Die Juden und die Kultur. Eine
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Stigler, Johanna: Verwandschaft, Kultur, Religion Beiträge zur Sozialanthropologie Georgiens, VERLAG DER ÖSTERREICH. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN, März 2011 ISBN: 3700167237
Der vorliegende Band befasst sich in zwei Teilen mit zentralen Fragen der georgischen Ethnographie und Kultur, die aus dem Nachlass der Sozialanthropologin und Georgienspezialistin Johanna Stigler (1962-2007) von Andrea Strasser-Camagni und Stefan Krist ediert wurden. Der erste Teil setzt sich kritisch mit Konzepten der sowjetischen Ethnographie zu Verwandtschaft und kharthvelischer Verwandtschaftsterminologie auseinander. Johanna Stiglers umfassende Studie Gens, Klan und Patronymie. Sowjetische Konzepte zur Verwandtschaft und kharthvelische Verwandtschaftsterminologie liefert eine genaue ethnographisch empirische Analyse der kharthvelischen Verwandtschaftssysteme und weist damit die sowjetethnographischen Konzepte als Instrumente der Ideologie nach, die nicht als Ergebnisse wissenschaftlicher Verifizierung zu bewerten sind. Der zweite Teil der Publikation ist dem kaukasischen Judentum gewidmet. In ihrer Studie Wahlheimat Wien: Kaukasische Juden am Mexikoplatz präsentiert die Autorin die Ergebnisse einer von ihr durchgeführten Feldforschung unter den in Wien niedergelassenen kaukasischen Juden und Jüdinnen. Durch die gewonnenen Erkenntnisse über die Identitätskonstruktionen dieser Migrantlnnen liefert diese Arbeit auch einen wertvollen Beitrag zur Migrationsforschung. Der Artikel Zwischen Separation und Assimilation. Die Integration der kaukasischen Juden in ihr ethnisches Umfeld stellt eine umfassende Historiographie des kaukasischen Judentums dar. Johanna Stiglers Arbeiten kommt in beiden Themenbereichen eine weitgehend singuläre Bedeutung zu. Sie sind von großer interdisziplinärer Relevanz für die Sozial- und Kulturanthropologie, für Kharthvelologie und Caucasian Studies, Jewish Studies, die Geschichte Osteuropas sowie die Migrationsforschung.
NEUBUCH! 2011. 183 S. m. zahlr. Abb. 300 mm 297 mm x 212 mm x 14 mm zahlreiche Abbildungen; Denkschriften der philosophisch-historischen Klasse Bd.411
[SW: Georgien; Volkskunde, Georgien; Religion, Georgien; Kultur]
Schwinges, Rainer Chr./Konradt, Matthias: Juden in ihrer Umwelt Akkulturation des Judentums in Antike und Mittelalter. Eine Publikation der Interfakultären Forschungsstelle für Judaistik der Universität Bern, SCHWABE, /19 ISBN: 3796524249
Das Judentum war nie eine isolierte Einheit - vielmehr standen Juden seit biblischer Zeit im Austausch mit den sie umgebenden Völkern.Die zehn Beiträge in diesem Buch untersuchen Akkulturationsprozesse des antiken und mittelalterlichen Judentums. Unter dem Aspekt der religiösen Selbstvergewisserung werden der Widerstreit partikularistischer und universalistischer Züge in den Beziehungen Israels zu den Völkern der hebräischen Bibel, sodann der Wandel der rabbinischen Gottesvorstellung vom zürnenden zum barmherzigen Gott betrachtet, schliesslich die besondere Bedeutung des Mitseins (Schekhina) im Volk Israel. Der zweite und dritte Aspekt gilt Formen kultureller Existenz. Für die Antike stehen beispielhaft das Theater und die beiden grossen Vermittler Philo und Josephus. Für das Mittelalter stehen Gemeinde, Stadt und Universität im Mittelpunkt. Juden und Christen lebten in einem enormen Spannungsfeld mit dunklen und helleren Seiten, mit Phasen von Konfrontation und Kooperation, doch ist letztere gegen Ende des Mittelalters gescheitert. Gescheitert ist nördlich der Alpen auch der Zugang für Juden zum regulären Universitätsstudium - es sei denn, sie seien "Taufjuden" gewesen. Mit dem vierten Aspekt, bei dem es um Imaginationen des "Alten" in der amerikanischjüdischen Gegenwart geht, erhält das Thema der Akkulturation der Juden in ihrer Umwelt eine über Antike und Mittelalter hinausweisende Aktualität.
