Frisch Max Homo Faber

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Frisch, Max: Homo Faber. Ein Bericht. Buchausstattung von Fritz Blankenhorn. Deutscher Bücherbund (Lizenz des Suhrkamp Verlags) Lizenzausgabe Ohne Jahresangabe (um 1958) Stuttgart, Hamburg
284S. 8°

Leinen Fadengehefteter, blindgeprägter Ganzleineneinband mit folienkaschiertem Schutzumschlag. Der Umschlag altersgemäß nachgedunkelt und mit punktuellen Lufteinschlüssen unter der Folie, ansonsten sehr guter Zustand. ""Ich glaube nicht an Fügung oder Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt, mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen. Wieso Fügung? Ich gebe zu: Ohne die Notlandung in Tamaulipas wäre alles anders gekommen; ich hätte diesen jungen Hencke nicht kennengelernt, ich hätte vielleicht nie wieder von Hanna gehört, ich wüßte bis heute noch nicht, daß ich Vater bin. Es ist nicht auszudenken, wie anders alles gekommen wäre ohne diese Notlandung in Tamaulipas. Vielleicht würde Sabeth noch leben. Ich bestreite nicht: es war mehr als Zufall, daß alles so gekommen ist, es war eine ganze Kette von Zufällen. Aber wieso Fügung? Ich brauche, um das Unwahrscheinliche als Erfahrungstatsache gelten zu lassen, keinerlei Mystik; Mathematik genügt mir. Mathematisch gesprochen: Das Wahrscheinliche (daß bei 6000000000 Würfen mit einem regelmäßigen Sechserwürfel annähernd 1000000000 Einser vorkommen) und das Unwahrscheinliche (daß bei sechs Würfen mit demselben Würfel einmal sechs Einser vorkommen) unterscheiden sich nicht dem Wesen nach, sondern nur der Häufigkeit nach, wobei das Häufigere von vornherein als glaubwürdiger erscheint. Es ist aber, wenn einmal das Unwahrscheinliche eintritt, nichts Höheres dabei, keinerlei Wunder oder Derartiges, wie es der Laie so gerne haben möchte. Indem wir vom Wahrscheinlichen sprechen, ist ja das Unwahrscheinliche immer schon inbegriffen, und zwar als Grenzfall des Möglichen, und wenn es einmal eintritt, das Unwahrscheinliche, so besteht für unsereinen keinerlei Grund zur Ver- wunderung, zur Erschütterung, zur Mystifikation." " (Klappentext) Homo faber. Ein Bericht ist ein Roman des Schweizer Schriftstellers Max Frisch. Nach seiner Veröffentlichung im Oktober 1957 entwickelte er sich zum Bestseller und gilt als eines der bekanntesten Prosawerke Max Frischs. Der Roman wurde vielfach übersetzt und sowohl in literaturwissenschaftlichen Untersuchungen als auch im Schulunterricht häufig behandelt. Eine Verfilmung Volker Schlöndorffs kam 1991 als Homo Faber in die Kinos. Der Titel des Romans setzt die Hauptfigur namens Walter Faber in Bezug zum anthropologischen Begriff des homo faber, des schaffenden Menschen. Walter Faber ist ein Ingenieur mit streng rationaler, technisch orientierter Weltanschauung, in dessen geordnetes Leben der Zufall und die verdrängte Vergangenheit einbrechen. Durch eine Verkettung unwahrscheinlicher Ereignisse trifft er nacheinander auf seinen verstorbenen Jugendfreund, seine unvergessene Jugendliebe und seine Tochter, von deren Existenz er nichts ahnt. Unwissentlich geht Faber mit der jungen Frau eine inzestuöse Liebesbeziehung ein, die ein tragisches Ende nimmt. Erst am Ende erkennt er seine Verfehlungen und Versäumnisse; todkrank will er sein Leben wandeln. Neben autobiografischen Elementen verarbeitete Max Frisch in Homo faber zentrale Kernthemen seines Werks: den Konflikt zwischen persönlicher Identität und sozialer Rolle, die Bestimmung des Daseins durch Zufall oder Schicksal, den Gegensatz von Technik zu Natur und Mythos, die misslungene Beziehung zwischen den Geschlechtern und das verfehlte Leben. Homo faber wurde am 30. September 1957 in einer Auflage von 8779 Exemplaren an die Buchhandlungen ausgeliefert. Der Roman belegte auf Anhieb vordere Plätze in Bestsellerlisten deutschsprachiger Zeitungen. Bereits am 3. Oktober wurde eine zweite Auflage mit 5870 Büchern nachgelegt, noch vor Weihnachten folgten weitere 5000 Exemplare und im Juli 1958 hatte die Auflage 23.000 Stück erreicht. Mit Herausgabe des Homo faber in der Bibliothek Suhrkamp 1962 wurden bald die 100.000 Exemplare überschritten. 