Der Richter und Sein Henker Roman.
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Dürrenmatt, Friedrich: Der Richter und sein Henker. Roman. Mit 14 Zeichnungen von Karl Staudinger. Rowohlt Taschenbuch Verlag 1911.-2000.Tausend 1979 Reinbek bei Hamburg ISBN: 3499101505
116S. 8°
Taschenbuch Einband nachgedunkelt und leicht knickig, ganzseitige Widmung auf Vorsatz, Papier allg. nachgedunkelt, ansonsten noch gute Erhaltung. Der Richter und sein Henker ist ein Roman des Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt, der vom 15. Dezember 1950 bis zum 31. März 1951 in acht Folgen in der Wochenzeitschrift Der Schweizerische Beobachter erschien. Hans Bärlach ist ein alter Kriminalkommissar in Bern. Sein bester Mitarbeiter, Ulrich Schmied, wird auf einer Landstrasse von Twann nach Lamboing erschossen aufgefunden. Daraufhin lässt Bärlach, da er selbst krank ist, die Ermittlungen hauptsächlich von seinem Assistenten, dem Kriminalbeamten Tschanz durchführen. Dieser aber ist der Mörder und bringt deshalb den Lobbyisten Gastmann in Verdacht, der in der Nähe des Tatortes ein Haus hat. Schmied stand mit Gastmann unter falschem Namen in Kontakt; am Ende des Romans stellt sich heraus, dass er auf Bärlachs Betreiben gegen Gastmann ermittelte. Die Polizei gerät in Schwierigkeiten, weil Gastmann politische Gönner hat. Bei einem Besuch bei Gastmann wird Bärlach von dessen riesigem Hund angegriffen, und Tschanz muss das Tier erschießen. Wie sich später herausstellt, hat Bärlach die Aktion inszeniert, um an eine Kugel aus Tschanz' Dienstwaffe zu gelangen. Im Laufe des Romans erfährt der Leser, dass Bärlach und Gastmann sich kennen. Vor vier Jahrzehnten wettete Gastmann, er werde ein Verbrechen begehen, das Bärlach ihm nicht nachweisen könne, und tötete einen unbeteiligten, deutschen Kaufmann, dessen Tod er als Selbstmord darstellte. Bärlach machte Karriere als Polizist, Gastmann als Verbrecher, und Gastmann blieb Bärlach immer einen Schritt voraus. Als letztes legales Mittel hat der alte Kommissar mit Schmied seinen besten Mann auf Gastmann angesetzt, wiederum ohne Erfolg. Daher versucht er nun, indirekt Tschanz auf den Kriminellen anzusetzen; dieser muss Gastmann schließlich des Mordes bezichtigen, um sich selbst zu schützen, aber auch um den "falschen" Mordfall abzuschließen und durch diesen kriminalistischen Erfolg in Schmieds Fußstapfen treten zu können. Als Bärlach weitere Ermittlungen gegen Gastmann ablehnt, ist Tschanz verzweifelt. Gleichzeitig hat Bärlach Gastmann gewarnt, er werde ihm einen "Henker" schicken. Damit meint er den zu allem entschlossenen Tschanz, der die Konfrontation mit Gastmann sucht; als dieser sich zur Wehr setzt, werden er und seine zwei Diener von Tschanz erschossen. Auf diese Weise gelingt es Bärlach, Gastmann