Fouque Aus Geisterwelt
Es wurden insgesamt 6 Einträge zu 'Fouque Aus Geisterwelt' gefunden (Stand: 09.11.2010).
Sehen Sie sich die aktuell angebotenen Bücher zu 'Fouque Aus Geisterwelt' an.
Hoffmann, Ernst T. A.: Die Serapionsbrüder. Gesammelte Erzählungen und Märchen in 4 Bänden. Mit einem Nachwort von Hartmut Steinecke. (=Insel Taschenbuch, it 631) Frankfurt am Main, Insel-Verlag; Frankfurt am Main : Suhrkamp-Taschenbuch-Verlag [in Komm.], 1983. ISBN: 3458323317
Hoffmann, E.T.A. (Ernst Theodor Amadeus), eigentlich E.T. Wilhelm Hoffmann, Schriftsteller, Komponist und Zeichner, *Königsberg (heute Kaliningrad) 24.1. 1776, Berlin 25.6. 1822; 1792-95 Studium der Rechtswissenschaft in Königsberg; ab 1796 in Glogau, wo er 1798 das Referendarexamen ablegte; anschließend am Kammergericht in Berlin. Nach dem Assessorenexamen 1800 Versetzung nach Posen. Hoffmann pflegte neben dem Studium stets seine zeichnerischen und musikalischen Begabungen; ab 1815 benutzte er aus Verehrung für Mozart den Vornamen Amadeus. Diese Neigungen wie seine spätere schriftstellerische Tätigkeit bezeugen die konfliktreiche Spannung zwischen dem Streben nach Ausbildung der künstlerischen Anlagen und bloßer Existenzsicherung. Eine Reihe von Karikaturen führten zu einer Strafversetzung nach Plock; 1804 kam er als Regierungsrat nach Warschau. Als Mitglied der "Musikalischen Gesellschaft" wirkte er dort als Organisator und Dirigent bei Veranstaltungen mit. Nach dem Einmarsch der Franzosen musste er Warschau verlassen und ging 1807 nach Berlin, wo er vergeblich versuchte, eine Anstellung zu finden. 1808 wurde er Theaterkapellmeister in Bamberg. Dort wirkte er zugleich als Musikkritiker, Direktionsgehilfe, Komponist und Bühnenbildner. 1813 bis Februar 1814 war er Musikdirektor der Theatertruppe von Joseph Seconda in Dresden und Leipzig. Wieder im Staatsdienst und Richter am Kammergericht in Berlin (ab 1.10. 1814), schrieb er nur noch wenige kleine Kompositionen, entfaltete dafür aber seine dichterische Begabung umso stärker. 1816 erfolgte seine Ernennung zum Kammergerichtsrat. Im Oktober 1819 wurde Hoffmann ohne sein Zutun Mitglied einer Kommission, die auf Veranlassung Metternichs gegen politische "Aufwiegler", gegen Burschen- und Turnerschaften vorgehen sollte ("Demagogenverfolgung"). Mit viel Zivilcourage setzte sich Hoffmann für die Betroffenen ein (u.a. für den "Turnvater" F.L. Jahn), weswegen ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet wurde. Zudem wurde er selbst Opfer der preußischen Zensur, die seinen "Meister Floh" (1822, Märchen) nur in einer verharmlosten Fassung zum Druck freigab. In dieser Lage, seine Existenz von zwei Seiten bedroht sehend, starb er, krank und vereinsamt. Wie sich sein Leben in Gegensätzen bewegte gewissenhafter Beamter und leidenschaftlicher Künstler, so durchdringen sich in Hoffmanns Romanen, Novellen, Erzählungen und Märchen realistische Alltagswelt und fantastische Geisterwelt. Sein unfreiwilliges Außenseitertum öffnete ihm den Blick auf die Nachtseiten der Natur, hinter die Fassade einer oft nur geheuchelten bürgerlichen Harmonie. Nicht Flucht des Romantikers ins Fantastische, vielmehr seine verschiedenartigen Auseinandersetzungen mit der Realität führten ihn