Siemsen Auch Ich

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Es wurden insgesamt 4 Einträge zu 'Siemsen Auch Ich' gefunden (Stand: 02.06.2012).

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Siemsen, Hans,
Hans Siemsen (1891-1969), Schriftsteller und Journalist. 11 e. Briefe mit U. ("Hans"). München, Sonderburg, Biarritz u. a. [1913] bis 1929. Zusammen 54 SS. auf 28 Bll. Gr.-8° und gr.-4°. - Inhaltsreiche Korrespondenz mit seiner Mutter ("Geliebteste alte Frau") und mit seiner Schwester Anna ("Geliebte Süster"), die einen schönen Einblick in das bewegte Leben jener Jahre geben. I: "[...] Im neuen Salon ist gerade eine Ausstellung der ehemaligen Brücke', einer der ersten neuen Vereine'. Heckel, Kirchner, Schmidt-Rotluff u. ein Müller, der nicht in Betracht kommt: er kennt Gauguin u. Picasso u. dies u. das u. hat vermutlich eine heimliche Liebe zu Ernst Liebermann [...] Schmidt-Rotluff begrüsste ich mit freudigen Erinnerungen. Er war der Hauptmann der kleinen Ausstellung, die ich vor 4 oder 5 Jahren in Oldenburg sah u. die mir so grossen Eindruck machte, obwohl ich damals noch nichts gesehen hatte, nicht mal van Gogh [...] Am meisten kann Heckel. Auch in den Landschaften. Doch sind seine Figuren am besten von den Vieren. Besonders in den Zeichnungen. Die sind sehr impressionistisch u. erinnern zuweilen an Renoirs Manetzeit [...] Von Kokoschka hatte ich heute einen Brief: er will mir ein Bild, das er sehr schätzt für 800.- M (sonst teurer) verkaufen [...]" (a. einem undat. Brief, wohl München, 1913). - II: "[...] Montag las bei Cassierer [!] E. Lasker Schüler vor. Einiges las sie gut - vieles mangelhaft. Auch mein Beifall galt mehr Gedichten, die ich hier und da in fast vergessenen Augenblicken von ihr gelesen habe - aber von denen ich erinnere dass sie schön waren. Das Publikum war verständnisvoll aber nicht sehr sympathisch - Heute Abend sehe ich Lear mit Bassermann und Moissi. Das wird wohl sehr schön werden [...]" (aus einem undatierten Brief aus Berlin auf 4 Bll.). - III: "Was soll aus Europa werden! Militärische Jugenderziehung - das ist die erste Frucht dieses Krieges die der Reichstag uns für die Gegenwart und für die Friedenszeiten bescheren will. - Ich würde meinen Sohn unter keiner Bedingung dazu hergeben u. würde ihn lieber englisch werden lassen. Denn als Engländer könnte ich ihn noch menschlich erziehen u. zu einem Menschen machen. Wenn man ihn mir aber mit 14-15 Jahren zu Mord u. Totschlag erzieht - was soll dann aus ihm werden? [...]" (wohl Berlin, 1915/16). - IV: "Bloss 1000 Grüsse! Ich sitze noch immer sehr im Betrieb u. lebe eigentlich ewig bloß zwischen 2 Versammlungen. Es gibt so unglaublich viel zu tun. 80% haben keine Ahnung. Bis zur Nationalversammlung ernsthaft was zu erreichen, scheint unmöglich. Kommt eine sozialistische Mehrheit zustande - so ist es reiner Zufall. Und was für Sozialisten' werden es sein! [...]" (Berlin, 19. Dezember 1918). - V: "[...] Ich denke mir manchmal aus, was ich täte, wenn ich plötzlich 1 Million hätte. Die Hälfte ginge für die liebe Familie drauf! Und dann stellt sich immer heraus, das[s] eine Million noch immer noch viel zu wenig wäre. Je mehr er hat - oder in diesem Falle, je mehr er nicht hat, je mehr er will! [...]" ([Biarritz], 31. Dezember 1929). - Tls. auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf und mit kleinen Randläsuren.