zu richten - allerdings nicht für dessen begangene Verbrechen, sondern für einen Mord, den ein anderer beging. Zum Schluss entlarvt Bärlach auch Tschanz als Mörder, was er ihm bei einem letzten Treffen - einem opulenten "Festessen" bei sich zu Hause - anhand von Indizien beweist. Tschanz ist erneut verzweifelt. Bärlach lässt ihn gehen. Am nächsten Tag findet man Tschanz tot unter seinem von einem Zug erfassten Wagen. Der Richter und sein Henker ist ein klassischer Kriminalroman (es liegt ein Verbrechen vor und es wird ermittelt). Am Ende des Buches erfährt der Leser, wer der Täter war. Das Buch kann jedoch zugleich als eine Kritik am Kriminalroman und auch an der Kriminalistik verstanden werden, da von Anfang an falsch ermittelt wird: Der Kommissar kennt schon alle Hintergründe und auch der Täter ist ihm bald bekannt; er setzt die Ermittlungen nur fort, um eine "Gerechtigkeit" zu erzeugen, die sich auf kriminalistischem und legalem Wege nicht finden lässt. Das Thema des Buches ist mithin weniger die kriminalistische Methode als vielmehr "das Abenteuer dieses Daseins". Deshalb ist Der Richter und sein Henker auch und vor allem ein Charakterporträt eines desillusionierten Einzelgängers, der dem gewöhnlichen Lauf der Dinge keine Methode, sondern seine Persönlichkeit entgegensetzt. Neben Bärlachs Lebenserfahrungen ist auch seine Haltung als Schweizer gegenüber dem Nationalsozialismus bezeichnend sowie der Kampf mit innerbehördlichen Hierarchien. Der rücksichtslose Einsatz der eigenen Person gipfelt in einem psychischen Zweikampf mit dem Mörder Schmieds, in dessen Verlauf Bärlach, der wirklich todkrank ist, vorgaukelt, seine Krankheit sei nur aus taktischen Gründen gespielt gewesen, woraufhin der Mörder, durch Bärlachs psychische Überlegenheit bezwungen, sich selbst tötet (zumindest wird der Suizid angedeutet). Das Bärlach-Porträt setzt Dürrenmatt in dem Roman Der Verdacht fort. Die grundlegende Kritik an der Figur des Detektivs, der richtig ermittelnd zum falschen und falsch ermittelnd zum richtigen Ergebnis kommt, findet eine Fortsetzung in dem Roman Das Versprechen. Adaptionen Die erste filmische Adaption wurde vom Süddeutschen Rundfunk für das Fernsehen produziert und am 7. September 1957 erstmalig ausgestrahlt. Eine vielbeachtete Adaption gelang 1975 Maximilian Schell mit dem Film Der Richter und sein Henker: Tschanz wird von Jon Voight und Bärlach von Martin Ritt verkörpert. Dürrenmatt schrieb am Drehbuch mit und ist in einer Nebenrolle als Schriftsteller zu sehen. 1986 produzierte das Schweizer Radio DRS eine zirka 300-minütige Hörspielfassung. 1988 erschien ein Comic auf der Grundlage des Romans. Am 8. November 2008 wurde Der Richter und sein Henker als Oper in Erfurt uraufgeführt. Der Komponist ist Franz Hummel.