1977 waren von dieser Auflage bereits 450.000 Stück verkauft, die nun aufgelegte Taschenbuchausgabe des Suhrkamp Verlags trieb die Gesamtauflage 1982 über eine Million. Bis zum Jahr 1998 war die deutschsprachige Gesamtauflage auf vier Millionen angestiegen. Übersetzungen des Romans lagen in 25 Sprachen vor. Reinhold Viehoff teilte die Rezeptionsgeschichte von Homo faber in vier Phasen ein. Die erste Phase markierte die Aufnahme in der zeitgenössischen Literaturkritik von Oktober 1957 bis März 1958. Fünf Jahre nach der Erstausgabe setzte durch Veröffentlichungen von Zeitschriftenaufsätzen und Monographien über den Homo faber in einer zweiten Phase die Kanonisierung des Romans ein, der nun allgemein als moderner Klassiker gewertet wurde. Mit der Herausgabe der Gesammelten Werke Frischs 1976 entstand eine dritte Phase des Interesses am Roman. Er wurde jetzt vor allem in seinem Werkskontext begriffen und inmitten Stiller und Mein Name sei Gantenbein als Teil einer Trilogie der zentralen Romane Frischs eingeordnet. Die vierte Phase der Rezeption, durch die Taschenbuchausgabe des Romans begünstigt, etablierte den Homo faber schließlich als Schullektüre. In der Folge erschienen zahlreiche didaktische Aufbereitungen, Materialiensammlungen und Lektürehilfen für Lehrer und Schüler. Die über 100 zeitgenössischen Rezensionen des Romans mit Namensnennung stammten zu drei Vierteln aus der Bundesrepublik Deutschland, 20 kamen aus der Schweiz, sechs aus Österreich und eine aus der DDR. Sie gelangten zu zwei Dritteln zu einem positiven Urteil. So nannte Erich Franzen den Roman "eine Meisterleistung", Beda Allemann "nicht nur das geschlossenste, sondern auch das beunruhigendste Werk Frischs". Otto Basler sprach von "seinem besten Erzählwerk bis heute" und für Georg Hensel war Frisch mit dem Homo faber "nicht nur sein Meisterwerk gelungen - es ist ein Meisterwerk von internationalem Rang". Dennoch waren die 23 negativen Kritiken eine relativ hohe Anzahl im Vergleich zur üblichen Aufnahme der Literaturkritik. Nach Viehoffs Untersuchung der ablehnenden Urteile basierten diese besonders häufig auf politisch-zeitgeschichtlichen oder religiösen Wertungen. So sah etwa Konrad Farner "Max Frisch mit seinem homo faber' inmitten der langen Reihe derer, die das Menschenwerk bloß noch in Frage zu stellen vermögen", andere Kritiken bemängelten Fabers Bejahung des Schwangerschaftsabbruchs. Weniger weltanschaulich als künstlerisch geprägt war dagegen der Einwand von Walter Jens, nach dem der Roman im Schatten seines Vorgängers Stiller blieb: "In Wahrheit ist homo faber' nicht mehr als eine Arabeske zum großen Roman von 1954 - das Ausgeführte wird übertragen, das Gemälde noch einmal skizziert nicht immer ganz glücklich, leider." 1991 kam Volker Schlöndorffs Verfilmung unter dem Titel Homo Faber in die Kinos. Die Rollen Fabers, Sabeths und Hannas spielten Sam Shepard, Julie Delpy und Barbara Sukowa. Der Film blieb in seinen Dialogen nahe an der Vorlage, nahm aber in Details Änderungen zum Roman vor. So wurde aus Faber ein Amerikaner, der nicht länger todkrank war. Die Handlung fokussierte sich auf die Begegnung zwischen Faber und Sabeth. Max Frisch, der kurz nach der Premiere des Films starb, nahm in den Monaten zuvor noch regen Anteil an der Verfilmung. Der Film wurde von der Kritik überwiegend abgelehnt, da er die Komplexität der Vorlage "auf eine einigermaßen banale Liebesgeschichte reduziere". Mehrfach wurde Homo faber für die Bühne adaptiert. Stefan Pucher inszenierte Homo faber am Schauspielhaus Zürich 2004 in einer musikalischen Revue mit gleich sechsfacher Hauptfigur. 2006 brachten Claudia Lowin und Christian Schlüter Homo faber am Bielefelder Theaterlabor auf die Bühne, Lars Helmer an der Burghofbühne Dinslaken. Volkmar Kamm spaltete den Protagonisten in seiner Inszenierung am Alten Schauspielhaus Stuttgart von 2007 in einen Berichtenden und einen Erlebenden, "Homo" und "Faber" auf. Armin Petras inszenierte 2008 sein Stück Ödipus auf Cuba frei nach den Motiven Frischs am Berliner Maxim-Gorki-Theater. Sein Faber, der am Ende auf Kuba strandet, wird zum Sinnbild der Kolonisation.

