Scheerbart Rakkox Billionaer
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Scheerbart, Paul: Katerpoesie und Die Mopsiade. Hersg. von Wilhelm Lüderitz. Illustr. von Horst Hussel. 2. Auflage. Feinst illustr. OPpbd. Eulenspiegel,Berlin/2 1980.
Paul ("Paulemann") Scheerbart ist sicherlich einer der skurilsten und seltsamsten Schriftsteller in der an seltsamen und skurilen Persönlichkeiten nicht gerade armen Literaturszene zu Beginn dieses Jahrhunderts. 1863 in Danzig geboren, studierte er zunächst Philosophie und Kunstgeschichte in Leibzig, Halle, München und Wien, bevor er sich als 24jähriger dauerhaft in Berlin niederließ. 1832 gründete er hier den "Verlag deutscher Phantasten", der ihm - wie später viele seiner Projekte - zwar keinen Erfolg brachte, ihn aber dafür, wie er selber schrieb, "ein paar hundert Mark" zusetzen ließ. Er arbeitete mit bei Waldens expressionistischer Zeitschrift Der Sturm und veröffentlichte 1896 seinen ersten Roman Tarub, Bagdads berühmte Köchin. Wie dieser verkünden auch seine weiteren Romane schon im Titel, was den Leser erwartet. So zum Beispiel Na Prost! (1898), in dem drei Germanisten in einer Schnapsflasche durch das Weltall fliegen und die "seit Schopenhauer trübsinnige Literatur" mit "Na Prost!" kommentieren. Weitere Titel aus dieser Zeit sind Rakkox der Billionär. Ein Protzen Roman oder Immer mutig! Phantastischer Nilpferd-Roman. Viele seiner "Romane" sind von erfrischender Kürze, der Rakkox beispielsweise ist gerade einmal 22 Druckseiten lang. - Von 1986 bis 1996 erschienen in der Edition die Gesammelten Werke von Paul Scheerbart, des wohl am meisten unterschätzten Autors der deutschsprachigen Phantastik. Ein Außenseiter war er in seiner Zeit, eine singuläre Gestalt ist er auch nach seinem Tod geblieben. Dies ist bedauerlich, schuf Paul Scheerbart doch in seiner rund fünfundzwanzigjährigen Tätigkeit als Künstler eine faszinierende Welt, eine wahrhaft phantastische Literatur. Mehrere große Werke Scheerbarts gelten als verschollen. Darüber hinaus liegen aber, in entlegenen Zeitschriften verborgen, noch unbekannte Texte, die teilweise für die Gesamtausgabe gesichert werden konnten. Die Suche nach verschollenen Stücken wird weiter fortgesetzt.- Da Scheerbarts Ehe mit Anna Sommer ohne Kinder blieb, und seine Frau völlig verarmt in einem Berliner Armenhaus starb, existiert kein handschriftlicher Nachlaß. Zu Scheerbart sind nur wenige gesicherte biographische Daten bekannt. Durch Informationen aus seinen Briefen und den Berichten seiner Kollegen läßt sich ein etwas genaueres Bild zeichnen.
96 S.
Schreck, Joachim (Hrsg.): Cafe Klößchen. 38 Grotesken. M.e.Nachw.v.Joachim Schreck. Berlin, Eulenspiegel 1985. 3.Aufl.
