Carl Dahlhaus Was Ist Musik

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"Ganz dein zärtlicher Sohn Johannes". Johannes Brahms' Briefwechsel mit seinem Vater 1864 - 1871. Einführung von Constantin Floros.Mit einem Frontispz Brahms' und einigen s/w-Fotos und Brieffaksimiles im Text. Sonderdruck. Kurt Saucke Sonderausgabe 1998 Hamburg
61S. Groß 8°

Pappe Fadengehefteter, illustrierter Pappband in sehr gutem, neuwertigem Zustand. Johannes Brahms (* 7. Mai 1833 in Hamburg; 3. April 1897 in Wien) war ein deutscher Komponist, Pianist und Dirigent, dessen Kompositionen man der Romantik zuordnet. Er gilt als einer der bedeutendsten europäischen Komponisten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Brahms' Werk steht in einer gesamteuropäischen Musiktradition. Nicht nur Beethoven, auch Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Giovanni Pierluigi da Palestrina hatten Einfluss auf seine Musik. Brahms griff auf mittelalterliche Kirchentonarten und auch auf die niederländische Kanontechnik zurück. Er fühlte sich dem Vergangenen verpflichtet. Die von ihm vorgenommenen Abweichungen zur Tradition wurden in unauffälligen Schritten vollzogen. Obwohl Brahms im Wesentlichen tradierte Formen übernahm, schuf er ein unabhängiges und eigenständiges Werk. Auslöser für eine Neubewertung seines Schaffens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Aufsatz Brahms, the progressive von Arnold Schönberg. Schönberg wies nach, dass Brahms seine Werke aus kleinsten motivischen Keimzellen abgeleitet hatte. Zur Auflösung der Tonalität trug der lange Zeit als Klassizist unterschätzte Brahms indes ebenso bei durch die "zentripetale Harmonik" seines Spätwerks (etwa in den späten Intermezzi op. 117 für Klavier). Musikwissenschaftliche Arbeiten sprechen bei ihm von drei Schaffensperioden: Die erste reiche bis zum "Deutschen Requiem", die zweite bis zum zweiten Klavierkonzert und die dritte beginne mit der dritten Sinfonie. Für die erste Periode sei die romantische Grundeinstellung signifikant, die zweite sei durch einen stark klassischen Einschlag geprägt, und die dritte sei eine Verschmelzung dieser Grundeinstellungen miteinander. Mit seinen Sinfonien stellte Brahms nicht nur das allgemeine Publikum, sondern auch seine Freunde auf eine harte Probe, da sie teilweise keinen leichten Zugang bieten. Schon über seine erste Sinfonie notierte er: "Nun möchte ich noch die vermutlich sehr überraschende Mitteilung machen, dass meine Sinfonie lang und nicht gerade liebenswert ist." Auch bei den weiteren arbeitete Brahms mit Harmonien, die das Publikum nicht nachvollziehen mochte. Eine Klavierprobe des Allegro non troppo der komplexen vierten Sinfonie kommentierte Eduard Hanslick mit den Worten: "Den ganzen Satz über hatte ich die Empfindung, als ob ich von zwei schrecklich geistreichen Leuten durchgeprügelt würde." Friedrich Nietzsche: was liegt noch an Johannes Brahms! Sein Glück war ein deutsches Missverständniss: man nahm ihn als Antagonisten Wagners, - man brauchte einen Antagonisten! - Das macht keine nothwendige Musik, das macht vor Allem zu viel Musik! - Wenn man nicht reich ist, soll man stolz genug sein zur Armuth! Die Sympathie, die Brahms unleugbar hier und da einflösst, ganz abgesehen von jenem Partei-Interesse, Partei-Missverständnisse, war mir lange ein Räthsel: bis ich endlich, durch einen Zufall beinahe, dahinter kam, dass er auf einen bestimmten Typus von Menschen wirkt. Er hat die Melancholie des Unvermögens; er schafft nicht aus der Fülle, er durstet nach der Fülle. Rechnet man ab, was er nachmacht, was er grossen alten oder exotisch-modernen Stilformen entlehnt - er ist Meister in der Copie -, so bleibt als sein Eigenstes die Sehnsucht Das errathen die Sehnsüchtigen, die Unbefriedigten aller Art. Er ist zu wenig Person, zu wenig Mittelpunkt Das verstehen die "Unpersönlichen" die Peripherischen, - sie lieben ihn dafür. In Sonderheit ist er der Musiker einer Art unbefriedigter Frauen. Fünfzig Schritt weiter: und man hat die Wagnerianerin - ganz wie man fünfzig Schritt über Brahms hinaus Wagner findet -, die Wagnerianerin, einen ausgeprägteren, interessanteren, vor Allem anmuthigeren Typus. Brahms ist rührend, so lange er heimlich schwärmt oder über sich trauert - darin ist er "modern" -; er wird kalt, er geht uns Nichts mehr an, sobald er die Klassiker beerbt Fasslicher, für die "Armen im Geiste" ausgedrückt: Brahms - oder Wagner Brahms ist kein Schauspieler (Der Fall Wagner, Zweite Nachschrift) Wilhelm Furtwängler: Seine Werke werden mit höherem Alter immer knapper, dichter, gedrängter, in der Empfindung dabei immer schlichter. Und es zeigt sich gerade an ihm, dass es eine Entwicklung und Entfaltung nicht nur nach der Seite der Vielfältigkeit hin gibt, sondern auch nach der Einfachheit ( ). (Aus einer Rede von 1931) Arnold Schönberg: Von Brahms habe ich gelernt: Vieles von dem, was mir durch Mozart unbewusst zugeflogen war, insbesondere Ungradtaktigkeit, Erweiterung und Verkürzung der Phrasen Plastik der Gestaltung: Nicht sparen, nicht knausern, wenn die Deutlichkeit größeren Raum verlangt; jede Gestalt zu Ende führen Systematik des Satzbildes Ökonomie und dennoch: Reichtum.. (In "Nationale Musik, 1931) Carl Dahlhaus: Brahms war weder ein Schumann- noch ein Beethoven-Epigone und dennoch ein musikalischer Konservator. Und sein Konservatismus war insofern ästhetisch legitim, als Brahms Traditionsbestände nicht blind übernahm, sondern sie in einen Prozess des Weiterdenkens hineinzog, ohne andererseits ihre Substanz auszulöschen. ("Brahms und die Idee der Kammermusik", 1990)