[SW: Deutsche Literatur | Kriminalroman]
Dürrenmatt, Friedrich: Der Verdacht. Roman. Rowohlt Verlag 2.Aufl., 51.-70.Tausend 1962 Reinbek bei Hamburg
154S. 8°
Taschenbuch Einband berieben, nachgedunkelt und gering fleckig, unterer Rückenrand mit kleinem Einriss, Papier allg. nachgedunkelt, ansonsten noch gute Erhaltung. Der Verdacht ist ein Roman von Friedrich Dürrenmatt, der 1952 in der Wochenzeitschrift Der Schweizerische Beobachter erschien. Er ist die Fortsetzung des im vorhergehenden Jahr in der gleichen Zeitschrift erschienen Romans Der Richter und sein Henker und spielt um den Jahreswechsel 1948/49. Kommissär Hans Bärlach, am Ende seiner Polizeikarriere angekommen und an Krebs leidend, erholt sich im Krankenhaus Salem von einer Operation. Dort wird er Zeuge, wie sein Freund, der Arzt Samuel Hungertobel, beim Anblick eines Fotos im Magazin Life erbleicht und leicht nervös wird. Der Abgebildete soll der deutsche Arzt Nehle sein, der im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig grausame Operationen an Häftlingen vorgenommen hatte, ohne sie zu narkotisieren, und sich 1945 umgebracht hat. Hungertobel erklärt schliesslich, eine grosse Ähnlichkeit zwischen Nehle und seinem Studienkollegen Emmenberger festgestellt zu haben, der während des Krieges in Chile weilte. Bärlach schöpft schliesslich den Verdacht, dass Nehle und Emmenberger entweder die Rollen getauscht oder aber ein und dieselbe Person sein müssen. Er prüft Interpol-Dokumente und medizinische Artikel von Nehle bzw. Emmenberger, die damals in Chile publiziert worden waren. Ein Bekannter Bärlachs, der Jude Gulliver, war im Konzentrationslager Stutthof ein Opfer des Arztes. Zu Besuch im Krankenzimmer erzählt er von diesen Erlebnissen, während sie zusammen die Nacht durchzechen. Am wahrscheinlichsten erscheint Bärlach daraufhin, dass Emmenberger unter Nehles Namen die Verbrechen im Konzentrationslager begangen hat, nach dem Krieg in die Schweiz zurückgekehrt ist und nun unbehelligt die Privatklinik Sonnenstein bei Zürich führt. Diesen Verdacht lässt er von dem Journalisten Fortschig in dessen Zeitung "Apfelschuss" veröffentlichen und begibt sich selbst unter falschem Namen als Patient in Emmenbergers Klinik, in der Hoffnung, Emmenberger psychisch unter Druck setzen zu können, bis der sich selbst verraten würde. Emmenberger stellt sich tatsächlich als der Täter heraus, doch Bärlachs Plan geht nicht auf, denn geschwächt, wie er ist und gefangen in der Klinik, verliert Bärlach jegliche Kontrolle über die Situation. Emmenberger erweist sich als völlig skrupellos und wird von absolut ergebenen Mitarbeitern unterstützt. Bärlach erfährt, dass er Fortschig hat töten lassen und nun auch plant, Bärlach mittels einer seiner grausamen Operationen zu beseitigen. Doch im letzten Moment greift Gulliver ein, nachdem dieser den grausamen Emmenberger ermordet hat. Bärlach entkommt mit Gullivers Hilfe aus der Klinik Sonnenstein und wird von seinem Freund Hungertobel wieder zurück nach Bern gebracht. Wie schon Dürrenmatts erster Roman um Kommissär Bärlach, Der Richter und sein Henker, endet auch Der Verdacht nicht mit der polizeilichen Inhaftierung oder gerichtlichen Verurteilung des Täters, sondern mit dessen Tötung. Von den regulären kriminalistischen und juristischen Methoden bleibt Emmenberger (wie nicht wenige nationalsozialistische Verbrecher) bis zuletzt völlig unangefochten. Bärlachs Konfrontation mit Emmenberger gerät zum Fiasko, da dieser die Schachzüge des Kommissärs vorausgesehen hat. In der Gegenüberstellung ihrer Glaubensgrundsätze hat Bärlach - als Christ - keine Antworten mehr und sieht seinem Tod entgegen. Bärlach wird da jedoch - deus ex machina - vom unmöglichen Racheengel Gulliver gerettet. Anders als im klassischen Kriminalroman ist weniger die Überführung des Täters das Thema als die Herstellung von Gerechtigkeit. Wie später Dürrenmatts Roman Das