Koch Franz Kolbenheyer

English Version

Es wurden insgesamt 24 Einträge zu 'Koch Franz Kolbenheyer' gefunden (Stand: 06.02.2012).

Sehen Sie sich die aktuell angebotenen Bücher zu 'Koch Franz Kolbenheyer' an.

Koch, Franz: Kolbenheyer, Göttingen Göttinger Verlagsanstalt, 1953.
Guter Zustand, Einband mit leichten Gebrauchsspuren, Bleistiftanstreichungen auf ca. 40 Seiten. Titel- und Rückengoldprägung, Farbkopfschnitt, Anhang mit Zeittafel der Werke Kolbenheyers in Erstdrucken. Dem Dichter, Denker und Freunde zum 75. Geburtstag. Erwin Guido Kolbenheyer (* 30. Dezember 1878 in Budapest; 12. April 1962 in München) war ein österreichischer Romanautor, Dramatiker und Lyriker. Der Sohn des Architekten Franz Kolbenheyer und der Malerin Marianne Eitner besuchte das Gymnasium in Eger. Nach einem Philosophie-, Psychologie- und Zoologiestudium in Wien wurde er 1905 zum Dr. phil. promoviert. 1919 übersiedelte Kolbenheyer nach Tübingen, wo er bis 1932 als freier Schriftsteller lebte. In den Jahren 1917 bis 1926 schuf er sein Hauptwerk, die Romantrilogie Paracelsus. Seit 1926 war er Mitglied der Preußischen Dichterakademie. Kolbenheyer vertrat in seinen Werken eine Philosophie des Biologismus: Er glaubte, es gäbe fundamentale biologische Unterschiede zwischen den Völkern, und versuchte, spezifische Eigenarten z.B. der deutschen Dichtkunst auf angeblich biologische Grundlagen des deutschen Volkstums zurückzuführen. Er begründete eine Schule von Anhängern nach dem Vorbild der mittelalterlichen Bauhütten. In der Zeit von 1933 bis 1944 unterstützte er den Nationalsozialismus in zahlreichen Reden und Schriften, obwohl er erst 1940 in die NSDAP eintrat. Kolbenheyer wurde vielfach während der NS-Herrschaft ausgezeichnet. 1944, als sich bereits das Ende des Zweiten Weltkriegs abzeichnete, wurde er von Hitler auf die Sonderliste der Gottbegnadetenliste mit den sechs wichtigsten Schriftstellern gesetzt und genoss dadurch weitere Privilegien, wie die Freistellung von sämtlichem Kriegsdienst, auch an der Heimatfront. Nach 1945 erhielt Kolbenheyer wegen seiner aktiven Unterstützung des Nationalsozialismus ein fünfjähriges Schreibverbot. Er lebte in Schlederloh und zuletzt in Gartenberg (Stadtteil von Geretsried) bei Wolfratshausen. Er war Mitglied der rechtsextremistischen Gesellschaft für Freie Publizistik und deren Vorläufern. Werner Bergengruen wertete 1946 Kolbenheyers Wirken während der NS-Diktatur mit folgenden Worten: "In seiner großen Eitelkeit war er der Meinung, das geistige Leben Deutschlands kulminiere in seiner Person". In der Sowjetischen Besatzungszone wurden mehrere Schriften von Kolbenheyer auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt, in der Deutschen Demokratischen Republik folgte noch Das Kolbenheyer-Buch. Zustand: leichte Gebrauchsspuren

188 S. 19,5 x 12,5 cm Leinen

[SW: Literatur, Literaturwissenschaften, Lyrik, Epik, Dramatik, Drama, Theater, Bühne, Schauspiel, Kultur, Romane, Prosa, Poetik, Dichtung, Gedichte, Lieder, Gesänge]