[SW: Briefwechsel | Sonderausgaben | Johannes Brahms]

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Archiv für Musikwissenschaft. Herausgegeben von Hans Heinrich Eggebrecht in Verbindung mit Reinhold Brinkmann, Carl Dahlhaus, Kurt von Fischer, Walter Gerstenberg und Wolfgang Osthoff. Stuttgart, Franz Steiner, 1985.

XLII. Jahrgang 1985 Heft 1-4. 311 S. Inhalt: DahIhaus, Carl (Berlin): Studien zur romantischen Musikästhetik; Eggebrecht, Hans Heinrich (Freiburg i. Br.): Bach - wer ist das?; Hunkemäller, Jürgen (Mutlangen): Was ist Ragtime?; Kabisch, Thomas (Stuttgart): Struktur und Form im Spätwerk Franz Liszts. Das Klavierstück "Unstern" (1886); Kähler, Rafael (Heidelberg): Der Kristall als ästhetische Idee. Ein Beitrag zur Rezeptions-und Ideengeschichte der Zweiten Wiener Schule; Metz, Günther (Freiburg i. Br.): Das Webern-Zitat in Hindemiths Pittsburgh Symphony; Riethmüller, Albrecht (Freiburg i. Br.): Logos und Diastema in der griechischen Musiktheorie; Riethmüller, Albrecht (Freiburg i. Br.): Busoni-Studien; Räder, Thomas (Erlangen): Motto und symphonischer Zyklus. Zu den Fassungen von Anton Bruckners Vierter Symphonie; Schmalzriedt, Siegfried (Karlsruhe): Charakter und Drama. Zur historischen Analyse von Haydnschen und Beethovenschen Sonatensätzen; Schmidt, Christian Martin (Berlin): Von Zeitarten tonaler Musik; Schneider, Herbert (Heidelberg): Canevas als Terminus der lyrischen Dichtung; Seidel, Wilhelm (Marburg): Die Macht der Musik und das Tonkunstwerk; Sponheuer, Bernd (Kiel): Zum Problem des doppelten Finales in Mozarts ,erstem' Klavierkonzert KV 175. Zwei Versuche der Synthetisierung von "Gelehrtem" und "Galantem"; Tusa, Michael C. (Austin, Texas): Die authentischen Quellen der "Eroica"; Walter, Meinrad (Freiburg i. Br.): J. S. Bach und die Aufklärung? Kritische Bemerkungen zum Bachverständnis der DDR-Musikwissenschaft. Sehr gut erhalten.