Hans Siemsen (1891-1969), Schriftsteller und Journalist. 11 e. Briefe mit U. ("Hans"). München, Sonderburg, Biarritz u. a. [1913] bis 1929. Zusammen 54 SS. auf 28 Bll. Gr.-8° und gr.-4°. - Inhaltsreiche Korrespondenz mit seiner Mutter ("Geliebteste alte Frau") und mit seiner Schwester Anna ("Geliebte Süster"), die einen schönen Einblick in das bewegte Leben jener Jahre geben. I: "[...] Im neuen Salon ist gerade eine Ausstellung der ehemaligen Brücke', einer der ersten neuen Vereine'. Heckel, Kirchner, Schmidt-Rotluff u. ein Müller, der nicht in Betracht kommt: er kennt Gauguin u. Picasso u. dies u. das u. hat vermutlich eine heimliche Liebe zu Ernst Liebermann [...] Schmidt-Rotluff begrüsste ich mit freudigen Erinnerungen. Er war der Hauptmann der kleinen Ausstellung, die ich vor 4 oder 5 Jahren in Oldenburg sah u. die mir so grossen Eindruck machte, obwohl ich damals noch nichts gesehen hatte, nicht mal van Gogh [...] Am meisten kann Heckel. Auch in den Landschaften. Doch sind seine Figuren am besten von den Vieren. Besonders in den Zeichnungen. Die sind sehr impressionistisch u. erinnern zuweilen an Renoirs Manetzeit [...] Von Kokoschka hatte ich heute einen Brief: er will mir ein Bild, das er sehr schätzt für 800.- M (sonst teurer) verkaufen [...]" (a. einem undat. Brief, wohl München, 1913). - II: "[...] Montag las bei Cassierer [!] E. Lasker Schüler vor. Einiges las sie gut - vieles mangelhaft. Auch mein Beifall galt mehr Gedichten, die ich hier und da in fast vergessenen Augenblicken von ihr gelesen habe - aber von denen ich erinnere dass sie schön waren. Das Publikum war verständnisvoll aber nicht sehr sympathisch - Heute Abend sehe ich Lear mit Bassermann und Moissi. Das wird wohl sehr schön werden [...]" (aus einem undatierten Brief aus Berlin auf 4 Bll.). - III: "Was soll aus Europa werden! Militärische Jugenderziehung - das ist die erste Frucht dieses Krieges die der Reichstag uns für die Gegenwart und für die Friedenszeiten bescheren will. - Ich würde meinen Sohn unter keiner Bedingung dazu hergeben u. würde ihn lieber englisch werden lassen. Denn als Engländer könnte ich ihn noch menschlich erziehen u. zu einem Menschen machen. Wenn man ihn mir aber mit 14-15 Jahren zu Mord u. Totschlag erzieht - was soll dann aus ihm werden? [...]" (wohl Berlin, 1915/16). - IV: "Bloss 1000 Grüsse! Ich sitze noch immer sehr im Betrieb u. lebe eigentlich ewig bloß zwischen 2 Versammlungen. Es gibt so unglaublich viel zu tun. 80% haben keine Ahnung. Bis zur Nationalversammlung ernsthaft was zu erreichen, scheint unmöglich. Kommt eine sozialistische Mehrheit zustande - so ist es reiner Zufall. Und was für Sozialisten' werden es sein! [...]" (Berlin, 19. Dezember 1918). - V: "[...] Ich denke mir manchmal aus, was ich täte, wenn ich plötzlich 1 Million hätte. Die Hälfte ginge für die liebe Familie drauf! Und dann stellt sich immer heraus, das[s] eine Million noch immer noch viel zu wenig wäre. Je mehr er hat - oder in diesem Falle, je mehr er nicht hat, je mehr er will! [...]" ([Biarritz], 31. Dezember 1929). - Tls. auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf und mit kleinen Randläsuren.

