Bruno Latour Wir
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Bruno,Latour: Von der Realpolitik zur Dingpolitik oder Wie man Dinge öffentlich macht Aus dem englisch-sprachigen Katalog zur Ausstellung "Dingpolitik. Atmosphären der Demokratie" 19.03.-7.8.2005 im ZKM Museum für Neue Kunst, Merve Verlag GmbH, März 2005 ISBN: 3883962147
Realpolitik erweist sich als eine sehr unrealistische Version von Politik. Denn die meisten unserer politischen Leidenschaften und Interessen sind auf Dinge gerichtet - im Sinne der alten englischen und deutschen Wortbedeutung von Ding -, heutzutage als (strittige) Sachverhalte übersetzbar. - Ungeachtet dieserdauernden Aufmerksamkeit für Dinge verharrte die politische Theorie auf einer ziemlich abstrakten Ebene von Meinungen und Positionen, von Rang und Problemlösung, und allgemeiner von diskursiven Einstellungen. - Das Anliegen dieses Textes ist es, Politik zu den Dingen zurückzubringen und zu sehen, was passiert, wenn man die verschiedenen Versammlungen, in denenDinge geprägt und entschieden werden, mit dem traditionellen politischen Vokabular vergleicht.-- Das Buch erscheint zeitgleich zu der von Bruno Latour und Peter Weibel kuratierten Ausstellung Making Things Public. Atmosphären der Demokratie, die vom 19. März 2005 bis 03. Oktober 2005 am ZKM Karlsruhe, Museum für Neue Kunst, zu sehen ist.Die allgemeine Hypothese ist so einfach, dass sie trivial klingen könnte - doch trivial sein könnte zu dem gehören, was es heißt, in der Politik Realist zu werden. Es könnte sein, dass wir mehr durch unsere Sorgen, die Sachen, um die es uns geht, die Fragen, die uns beschäftigen, verbunden sind, als durch jede andere Reihe von Werten, Meinungen, Einstellungen oder Prinzipien. -- Das Experiment lässt sich ganz einfach durchführen. Der Leser oder die Leserin braucht sich bloß irgendeine beliebige Reihe heutiger Streitfragen durch den Kopf gehen zu lassen: der EU-Beitritt der Türkei, das islamische Kopftuch in Frankreich, die Ausbreitung genmanipulierter Organismen in Brasilien, die Verschmutzung des Flusses in der Nähe Ihres Hauses, das Wegbrechen der Gletscher in Grönland, die geringere Rendite Ihrer Pensionskasse, die Schließung der Fabrik Ihrer Tochter, die anstehenden Reparaturen in Ihrer Wohnung, das Steigen und Fallen der Börsenkurse, die letzte Geisel-Enthauptung durch Fanatiker in Falludscha, die letzte amerikanische Wahl. Bei jedem dieser Gegenstände taucht eine andere Reihe von Leidenschaften, Empörungen, Meinungen auf, wie auch eine andere Reihe interessierter Parteien und andere Wege für ihre teilweise Lösung. - Es ist klar, dass jeder Gegenstand - jede Streitfrage - ein anderes Muster von Emotionen und Brüchen, von Unstimmigkeiten und Übereinstimmungen erzeugt. Möglicherweise gibt es keine Kontinuität, keine Kohärenz in unseren Optionen, doch es gibt eine verborgene Kontinuität und eine verborgene Kohärenz in dem, womit wir verbunden sind. Jeder Gegenstand versammelt eine andere Versammlung relevanter Parteien um sich. Jeder Gegenstand bietet neue Gelegenheiten für leidenschaftliche Differenz und Diskussion. Jeder Gegenstand kann ebenso neue Möglichkeiten bieten, die Debatte abzuschließen, ohne sich sonst auf viel einigen zu müssen. Mit anderen Worten, Gegenstände - verstanden als ebenso viele Streitfragen - halten uns alle auf verschiedene Weise in Schranken, und diese verschiedenen Weisen markieren einen öffentlichen Raum, der sich grundlegend von dem unterscheidet, was üblicherweise unter der Bezeichnung des Politischen verstanden wird. <
NEUBUCH! 83 Seiten 170 mm x 121 mm x 12 mm Einband:Kartoniert/Broschiert
[SW: Politik / Theorie, Philosophie]
Bruno Latour: Wir sind nie modern gewesen, ISBN: 3596137772
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt, Ausgabe von 1998, Einband: Taschenbuch, das Buch ist in gutem Zustand. Altersgemäße kleinere Mängel sind nicht immer extra aufgeführt.
