Der Tod Des Vergil

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Broch, Hermann: Der Tod des Vergil. Roman. - (=dtv, Band 300). München, Deutscher Taschenbuch Verlag, 1965.
Guter Zustand. - Hermann Broch (* 1. November 1886 in Wien; 30. Mai 1951 in New Haven/Connecticut) war ein österreichischer Schriftsteller. ... 1937 entstand (als Rundfunksendung) die erste Novellen-Fassung des späteren Vergil-Romans mit dem Titel Die Heimkehr des Vergil. Als Broch im März 1938 verhaftet wurde, arbeitete er bereits an der dritten Fassung dieser Novelle, für die er den Titel Erzählung vom Tode vorgesehen hatte. Erst im amerikanischen Exil arbeitete er das Projekt zu einem umfangreichen Roman aus, dem er den Titel Der Tod des Vergil (1945) gab. Broch zieht eine Parallele zwischen der kulturellen Umbruchszeit des Augusteischen Zeitalters und seiner Gegenwart. Wie damals, meint Broch, geht eine alte Kultur zu Ende, und die Konturen einer neuen (mit einem wiederkehrenden religiösen Zentrum) deuten sich an. In den Monologen des sterbenden Vergil wird mit der Kultur der untergehenden Epoche abgerechnet und seine Traumvisionen durchschweben Bilder, die ihn in seiner Hoffnung auf den Beginn einer neuen Menschheitsepoche bestärken. Was den Stil des Buches betrifft, so wechseln Szenen von derber Realistik (Schilderung der Elendsgasse) mit politischen Diskussionen (Gespräch mit dem Kaiser Augustus) und hymnisch-lyrischen Passagen (Schicksals-Elegien und Traumsequenzen) ab. Die Gestapo-Haft hatte Broch unmittelbar in seiner persönlichen Existenz bedroht. Es war ein Zustand, so schreibt er, "der mich zwingender und zwingender zur Todesvorbereitung, zu sozusagen privater Todesvorbereitung nötigte. Zu einer solchen entwickelte sich die Arbeit am Vergil..."[5] Es war vor allem eine innere psychische Arbeit, die Broch hatte leisten müssen, um die Lebensbedrohungen zu bewältigen, die er - selbst mit Hilfe einer langen Psychoanalyse - nicht hatte abwenden können. Psychologische Überlegungen zu diesem überwältigendem Werk haben versucht, die Wege dieser intrapsychischen Arbeit nachzuzeichnen, die schließlich zur Individuation des Protagonisten führen (Aniela Jaffe).[6] Einen Prozess der inneren Reifung beschreibt auch der Psychoanalytiker Gerhard Dahl, wenn Broch in seinem Roman an dem Protagonisten Vergil gleichnishaft den Zusammenbruch der Abwehr von prägenitalen Ängsten darstellt (die "Elendsgasse" als Symbol archaischer Ängste in der Urszene), ein Zusammenbruch, der zugleich auch "stufenweise" einen Entwicklungsprozess ermöglicht. Der Tod muss am Ende des Romans nicht mehr als unzumutbare Kränkung des Narzissmus erlebt werden, sondern kann als glückliche Vereinigung mit der All-Mutter (Die Heimkehr) phantasiert werden.[7] ... Aus: wikipedia-Hermann_Broch

Erste Auflage dieser Ausgabe. 475 (5) Seiten. Umschlaggestaltung: Celestino Piatti. 18 cm. Taschenbuch. Kartoniert. Laminiert. Glanzfolienkaschierung.

[SW: Literaturtheorie, Rom, Germanistik, Literaturdidaktik, Romanbiographien, Deutsche Literatur im Nationalsozialismus, Deutsche Literatur der 30 er Jahre, Literaturgattungen, Exil, Deutsche Literatur während des Nationalsozialismus, Kommentierte Ausgaben, Literaturrezeption, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte, Antike, Literaturwissenschaft Literaturwissenschaften, Werkausgaben, Exilliteratur, Tod / In der Literatur, Deutsche Literatur der 40er Jahre, Literaturrecherche, Exilschriftsteller, Literaturkanon, Kommentar, Literarische Gattungen]