24 Autoren bedienen sich der Groteske, dieser Mixtur aus Alp und Utopie, kruder Komik und Spott, um ahnungsvoll zu signalisieren, daß die bürgerliche Welt auf beklemmende Weise fragwürdig, divergierend in Anspruch und Wirklichkeit geworden ist. Inh.: Klabund: Fabel/ Erich Mühsam: Das Lebensprogramm/ Paul Scheerbart: General von Bax/ Alfred Lichtenstein: Gespräch über Beine/ Peter Hille: Mein heiliger Abend/ Mynona: Die alte Witwe/ Hermann Kasack: Der Automat/ Klabund: Der Gelbe/ Oscar A.H.Schmitz: Herr von Pepinster und sein Popanz/ Mynona: Rosa, die schöne Schutzmannsfrau/ Gustav Meyrink: Schöpsoglobin/ Egon Erwin Kisch: Das tätowierte Porträt/ Paul Scheerbart: Die Fabrik lebenslustiger Kreaturen/ Alfred Lichtenstein: Cafe Klößchen/ Peter Hille: Ein wichtiger Fund/ Klabund: Gestellung/ Paul Scheerbart: Rakkox der Billionär/ Alfred Döblin: Das verwerfliche Schwein/ Max Brod: Die erste Stunde nach dem Tode/ Georg Heym: Das Tagebuch Shakletons/ Franz Kafka: Erstes Leid/ Gustav Meyrink: Tschitrakarna, das vornehme Kamel/ Kurt Schwitters: Emils blaue Augen/ Joachim Ringelnatz: Das schlagende Wetter/ Alexander Roda Roda: Blümelhubers Begegnungen mit Richard Wagner/ Hans Reimann: Nacht im Hotel/ Hans Reimann: Ich Lump/ Roda Roda: Meine Nordpolexpediton/ Joachim Ringelnatz: Diplingens Abwesenheit/ Mynona: Heros und Eros/ Ödön von Horvath: Vom wunderlichen Herrn von Bindungshausen/ Ödön von Horvath: Begegnung in der Wand/ Carl Sternheim: Fairfax/ Friedrich Wolf: Der letzte Mops/ Kurt Schwitters: ER/ Thomas Theodor Heine: Crasso-Gerontophilie/ Robert Musil: Der Riese Agoag/ Alfred Polgar: Sein letzter Irrtum.; TADELLOSER ZUSTAND
Lwd.m.OSU., 8°, 352 S., M.farb.Illustr.a.Taf.v.Albrecht von Bodecker, Peter Nagengast, Carl Hoffmann, Karl-Georg Hirsch, Alfred T. Mörstedt, Frieder Heinze, Jiri Salamoun, Rolf Münzner, Klaus Ensikat, Hannelore Teutsch, Rolf Xago Schröder, Bernd A. Chmura, Feliks Büttner, Hans Ticha, Lothar Otto. Einbd.-gest.v.Horst Hussel.
Scheerbart, Paul: Tarub, Bagdads berühmte Köchin. Arabischer Kulturroman. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Matthias Schardt. EA des Reprints (echte EA Berlin 1897). Blauer OPpbd, sauberes Exemplar. Igel Verlag,Paderborn 1992.
Paul ("Paulemann") Scheerbart (1863-1915) ist sicherlich einer der skurilsten und seltsamsten Schriftsteller in der an seltsamen und skurilen Persönlichkeiten nicht gerade armen Literaturszene zu Beginn dieses Jahrhunderts. 1863 in Danzig geboren, studierte er zunächst Philosophie und Kunstgeschichte in Leibzig, Halle, München und Wien, bevor er sich als 24jähriger dauerhaft in Berlin niederließ. 1832 gründete er hier den "Verlag deutscher Phantasten", der ihm - wie später viele seiner Projekte - zwar keinen Erfolg brachte, ihn aber dafür, wie er selber schrieb, "ein paar hundert Mark" zusetzen ließ. Er arbeitete mit bei Waldens expressionistischer Zeitschrift Der Sturm und veröffentlichte 1896 seinen ersten Roman Tarub, Bagdads berühmte Köchin. Wie dieser verkünden auch seine weiteren Romane schon im Titel, was den Leser erwartet. So zum Beispiel Na Prost! (1898), in dem drei Germanisten in einer Schnapsflasche durch das Weltall fliegen und die "seit Schopenhauer trübsinnige Literatur" mit "Na Prost!" kommentieren. Weitere Titel aus dieser Zeit sind Rakkox der Billionär. Ein Protzen Roman oder Immer mutig! Phantastischer Nilpferd-Roman. Viele seiner "Romane" sind von erfrischender Kürze, der Rakkox beispielsweise ist gerade einmal 22 Druckseiten lang. - Hier angeboten wird Scheerbarts pseudoarabischem Boheme-Roman, seiner vierten Veröffentlichung.- Kohnle 62; Raabe 260,4.-
324 S.
Scheerbart, Paul: Rakkox der Billionär / Ein Protzenroman. Die wilde Jagd / Ein Entwicklungsroman in acht anderen Geschichten von Paul Scheerbart. Mit Buchschmuck von Jossot und einer Illustration von Felix Valloton. Bln. Lpz. Insel Verlag bei Schuster & Loeffler. 1900.
Erste Ausgabe: Sarkowski 1437; WG 7. Es erschien 1901 eine Titelauflage im Insel Verlag. Im Anklang an die Gestaltung des Jugendstil mit Satzzeichen und Vigneten ausgestattet. Sehr selten, auch in dieser Erhaltung.
8°. 119 S. OHalbleinen mit aufgeklebtem Rückenschildchen und farbig ornamentierten Deckelbezügen [in gefertigtem Papp-Schuber]. Das Rückenschildchen mit geringen Randläsuren, sonst sehr gutes, frisches Exemplar.
[SW: 19. Jahrhundert / 19th Century; 20. Jahrhundert / 20th Century; Deutschland / Germany; Literatur / Literature; Phantastische Literatur / Fantasy Literature]