Details

Kannenberg - Onkel Tom Zehlendorf: Gästebuch des Restaurant-Betreibers Arthur Kannenberg in Berlin. Berlin 1929 - 1936.
Bedeutsames Zeugnis zur Kulturgeschichte Berlins und charakteristisches Beispiel für die Entwicklung des "Zeitgeistes" von der Weltwirtschaftskrise bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten. Der Berliner Gastwirt Oscar Kannenberg, Inhaber eines Lokals in der Dorotheenstraße, überreicht mit einer kalligraphischen Widmung auf Blatt 2 "seinem lieben Sohne Arthur Kannenberg" das Gästebuch für dessen neueröffnetes Ausflugslokal "Onkel Toms Hütte" mit herzlichsten Wünschen zum 23. Februar 1929". Eine aquarellierte Federzeichnung von Peter Geh auf Seite 1 zeigt das im Grunewald gelegene weitläufige Etablissement. Die gute Küche und die nahe U-Bahn bewirken offenbar, dass sich Kannenbergs "Onkel Toms Hütte" schnell zu einem beliebten Ausflugsrestaurant und zu einem " angesagten" Treffpunkt der Berliner Prominenz entwickelt. In nur 1,5 Jahren trägt sich eine unübersehbare Menge von Künstlern, Schriftstellern, Politikern, Sportlern und anderen Tagesgrößen mit Gedichten, Sprüchen, Zeichnungen etc. in Kannenbergs Gästebuch ein. Dann scheint jedoch die Wirtschaftskrise die Oberhand zu gewinnen: Eine ganzseitige Kalligraphie zeigt im Herbst 1930 an, daß Kannenberg "Onkel Toms Hütte" aufgegeben und stattdessen "Pfuhls Weinstuben" in der Stresemannstr. 103 gepachtet hat, die er nun als "Pfuhls Hütte" weiterführt. Das Publikum ist jetzt ein anderes: Frontkämpfer-Vereine begleiten 1931 jede Eintragung mit "Front Heil!", und die Schriftsteller, die am 24. Februar 1931 zusammenkommen, sind Erwin Guido Kolbenheyer, Jakob Schaffner und Hans Grimm. Der jüdische Maler und Graphiker Fritz Heinsheimer, der den rundlichen Wirt im Januar 1931 mit Bier- und Weinglas treffend karikiert, ist bereits eine Ausnahme. Ein Jahr später, im April 1932, ist Kannenberg dem Zeitgeist noch weiter nach rechts gefolgt: Eine Federzeichnung von Paul Wagner, München 1.4.1932, zeigt die neue Wirkungsstätte Kannenbergs: Das "Kasino im Braunen Haus" in München. Hierauf folgt nur noch ein ganzseitiges Gedicht des Malers Bernhard Zickendraht (1854-1937), der Kannenbergs ungeheures Glück gar nicht genug rühmen kann, hier dem "Führer" so nah zu sein und ihn gar zum Lachen gebracht zu haben: "... Was wenig Sterblichen ist beschieden / Was der sehnlichste Wunsch von Millionen ist / Dieses große Glück hast Du hienieden / Der Du alltäglich um Ihn bist ...". Die folgende Seite enthält eine gelungene farbige Kreidezeichnung Zickendrahts (signiert und datiert Januar 1936) mit einem Porträt, das Kannenberg in bayerischer Tracht beim Singen zum Akkordeonspiel zeigt. Hitler soll in der Tat ein Fan von Kannenbergs Musizieren gewesen sein: "Christa Schroeder, eine der Sekretärinnen Hitlers, beschreibt Kannenberg in ihren Erinnerungen als 'excellenten Alleinunterhalter, der mit dem sprichwörtlichen Berliner Witz und Humor gesegnet war'" (Wikipedia). Und so wurde denn Arthur Kannenberg, der noch wenige Jahre zuvor Feuchtwanger und Brecht bewirtet hatte, Adolf Hitlers Hausintendant. -- Aus der großen Anzahl von Eintragungen seinen hervorgehoben die Schriftsteller: Charlie Roellinghoff (Drehbuchautor), Lion Feuchtwanger und Bertolt Brecht (zusammen im August 1929), Hans Schneider (der spätere Hans Schwerte?), Artur Landsberger, Joachim Ringelnatz ("mit Muschelkalk" sowie mit Federzeichnung und sechszeiligem Gedicht), E. G. Kolbenheyer, Jakob Schaffner, Hans Grimm. - Musiker: Paul Noack, Rolf Marbot, Mischa Spolansky, Paul Lincke (mit Musikzitat "Glühwürmchen"), Willi Kollo (mit Musikzitat), Otto Siransky (mit Musikzitat), Hermann Abendroth. - Theaterdirektoren Robert Liedemit, Eugen Robert, Kurt Ehrlich. - Sängerinnen und Sänger: Mafalda Salvatini, Richard Tauber, Emanuel List, Fritz Massary, Claire Waldoff (mit 6zeiligem Gedicht), Maria Ney. - Weitere Bühnen- und Filmkünstler: Angelo Ferrari, Otto Wallburg (Starb im KZ), Reinhold Schünzel, Oskar Homolka, Grete Mosheim, Albert Bassermann, Agnes Esterhazy, Victor Varconi (mit 5 Porträt-Karikaturen), Otto Gebühr (mit Selbstkarikatur als Friedrich der Große), Hans Albers (gemeinsam mit Mischa Spoliansky und mit Anspielung auf ihren Revue-Erfolg "Zwei Krawatten"), Charlotte Ander, Ida Wüst, Paul Wegener, Alfred Braun (der Rundfunk-Pionier), Gustav Diessl, Camilla Horn, Heinrich George ("und Frau und Doggen"), Albert Paulig, Max Ehrlich und Paul Morgan (starben beide im KZ), Alice Hechy, Hella Kürten, Georgia Lind, Ralph Arthur Roberts (mit Selbstkarikatur), Kurt Gerron (starb im KZ), Willi Schaeffers, Gretl Berndt, Carlo Aldini, Paul Westermeier, Else Reval, Maria Paudler, Gerda Maurus, Fritz Kampers, Henry Bender, Walter Janssen, Olga Desmond u. v. a. - Bildende Künstler: der Photograph Wilhelm Maywald (mit Aquarell), Paul Simmel (mit ganzseitiger Selbstkarikatur beim Hummer-Essen), Fritz Heinsheimer (mit Porträt Kannenbergs), Bernhard Zickendraht (mit Porträt Kannenbergs). - Aus Politik und Wirtschaft: Hermann Müller (Außenminister und Reichskanzler), Philipp Scheidemann (SPD-Politiker, Ministerpräsident), Wolfgang, Käte und Joachim Stresemann, Heinrich Brüning (Reichskanzler), Bernhard Weiß (Berliner Polizei-Vizepräsident, Hauptgegner Goebbels'), Wilhelm Groener (General, Reichswehr- und Innenminister), Erich Koch-Weser (Reichsinnen- und Justizminister), Hjalmar Schacht (Reichsbank-Präsident), Franz Ritter von Epp (NS-Führer, Reichsstatthalter in Bayern), Alfred Hugenberg (Politiker, Inhaber eines Medienkonzerns). - Sportler: die Boxer Franz Diener und Max Schmeling, der Pilot Joachim von Köppen (mit Zeichnung eines Flugzeugs), der Trabrennfahrer Charlie Mills. - Eine einmontierte Orig.-Photographie zeigt Max Schmeling, Anny Ondra und Begleiter. - Als weitere prominente Beiträger seien Friedrich Heinrich, Prinz von Preußen, Margarete von Rheinbaben, Fee von Reznicek und der englische Erfinder der Dampfturbine, Sir Charles Algernon Parsons, erwähnt. Am Schluß zwei lose eingesteckte Karten, von denen eine (mit Ansicht des "Jagdzimmers" von "Onkel Toms Hütte") die Signatur Gustav Stresemanns von 1927 trägt. - In seiner Reichhaltigkeit bietet das Gästebuch Kannenbergs einen faszinierenden Querschnitt durch die "Gesellschaft" Berlins und ihre Vielfalt von Talenten kurz vor dem Untergang ihrer großen Epoche. #M05101

27 x 21 cm. Lederband der Zeit mit 4 Messingbeschlägen, goldgeprägter Ornamentik und den Aufschriften "AK" und "1929" auf intarsierten Lederstücken. Ca. 78 Blatt, davon 95 Seiten beschrieben oder illustriert. Mit mehreren hundert Eintragungen, 2 Aquarellen, 1 ganzseitigen Farbstiftzeichnung, Federzeichnungen (meist Karikaturen), 3 Bleistiftzeichnungen, 1 einmontierten Orig.-Foto, 2 Zeitungsausschnitten und 2 lose eingesteckten Karten.

Details

Koch, Franz: Kolbenheyer. EA. Göttinger Verlagsanstalt, Göttingen 1953,
[Schlagworte: Biografie, Literatur]

188 S., 8*, Orig.-Ganzleinen/Schutzumschlag.

Details

Kolbenheyer,E.G.; Koch,Franz(Nachwort): Wenzel Tiegel. Novelle, Leipzig Reclam 1929,
(SU beschädigt, Einband minimal berieben)

92 S. 4 S.Verlagsanzeigen, O.Pappband mit SU, 8°,

[SW: Literatur;]

Details