das "Narrenschiff" mit seinen Holzschnitten. Da nicht alle Holzschnitte im Narrenschiff von Dürer stammten, blieb seine Autorenschaft lange verborgen. 1951 entdeckte der Kunsthistoriker Friedrich Winkler die "Signatur" Dürers in den Holzschnitten. Dürer setzte auf jede Narrenkappe "eine Reihe von Schellen, die sich wie ein Scheitel über den Schädel zwischen den Ohren" hinzieht (Winkler: Dürer und die Illustrationen zum Narrenschiff, 12). Diese Unterscheidung ist von einigen Einschränkungen abgesehen, bis heute gültig. (vgl. Cornelia Schneider, Das Narrenschiff 2004, 140). Die Besonderheit der Holzschnitte Dürers liegt in ihrer realistischen Fassung. Niemals zuvor sind im altdeutschen Holzschnitt die Landschaft, der Innenraum, das Strassenbild, der Bauernhof, die schöne Aussicht, das Dickicht eines Gebüsches oder die weite Fläche des Meeres Hauptmotive von Bildern gewesen und mit so erstaunlicher Überzeugungskraft wiedergegeben worden. Von den 105 Holzschnitten des "Narrenschiffs" werden heute 73 dem Hauptmeister Dürer zugeordnet. Es hat keinen folgenreicheren Schritt in der Geschichte des Holzschnitts gegeben, als die Einführung des Realismus. Ohne kräftige Binnenmodellierung war sie nicht möglich. Die Holzschnitt-Produktion der zwei Jahrzehnte vorher, in denen Tausende von Buchbildern in Deutschland gerissen worden sind, ist noch dem Umrissholzschnitt verhaftet. (vgl. Winkler 1951) Die dargestellten Menschen erhalten durch Dürer erstmals verschiedenen Ausdruck: "Ein höchst individuell abgestuftes Pandämonium von Dummheit, Unverschämtheit, Verlegenheit, Täppischkeit, Verschlagenheit, Genußsucht und Herabgekommenheit tut sich auf. Bürger und Bauern, Ritter und Kaufleute, Pfaffen und Schreiber, Handwerker und Bauherrn, Landstreicher und Stubengelehrte, Aerzte und Quacksalber, Geizhälse und Gecken, Vetteln und Huren ziehen vorüber" (Fr. Schultz).

Einspaltiges Original-Postinkunabelblatt mit einem dreiviertelseitigen O-Holzschnitt (8,4 x 11,6 cm) von Albrecht Dürer und einer floralverzierten Holzschnittrandleiste mit Eule und Narr. Blattgröße: 12,8 x 18,2 cm.

[SW: Prostitution, Hure, Postincunable]

