Sologub Fedor
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Schmid, Ulrich: Fedor Sologub. Werk und Kontext. Bern, Berlin, Frankfurt/M., New York, Paris, Wien Peter Lang Vlg. 1995. ISBN: 978-3-906753-78-2
Fedor Sologub (1863-1927) gehört zu den bedeutendsten Vertretern des russischen Symbolismus. Trotzdem ist sein literarisches Schaffen bisher wenig erforscht worden - in der Sowjetunion blieb Sologub mit dem Etikett des Dekadenzdichters behaftet, im Westen waren die Quellentexte schwer zugänglich. Die vorliegende Arbeit versucht, Sologubs Werk im literaturgeschichtlichen Kontext vorzustellen, und stützt sich dabei auch auf bisher unbekannte Materialien aus russischen Archiven. Sologubs Literaturverständnis erhält vor dem Hintergrund ästhetischer Grundpositionen des russischen Symbolismus seine besonderen Konturen. Die künstlerischen Texte dieses Autors zeichnen sich einerseits durch ein eigenwilliges Motivinventar (Erotik, Religion, Märchen, Mythologie), andererseits durch bestimmte Textstrukturen aus, denen systembildende Relevanz zukommt (lyrische Strukturen in narrativen Texten u.ä.). Eine Reihe von Vergleichen konfrontiert Sologub schließlich mit verschiedenen Autoren des 19. und frühen 20. Jahrhunderts und weist so intertextuelle Bezüge in Sologubs Werk nach.
372 S. Br. *neuwertig*
[SW: Balkanistik; Slavistik und Baltistik]
Beretta, Cristina: Das erotische Unbehagen in der russischen Literatur um 1900. Subversive Entsagung von Arthur Schopenhauer über Lev Tolstoj und Vladimir Solov'ev zu Fedor Sologub. (Beiträge zur slavischen Philologie 17). Heidelberg: Winter 2011.
Im russischen wie im gesamteuropäischen Eros-Diskurs um 1900 lässt sich ein merkwürdiges Unbehagen am Geschlechtsakt ausmachen. Was der Fortpflanzung dient, so wird uns von solch unterschiedlichen Autoren wie Lev Tolstoj, Vladimir Solov'ev und Fedor Sologub suggeriert, kann nicht gut sein. Diese Studie untersucht das "erotische Unbehagen" am Beispiel dieser drei und zeigt, dass es zwar einem körperfeindlichen Grund entspringt, jedoch zugleich subversive Kraft entwickelt. Ausgerechnet im Dialog mit Arthur Schopenhauer, dem philosophischen Generalankläger der Geschlechtsliebe, lösen Tolstojs, Solov'evs und Sologubs Texte Geschlechternormen auf, die den Menschen rigide Verhaltensmuster aufzwingen und sie auf eine Summe tradierter Gewohnheiten sowie vermeintlicher Naturgegebenheiten reduzieren. Damit nehmen sie die Hinterfragung hartnäckiger Biologismen im 20. Jahrhundert vorweg.
X, 519 S. Lit.verz. Kart. *neuwertig*
[SW: Literaturwissenschaft; Russland]
ZELINSKY, Bodo (Hg.): Die russische Roman. (Russische Literatur in Einzeldarstellungen, 3). Köln: Böhlau 2007.
Vorgestellt werden in Einzelinterpretationen 18 russische Romane, die nicht nur Meisterwerke der erzählenden Literatur, sondern auch repräsentative Beispiele für die Entwicklung der Gattung in Rußland darstellen. Die im 18. Jahrhundert unter dem Einfluß westeuropäischer Vorbilder entstandene russische Romankunst gewann im 19. Jahrhundert durch Puskin ihre nationale Eigenart und durch Turgenev, Tolstoj und Dostoevskij inter-nationale Wirkung. Den Schwerpunkt des Bandes bildet der Realismus mit dem Typus des psychologischen Gesellschaftsromans. Das 20. Jahrhundert ist mit Beispielen vom Symbolismus bis zur Literatur der unmittelbaren Gegenwart vertreten. Die umfangreiche Einleitung des Herausgebers bietet einen Überblick über die Geschichte des russischen Romans. Interpretiert werden folgende Romane: Aleksandr Puskin: Evgenij Onegin (Erika Greber), Nikolaj Gogol': Die toten Seelen (Horst-Jürgen Gerigk), Ivan Goncarov: Oblomov (Jens Herlth), Ivan Turgenev: Das Adelsnest (Peter Thiergen), Lev Tolstoj: Krieg und Frieden (Bodo Zelinsky), Lev Tolstoj: Anna Karenina (Bodo Zelinsky), Fedor Dostoevskij: Schuld und Sühne (Birgit Harreß), Fedor Dostoevskij: Die Brüder Karamazov (Birgit Harreß), Fedor Sologub: Der kleine Dämon (Urs Heftrich), Andrej Belyj: Petersburg (Oleg Kling), Vladimir Nabokov: Die Gabe (Frank Göbler), Michail Solochov: Der Stille Don (Nikolaus Katzer), Michail Bulgakov: Der Meister und Margarita (Barbara Zelinsky), Boris Pasternak: Doktor Zivago (Andreas Guski), Venedikt Erofeev: Die Reise nach Petuski (Rainer Goldt), Sasa Sokolov: Die Schule der Dummen (Georg Witte), Andrej Bitov: Das Puskinhaus (Andrea Meyer-Fraatz), Vladimir Sorokin: Roman (Karlheinz Kasper).
VI, 564 S., Lit.verz. Reg. Ln.mS.
[SW: Literaturwissenschaft; Romane, russische]
Holthusen, Johannes: Fedor Sologubs Roman-Trilogie (Tvorimaja legenda) : aus der Geschichte des russischen Symbolismus, 's-Gravenhage Mouton 1960
1. Aufl. - (Musagetes ; IX). - Broschur
[SW: Fedor Sologub/Symbolismus]