NEUBUCH! 2009. VIII, 283 S. m. 7 Abb. 22,5 cm 227 mm x 153 mm x 35 mm 7 Abbildungen, 7 Tabellen
[SW: Mittelalter; Geistes-/Kultur-G.,Judentum, Geschichte; Geistes-/Kultur-Geschichte, Antike; Geistes-/Kultur-Geschichte, Akkulturation]
Stoklosa, Katarzyna / Strübind, Andrea (Hg.): Glaube - Freiheit - Diktatur in Europa und den USA. Festschrift für Gerhard Besier zum 60. Geburtstag. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2007.
Historische Theologie in praktischer, systematischer und ökumenischer Perspektive - Das Problem des Widerstandes in den evangelischen Kirchen Europas 1933-1945 Anders Jarlert - Bekennende Kirche und Widerstand. Das Beispiel der Brüder Paul und Peter Graf Yorck von Wartenburg Gerhard Ringshausen - The Question of Complicity Robert P. Ericksen - "Wir Christen unter Zuschauern". Die deutschen Baptisten und die Judenverfolgung in der Zeit der NS-Diktatur Andrea Strübind - Ein Kirchenkampf in Österreich? Zum Konflikt um das Bischofsamt Karl W. Schwarz - The Construction of Christian Democracy. Confession and Ideology in German Politics Maria D. Mitchell - Die Bedeutung der Kirchlichen Zeitgeschichte für die Systematische Theologie Torleiv Austad - Religiöser Sozialismus. Zum Verhältnis von Kultur und Religion bei Paul Tillich Werner Brändle - Herrschaft Christi als Legitimationsgrundlage für gesellschaftlichen Wandel. Die Bedeutung Ernst Wolfs für das politische Engagement des deutschen Protestantismus Heinz Schmidt - Gehen wir einer wertelosen Gesellschaft entgegen? Michael Beintker - A Meditation upon Bonhoeffer's Last Writings from Prison John S. Conway - The March to the Establishment. British Nonconformity enters the Twentieth Century Andrew Chandler - Putting off the Apocalypse. Evangelical Identity and the Origins of Missions W. Reginald Ward - Katholizismus und Kultur. Europäische Forschungsperspektiven Urs Altermatt - Konziliare Impulse im Spannungsfeld kirchenpolitischer und innerkirchlicher Entwicklungen. Die Katholische Kirche in der DDR 1966 bis 1973 Josef Pilvousek -The Church as Sacrament in the Writings of Yngve Brilioth. Texts and Contexts Sven-Erik Brodd - Reconciliation? Democracy, Peacemaking and the Churches in Britain in 1918/19 Keith Robbins - Ahasver, der wandernde Jude. Eine europäische Legende Wolfgang Pöhlmann - Wissenschaft contra Gottesglaube Martin Kriele - Voltaires Kritik am Christentum Günter R. Schmidt - Exegese und Kirchengeschichte im 20. Jahrhundert. Eine exemplarische und biographische Untersuchung Klaus Berger - Dialogkompetenz und Sicherheit. Ein Beitrag zu den interkulturellen Herausforderungen unserer Zeit Reijo E. Heinonen Religiöse Minderheiten und rechtsstaatliche Ordnung - Religious Advocacy under the First Amendment. Analyzing the Role of America's Faith Communities in the Formulation of Law and Public Policy Derek H. Davis / Charles McDaniel - Letzte Entscheidungen. Hirnvorgänge und Todessehnsüchte Niels Birbaumer / Cornelia Weber - The minority religious experience in 'Christian' America Charles H. Lippy -Zwischen Religionsfreiheit und Eindämmung des Islams. Religionspolitik in der amerikanischen Außenpolitik Hubert Seiwert - The Establishment of Opus Dei in Finland Mikko Ketola - Rechtskämpfe und rechtliche Stellung der Zeugen Jehovas in einer Demokratie wie der Schweiz Max Wörnhard - Die Säkularisation in Deutschland von 1803. Voraussetzungen, Folgen und offene Fragen Johannes Neumann - Von der Kirche der "spaltigen Religion" des Augsburger Religionsfriedens zur modernen Garantie des Pluralismus von Religionsgesellschaften Heinrich Scholler - Wie die Christen Juden wurden ... und die Juden Christen wurden. 