Lange Grammatik
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Brauer, Johann Hartwig: Die Heidenboten Friedrichs IV. von Dänemark. II. Bartholomäus Ziegenbalg und seine Mitarbeiter in Trankebar. (= Beiträge zur Geschichte der Heidenbekehrung. Zweiter Beitrag. Altona: Hammerich 1837.
- Ebd. stärker berieben, Buchecken bestoßen, Vorsatz, Titelei u. einige Seiten fleckig. -- ZIEGENBALG, Bartholomäus, erster dt. ev. Missionar, erster dt. Drawidologe, * 10.7. 1682 in Pulsnitz / Sachsen, 23.2. 1719 in Tranquebar / Südindien. In Görlitz besuchte er das Gymnasium (ab 1694), ehe er 1702 kurzzeitig auch das Friedrich-Werder-Gymnasium in Berlin besuchte, wo er mit den Pietistenhäuptern Joachim Lange (s.d.), dessen Rektor, Philipp Jakob Spener (s.d.) und Karl Hildebrand Freiherr von Canstein (s.d.) eine Bekanntschaft anknüpfte. 1703 studierte er sodann als Schüler August Hermann Fanckes (s.d.) Theologie in Halle, dem Zentrum der pietistischen Bewegung. Obwohl er von zarter Gesundheit war und die Ausbildung nicht abgeschlossen hatte, wurde er 1705 unter Vermittlung von Lange zum Missionsdienst berufen und zusammen mit seinem Studienkollegen Heinrich Plütschau (s.d.) von der Dänisch-halleschen Mission, einer Stiftung des dänischen Königs Friedrich IV. (1699-1730), in die Kolonie Tranquebar an der Südostküste Indiens (nahe Tanjore) entsandt. Sie waren die ersten planmäßig ausgesandten Missionare des dt. Protestantismus und zudem die ersten ev. Sendboten in Indien überhaupt. Am 9. Juli 1706 in Tranquebar angelangt, konnten sie bereits ein Jahr später die ersten Tamilen ("Malabaren") und Mischlinge ("Portugiesen") taufen und eine kleine lutherische Gemeinde gründen, die bis 1712 etwa 200 Glieder umfaßte; 1707 war auch der Grundstein für die "Neu-Jerusalemskirche" gelegt worden (neu errichtet 1718). Von der dänischen Kolonialbehörde angefeindet, die durch die Missionsarbeit ihre Handelsinteressen gefährdet sah, wurde Z. ein Jahr später mehrere Monate inhaftiert (1708/09). - Während der Gründungsjahre waren zehn Missionare tätig, die weitgehend der hallesche Pietismus bereitgestellt hatte. Unter ihnen war Z. die überragende Persönlichkeit, der zum Bahnbrecher der ev. Mission und Kirche in Indien und überhaupt zum "Prototyp des ev. Missionars" (A. Lehmann) avancierte. Sprachlich ausnehmend begabt, widmete er sich besonders der Literaturarbeit. So übersetzte er schon bald das Tamil-NT (ersch. 1714/15) und das Tamil-AT (bis zu Ri; vervollständigt von B. Schultze, 4 Tl. 1723-28); hinzu traten Luthers Kleiner Katechismus (1715), ein Tamil-Gesangbuch (1715), eine Tamil-Grammatik (lat. 1716); zudem schuf er die Grundlagen zum Tamil-Wörterbuch und zu Lexika. Schließlich übersetzte er Tamil-Texte ins Deutsche (u.a. Ulaga Nidi oder Weltliche Gerechtigkeit, 1708; ersch. 1930) und verfaßte Abhandlungen über die tamilische Kultur und Religion (u.a. die "Beschreibung des Malabarischen Heidenthums", 1711; ersch. 1926, u. die "Genealogie der Malabarischen Götter", 1713; ersch. 1867), die allerdings, weit von Objektivität entfernt, von eurozentristisch-christlichem Superioritätsgefühl bestimmt sind (wenn sie z.B. die hinduistische Religion als ein "vom Teuffel verblendetes Fabelwerck" diskriminieren). Über die sprach- und religionsgeschichtlichen Forschungen hinaus, die ihn zum ersten dt. Drawidologen machten, gründete er Schulen (u.a. 1707 die wohl erste Mädchenschule Indiens) und ein Seminar (1716), um die Ausbildung einheimischer Lehrer und Pastoren sicherzustellen. Überdies sorgte er sich um die Sozialarbeit; der "Dienst der Seelen" sollte mit dem "Dienst des Leibes" eng verbunden sein. - Z.s theologisches Denken wurzelt in der luth. Orthodoxie und ist von frühaufklärerischem Optimismus durchzogen. Seine Verkündigung versuchte an der natürlichen Gotteserkenntnis und der tamilischen Lebenswelt anzuknüpfen und zielte auf die Errichtung einer bodenständigen Kirche, in der die hauptsächlich aus den unteren sozialen Schichten stammenden jungen Tamil-Christen ihre Volkstümlichkeit weitgehend wahren konnten. - Wichtigste Erben von Z.s 13jähriger Pionierarbeit und der darauf aufbauenden Tranquebarmission, die ein markantes Bindeglied zwischen früherer Kolonialmission und neuzeitlicher Gesellschaftsmission darstellt, wurden die heutige Evangelisch-Lutherische Tamilkirche (TELC) und weite Teile der Südindischen Kirche (CSI) in Tamil Nadu. (Quelle: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon).