[SW: Deutscher Bücherbund | Deutsche Literatur | Roman | Klassiker]

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Heidenreich, Sybille: Max Frisch 'Homo Faber' Untersuchungen zum Roman - Analysen und Reflexionen, BEYER, September 2008 ISBN: 3888053927
Max Frisch in Stichworten Das Anliegen Max Frischs Homo Faber Zur Entstehung des Romans Gang der Handlung Interpretation Die Person Erzählform, Sprache, Stil Skizze zu Homo Faber im Unterricht Bibliographie zu Homo Faber Sybille Heldenreich1944 in Königsberg/Ostpreußen geboren und in Berlin aufgewachsen. Studierte nach dem Abitur an der freien Universität Berlin Volkswirtschaft, Publizistik, Politologie und Iranistik. Nach Volontariaten bei mehreren Rundfunkanstalten als Redakteurin tätig bei der Nachrichtenagentur Associated Press und seit 1970 beim Deutschlandfunk in Köln.

NEUBUCH! 11., überarb. Aufl. 2008. 111 S. 17,5 cm 175 mm x 108 mm x 11 mm; Analysen und Reflexionen Bd.17

[SW: Homo Faber (Frisch),Frisch, Max; Interpretationen]

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Gieth, Hans-Jürgen van der: Max Frisch: Homo Faber Unterrichtsmaterialien. Ab 9. Klasse - Klassiker konkret & zeitgemäß BVK BUCH VERLAG KEMPEN, 049 ISBN: 3867401063
Können auch Pflichtlektüren bei SchülerInnen Begeisterung wecken Mit Klassiker konkret&zeitgemäß bestimmt!Beim Interesse und dem Erfahrungshorizont der SchülerInnen ansetzend, wird die mitunter schwerverdauliche Lektüre leichter erfahrbar gemacht. Handlungsorientierte Methoden, anregende Arbeitsaufträge sowie abwechslungsreiche Erschließungs- und Bearbeitungsmöglichkeiten fördern eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit dem Text.Statt vorgefertigte Interpretationen zu rekapitulieren, entwickeln die SchülerInnen mit Hilfe der Materialien eine eigene Sicht auf den Stoff und damit ein tieferes Verständnis.Alle Hefte der Reihe- bestehen aus fertigen, sofort einsetzbaren Arbeitsblättern- mit ausführlichen Lösungsansätzen und Hinweisen- vermitteln Hintergrundwissen zu Autor und Werk- bieten zeit- und literaturgeschichtliche Informationen- ermöglichen konkrete Arbeit am Primärtext- geben Anregungen für die Interpretation- verwenden abwechslungsreiche und handlungsorientierte Methoden Werbin ich Dieser Frage nach der menschlichen Existenz geht Max Frisch in seinem Roman Homo faber nach. Aus dem Inhalt: Biografie Max Frisch zeitgeschichtliche Einordnung: Fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts Charakterisierung der Hauptpersonen Homo faber, der schaffende Mensch Schicksalhaftigkeit und Schuld Sprache des Berichts Rezeptionsgeschichte und viele andere ThemenaspekteNeben einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Primärtext und vielfältigen Interpretationsansätzen erfolgt eine methodisch abwechslungsreiche Beschäftigung mit dem Text (z. B. Dramaturgisierung, szenisches Spiel, Foto-Roman, Video-Sequenzen, Covergestaltung usw.)

NEUBUCH! 2009. 60 S. m. Abb. 30 cm 300 mm x 209 mm x 8 mm s/w; Klassiker konkret & zeitgemäß

[SW: Homo Faber (Frisch),Frisch, Max; Unterrichtsmaterialien]

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Hoß, Frauke M: Philosophische Elemente im Werk von Max Frisch Grundphänomene menschlicher Existenz in den Romanen "Stiller", "Homo faber" und "Mein Name sei Gantenbein" Bautz, Traugott ; weicher Einband / soft cover ISBN: 9783883092126
9783883092126 Neu

Hoß, Frauke M Philosophische Elemente im Werk von Max Frisch Grundphänomene menschlicher Existenz in den Romanen "Stiller", "Homo faber" und "Mein Name sei Gantenbein" (Bautz, Traugott) ISBN: 978-3-88309-212-6 Paperback 175 S. - 20,5 x 15,2 cm 30,00 Eur[D] incl. MwSt Preis ist offizieller VLB Referenzpreis Hoß, Frauke M Philosophische Elemente im Werk von Max Frisch Grundphänomene menschlicher Existenz in den Romanen "Stiller", "Homo faber" und "Mein Name sei Gantenbein" Verlag : Bautz, Traugott ISBN : 978-3-88309-212-6 Einband : Paperback Preisinfo : 30,00 Eur[D] / 30,90 Eur[A] Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen. Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt Preis ist offizieller VLB Referenzpreis Preis ist offizieller VLB Referenzpreis Seiten/Umfang : 175 S. - 20,5 x 15,2 cm Produktform : B: Einband - flex.(Paperback) Erscheinungsdatum : 1. Aufl. 09.09.2004 Gewicht : 290 g Medien : Sonstige Informationen(PDF) Sonstige Informationen(PDF) verwandte Themen : Frisch, Max [DNB] Stiller [DNB] Philosophie (Motiv) [DNB] 30,00 Eur[D] Softcover Buch

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