Versprechen ist auch Der Verdacht eine Kritik der überkommenen Figur des Detektivs, ausgesprochen von Gulliver: "Man kann heute nicht mehr das Böse allein bekämpfen, wie die Ritter einst allein gegen irgendeinen Drachen ins Feld zogen. Die Zeiten sind vorüber, wo es genügt, etwas scharfsinnig zu sein, um die Verbrecher, mit denen wir es heute zu tun haben, zu stellen. Du Narr von einem Detektiv; die Zeit selbst hat dich ad absurdum geführt!" Ein wiederkehrendes Motiv in Dürrenmatts Kriminalromanen ist das "unentdeckte Verbrechen": Handlungen, die bei Kenntnis sämtlicher Umstände unzweifelhaft verbrecherisch sind; die entsprechenden Fakten jedoch kommen der Justiz nicht zur Kenntnis. Emmenberger behandelt in seiner Privatklinik vorwiegend sterbenskranke Millionäre. Die Hoffnung auf ein nur minimal verlängertes Leben lässt die Patienten sämtliche Torturen erdulden (" auch hier operiert der Chef ohne Narkose"). Und allein die professionelle Fassade einer kostspieligen Privatklinik (" mitten im braven Zürich die Hölle der Reichen") macht aus dem Sadismus eines Ex-KZ-Arztes die Wohltaten eines Starmediziners, wodurch jede juristische Verfolgung ausgeschlossen ist. Des Weiteren wirft der Roman eine noch sehr viel philosophischere Frage auf: Wer hindert die Menschen Böses zu tun, wenn sie an keine höhere Macht glauben und das Böse aus Angst vor einer metaphysischen Instanz nicht meiden? Der Arzt Emmenberger sagt dazu: "Wie die Christen an drei Dinge glauben, die nur ein Ding sind, an die Dreieinigkeit, so glaube ich an zwei Dinge, die doch ein und dasselbe sind, [ ] Ich glaube an die Materie, die gleichzeitig Kraft und Masse ist, [ ] wie schäbig und leer ist es daneben, zu sagen, Ich glaube an einen Gott'". Aus diesem ausschliesslichen Glauben an wissenschaftlich greifbare Dinge leitet Emmenberger seine grenzenlose Freiheit ab, die keine Verpflichtungen hat, als das zu tun, was er möchte.
[SW: Deutsche Literatur | Kriminalroman]
Dürrenmatt, Friedrich: Der Verdacht. Roman. Umschlagentwurf Jan Buchholz und Reni Hinsch. Rowohlt Verlag 701.-750. Tausend 1976 Reinbek bei Hamburg
120S. 8°
Taschenbuch Der Einband berieben, knickig und nachgedunkelt, Papier und Schnitte allg. deutlich nachgedunkelt, einige Seiten mit Knick der oberen oder unteren Ecke, befriedigender Gesamtzustand. Der Verdacht ist ein Roman von Friedrich Dürrenmatt, der 1952 in der Wochenzeitschrift Der Schweizerische Beobachter erschien. Er ist die Fortsetzung des im vorhergehenden Jahr in der gleichen Zeitschrift erschienen Romans Der Richter und sein Henker und spielt um den Jahreswechsel 1948/49. Kommissär Hans Bärlach, am Ende seiner Polizeikarriere angekommen und an Krebs leidend, erholt sich im Krankenhaus Salem von einer Operation. Dort wird er Zeuge, wie sein Freund, der Arzt Samuel Hungertobel, beim Anblick eines Fotos im Magazin Life erbleicht und leicht nervös wird. Der Abgebildete soll der deutsche Arzt Nehle sein, der im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig grausame Operationen an Häftlingen vorgenommen hatte, ohne sie zu narkotisieren, und sich 1945 umgebracht hat. Hungertobel erklärt schliesslich, eine grosse Ähnlichkeit zwischen Nehle und seinem Studienkollegen Emmenberger festgestellt zu haben, der während des Krieges in Chile weilte. Bärlach schöpft schliesslich den Verdacht, dass Nehle und Emmenberger entweder die Rollen getauscht oder aber ein und dieselbe Person sein müssen. Er prüft Interpol-Dokumente und medizinische Artikel von Nehle bzw. Emmenberger, die damals in Chile publiziert worden waren. Ein Bekannter Bärlachs, der Jude Gulliver, war im Konzentrationslager Stutthof ein Opfer des Arztes. Zu Besuch im Krankenzimmer erzählt er von diesen Erlebnissen, während sie zusammen die Nacht durchzechen. Am wahrscheinlichsten erscheint Bärlach daraufhin, dass Emmenberger unter Nehles Namen die Verbrechen im Konzentrationslager begangen