zum Erkennen des Widersinnigen, Grotesken, Hintergründigen. Erstmals wird die Gefahr erahnt, die Automaten und Maschinen für die menschliche Persönlichkeit darstellen können. Hinter dem Abgründigen schimmert stets Hoffmanns Humanitätsideal, sein Verlangen nach einem Reich der poetischen Menschlichkeit. Die aus all diesem erwachsene Spannweite hat ihre Pole in Hoffmanns beiden Romanen "Die Elixiere des Teufelsy..." (1815-16, 2 Bände), wo insbesondere das Doppelleben im Motiv des Doppelgängers thematisiert wird, und "Lebens-Ansichten des Katers Murr..." (1819-21, 2 Bände, Fragment), worin sich zwei gegensätzliche Handlungsabläufe überschneiden: die Memoiren des Kapellmeisters Johannes Kreisler (ein übersteigertes Selbstporträt) und auf der Rückseite der Makulaturblätter die Betrachtung seines schreibkundigen Katers, eine humoristische Relativierung von Biedermannswelt und romantischer Künstlerwelt. "Des Vetters Eckfenster" (1822, Erzählung). In diesem letzten Werk nähert er sich dem kritischen Realismus und bekräftigt sein Bekenntnis zur "Kunst des Schauens", die dem Leben, der Wirklichkeit tief verbunden ist. Hoffmanns Werk übte großen Einfluss auf die Weltliteratur aus (u.a. auf H. de Balzac, N.W. Gogol, C. Dickens, E.A. Poe, F. Kafka). Als Musikkritiker setzte Hoffmann sich für L. van Beethoven und den fast vergessenen J.S. Bach ein. Er schrieb Sinfonien, Sonaten, Kammermusik, Singspiele ("Die Maske", 1799; "Scherz, List und Rache", 1801, Text von Goethe; "Die lustigen Musikanten", 1804, Text von C. Brentano), eine Bühnenmusik und die Oper "Undine" (Uraufführung 1816; nach F. de la Motte Fouque). Jules Barbier (*1822, 1901) und Michel Carre (*1819, 1872) stellten Hoffmann in den Mittelpunkt ihres Dramas "Les contes d'Hoffmann" (1851), dem Barbiers Libretto für J.yOffenbachs fantastischer Oper "Hoffmanns Erzählungen" (Uraufführung 1881 in Paris) folgt. Die Handlung beruht v.a. auf den drei Erzählungen "Der Sandmann", "Geschichte vom verlorenen Spiegelbild" ("Die Abenteuer der Silvesternacht") und "Rat Krespel". Weitere von Dichtungen Hoffmanns angeregte Kompositionen schufen u.a. R. Schumann ("Kreisleriana" Opus 16, 1838), W. Braunfels (Oper "Prinzessin Brambilla", 1909) und P. Hindemith (Oper "Cardillac", 1926). (c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2004 Sehr guter Zustand. Frisches Exemplar. Wie ungelesen. Schuberkanten etwas berieben., ISBN-13: 9783458323310
Erste Auflage dieser Ausgabe. 4 Bände. 1338 Seiten mit Illustrationen von Monika Wurmdobler. 18 cm. Taschenbuch. Kartoniert. 4 Bände im Schuber. ISBN: 3458323317.
[SW: Germanistik, Literaturgattungen, Literaturepochen, Literaturrezeption, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaft Literaturwissenschaften, Märchen, Deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts, Romantische Literatur, Deutsche Literatur / Geschichte, Literaturkanon, Literarhistoriker, Romantik (Literatur)]
Hoffmann, E.T.A.: Erzählungen. Herausgegeben von Martin Hürlimann. Inhalt: Erscheinungen - Der Artushof - Rat Krespel - Das Majorat - Der Kampf der Sänger - Doge und Dogaresse - Das Fräulein von Scuderi - Spielerglück - Des Vetters Eckfenster - Der Feind. (=Ausgewählte Werke; Band 4) Zürich, Atlantis, 1946.