Details

Broch, Hermann. Das Gesamtwerk in Erstausgaben. Sammlung von 12 Werken in 26 Bänden. Versch. Orte, versch. Verlage, 1931-1969. ; fester Einband / hard cover; 1. Ed.
1.) Die Schlafwandler. 3 Bände. München-Zürich, Rhein-Verlag 1931-32. 8°. OLwd.-Bde. - Bd. 1: Pasenow oder die Romantik 1888. Roman. München-Zürich, Rhein-Verlag 1931. 8°. 4 Bll., 275 S., OLwd. - Bd. 2: Esch oder die Anarchie 1903. Roman. München-Zürich, Rhein-Verlag 1931. 8°. 4 Bll., 325 S., OLwd. - Bd. 3: Huguenau oder die Sachlichkeit 1918. Roman. München-Zürich, Rhein-Verlag 1932. 8°. 4 Bll., 545 (1) S., OLwd. - Erstausgabe des Erstlingswerkes. - Broch entwickelte durch seine philosophischen Überlegungen in vorliegender Romantrilogie eine neue Erzählform, in der er seine Theorie vom Wertezerfall entwickelte. - Vorderdeckel des letzten Bandes min. fleckig. - 2.) Thiess, Frank (Hg.): Wiedergeburt der Liebe. Die unsichtbare Revolution. Mitarbeiter: Hans Blüher, Hermann Broch, Otto Flake, Eugen Georg, Graf Hermann Keyserling, Heinrich Mann, Wilhelm Michel, Oscar A. H. Schmitz, Fedor Stepun, Frank Thiess, Leopold Ziegler. Berlin-Wien-Leipzig, Paul Zsolnay Verlag (1931). 8°. 379 (1) S., 2 Bll., OLwd. - Erstausgabe. - Rücken gering berieben bzw. verblaßt. - 3.) Die unbekannte Größe. Roman. Berlin, S. Fischer Verlag (1933). 8°. 231 (1) S., 2 Bll., OLwd. - Erstausgabe. - 4.) Patmos. Zwölf Lyriker. Herausgegeben von Ernst Schönwiese. Wien, Verlag der Johannes-Presse 1935. 8°. 223 S., OLwd. - Enthält weiters Beiträge von Felix Braun, Benno Geiger, Theodor Kramer, Erika Mitterer, Robert Musil, Ernst Schönwiese, Ernst Waldinger u.a. - 5.) James Joyce und die Gegenwart. Rede zu Joyce's 50. Geburtstag. Wien-Leipzig - Zürich, Herbert Reichner Verlag 1936. Gr.-8°. 32 S., OKart. m. Deckelschild. - Erstausgabe. - "Der zweite Teil dieser Abhandlung bildete den Inhalt einer Rede, die der Verfasser zu Joyces fünfzigstem Geburtstag in der Wiener Volkshochschule gehalten hat". - Umschlagränder gering bestoßen. - 6.) Der Tod des Vergil. (New York,) Pantheon Books (1945). Gr.-8°. 522 S., 1 Bl., OLwd. - Erstausgabe. - "[...] Ab 1937 schrieb er an dem Roman Der Tod des Vergil'. Broch projizierte seine resignative Haltung auf das Werk und die Intentionen Vergils und sah in ihm einen Geistesverwandten, der sich aus ethischen Gründen gegen die Dichtung gewandt hatte. Hinzu kam, daß er Parallelen zwischen seiner eigenen Epoche und der Zeit des Vergil entdeckte [...]. Das Inferno des Epochenumbruchs verlegt Broch in die Psyche Vergils: In seinen Sterbestunden ahnt Vergil die Vergeblichkeit der dichterischen Anstrengung, die Krise des Millenniums zu bewältigen. Es bleiben die Bilder und Metaphern von Figuren der Hoffnung wie dem Kind und der Plotia, die Brochs eigene positive Zukunftserwartungen zum Ausdruck bringen [...]" (Killy II, S. 221). - Kapitale gering bestoßen. Papier min. gebräunt. - 7.) Der Tod des Vergil. Zürich, Rhein-Verlag (1947). Gr.-8°. 467 S., OLwd. - Erstausgabe (in Europa). - Rücken verblaßt. Kl. Widmung a. Vorsatzblatt. Papier gebräunt. - 8.) Die Schuldlosen. Roman in elf Erzählungen. München, Willi Weismann Verlag (1950). 8°. 2 Bll., 400 S., 1 Bl., OLwd. - Erstausgabe. - Einband min. bestoßen u. am Rücken m. winzigen Stockflecken. - 9.) Gesammelte Werke. 10 Bände. Zürich, Rhein-Verlag (1953-61). 8°. OLwd.-Bde. - Erstausgabe. - Enth. u.a. die unter Wilpert/G. 12 angeführte Erstausgabe des Romans "Der Versucher". - Rücken tlw. etw. verblaßt. - 10.) Hofmannsthal und seine Zeit. Eine Studie. Mit einem Nachwort von Hannah Arendt. (= Piper-Bücherei, Bd. 194). München, R. Piper & Co. (1964). 8°. 196 S., 2 Bll., OPpbd. - Erstausgabe. - Ecken min. bestoßen. - 11.) Bergroman. Die drei Originalfassungen textkritisch herausgegeben von Frank Kress und Hans Albert Maier. 4 Bände. (Frankfurt am Main,) Suhrkamp Verlag (1969). 8°. Zus. ca. 1500 S., OLwd.-Bde. m. OCellophanumschlägen in OKart.-Schuber. - Erstausgabe. - Gedruckt in 1200 Exemplaren. - Mit allen vier beil. "Zeilenzählern". - 12.) Zur Universitätsreform. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Götz Wienold. (= edition suhrkamp, Bd. 301). (Frankfurt am Main,) Suhrkamp Verlag (1969). Kl.-8°. 137 (1) S., 3 Bll., OKart. m. OUmschlag. - Erstausgabe. - Kanten etw. berieben. - Insgesamt wohlerhaltene, vollständige Reihe der Erstausgaben Hermann Brochs. - Wilpert/G. 1-16.