XVIII, 180 S. OPbd. m. Rückenschild. 15x11 cm. (Versandstufe 2).
[SW: Religion, Theologie, Christentum, Mission.]
Ludwig, A.: Über den Begriff "Lautgesetz". Prag: Vlg. d. königl. böhmischen Gesellschaft d. Wiss., 1894.
Einband mit Wasserrand. - Sitzungsberichte d. königl. böhmischen Gesellschaft d. Wiss. Classe f. Philosophie, Geschichte u. Philologie. - Alle theoretische behandlung der sprache geht ausz von der analyse des materials in die einzelnen laute. Die geschichte dises Vorganges entzieht sich unserer kenntnis; derselbe war vollendet lange ehe die historische zeit begonnen hat. Nur in der aegyptischen schrift sehen wir noch das material fungieren, ausz welchem die elemente genomen worden waren, die auf anderm fremdem boden schon früh allein das leisten sollten, was sie in ihrem ursprungs-lande erst in später zeit und in entfremdeter gestalt erfüllt haben. Aber frühe schon ward man sich der bedeutung diser tat bewuszt. Dazu genügt es für unsern zweck auf Platon"s Philebos 16C-18C hinzuweisen. Eine wesentliche bedeutung gewann der laut für sich in der alten zeit aber nur durch die etymologie. Worterklärung zu dem zwecke den sinn des Wortes ausz seiner materiellen entstehung oder ausz dem dabei wirkenden geistigen Vorgang zu begründen, ist ein schon in alten zeiten sich geltend machender trieb. Das erklärungs-moment, innersprachlich, war lautliche änlichkeit, und Zerlegung in zwei oder mere teile. Der erstem ligt die naheligende warnemung zu gründe, dasz ganze gruppen von Wörtern auf einen stamm auf eine gemeinsame grundlage zurückweisen; dem zweiten der gedanke, dasz das, was sich gedanklich begrifflich zerlegen läszt, was zusammengesetzt ist ausz mereren Vorstellungen, auch zusammengewachsen sein müsze ausz lautlichen trägern repraesentanten jeder teilvorstel-lung, wozu das tatsächliche vorkommen von zusammengesetzten Wörtern die berechtigung zu liefern schin. An und für sich hat beides seine berechtigung; verwandte Wörter sind ser oft änlich, und erklären sich gegenseitig; ein wort kann oft dadurch erklärt werden, dasz man dasselbe in seine teile zerlegt, ja selbst in fällen, in welchen der äuszere schein gänzlich dagegen spricht, so z. b. in dem deutschen weit meszer adler Hadeln, oder dem schottischen curch (cover-chief), im russ. serjag (use-regu). Allein die erklärungen beruhten auf freier wal d. i. auf will-kür, und da in jedem falle nur eine die richtige sein konnte, dem suchenden aber eine unbestimmbare manichfaltigkeit von möglich-keiten sich darbot, so vergasz man nach denjenigen directiven zu suchen, welche die wal allmählich in immer engere gränzen einzuschränken und somit schlüszlich auf das richtige zu lenken geeignet gewesen wären. Man begieag den feler die Willkür als eine erkenntnisquelle zu betrachten, statt vor allem nach denjenigen tatsachen zu forschen, welche die Willkür hätten ausschlieszen und eine not-wendigkeit somit eine gewisheit an die stelle derselben hätten setzen können. Eine strenge rein lautliche also materielle analyse, die vom sinne des Wortes grundsätzlich absieht, kennt die indische grammatik. Man betrachtete die laute als etwas flüsziges schwankendes willkürlicher abänderung unterworfenes, unzweifelhaft im Widerspruch mit der tatsache, dasz die analyse der spräche, die in der schritt vorlag, eine grosze beständigkeit derselben, so wie eine im groszen und ganzen consequente und treue auffaszung erwies, daher man nicht selten Zuflucht