Hoffmann, E.T.A. (Ernst Theodor Amadeus), eigentlich E.T. Wilhelm Hoffmann, Schriftsteller, Komponist und Zeichner, *Königsberg (heute Kaliningrad) 24.1. 1776, Berlin 25.6. 1822; 1792-95 Studium der Rechtswissenschaft in Königsberg; ab 1796 in Glogau, wo er 1798 das Referendarexamen ablegte; anschließend am Kammergericht in Berlin. Nach dem Assessorenexamen 1800 Versetzung nach Posen. Hoffmann pflegte neben dem Studium stets seine zeichnerischen und musikalischen Begabungen; ab 1815 benutzte er aus Verehrung für Mozart den Vornamen Amadeus. Diese Neigungen wie seine spätere schriftstellerische Tätigkeit bezeugen die konfliktreiche Spannung zwischen dem Streben nach Ausbildung der künstlerischen Anlagen und bloßer Existenzsicherung. Eine Reihe von Karikaturen führten zu einer Strafversetzung nach Plock; 1804 kam er als Regierungsrat nach Warschau. Als Mitglied der "Musikalischen Gesellschaft" wirkte er dort als Organisator und Dirigent bei Veranstaltungen mit. Nach dem Einmarsch der Franzosen musste er Warschau verlassen und ging 1807 nach Berlin, wo er vergeblich versuchte, eine Anstellung zu finden. 1808 wurde er Theaterkapellmeister in Bamberg. Dort wirkte er zugleich als Musikkritiker, Direktionsgehilfe, Komponist und Bühnenbildner. 1813 bis Februar 1814 war er Musikdirektor der Theatertruppe von Joseph Seconda in Dresden und Leipzig. Wieder im Staatsdienst und Richter am Kammergericht in Berlin (ab 1.10. 1814), schrieb er nur noch wenige kleine Kompositionen, entfaltete dafür aber seine dichterische Begabung umso stärker. 1816 erfolgte seine Ernennung zum Kammergerichtsrat. Im Oktober 1819 wurde Hoffmann ohne sein Zutun Mitglied einer Kommission, die auf Veranlassung Metternichs gegen politische "Aufwiegler", gegen Burschen- und Turnerschaften vorgehen sollte ("Demagogenverfolgung"). Mit viel Zivilcourage setzte sich Hoffmann für die Betroffenen ein (u.a. für den "Turnvater" F.L. Jahn), weswegen ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet wurde. Zudem wurde er selbst Opfer der preußischen Zensur, die seinen "Meister Floh" (1822, Märchen) nur in einer verharmlosten Fassung zum Druck freigab. In dieser Lage, seine Existenz von zwei Seiten bedroht sehend, starb er, krank und vereinsamt. Wie sich sein Leben in Gegensätzen bewegte gewissenhafter Beamter und leidenschaftlicher Künstler, so durchdringen sich in Hoffmanns Romanen, Novellen, Erzählungen und Märchen realistische Alltagswelt und fantastische Geisterwelt. Sein unfreiwilliges Außenseitertum öffnete ihm den Blick auf die Nachtseiten der Natur, hinter die Fassade einer oft nur geheuchelten bürgerlichen Harmonie. Nicht Flucht des Romantikers ins Fantastische, vielmehr seine verschiedenartigen Auseinandersetzungen mit der Realität führten ihn zum Erkennen des Widersinnigen, Grotesken, Hintergründigen. Erstmals wird die Gefahr erahnt, die Automaten und Maschinen für die menschliche Persönlichkeit darstellen können. Hinter dem Abgründigen schimmert stets Hoffmanns Humanitätsideal, sein Verlangen nach einem Reich der poetischen Menschlichkeit. Die aus all diesem erwachsene Spannweite hat ihre Pole in Hoffmanns beiden Romanen "Die Elixiere des Teufelsy..." (1815-16, 2 Bände), wo insbesondere das Doppelleben im Motiv des Doppelgängers thematisiert wird, und "Lebens-Ansichten des Katers Murr..." (1819-21, 2 Bände, Fragment), worin sich zwei gegensätzliche Handlungsabläufe überschneiden: die Memoiren des Kapellmeisters Johannes Kreisler (ein übersteigertes Selbstporträt) und auf der Rückseite der Makulaturblätter die Betrachtung seines schreibkundigen Katers, eine humoristische Relativierung von Biedermannswelt und romantischer