Versch. Orig.-Einbände u. Formate.

[SW: Broch]

Details

Broch, Hermann. Der Tod des Vergil. New York, Pantheon, 1945. ; 1. Ed.
Large octavo, 522pp. First German-language edition of perhaps the greatest work of German literature published in exile. Jean Starr Untermeyer's English version was published some weeks prior to the present text, also by Pantheon. Inscribed by Broch to Paulo Herold in the year of publication, and with a 1 page typed and beautifully signed letter to Paulo Herold laid in. Some general wear and soiling, with rubbing to the spine label, lacking the rather scarce dust jacket. One of the great books of the 20th Century. 1937 entstand (als Rundfunksendung) die erste Novellen-Fassung des späteren Vergil-Romans mit dem Titel Die Heimkehr des Vergil. Als Broch im März 1938 verhaftet wurde, arbeitete er bereits an der dritten Fassung dieser Novelle, für die er den Titel Erzählung vom Tode vorgesehen hatte. Erst im amerikanischen Exil arbeitete er das Projekt zu einem umfangreichen Roman aus, dem er den Titel Der Tod des Vergil (1945) gab. Broch zieht eine Parallele zwischen der kulturellen Umbruchszeit des Augusteischen Zeitalters und seiner Gegenwart. Wie damals, meint Broch, geht eine alte Kultur zu Ende, und die Konturen einer neuen (mit einem wiederkehrenden religiösen Zentrum) deuten sich an. In den Monologen des sterbenden Vergil wird mit der Kultur der untergehenden Epoche abgerechnet und seine Traumvisionen durchschweben Bilder, die ihn in seiner Hoffnung auf den Beginn einer neuen Menschheitsepoche bestärken. Was den Stil des Buches betrifft, so wechseln Szenen von derber Realistik (Schilderung der Elendsgasse) mit politischen Diskussionen (Gespräch mit dem Kaiser Augustus) und hymnisch-lyrischen Passagen (Schicksals-Elegien und Traumsequenzen) ab. Die Gestapo-Haft hatte Broch unmittelbar in seiner persönlichen Existenz bedroht. Es war ein Zustand, so schreibt er, "der mich zwingender und zwingender zur Todesvorbereitung, zu sozusagen privater Todesvorbereitung nötigte. Zu einer solchen entwickelte sich die Arbeit am Vergil..." (Wikipedia)