2000 Jahre Religionsgeschichte vom Kopf auf die Füße gestellt Michael Wolffsohn - Another Kind of Politics. A Jewish Theology of Liberation for the 21st Century Marc H. Ellis - Schari'a und religiöse Minderheiten im Schatten der Schari'atisierung des Rechts. Politischer Islam versus religiöser Pluralismus und Toleranz der Religionen in der islamischen Welt Bassam Tibi Europäische und nordamerikanische Zeitgeschichte - Was heißt Totalitarismus? Zur Herrschaftscharakteristik eines extremen Autokratie-Typs Uwe Backes - Zivilreligionen in Deutschland Hermann Lübbe - Der Fundamentalismus in den USA und die amerikanische Sendungsidee der Freiheit Detlef Junker - Prinzipienpolitik in der Staatengemeinschaft und Reform des Kapitalismus. Das Plädoyer des Georgetown-Professors Edmund Walsh, S. J. gegen die diplomatische Anerkennung der Sowjetunion 1932/33 Winfried Becker - Schweden im Jahre 1914. Zwischen politischem Konservatismus und nationaler Romantik Ingun Montgomery - Bischof Clemens August Graf von Galen und die gescheiterte Friedensvermittlung Papst Benedikts XV. von 1917. Ein bisher unbekannter Briefwechsel 1943-1946/48 Rudolf Morsey - Franz Sperr. Vom Bayerischen Bevollmächtigten beim Reich zum Widerstand gegen Hitler Horst Möller - Crusade. The Impact of the Spanish Civil War and the Invasion of the Soviet Union on the Roman Catholic Church under the Nazi Regime Beth A. Griech-Polelle - Filmic Representation of the Arbeiterin in transition. Seeking Legitimacy from National Socialism to Soviet and German Socialism in the film Die Mörder sind unter uns (Staudte 1946) Jennifer L. Good - Duty or Destiny. Compulsory Dueling in the Works of Arthur Schnitzler Andrew Wisely - Konkurrierende Logiken. Von den Versuchen, Auswanderung im Franquismus zu lenken und zu kontrollieren Axel Kreienbrink - Der Zweite Weltkrieg in der Westpolitik der Volksrepublik Polen W&322;odzimierz Borodziej - Die kommunistischen Geheimdienste und der Vatikan. Eine problemorientierte Einführung Andrzej Grajewski - Das Verhältnis der kommunistischen Machthaber zu nicht römisch-katholischen Kirchen und Religionsverbänden in Volkspolen nach dem Zweiten Weltkrieg. Rechtspolitische Aspekte Jerzy Myszor - Die Identität der Deutschen in den böhmischen Ländern 1848- 1919 Kristina Kaiserova - What Does Common Identity Cost? Some German Reflections Gerhard Sauter -Einige Gedanken über das Verhältnis Hannah Arendts zu Deutschland Gilbert Merlio
894 S. Kart. *neuwertig*
[SW: Geschichte]
Toch, Michael: Die Juden im mittelalterlichen Reich Enzyklopädie deutscher Geschichte 44, OLDENBOURG, Oktober 2002 ISBN: 348656711X