Künstlerwelt. "Des Vetters Eckfenster" (1822, Erzählung). In diesem letzten Werk nähert er sich dem kritischen Realismus und bekräftigt sein Bekenntnis zur "Kunst des Schauens", die dem Leben, der Wirklichkeit tief verbunden ist. Hoffmanns Werk übte großen Einfluss auf die Weltliteratur aus (u.a. auf H. de Balzac, N.W. Gogol, C. Dickens, E.A. Poe, F. Kafka). Als Musikkritiker setzte Hoffmann sich für L. van Beethoven und den fast vergessenen J.S. Bach ein. Er schrieb Sinfonien, Sonaten, Kammermusik, Singspiele ("Die Maske", 1799; "Scherz, List und Rache", 1801, Text von Goethe; "Die lustigen Musikanten", 1804, Text von C. Brentano), eine Bühnenmusik und die Oper "Undine" (Uraufführung 1816; nach F. de la Motte Fouque). Jules Barbier (*1822, 1901) und Michel Carre (*1819, 1872) stellten Hoffmann in den Mittelpunkt ihres Dramas "Les contes d'Hoffmann" (1851), dem Barbiers Libretto für J.yOffenbachs fantastischer Oper "Hoffmanns Erzählungen" (Uraufführung 1881 in Paris) folgt. Die Handlung beruht v.a. auf den drei Erzählungen "Der Sandmann", "Geschichte vom verlorenen Spiegelbild" ("Die Abenteuer der Silvesternacht") und "Rat Krespel". Weitere von Dichtungen Hoffmanns angeregte Kompositionen schufen u.a. R. Schumann ("Kreisleriana" Opus 16, 1838), W. Braunfels (Oper "Prinzessin Brambilla", 1909) und P. Hindemith (Oper "Cardillac", 1926). (c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2004 Name auf Vorsatzblatt. Einige Blätter am unteren Rand leicht wellig. Schutzumschlag mit kleinen RAndeinrissen.
458 Seiten. 19,5 cm. Leinen mit goldgeprägten Rücken- und Deckeltiteln, goldgeprägten Rückenverzierungen, Kopffarbschnitt und Schutzumschlag.
[SW: Germanistik, Literaturgattungen, Literaturepochen, Literaturrezeption, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaft Literaturwissenschaften, Märchen, Deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts, Romantische Literatur, Deutsche Literatur / Geschichte, Literaturkanon, Literarhistoriker, Romantik (Literatur)]
Hoffmann, E.T.A.: Die Elixiere des Teufels. Klein Zaches. Herausgegeben von Martin Hürlimann. - (=Ausgewählte Werke; Band 4). Zürich, Atlantis Verlag, 1946.
Hoffmann, E.T.A. (Ernst Theodor Amadeus), eigentlich E.T. Wilhelm Hoffmann, Schriftsteller, Komponist und Zeichner, *Königsberg (heute Kaliningrad) 24.1. 1776, Berlin 25.6. 1822; 1792-95 Studium der Rechtswissenschaft in Königsberg; ab 1796 in Glogau, wo er 1798 das Referendarexamen ablegte; anschließend am Kammergericht in Berlin. Nach dem Assessorenexamen 1800 Versetzung nach Posen. Hoffmann pflegte neben dem Studium stets seine zeichnerischen und musikalischen Begabungen; ab 1815 benutzte er aus Verehrung für Mozart den Vornamen Amadeus. Diese Neigungen wie seine spätere schriftstellerische Tätigkeit bezeugen die konfliktreiche Spannung zwischen dem Streben nach Ausbildung der künstlerischen Anlagen und bloßer Existenzsicherung. Eine Reihe von Karikaturen führten zu einer Strafversetzung nach Plock; 1804 kam er als Regierungsrat nach Warschau. Als Mitglied der "Musikalischen Gesellschaft" wirkte er dort als Organisator und Dirigent bei Veranstaltungen mit. Nach dem Einmarsch der Franzosen musste er Warschau verlassen und ging 1807 nach Berlin, wo er vergeblich versuchte, eine Anstellung zu finden. 1808 wurde er Theaterkapellmeister in Bamberg. Dort wirkte er zugleich als Musikkritiker, Direktionsgehilfe, Komponist und Bühnenbildner. 1813 bis Februar 1814 war er Musikdirektor der Theatertruppe von Joseph Seconda in Dresden und Leipzig. Wieder im Staatsdienst und Richter am Kammergericht in Berlin (ab 1.10. 