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Probleme des musiktheoretischen Unterrichts. Sieben Beiträge ... - Berlin: Merseburger, 1967.
Sehr gutes Ex. - Edition Merseburger 1487. - Veröffentl. d. Inst. f. Neue Musik u. Musikerziehung Darmstadt, Band 7. - RUDOLF STEPHAN Zur Problematik der Allgemeinen Musiklehre. CARL DAHLHAUS Was ist musikalischer Rhythmus ? SIEGFRIED BORRIS Probleme der traditionellen Harmonielehre. DIETHER DE LA MOTTE Reform der Formenlehre ? ERHARD KARKOSCHKA Zur musikalischen Form und Formanalyse. ANHANG / FREDERIQUE BAECKER Betrachtungen zum Fach Solfege. SIEGFRIED BORRIS Wandlung der musikpädagogischen Leitbilder im 20. Jahrhundert. -

75 S. Broschiert.

[SW: Musikunterricht, Harmonielehre, Rhythmus, Musikpädagogik]

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Hudek, Franz-Peter: "Die Tyrranei der Musik". Nietzsches Wertung des Wagnerischen Musikdramas. Epistemata, Reihe Philosophie. 64. Würzburg : Königshausen und Neumann, 1989. ISBN: 3884794221
Umschlag leicht berieben, sonst gutes Exemplar. - aus dem Inhalt: NIETZSCHES WERTUNG DES WAGNERSCHEN MUSIKDRAMAS NIETZSCHES SCHRIFT 'DER FALL WAGNER' -- Das Problem 'Der Fall Wagner' -- Die zentralen Aussagen in 'Der Fall Wagner' -- Der Schauspieler als Tyrann -- Exkurs: Zum Gehalt des literarischen Dramas -- Der Schauspieler als Opfer -- Die Genese von Nietzsches Wagner-Kritik -- 'Nietzsche contra Wagner' -- 'Tristan' und Schopenhauer -- Hanslick -- 'Richard Wagner in Bayreuth' -- Der neue Nietzsche -- Friedrich Nietzsche in Bayreuth -- 'Menschliches, Allzumenschliches' -- DIE BEDEUTSAMKEIT VON NIETZSCHES EINWÄNDEN IN BEZUG AUF WAGNERS KONZEPTION DES MUSIKDRAMAS : -- Wagner, ein deutscher Komponist -- Das Ende der autonomen Kunstform Musik -- Die Musik im Banne der Dichtung -- DIE BEDEUTSAMKEIT VON NIETZSCHES EINWÄNDEN IN BEZUG AUF DAS MUSIKDRAMA ALS MUSIKALISCHES KUNSTWERK -- Die Charakterisierung des Wagnerschen Musikdramas durch Carl Dahlhaus: Formprinzipien -- Die Lösung der Prioritätsfrage -- Die musikalische Legitimation der Motivik in 'Der Ring des Nibelungen' -- Irreguläre Syntax -- Richard Wagner als Theatraliker -- Das intendierte Rezeptionsverhalten: Vergegenwärtigung -- Adornos 'Versuch über Wagner' -- DIE PHILOSOPHISCH-ÄSTHETISCHEN GRUNDLAGEN VON NIETZSCHES WERTUNG DES WAGNERSCHEN MUSIKDRAMAS -- NIETZSCHES PHILOSOPHIE I. Form und Sprache -- NIETZSCHES PHILOSOPHIE II. Thesen und Argumente -- Das Selbstbewußtsein -- Die Wahrnehmung der äußeren Welt -- Die reale Welt -- Wahrheit und Objektivität -- Ethik -- Wert der Werte -- Die Kunst -- DIE BESCHAFFENHEIT DES IDEALEN KUNSTWERKES -- Form -- Der Große Stil -- Die Bestimmung von Form und Stil in der Kunst aus heutiger Sicht -- Inhalt -- Die Bestimmung von Inhalt und Stoff der Kunst aus heutiger Sicht -- Symbol, Zeichen, Sprache -- Die Bestimmung von Symbol, Zeichen und Sprachcharakter der Kunst aus heutiger Sicht -- DIE ERSCHEINUNGSFORMEN VON KUNST UND IHRE REZEPTIONSWEISEN -- Das Klassische -- Die Bestimmung von Kunstschaffen und -rezeption aus heutiger Sicht -- Das Romantische -- Kunst und Festcharakter -- ÄSTHETIK UND PHYSIOLOGIE -- Schöne Kunstwerke -- Die Bestimmung von 'wahrer Kunst' aus heutiger Sicht -- Das Schönheitsurteil -- Physiologie der Kunst -- Was ist Kunst? -- Kunst, Wert und Wissenschaft. ISBN 3884794221 - , ISBN-13: 9783884794227

214 S. Originalbroschur.

[SW: Philosophie, Musik, Theater, Tanz, Film, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft]

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