8°. 522 Seiten. Originaler Halbleinenband. Erste deutschsprachige Ausgabe. Nur wenige Wochen nach der englischen Erstausgabe publiziert, ist "Der Tod des Vergil" die wohl bedeutendste Publikation der deutschen Exilliteratur. Aus der Bibliothek von Paulo Herold, mit seinem Exlibris. Mit sehr schöner, handschriftlicher Widmung von Hermann Broch an Paulo Herold auf dem Vorsatzblatt und einem beiliegenden, voll signierten Brief von Broch an Herold.

[SW: Autograph, Brief, Erstausgabe, Erstausgabe Literatur, Erstausgaben, European Literature, Exile Literature, Exilliteratur, Forties, German Literature, Inscribed, Literature, Novels, Rare Books, Signed, Widmungsexemplar, World Literature]

Details

Broch, Hermann ; Roman ; Der Tod des Vergil ; Gesellschaftskritik, Ethik, humane weltgestaltung, Dichtung, realität, Enttäuschung, Verantwortung, Auseinandersetzung, Faschismus, Tragödie, Bürgertum, Selbstkritik, Lyrik, Entscheidung, syrischer Sklave, Imp Broch, Hermann: Der Tod des Vergil die Vernichtung des Epos des Äneis von Hermann Broch, Verlag Volk und Berlin Lizensausg. 1978

1. Aufl. 21 cm Leineneinband mit OU; gebräunt, Umschlag mit Läsuren - Roman. Der erste Teil Wasser, Die Ankuft beschreibt die Rückkehr des todkranken Dichters Vergilius Publius Maro mit der kaiserlichen Flotte des Augustus in Brundisium. In Kontrast zum sonst entrückten Dasein des Künstlers führt der Weg durch die Elendsviertel am Hafen und die sich in Massentiere verwandelnden Menschen hinauf in den Palast. Die Sänfte begleitet ein Knabe, der, später nur für Vergil sichtbar, als Lysanias ,der Leidenlösende, eine messianische Botschaft veranschaulicht. In der darauf folgenden letzten Nacht ,Feuer - Der Abstieg, bezweifelt Vergil den Zweck seines Lebens und verdammt seine dem Scheinweg der Schönheit verpflichtete Dichtung. Die Äneis , sein Hauptwerk, zu verbrennen ist seine zwischen Fieberfantasien geäusserte Absicht. Im Gespräch mit den Freunden Plotius Tucca, Lucius Varius und Cäsar ,Erde - Die Erwartung, erkennt Vergil, obwohl nicht von der religiös-moralischen Sendung seines Werks überzeugt, die das Ethische begründende Erkenntnistat des Dichtens an und überlässt seine Schriften der Nachwelt. Der letzte Teil ,Äther - die Heimkehr, zeigt einen dem Tod zustrebenden Dichter. Vor dem beobachtenden Auge kehrt die Schöpfung an ihren Ursprung zurück, mischt sich Wirkliches mit Mythologischem, Sinnbildern und Assoziationen, die von der Erinnerung an die einstige Geliebte Plotia beeinflusst sind. Auszüge aus dem Buch______________________Bestellungen werden einen Werktag nach Eingang versendet. Eilsendungen müssen gekennzeichnet werden und bedürfen unter Umständen höheren Kosten. Fragen Sie bitte vorher.. Unsere Bücher werden vor der Verpackungen wenn nötig und möglich gesäubert und aufgearbeitet. Dadurch ist der Zustand meist besser als angegeben. Duch ein Update wurden wichtige Daten vernichtet. Bitte fragen sie wenn sie zum Bucheinband, Seitenzahl , Zustand oder Buchbeschreibung und Bildern an, wenn Sie weiterer Erklärungen bedürfen. Gern werden wir per E-Mail oder auch auf Wunsch telefonisch antworteten, um Sie bei Ihrem Buchwunsch zu unterstützen. Danke schön das Si...

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