1814), schrieb er nur noch wenige kleine Kompositionen, entfaltete dafür aber seine dichterische Begabung umso stärker. 1816 erfolgte seine Ernennung zum Kammergerichtsrat. Im Oktober 1819 wurde Hoffmann ohne sein Zutun Mitglied einer Kommission, die auf Veranlassung Metternichs gegen politische "Aufwiegler", gegen Burschen- und Turnerschaften vorgehen sollte ("Demagogenverfolgung"). Mit viel Zivilcourage setzte sich Hoffmann für die Betroffenen ein (u.a. für den "Turnvater" F.L. Jahn), weswegen ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet wurde. Zudem wurde er selbst Opfer der preußischen Zensur, die seinen "Meister Floh" (1822, Märchen) nur in einer verharmlosten Fassung zum Druck freigab. In dieser Lage, seine Existenz von zwei Seiten bedroht sehend, starb er, krank und vereinsamt. Wie sich sein Leben in Gegensätzen bewegte gewissenhafter Beamter und leidenschaftlicher Künstler, so durchdringen sich in Hoffmanns Romanen, Novellen, Erzählungen und Märchen realistische Alltagswelt und fantastische Geisterwelt. Sein unfreiwilliges Außenseitertum öffnete ihm den Blick auf die Nachtseiten der Natur, hinter die Fassade einer oft nur geheuchelten bürgerlichen Harmonie. Nicht Flucht des Romantikers ins Fantastische, vielmehr seine verschiedenartigen Auseinandersetzungen mit der Realität führten ihn zum Erkennen des Widersinnigen, Grotesken, Hintergründigen. Erstmals wird die Gefahr erahnt, die Automaten und Maschinen für die menschliche Persönlichkeit darstellen können. Hinter dem Abgründigen schimmert stets Hoffmanns Humanitätsideal, sein Verlangen nach einem Reich der poetischen Menschlichkeit. Die aus all diesem erwachsene Spannweite hat ihre Pole in Hoffmanns beiden Romanen "Die Elixiere des Teufelsy..." (1815-16, 2 Bände), wo insbesondere das Doppelleben im Motiv des Doppelgängers thematisiert wird, und "Lebens-Ansichten des Katers Murr..." (1819-21, 2 Bände, Fragment), worin sich zwei gegensätzliche Handlungsabläufe überschneiden: die Memoiren des Kapellmeisters Johannes Kreisler (ein übersteigertes Selbstporträt) und auf der Rückseite der Makulaturblätter die Betrachtung seines schreibkundigen Katers, eine humoristische Relativierung von Biedermannswelt und romantischer Künstlerwelt. "Des Vetters Eckfenster" (1822, Erzählung). In diesem letzten Werk nähert er sich dem kritischen Realismus und bekräftigt sein Bekenntnis zur "Kunst des Schauens", die dem Leben, der Wirklichkeit tief verbunden ist. Hoffmanns Werk übte großen Einfluss auf die Weltliteratur aus (u.a. auf H. de Balzac, N.W. Gogol, C. Dickens, E.A. Poe, F. Kafka). Als Musikkritiker setzte Hoffmann sich für L. van Beethoven und den fast vergessenen J.S. Bach ein. Er schrieb Sinfonien, Sonaten, Kammermusik, Singspiele ("Die Maske", 1799; "Scherz, List und Rache", 1801, Text von Goethe; "Die lustigen Musikanten", 1804, Text von C. Brentano), eine Bühnenmusik und die Oper "Undine" (Uraufführung 1816; nach F. de la Motte Fouque). Jules Barbier (*1822, 1901) und Michel Carre (*1819, 1872) stellten Hoffmann in den Mittelpunkt ihres Dramas "Les contes d'Hoffmann" (1851), dem Barbiers Libretto für J.yOffenbachs fantastischer Oper "Hoffmanns Erzählungen" (Uraufführung 1881 in Paris) folgt. Die Handlung beruht v.a. auf den drei Erzählungen "Der Sandmann", "Geschichte vom verlorenen Spiegelbild" ("Die Abenteuer der Silvesternacht") und "Rat Krespel". Weitere von Dichtungen Hoffmanns angeregte Kompositionen schufen u.a. R. Schumann ("Kreisleriana" Opus 16, 1838), W. Braunfels (Oper "Prinzessin Brambilla", 1909) und P. Hindemith (Oper "Cardillac", 1926). (c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2004 Name auf Vorsatzblatt. Schutzumschlag mit kleinen Randeinrissen.