nam zu wirklichen oder vermeintlichen dialektischen formen, aber nicht zur einschränkung der Willkür, sondern im dienste derselben. Dise beseitigung der Willkür wäre nur erreichbar gewesen durch analyse des gesammten Sprachmaterials, dahingegen man den weitern feler begieng gerade die schwirigen in ihiem Ursprünge unklaren Wörter, oder solche deren bedeutung und be-deutsamkeit reizte, erklären zu wollen. Ein feler, der der etyino-ogie lange anhaftete. Die erklärung von Wörtern ausz nier oder minder gewaltsamer Verschmelzung zweier oder mererer erinnert an die ableitung absonderlicher tierformen ausz einer urweltlichen paarung artlich verschiedener tierindividuen. Auch hier wurde den momenten, welche die anwendung diser erklärungsweise beschränken, nicht rechnung getragen. S.1/2).
54 S. Broschiert.
[SW: Wörter, Sprache, Altertum, Sprachwissenschaft, Lautgesetz, Laute]
Lange: "Joachimus Lange" originaler Kupferstich (ca. 15x9cm); um 1750 Blatt am oberen Rand auf Karton montiert.
[LANGE, Joachim, luther. Theologe und Pietist; * 26. Oktober 1670 in Gardelegen (Alte Mark) als Sohn des Ratsherren Moritz Lange und dessen Frau Maria Lange geboren. Nach den Gymnasialstudien (Osterwiek, Halberstadt, Quedlinburg, Magdeburg), in denen er, für seine spätere exeget. Arbeit von Bedeutung, sich quasi autodidaktisch Kenntnisse der latein. und hebräischen Sprache erwirbt, studiert L., wohl nicht ohne Einfluß seines vom Pietismus berührten und seinerzeit in Hamburg als Pastor tätigen Bruders Nikolaus, seit 1689 in Leipzig Theologie; gleichzeitig widmet er sich philolog. Studien. Die Begegnung mit dem dort dozierenden Pietisten Francke, bei dem L. auch unentgeltlich wohnt, sowie der Kontakt zum Collegium philobiblicum führen den jungen L. zur pietist. Bewegung. Während des Leipziger Aufenthaltes ist er Hauslehrer bei Thomasius. Der von seinem Lehrer Francke begeisterte L. folgt diesem bei seinen Berufungen nach Erfurt, Hamburg und zuletzt nach Halle. Dort hält L. seit 1693 philolog. Vorlesungen, geht aber im gleichen Jahr nach Berlin, um dort als Hauslehrer der Familie des Freiherrn von Canitz, einem Freund Speners, tätig zu sein. Der Aufenthalt in Berlin ermöglicht ihm engeren Kontakt mit Ph. Spener. Nach einem kurzen Aufenthalt als Lehrer in Stargard wird er zum ersten Advent 1696 zum Rektor am Cösliner Gymnasium ernannt. In absentia ernennt ihn die von pietist. Professoren bestimmte Theologische Fakultät Halles zum Magister der Theologie; von dort erhält L. 1699 einen Ruf als Adjunkt an dieselbe. L. kann die ihm angetragene Stelle zunächst nicht annehmen, da er durch das im Januar 1698 in Berlin angetretene Rektorat am Friedrich-Werderschen-Gymn. und die Pfarrstelle an der Friedrichstadtkirche vorerst noch gebunden ist. Schon hier in Berlin beginnt L.s literar. Fehde mit den Orthodoxen, veranlaßt durch Schelwigs "Synopsis controversiarum' (1701), gegen die sich seine "Idea et anatome theologiae pseudorthodoxae' (1706) richtet, und durch V.E. Löschers Rezensionsorgan "Unschuldige Nachrichten' (seit 1701), auf die er mit den "Aufrichtigen Nachrichten', (1706 bis 1714) antwortet. Diese Oppositionshaltung, in die er zunächst aus der Defensive zugunsten Speners und Franckes geraten war, wandelt sich später in eine offensive Polemik, die sich besonders gegen den orthodoxen Apologeten Löscher richtet, aber auch gegen Theologen wie Neumeister und Kopp. L. als Vertreter der zweiten Generation des Pietismus versucht in seinen polemischen Schriften eine systemat. Zusammenfassung pietist. Gedankengutes zu bieten, das er der Orthodoxie entgegenstellt; L. versteht sich aber auch als Advokat gegen einen schwärmerischen Pietismus. 