Neue Sichtweisen jüdischer Geschichte Michael Toch beschreibt das Verfassen des vorliegenden Bandes der Enzyklopädie deutscher Geschichte als eine Herausforderung. Die Untersuchung der mittelalterlichen Geschichte der Juden in Deutschland sei in den letzten Jahren in Bewegung geraten und die neuen Sichtweisen müssten nun auch und gerade dem deutschsprachigen Leser nahegebracht werden. Tochs Geschichte der jüdischen Geschichtsschreibung erweist sich als ebenso spannend wie die jüdische Geschichte selbst. Die Entwicklung einer modernen Historiografie war eine langwierige und mühselige Aufgabe der innerjüdischen Identitätssuche. Die Trennung der jüdischen von der allgemeinen Geschichte blieb noch lange bestehen. Erst unter den gänzlich veränderten Bedingungen nach dem Holocaust hat sich endlich auch die Fachmediävisik der jüdischen Geschichte zugewandt. Seitdem ist eine starke Tendenz zur Entmythologisierung der jüdischen Geschichte zu beobachten, vor allem in Bezug auf die Bedeutung der Familie, die Stellung der Frau, den Mythos vom reichen Juden. Das romantische Bild eines solidarisch und harmonisch lebenden Gemeinwesens wird in der neueren Forschung zunehmend von einer Sicht ersetzt, die den internen Konflikt betont. Heute zeichnet sich in der Erforschung der jüdischen Kultur des Mittelalters ein bedeutungsvoller begrifflicher Wandel ab. Sie wurde lange Zeit als typische Hochkultur der Gelehrten gesehen, die volkstümliche Religiosität dagegen unter der Rubrik des Aberglaubens subsumiert. Gegen eine solche aufgeklärt-liberale Ansicht treten jüngere Arbeiten zu Mystik und Messianismus vehement an. Die Forschung hat die irrationalen Unterströmungen in der jüdischen Geschichte wiederentdeckt. Mehrere Untersuchungen demonstrieren inzwischen, wie stark die gelehrte Kultur magisch rituell durchsetzt war. Antijüdische Stereotypen Auch in der Kunst bildeten sich seit dem 12./13. Jahrhundert Elemente einer als typisch aufgefassten jüdischen Physiognomie aus - verzerrte Züge, Hakennase, vergrößerte Augen und wulstige Lippen. Das visuelle Stereotyp fand sich bald in schriftlichen Aussagen. Als Judenantlitz oder Langnase bezeichnet zu werden, wurde im Spätmittelalter für Christen zum Reizwort, das den Gang zum Gericht oder körperlichen Angriff rechtfertigte. Die explosive Mischung von Stereotypenbildung, sozialer Unruhe und obrigkeitlicher Manipulation gipfelte schließlich in Pogromen mit der Vertreibung oder Ermordung der Juden. Gegen Ausgang des Spätmittelalters brauchte der Wunsch, sich der Juden zu entledigen, oft keine Begründung, er gehörte zu den selbstverständlichen Amtszielen einer Obrigkeit und wurde dementsprechend konsequent verwirklicht. Zum Autor Michael Toch ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Hebrew University of Jerusalem Aus der Presse zur 1. Auflage: Der Forschungsüberblick weist Toch als intimen Kenner der mediävistischen Judentumsforschung aus. ... Das nahezu 500 Titel umfassende Quellen- und Literaturverzeichnis zeugt eindrucksvoll von der Dynamik, die seit etwa Mitte der 60er Jahre in die mittelalterliche Judentumsforschung gekommen ist und lässt ermessen, welch schwierige Ordnungs- und Sondierungsleistung Toch zur Bewältigung seines Stoffes zu erbringen hatte. Manfred Agethen, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 4/2001
NEUBUCH! 2. Aufl. 2003. X, 190 S. 22,5 cm 226 mm x 144 mm x 20 mm; Enzyklopädie Deutscher Geschichte (EDG) Bd.44
[SW: Mittelalter (Einz. Länder); Deutschland, Juden, Geschichte, Deutschland, Geschichte]