hat, nach dem Krieg in die Schweiz zurückgekehrt ist und nun unbehelligt die Privatklinik Sonnenstein bei Zürich führt. Diesen Verdacht lässt er von dem Journalisten Fortschig in dessen Zeitung "Apfelschuss" veröffentlichen und begibt sich selbst unter falschem Namen als Patient in Emmenbergers Klinik, in der Hoffnung, Emmenberger psychisch unter Druck setzen zu können, bis der sich selbst verraten würde. Emmenberger stellt sich tatsächlich als der Täter heraus, doch Bärlachs Plan geht nicht auf, denn geschwächt, wie er ist und gefangen in der Klinik, verliert Bärlach jegliche Kontrolle über die Situation. Emmenberger erweist sich als völlig skrupellos und wird von absolut ergebenen Mitarbeitern unterstützt. Bärlach erfährt, dass er Fortschig hat töten lassen und nun auch plant, Bärlach mittels einer seiner grausamen Operationen zu beseitigen. Doch im letzten Moment greift Gulliver ein, nachdem dieser den grausamen Emmenberger ermordet hat. Bärlach entkommt mit Gullivers Hilfe aus der Klinik Sonnenstein und wird von seinem Freund Hungertobel wieder zurück nach Bern gebracht. Wie schon Dürrenmatts erster Roman um Kommissär Bärlach, Der Richter und sein Henker, endet auch Der Verdacht nicht mit der polizeilichen Inhaftierung oder gerichtlichen Verurteilung des Täters, sondern mit dessen Tötung. Von den regulären kriminalistischen und juristischen Methoden bleibt Emmenberger (wie nicht wenige nationalsozialistische Verbrecher) bis zuletzt völlig unangefochten. Bärlachs Konfrontation mit Emmenberger gerät zum Fiasko, da dieser die Schachzüge des Kommissärs vorausgesehen hat. In der Gegenüberstellung ihrer Glaubensgrundsätze hat Bärlach - als Christ - keine Antworten mehr und sieht seinem Tod entgegen. Bärlach wird da jedoch - deus ex machina - vom unmöglichen Racheengel Gulliver gerettet. Anders als im klassischen Kriminalroman ist weniger die Überführung des Täters das Thema als die Herstellung von Gerechtigkeit. Wie später Dürrenmatts Roman Das Versprechen ist auch Der Verdacht eine Kritik der überkommenen Figur des Detektivs, ausgesprochen von Gulliver: "Man kann heute nicht mehr das Böse allein bekämpfen, wie die Ritter einst allein gegen irgendeinen Drachen ins Feld zogen. Die Zeiten sind vorüber, wo es genügt, etwas scharfsinnig zu sein, um die Verbrecher, mit denen wir es heute zu tun haben, zu stellen. Du Narr von einem Detektiv; die Zeit selbst hat dich ad absurdum geführt!" Ein wiederkehrendes Motiv in Dürrenmatts Kriminalromanen ist das "unentdeckte Verbrechen": Handlungen, die bei Kenntnis sämtlicher Umstände unzweifelhaft verbrecherisch sind; die entsprechenden Fakten jedoch kommen der Justiz nicht zur Kenntnis. Emmenberger behandelt in seiner Privatklinik vorwiegend sterbenskranke Millionäre. Die Hoffnung auf ein nur minimal verlängertes Leben lässt die Patienten sämtliche Torturen erdulden (" auch hier operiert der Chef ohne Narkose"). Und allein die professionelle Fassade einer kostspieligen Privatklinik (" mitten im braven Zürich die Hölle der Reichen") macht aus dem Sadismus eines Ex-KZ-Arztes die Wohltaten eines Starmediziners, wodurch jede juristische Verfolgung ausgeschlossen ist. Des Weiteren wirft der Roman eine noch sehr viel philosophischere Frage auf: Wer hindert die Menschen Böses zu tun, wenn sie an keine höhere Macht glauben und das Böse aus Angst vor einer metaphysischen Instanz nicht meiden? Der Arzt Emmenberger sagt dazu: "Wie die Christen an drei Dinge glauben, die nur ein Ding sind, an die Dreieinigkeit, so glaube ich an zwei Dinge, die doch ein und dasselbe sind, [ ] Ich glaube an die Materie, die gleichzeitig Kraft und Masse ist, [ ] wie schäbig und leer ist es daneben, zu sagen, Ich glaube an einen Gott'". Aus diesem ausschliesslichen Glauben an wissenschaftlich greifbare Dinge leitet Emmenberger seine grenzenlose Freiheit ab, die keine Verpflichtungen hat, als das zu tun, was er möchte.