1709 wird L. Nachfolger auf dem Lehrstuhl Breithaupts und doziert in Dogmatik und Exegese; im gleichen Jahr beginnt er seinen vierteiligen, 1711 abgeschlossenen "Antibarbarus', die Hauptangriffsschrift gegen die Orthodoxie, die als Abweichung von der luther. Lehre beurteilt wird. Es ist eine satirische Abrechnung, die besonders die zentralen Werte des Pietismus aufgreift: Erleuchtung, Rechtfertigung, Erneuerung. Auf den "Antibarbarus' folgt die vierteilige "Richtige Mittel-Straß' (1712-1714) und 1713 erwidert L. auf Löschers "Timotheus Verinus', einer systemat. Zusammenfassung der Pietismus-Kritik, mit seiner Schrift "Kreuzreich', in der er mit Blick auf die Reich-Gottes-Lehre den Pietismus quasi mit dem Reich Gottes identifiziert. Seit 1715 hält L. über Spener als Vorbild des Pietismus latein. Vorlesungen (er ediert 1714 mit seinem Vorwort Speners "Geistreiche Vorstellung des Urgrundes der unterschiedlichen Päbstischen Lehren', 1729 und 1740 eine Lebensbeschreibung Speners). Ein mögl. Frieden 1716, der durch Anerkennung von 86 Thesen Löschers zustande kommen soll, scheitert, da dies der Anerkennung der Auflösung des Pietismus gleichkommen würde. 1717 wird L. mit "De indulgentis Lutheri theses 95' zum Doktor der Theologie promoviert. Auf Löschers "Vollständigen Timotheus Verinus' (1718) reagiert er mit einer der "Vita Pauli' (1718) angehängten "Abgenötigten völligen Abfertigung' und der "Erläuterung der neusten Historie' (1719), in denen er die Auseinandersetzung in ihrem Ablauf zusammenfaßt und Löscher auf bibl. Weise akribisch widerlegt. In seiner "Mittelstraße' (1719), einer Auseinandersetzung mit Separatisten und Fanatikern, der er auch die Orthodoxie zuzählt, setzt er sich u.a. mit der Illuminationslehre auseinander, lehnt Enthusiasmus, Donatismus und Indifferentismus ab, sieht wahre Erkenntnis Gottes allein durch Gläubige ermöglicht, und behandelt das Problem der Mitteldinge in der Moral. Nochmals erhebt sich Löscher mit dem zweiten Band des "Vollständigen Timotheus Verinus' (1721) gegen den Pietismus, aber mit dem 1722 von L. "Abgenötigtem abermaligem Zeugnis der Wahrheit' endet die erbitterte Kontroverse ungelöst. L.s kämpferisches Wesen beschränkt sich nicht nur auf theolog. Opponenten. Unter dem Einfluß des Eklektikers Thomasius - obgleich L. in der Kontroverse Franckes mit Thomasius 1702 gegen letzteren polemisiert - und des Mystikers Poiret sowie des Spenerschen und Franke'schen Pietismus (mit den dialektischen Themen Sünde - Gnade, Bekehrung - Wiedergeburt) attackiert er mit der Propädeutik "Medicina mentis' (1704) die scholast. Tradition aristotelischer Ausprägung, wie sie im Aristotelismus seiner Zeit herrschend wurde (später fortgesetzt in der Konfrontation mit Wolff). L. schwebt hier das Ideal einer von der Offenbarung inspirierten Weisheit vor; den Vorwurf der Unkenntnis der Philosophie widerlegt schon die der Medicina mentis vorangestellte Philosophiegeschichte. Mit seiner "Caussa Dei' (1723) eröffnet L. den bis 1736 währenden literar. Streit um Wolffs Philosophie; L. ist es, der am Berliner Hof Wolffs Absetzung und Vertreibung (Vorwurf der Religionsverachtung) binnen 48 Stunden bei Strafe des Stranges erwirkt. Nach Wolffs Rückkehr aus dem