[SW: Autograph, Manuskript, Dokument, Autographen. Abbildungen finden Sie auf unserer Webseite www.autographenhandlung.de]

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Der Jüngste Tag. Bde. 1, 3, 14, 27/28, 50, 56, 58/59, 75, 64 (in einem Band) Leipzig Kurt Wolff
Sehr gut

Sammlung von 9 Bänden in einem Halbleinenband, enthält: Bd. 1 - Franz Werfel, Die Versuchung. Ein Gespräch des Dichters mit dem Erzengel und Luzifer, 2. Aufl. (1917), 32 S., kl. Rundstempel auf dem Titelblatt; Bd. 3 - Franz Kafka, Der Heizer. Ein Fragment, 2. Aufl. 1916, 47 S.; Bd. 14 - Carl Sternheim, Busekow. Eine Novelle, 4. - 8. Tausend 1916, 30 S.; Bd. 27/28 - Albert Ehrenstein, Nicht da, nicht dort, Erste Ausgabe 1917 (Wilpert/Gühring² 5), 76 S.; Bd. 50 - Carl Sternheim, Ulrike. Eine Erzählung, Erste Ausgabe 1918 (Wilpert/Gühring² 33), 42 S., kl. Rundstempel auf dem Titelblatt; Bd. 56 - Mechtild Lichnowsky, Gott betet, Erste Ausgabe (1918) (Wilpert/Gühring² 4), 46 S., kl. Rundstempel auf dem Titelblatt; Bd. 58/59 - Francis Jammes, Das Paradies. Geschichten und Betrachtungen, übertragen von E. A. Rheinhardt, Erste deutsche Ausgabe (1919), 79 S.; Bd. 75 - Hans Siemsen, Auch ich. Auch du. Aufzeichnungen eines Irren, Erste Ausgabe (1919), 23 S.; Bd. 64 - Karel Capek, Kreuzwege, aus dem Tschechischen von Otto Pick, Erste deutsche Ausgabe (1918/1919), 36 S.; Raabe, Zs. 145; sehr stabiler Handeinband von schlichter Schönheit aus der Buchbinderwerkstatt Frida Schoy (1889 - 1963, Dorfner-Schülerin, Folkwang-Schule) in Essen, rundum mit Grünschnitt, ohne die Umschläge gebunden, bis auf gelegentliche Bleistiftnumerierung auf den Titelblättern innen frisch, Rücken etwas fleckig, Deckel gering lichtrandig; Halbleinen; 20,6 cm; Privateinband;

[SW: Literatur Expressionismus]

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Siemsen, Anna; Buch der Mädel Mit 16 Bildern auf Kunstdruckpapier und 11 Textabbildungen, Jena, Urania-Verlags-Gesellschaft m.b.H., 1968.
das Erscheinungsjahr ist eine geschätzte Angabe, die Seiten sind gebräunt, der Einband ist leicht fleckig, Wlozu brauchen wir Mädel ein besonderes Buch? Die große, weite Welt steht uns doch gerade so offen wie den Buben. Und ich denke, wir alle wollen uns nicht ins Jungfernstübel setzen, sondern in guter Kameradschaft gemeinsam wandern. Trotzdem - es ist nicht immer so gewesen. Durch lange Jahrtausende und fast auf der ganzen Erde hat die Frau ganz andere Schicksale gegangen. Und vieles von unserem eigenen Leben können wir auch heute nur verstehen, wenn wir ein wenig wissen von dem Leben der Frauen auf Erden und wie, wunderlich genug, ihr Schicksal und ihre Arbeit sich verwandelt hat. Alle Geschichten dieses Buches handeln davon, und es sind deshalb wahrhaftige Geschichten vom wirklichen Leben, auch wenn sie äußerlich wie Märchen aussehen. Ihr wißt ja wohl, daß kleine Kinder keinen Unterschied machen zwischen Märchen und Wirklichkeit. So steht es auch mit den Völkern, die wir Naturvölker nennen: Sie glauben ernsthaft an Geister und Wunder, und alle ihre Geschichten kommen uns darum wie Märchen vor, auch wenn sie wirkliche Erlebnisse berichten, so getreulich, wie sie es vermögen. Dies Buch ist also wohl ein Märchenbuch, aber es erzählt Märchen der Wirklichkeit, das große Märchen vom Aufstieg und der Befreiung der Frau, das wir selber miterleben, und in dem uns allen ein Anteil an Taten und Erlebnissen zugefallen ist. (aus dem Buch) Bei einem eingefügten Bild handelt es sich um das Originalbuch. Bei Bestellungen Werktags bis 12,00 Uhr erfolgt der Versand in der Regel noch am selben Tag, ansonsten am folgenden Werktag.