Details

Sebastian Brant: Navis stultifera a domino sebastiano Brant primum edificata. (VD B 7078/9). Blatt xxxviii mit einem Original Holzschnitt von Albrecht Dürer. (Prestel, 266, 21) Basel, Nikolaus Lamparter, 1506/07.
Originalholzschnitt von Albrecht Dürer auf einem Originalblatt der lateinischen Ausgabe des "Narrenschiffs" von 1506/07. Friedrich Winkler schreibt über diesen Holzschnitt: In dem Dickicht des Vogelfängers unterscheidet man den Baum, hohe und niedere Gräser und links das Gebüsch, in dem der Narr hockt. Es sind über ein Dutzend Vögel, die in der Krone des Baumes, zwischen den Gräsern am Boden sitzen oder herumfliegen. Es lohnt sich, sie zu betrachten, denn fast jeder ist ein kleines Meisterwerk. ... Das Dickicht ist Dürer wichtiger als der Vogelfänger. (vgl. Winkler 1951, 20) Sebastian Brant hat dem Holzschnitt Dürers das Motto "Wer offen schlägt sein Absicht an und spannt sein Garn vor jedermann, vor dem man leicht sich hüten kann." vorangestellt. Nachdem der junge Dürer bei Michael Wohlgemuth in Nürnberg das Maler- und Stecherhandwerk erlernt hatte, begab sich der 19-jährige Dürer im Jahre 1490 auf die Wanderschaft. Zwischen dem Frühjahr 1492 und dem Herbst 1493 arbeitete er in Basel, und am 8. August 1492 erschien dort sein erster von ihm signierter und heute noch in Basel erhaltener Eingangsholzschnitt zu den "Epistolae beati Hieronymi". 1493 erschien der "Ritter vom Turn" und 1494 das "Narrenschiff" mit seinen Holzschnitten. Da nicht alle Holzschnitte im Narrenschiff von Dürer stammten, blieb seine Autorenschaft lange verborgen. 1951 entdeckte der Kunsthistoriker Friedrich Winkler die "Signatur" Dürers in den Holzschnitten. Dürer setzte auf jede Narrenkappe "eine Reihe von Schellen, die sich wie ein Scheitel über den Schädel zwischen den Ohren" hinzieht (Winkler: Dürer und die Illustrationen zum Narrenschiff, 12). Diese Unterscheidung ist von einigen Einschränkungen abgesehen, bis heute gültig. (vgl. Cornelia Schneider, Das Narrenschiff 2004, 140). Die Besonderheit der Holzschnitte Dürers liegt in ihrer realistischen Fassung. Niemals zuvor sind im altdeutschen Holzschnitt die Landschaft, der Innenraum, das Strassenbild, der Bauernhof, die schöne Aussicht, das Dickicht eines Gebüsches oder die weite Fläche des Meeres Hauptmotive von Bildern gewesen und mit so erstaunlicher Überzeugungskraft wiedergegeben worden. Von den 105 Holzschnitten des "Narrenschiffs" werden heute 73 dem Hauptmeister Dürer zugeordnet. Es hat keinen folgenreicheren Schritt in der Geschichte des Holzschnitts gegeben, als die Einführung des Realismus. Ohne kräftige Binnenmodellierung war sie nicht möglich. Die Holzschnitt-Produktion der zwei Jahrzehnte vorher, in denen Tausende von Buchbildern in Deutschland gerissen worden sind, ist noch dem Umrissholzschnitt verhaftet. (vgl. Winkler 1951) Die dargestellten Menschen erhalten durch Dürer erstmals verschiedenen Ausdruck: "Ein höchst individuell abgestuftes Pandämonium von Dummheit, Unverschämtheit, Verlegenheit, Täppischkeit, Verschlagenheit, Genußsucht und Herabgekommenheit tut sich auf. Bürger und Bauern, Ritter und Kaufleute, Pfaffen und Schreiber, Handwerker und Bauherrn, Landstreicher und Stubengelehrte, Aerzte und Quacksalber, Geizhälse und Gecken, Vetteln und Huren ziehen vorüber" (Fr. Schultz).

Einspaltiges Original-Postinkunabelblatt mit einem dreiviertelseitigen O-Holzschnitt (8,4 x 11,6 cm) von Albrecht Dürer und einer floralverzierten Holzschnittrandleiste mit Eule und Narr. Blattgröße: 12,8 x 18,2 cm. Blatt mit hälftigem Wasserzeichen Ochsenkopf mit Standarte. Beiliegend ein O-Postinkunabelblatt mit dem letzten Abdruck dieses Dürer-Holzschnitts aus dem Jahre 1520, gedruckt in Strassburg (17,4 x 27,7 cm).

[SW: Postinkunabel, postincunabula, postincunable]

Details

Zimmermann, Philipp: Die Figur des Narren in Sebastian Brants "Narrenschiff" GRIN VERLAG, Februar 2009, Besorgungstitel - vorauss. Lieferzeit 3-5 Tage. ISBN: 3640257006
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, einseitig bedruckt, Note: 5.5 (CH), Universität Zürich (Deutsches Seminar), Veranstaltung: Seminar: Schwank- und Narrenliteratur des Mittelalters, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Entspricht Note 1,5 nach deutscher Bewertungsskala , Abstract: Als im Jahr 1494 Sebastian Brant das Narrenschiff veröffentlichte, war die weitere Erfolgsgeschichte des Werkes wohl kaum absehbar. Noch im Erscheinungsjahr wurden in Nürnberg, Reutlingen und Augsburg Nachdrucke publiziert. Ganz Oberdeutschland sei binnen kurzer Zeit mit Nachdrucken nur so übersät gewesen, schreibt Hans-Joachim Mähl in seinem Nachwort zur Reclam-Ausgabe.1 Bis 1509 erlebt das Werk fünf weitere Originalausgaben in Basel. Überarbeitungen ins Niederdeutsche folgten ebenso wie eine lateinische Bearbeitung von Jacob Locher (unter dem Titel Stultifera Navis ) im Jahr 1497, und dies machte das Werk auch in Gelehrtenkreisen im Auslandbekannt. Ausführlicher lässt sich die Erfolgs- und Wirkungsgeschichte bei Mähl nachlesen. Nicht wenig zum Erfolg beigetragen haben dürften die Holzschnitte. Brant hat als einer der ersten in der Verwendung von Holzschnitten die Möglichkeiten zur Popularisierung von lehrhaften Schriften erkannt. Ein weiterer Grund dürfte in der Verwendung der Figur des Narren liegen. Narren existierten im realen Leben ebenso wie als fiktionale Figuren. Narren waren im mittelalterlichen Leben bekannt erwähnt seien nur die Hofnarren und Fastnachtsnarren. Brant hat die Figur des Narren also nicht neu erfunden. Aber: Brant hat die Figur des Narren neu gedeutet, er begründete eine neue Literaturgattung mit eigenen Themen und Motiven die Narrenliteratur. Ohne Zweifel müssen damals gemeinsame, übergreifende Ideen latent gewesen sein, die sich auf verschiedensten Ebenen immer wieder in der Gestalt des Narren verdichteten , meint etwa Mezger2, und Könneker3 spricht davon, dass Brant mit der Narrenthematik an den Geist der Zeit gerührt habe und dasjenige, was die Gemüter im Innersten bewegt habe und was an neuen Möglichkeiten des Selbstverständnisses sich abzuzeichnen begann, im einprägsamen Bild und repräsentativen Symbol ausgesprochen habe.4