Asyl 1740 unter Friedrich II. wird L. jede weitere Polemik untersagt. Kurz nach der Vertreibung Wolffs führt L. im Herbst seinen Angriff mit der "Modesta disquisitio' fort. L. erhebt hierin den auch gegen Leibniz gerichteten Vorwurf des Fatalismus, der letztlich eine Bedrohung der Religion und der menschl. Freiheit darstellte. Des weiteren geht es L. um die Frage der Grenzen rationaler Erkenntnis, d.h. um die Relation von Wissen und Glauben. Als späte Replik auf Wolffs Prorektoratsrede von 1721 (Oratio de Sinarum) publiziert L. 1726, veranlaßt durch den Druck der Rede, seine "Nova anatome', in der er sich nicht nur mit der mitabgedruckten Oratio beschäftigt, sondern Wolffs System als Ganzes analysiert. Je länger die Auseinandersetzung dauert, um so geringer wird die Intensität, bis schließlich vom königl. Hof her ein Schlußstrich gezogen wird und Wolff 1740 zurückkehrt. L.s Interessen sind jedoch nicht nur auf Konflikte ausgerichtet. In Fortsetzung der Franckeschen Verbesserung der Bibelübersetzung Luthers und aus Sympathie zur Bibelexegese verfaßt er ein umfangreiches, siebenbändiges Bibelwerk unter dem General-Titel "Biblisches Licht und Recht' (1729-1738), das alle bibl. Bücher umfaßt und neben Erklärungen auch umfangreiche Einleitungen bietet. Eine unpolemische Lehrschrift ist der 1732 edierte "Tractat von der allgemeinen Gnade Gottes', der dennoch zu verschiedenen theologischen Einwürfen führt. Eng verbunden mit der exeget. Arbeit läßt sich auch sein Predigtbuch "Oratoria sacra' verstehen, das wie andere pietist. Predigtansätze die alte Predigtmethode ersetzen wollte (Kernpunkte sind: Schriftmäßigkeit, Deutlichkeit, Einfachheit, Lebendigkeit; Ergänzung der habilitas naturalis durch habilitas supranaturalis). L. philolog. Studien finden u.a. Niederschlag in seiner Grammatik des Griechischen und des Lateinischen, die allein seit 1707 bis zu seinem Tode sechsundzwanzig Auflagen mit ca. 100.000 Exemplaren aufweist und auch nach seinem Tode eine größere Auflagenzahl, nicht zuletzt in fremdsprachigen Ausgaben (z. B. im Dänischen und Russischen) erhält. Eine wenig beachtete Seite L.s ist die Lieddichtung; ihm zugeschrieben werden das Lied "Herr, wann wirst du Zion bauen' und "O Jesu, süßes Licht, nun ist die Nacht vergangen'. Seit 1732 nimmt die Zahl der Hörer ab. Am 7. Mai 1744 stirbt L., nicht ohne eine Autobiographie zu hinterlassen, die jedoch vieles aus seinem Leben, insbesondere aus den Streitfragen unberücksichtigt läßt. - Eine Gesamtwürdigung seines Schaffens steht bislang aus, doch dürfte die sachgemäße Beurteilung nicht mehr so negativ ausfallen, wie oft geschehen. (Quelle: bbkl) ]
Lange, Joachim. Verbesserte und Erleichterte Lateinische Grammatica mit einem Paradigmatischen und Dialogischen Tirocinio. Fünf und zwanzigste Edition mit stehend bleibenden Schriften aber um mehrerer Richtigkeit willen Die Fünfte. Halle Waisenhaus 1741.
Gutes Exemplar der im 18. Jahrhundert weitverbreitenden lateinischen Grammatik des berühmten Hallenser Theologen und Pietisten Lange. "Seine griech. und lat. begründeten seinen literarischen Ruhm" (RGG IV, 226). - Mit einer Vorrede "Von Verbesserung des Schulwesens". - Titel in Rot und Schwarz. - Kl. Stempel auf Vorsatz, ebenda und Titel mit Besitzvermerken von alten Hand. - Vgl. ADB XVII, 634 f.
Mit gestoch. Titelvignette. 64, 427 S., 3 Bl., 19 S. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig).
[SW: Sprachwissenschaft; Wörterbuch]