Erste Auflage dieser Ausgabe. 474 Seiten. 19,5 cm. Leinen mit goldgeprägten Rücken- und Deckeltiteln, goldgeprägten Rückenverzierungen, Kopffarbschnitt und Schutzumschlag.
[SW: Deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts, Literaturtheorie, Germanistik, Literaturkritik, Literaturgattungen, Literaturepochen, Literaturrezeption, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaften]
Hoffmann, E. T. A.: Lebens-Ansichten des Katers Murr. Nebst fragmentischer Biographie des Kapellmeisters Johann Kreisler in zufälligen Makulaturblättern. Mit Anhang, Anmerkungen, Literaturhinweisen und Nachwort herausgegeben von Hartmut Steinecke. - (=Universal-Bibliothek, Nr. rub 153/158). Stuttgart : Reclam Verlag, 1972. ISBN: 3150001536
Guter Zustand. - "Bestechend in der komprimierten Fülle sind die beigefügten Dokumente zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte. Sie enthalten nicht nur die wichtigsten Briefstellen, auch eine Reihe wenig bekannter Rezensionen (...). Auch das Nachwort ist bemerkenswert durch eine knappe und doch ausreichende Übersicht über die Geltung des Murr-Romans in der deutschen und europäischen Literaturgeschichte und durch die abschließende, auf der neueren Hoffmann-Forschung fußende Einordnung als Vorläufer des modernen Romans (...)." -- Mitteilungen der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft. - - Hoffmann, E.T.A. (Ernst Theodor Amadeus), eigentlich E.T. Wilhelm Hoffmann, Schriftsteller, Komponist und Zeichner, *Königsberg (heute Kaliningrad) 24.1. 1776, Berlin 25.6. 1822; 1792-95 Studium der Rechtswissenschaft in Königsberg; ab 1796 in Glogau, wo er 1798 das Referendarexamen ablegte; anschließend am Kammergericht in Berlin. Nach dem Assessorenexamen 1800 Versetzung nach Posen. Hoffmann pflegte neben dem Studium stets seine zeichnerischen und musikalischen Begabungen; ab 1815 benutzte er aus Verehrung für Mozart den Vornamen Amadeus. Diese Neigungen wie seine spätere schriftstellerische Tätigkeit bezeugen die konfliktreiche Spannung zwischen dem Streben nach Ausbildung der künstlerischen Anlagen und bloßer Existenzsicherung. Eine Reihe von Karikaturen führten zu einer Strafversetzung nach Plock; 1804 kam er als Regierungsrat nach Warschau. Als Mitglied der "Musikalischen Gesellschaft" wirkte er dort als Organisator und Dirigent bei Veranstaltungen mit. Nach dem Einmarsch der Franzosen musste er Warschau verlassen und ging 1807 nach Berlin, wo er vergeblich versuchte, eine Anstellung zu finden. 1808 wurde er Theaterkapellmeister in Bamberg. Dort wirkte er zugleich als Musikkritiker, Direktionsgehilfe, Komponist und Bühnenbildner. 1813 bis Februar 1814 war er Musikdirektor der Theatertruppe von Joseph Seconda in Dresden und Leipzig. Wieder im Staatsdienst und Richter am Kammergericht in Berlin (ab 1.10. 1814), schrieb er nur noch wenige kleine Kompositionen, entfaltete dafür aber seine dichterische Begabung umso stärker. 1816 erfolgte seine Ernennung zum Kammergerichtsrat. Im Oktober 1819 wurde Hoffmann ohne sein Zutun Mitglied einer Kommission, die auf Veranlassung Metternichs gegen politische "Aufwiegler", gegen Burschen- und Turnerschaften vorgehen sollte ("Demagogenverfolgung"). Mit viel Zivilcourage setzte sich Hoffmann für die Betroffenen ein (u.a. für den "Turnvater" F.L. Jahn), weswegen ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet wurde. Zudem wurde er selbst Opfer der preußischen Zensur, die seinen "Meister Floh" (1822, Märchen) nur in einer verharmlosten Fassung zum Druck