94 Seiten 21 cm , Hardcover/Pappeinband

[SW: Buch der Mädel; Anna Siemsen; Jugendbuch; Mädchenbuch; Geschichten; Erzählungen;]

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Siemsen, Hans, Schriftsteller und Journalist (1891-1969). 12 eigenh. Briefe mit U. und 1 eh. Postkarte mit U. (jeweils "Hans"). Wohl München und Berlin, 1910er und 1920er Jahre. ISBN: 241212_1_2
Inhaltsreiche Korrespondenz mit seiner Mutter: "Mir geht's, seitdem ich die neue Arbeit habe, die meine Gedanken anständig beschäftigt und mir einen Rückhalt gibt, viel besser. Arbeit ist vielleicht etwas schönes. Aber nur wenn sie einem erfreuliche Möglichkeiten gibt u. wenn man ihren Zweck einsieht u. mit ihm einverstanden ist. Nur dann. Sonst ist es schrecklich trostlos. Und wenn ich bedenke, wie selten mir das zuteil geworden ist bisher, dann wunderts mich nicht, dass ich bis heute so wenig geleistet habe. Es ist nicht meine Schuld. Wirklich nicht [...]" (aus einem undatierten, wohl 1915 verfaßten Brief). - "[...] Also das Fest! Charlie u. ich waren zwei dunkel-grau-blaue indianische Neger sehr edlen Stammes [...] Wir sahen fabelhaft aus. Unglaublich vornehm und kultiviert. Fast alle hielten uns für Brüder oder Zwillinge. Einige ihn für meine Frau! Viele versicherten einander nach dem Fest, wir wären die schönsten Menschen u. Masken des Abends. Franz Blei z. B. war begeistert u. sagte: ich tanzte göttlich. Und nachdem ich mit einer echten kleinen Zigeunerin solo getanzt hatte wurden uns stürmische Ovationen bereitet. Max Oppenheimer will uns beide malen und alle Leute fragen mich immer nach meinem entzückenden kleinen Bruder. - Also: ein durchschlagender Erfolg. Es war wirklich sehr nett. Gar nicht so wüst, wie ich gefürchtet hatte. - Trotzdem sah noch gestern die ganze Gallerie [!] grauenhaft aus und erst heute wird sie unter den Händen von Anstreichern [...] allmählich wieder anständig. Wenn es geht, soll morgen die neue Ausstellung eröffnet werden: deshalb geht alles in grosser Weile vor sich. (Auch dieser Brief). Wie das ja immer so ist, kenne ich nun auf einmal einen ganzen Haufen Leute. Aber bevor man die netteren herausgefunden hat lohnt es sich noch nicht über sie zu schreiben. Sehr liebenswürdig ist vor allem Oppenheimer. Ein junger Maler der so zwischen Schiele u. Kokoschka steht. Sehr gut sind seine Bilder nicht, doch [?] verdient er viel Geld damit. Er ist zu intelligent, interessant u. interessiert um ein grosser Künstler sein zu können. Er kennt 1000 Leute. Kerr, Blei, Heinrich Mann mit dem er sehr befreundet ist und überhaupt alles was Bedeutung hat. Da er mich scheinbar sehr in sein Herz geschlossen hat, werde ich wohl auf irgendeine Weise die Grossen, die ich kennen lernen will, kennen lernen [...]" (aus einem undatierten, wohl im Berlin der 1920er Jahre verfaßten Brief auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Neuen Galerie). - "[...] Ich komme gerade aus dem Theater. Eine Situation, in der ich mich in dieser Zeit recht häufig befinde. 6 Tage bin ich hier: und 4 Abende war ich im Theater. Und habe allerlei schönes gesehen. An Schauspielerei. Die Stücke - sehr mit Unterschied. Das Beste: der zerbrochene Krug: am schlechtesten gespielt. Aber immer doch ganz nett. Auf keine Weise tot zu kriegen. Es heisst ja immer es wäre so schwierig aufzuführen. Eine der kümmerlichsten aller Theaterlügen! Und das will viel sagen! Aufgebracht haben muss das ein Faultier mit Schleife oder ein so riesendämliches Schaf dass es mindestens General-Oberintendanturrat irgendwo war. Wahrscheinlich hier [...]" (aus einem undatierten, acht Seiten umfassenden Brief mit kleinem Einriß auf Bl. 1).

Zusammen 53 SS. auf 31 Bll. Meist gr.-4to.

[SW: Autographen: Literatur]

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