NEUBUCH! 2009. 68 S. 210 mm 209 mm x 150 mm x 15 mm; Akademische Schriftenreihe, Bd. V28052

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Clausen, Natascha: Medialität bei Sebastian Brant - Wahrsagung in Wort und Bild - Eine Betrachtung ausgehend von Kapitel 65 im "Narrenschif, GRIN VERLAG, Oktober 2009, Besorgungstitel - vorauss. Lieferzeit 3-5 Tage. ISBN: 3640437470
Heutzutage ist es Gang und Gäbe, dass sich Bücher in der ganzen Welt verkaufen. In zahlreiche Sprachen übersetzt, begeistern sie Leser aller Kontinente. [...] Diese Tatsache zeugt von einem großen Interesse an Büchern jeglicher Art. Die Entwicklung des Buchdrucks, die Globalisierung und die vielfältigen und immer neu hinzukommenden Möglichkeiten, Texte einem bestimmten Publikum zugänglich zu machen, haben dies bewirkt. [...]Angesichts dieser Entwicklung ist es interessant, auf den Beginn des Buchdrucks zurückzublicken. Texte hat es schon immer gegeben und diese wurden auch vervielfältigt, sei es mündlich, handschriftlich oder durch das Blockbuch. Doch erst seit Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen, gegossenen Lettern durch Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts hat sich der gedruckte Text sukzessive etabliert, um spätestens im Zeitalter der Aufklärung seinen Durchbruch zu erfahren. Einer, der sich schon im 15. Jahrhundert gern der Buchdruckerkunst bediente und sich die damit verbundenen Möglichkeiten zunutze machte, war Sebastian Brant. Mit seinem Narrenschiff veröffentlichte er 1494 den ersten deutschen Bestseller. Dieses Werk soll Thema der vorliegenden Arbeit sein.Da eine genaue Darstellung aller Aspekte des Narrenschiffs jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, gilt es, unter Berücksichtigung des Gesamtwerks einen Teilaspekt herauszugreifen und diesen näher zu betrachten. Hierzu bieten sich zahlreiche Themen an, wie zum Beispiel der Bezug zur gnomischen Tradition des Mittelalters, die Verarbeitung allegorischer Traditionen, ein Vergleich mit der lateinischen Übersetzung, der Stultifera navis, die genaue Untersuchung einzelner Kapitel oder auch der Vergleich mit anderen Autoren, die sich mit dem Narren-Thema beschäftigt und dieses in ihren Werken verarbeitet haben. In dieser Arbeit soll es jedoch um einen weiteren, sehr interessanten Aspekt gehen, nämlich um Brants Einsatz der ihm zur Verfügung stehenden Mittel, um beim Leser einen bestimmten Effekt zu erzielen. Da sich dies am besten anhand des Themas der Wahrsagung realisieren lässt - die Gründe dafür sind noch zu erläutern - soll das Kapitel 65 im Narrenschiff als Ausgangspunkt für weitere Ausführungen dienen. Daher wird im Folgenden, ausgehend von Kapitel 65, Brants Verhältnis zur Wahrsagung ebenso zu untersuchen sein wie sein Umgang mit Medialität und dem Einsatz von Text und Bild.

NEUBUCH! 2009. 68 S. 210 mm 210 mm x 148 mm x 4 mm; Akademische Schriftenreihe, Bd. V54375

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