[SW: Deutsche Literatur | Kriminalroman]
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542 seiten 22 cm leineinband mit OU; OU mit Läsuren, guter zustnand - In diesem Band sind vier Kriminalromane des Schweizer Schriftstellers Dürrenmatt. Inhalt:Justiz: Ein Zürcher Kantonsrat erschießt in einem überfüllten, von Politikern, Wirtschaftskoryphäen und Künstlern besuchten Restaurant der Stadt vor aller Augen einen Germanisten, Professor an der Universität, läßt, zu zwanzig Jahren Zuchthaus verurteilt, im Gefängnis einen jungen, mittellosen Rechtsanwalt zu sich kommen und erteilt diesem den Auftrag, seinen Fall unter der Annahme neu zu untersuchen, er sei nicht der Mörder gewesen. Er ahnt nicht in welches Netz er sich verstrickt...____ Der Richter und sein Henker: Als Fortsetzungsroman erstmals veröffentlich Geschichte um einen Mord der absichtlich durch den unfähigen Kommissärs Bärlach angesetz wird, da eine Aufklärung nicht gewollt ist.... ______ Der Verdacht: "..die Fortsetzung von der Richter und sein Henker, obwohl Kommissar Bärlach durch seine Krebserkrankung nur noch ein Jahr zu Leben hat und er sich von einer Operation erholen muss, gerät er in einen mysteriösen Fall und er hat einen Verdacht..... Todkrank liest er einen Artikel über den berüchtigten KZ-Arzt Nehle. Der Mann auf dem Foto kommt ihm bekannt vor., ..kommissar Bärlach begibt sich diesmal als Patient in die Macht eines verbrecherischen Arztes, um unter Lebensgefahr dessen dunkle Vergangenheit aufzudecken. Der Schweizer Dichter und Dramatiker enthüllt die pathologische Physiognomie und Psyche einer Zeit, die den Menschen an die Unmenschen ausgeliefert hat______ Das Versprechen: "Es geschah am hellichten Tag ... " die bekannte Verfilmung des Romanes. Eigentlich sollte sich Kommissar Matthai, der auf der Höhe seiner Karriere angelangt ist, zum Flug nach Jordanien fertigmachen, um dort ein ehrenvolles Amt zu übernehmen. Da erreicht ihn ein Anruf aus Mägendorf, einem kleinen Ort bei Zürich. Ein ihm unbekannter Hausierer teilt ihm mit, er habe im Wald die Leiche eines grausam verstümmelten Mädchens gefunden. Obwohl Matthais Abflug kurz bevor steht, fährt er nach Mägendorf und verspricht den Eltern des Kindes nicht zu rasten, bis er den Täter entlarvt hat."Auszüge aus dem Buch