freigab. In dieser Lage, seine Existenz von zwei Seiten bedroht sehend, starb er, krank und vereinsamt. Wie sich sein Leben in Gegensätzen bewegte gewissenhafter Beamter und leidenschaftlicher Künstler, so durchdringen sich in Hoffmanns Romanen, Novellen, Erzählungen und Märchen realistische Alltagswelt und fantastische Geisterwelt. Sein unfreiwilliges Außenseitertum öffnete ihm den Blick auf die Nachtseiten der Natur, hinter die Fassade einer oft nur geheuchelten bürgerlichen Harmonie. Nicht Flucht des Romantikers ins Fantastische, vielmehr seine verschiedenartigen Auseinandersetzungen mit der Realität führten ihn zum Erkennen des Widersinnigen, Grotesken, Hintergründigen. Erstmals wird die Gefahr erahnt, die Automaten und Maschinen für die menschliche Persönlichkeit darstellen können. Hinter dem Abgründigen schimmert stets Hoffmanns Humanitätsideal, sein Verlangen nach einem Reich der poetischen Menschlichkeit. Die aus all diesem erwachsene Spannweite hat ihre Pole in Hoffmanns beiden Romanen "Die Elixiere des Teufelsy..." (1815-16, 2 Bände), wo insbesondere das Doppelleben im Motiv des Doppelgängers thematisiert wird, und "Lebens-Ansichten des Katers Murr..." (1819-21, 2 Bände, Fragment), worin sich zwei gegensätzliche Handlungsabläufe überschneiden: die Memoiren des Kapellmeisters Johannes Kreisler (ein übersteigertes Selbstporträt) und auf der Rückseite der Makulaturblätter die Betrachtung seines schreibkundigen Katers, eine humoristische Relativierung von Biedermannswelt und romantischer Künstlerwelt. "Des Vetters Eckfenster" (1822, Erzählung). In diesem letzten Werk nähert er sich dem kritischen Realismus und bekräftigt sein Bekenntnis zur "Kunst des Schauens", die dem Leben, der Wirklichkeit tief verbunden ist. Hoffmanns Werk übte großen Einfluss auf die Weltliteratur aus (u.a. auf H. de Balzac, N.W. Gogol, C. Dickens, E.A. Poe, F. Kafka). Als Musikkritiker setzte Hoffmann sich für L. van Beethoven und den fast vergessenen J.S. Bach ein. Er schrieb Sinfonien, Sonaten, Kammermusik, Singspiele ("Die Maske", 1799; "Scherz, List und Rache", 1801, Text von Goethe; "Die lustigen Musikanten", 1804, Text von C. Brentano), eine Bühnenmusik und die Oper "Undine" (Uraufführung 1816; nach F. de la Motte Fouque). Jules Barbier (*1822, 1901) und Michel Carre (*1819, 1872) stellten Hoffmann in den Mittelpunkt ihres Dramas "Les contes d'Hoffmann" (1851), dem Barbiers Libretto für J.yOffenbachs fantastischer Oper "Hoffmanns Erzählungen" (Uraufführung 1881 in Paris) folgt. Die Handlung beruht v.a. auf den drei Erzählungen "Der Sandmann", "Geschichte vom verlorenen Spiegelbild" ("Die Abenteuer der Silvesternacht") und "Rat Krespel". Weitere von Dichtungen Hoffmanns angeregte Kompositionen schufen u.a. R. Schumann ("Kreisleriana" Opus 16, 1838), W. Braunfels (Oper "Prinzessin Brambilla", 1909) und P. Hindemith (Oper "Cardillac", 1926). (c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG., ISBN-13: 9783150001530
Erste Auflage dieser Ausgabe. 511 Seiten mit vielen Abbildungen. 16 cm. Taschenbuch. Kartoniert.
[SW: Katzen, cat, cats, feline, Feliden, Haustiere, Schmusetiger, Samtpfote, Seidenpfote, Mieze, Deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts, Literaturtheorie, Germanistik, Literaturkritik, Literaturgattungen, Literaturepochen, Literaturrezeption, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaften, Germanistik, Phantasie, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Phantastische Literatur, Romantik (Literatur)]