[SW: Philosophie, Wir sind nie modern gewesen, Bruno Latour]
polar 6: Ökologie und Freiheit: wie leben. m. zahlr. Abb. . 23 cm . - Campus Verlag, 2009. ISBN: 9783593388984
Mit dem Klimawandel ist das Thema Ökologie in unsere Köpfe zurückgekehrt und damit die Natur. Doch was ist gemeint, wenn wir von "der Natur" oder gar "dem Natürlichen" sprechen? Für die einen handelt es sich dabei lediglich um beschreibende Begriffe, andere verbinden damit bestimmte Normen und Werte. Das "Natürliche" wird zum Maßstab für individuelle Lebensentwürfe und moralisches Handeln. Die Natur braucht uns nicht und wird uns überleben. Aber wofür brauchen wir die Natur? Mit Beiträgen unter anderen von Dirk Baecker, Hartmut Böhme, Claus Leggewie und Jürgen Trittin sowie einem Interview mit Bruno Latour......Ungelesenes, vollständiges Exemplar; in sehr gutem Zustand mit leichten Lagerspuren, als Mängelexemplar gekennzeichnet. Rechnung mit MwSt.; Bestellungen bis 15 Uhr werden am gleichen Werktag verschickt. ; ISBN 9783593388984, ISBN: 3593388987
192 Seiten Taschenbuch
[SW: Sachbücher / Politik, Gesellschaft, Wirtschaft / Gesellschaft, Politikwissenschaft / Soziologie / Populäre Darst., Umweltsoziologie, Ökologie, Klima, Klimawandel, Klimawandel ( Treibhauseffekt ), Okölogie, Schutz, Umweltschutz, Treibhauseffekt]
Bruno,Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft, Suhrkamp Verlag KG, Oktober 2007 ISBN: 351858488X
Man muß die Gesellschaft verändern - diese Parole aus alter Zeit ist nach wie vor aktuell, denn die Gesellschaft, in der wir leben, ist voller Härte und Zumutungen. Aber um dies Veränderung zu ermöglichen, sollte man vielleicht erst einmal versuchen, den Begriff Gesellschaft zu verändern. Heute läßt sich ein immer größeres Auseinanderklaffen der Praxis der Soziologie, der Theorie der Politik und des Glaubens an die Idee der Gesellschaft beobachten. Um einen Ausweg aus dieser Krise zu finden, sollte, so die provokative These dieses Buchs, diese Spannung bis zum äußersten ausgereizt werden. Bruno Latour, der die etablierten Grenzen zwischenWissenschaft, Kultur, Technik und Natur eingerissen hat, schlägt vor, zwei unterschiedliche Konzepte von Gesellschaft zu unterscheiden. Der einen Auffassung zufolge ist Gesellschaft eine unveränderliche abstrakte Entität, die ihren Schatten auf andere Bereiche wirft: auf die Wirtschaft, das Recht, die Wissenschaft etc. Nach der anderen hingegen ist Gesellschaft notwendig instabil: eine Verbindung überraschender Akteure, die die einlullende Gewißheit, einer gemeinsamen Welt anzugehören, in Frage stellen. Die Analyse dieser unerwarteten Verknüpfungen höchst unterschiedlicher Bereiche, wie etwa zwischen Viren, Wissenschaftlern, Leidenschaften, Naturkatastrophen oder Erfindungen, ist nach Bruno Latour Aufgabe der Soziologie.<
NEUBUCH! 488 Seiten 205 mm x 131 mm x 34 mm Einband:Gebunden
[SW: Soziologie / Bevölkerung, Siedlung, Stadt]




