Urzidil
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Urzidil, Johannes: Väterliches aus Prag und Handwerkliches aus New York. Mit Abb. - Feiner OPpbd, sauberes frisches Exemplar. Artemis,Zürich/-/3/2 1969.
ISBN 3760802540 - ohannes Urzidil, (* 3. Februar 1896 in Prag; 2. November 1970 in Rom) war ein deutsch-böhmischer Schriftsteller, Kulturhistoriker und Journalist. Urzidil geriet im deutschen Sprachraum bald nach seinem Tode in beinahe völlige Vergessenheit, im Gegensatz etwa zu Italien und Frankreich. Und nach der politischen Wende 1989 wurde er auch in Tschechien, also in seiner böhmischen Heimat, wiederentdeckt, was sich neben etlichen Übersetzungen ins Tschechische auch in der Gründung des Spolec(nost Johannese Urzidila (Johannes-Urzidil-Gesellschaft) im Jahre 2005 zeigt. Wissenschaftliche Konferenzen zu Urzidil fanden 1984 in Rom und 1995 in Prag statt; eine dritte Konferenz ist für 2010 in Usti nad Labem geplant. Urzidil selbst bezeichnete sich gern als "hinternational", d.h. hinter den Nationen stehend - er war, als Katholik von weltläufigem Christentum und als Freimaurer von tiefer Humanität, jeglichem Nationalismus abhold. Wikipedia
78 S.
Urzidil, Johannes: Das grosse Halleluja. München, Albert Langen und Georg Müller Verlag, 1959.
Signiertes Exemplar. - Johannes Urzidil, (* 3. Februar 1896 in Prag; 2. November 1970 in Rom) war ein deutsch-böhmischer Schriftsteller, Kulturhistoriker und Journalist. Leben: Johannes Urzidils Vater, ein Eisenbahningenieur und Erfinder, entstammte einer deutschböhmischen Familie, Urzidils Mutter war tschechisch-jüdischer Herkunft und starb kurz vor Urzidils viertem Geburtstag. Der Vater heiratete im Jahre 1903 eine Tschechin, die jedoch nicht minder nationalbewusst war als er selbst. Schon hier deuten sich viele Themen und Problemstellungen an, die Urdizils späteres schriftstellerisches Schaffen prägen sollten. Noch während der Schulzeit veröffentlichte Urzidil 1913 pseudonym seine ersten Gedichte im Prager Tagblatt, bald darauf - er sprach von klein auf neben Deutsch auch fließend Tschechisch - folgten Übersetzungen von Gedichten des tschechischen Lyrikers Otokar Brezina. In dieser Zeit befreundete Urzidil sich auch mit Literaten wie Max Brod, Franz Kafka, Felix Weltsch, Paul Kornfeld, Franz Werfel und Ludwig Winder. Daneben pflegte Urzidil aber ebenso enge Freundschaften mit tschechischen Schriftstellern und Künstlern wie Petr Bezruc, Jan Zrzavy und den Brüdern Josef und Karel Capek. Von 1914 bis 1918 studierte Urzidil an der deutschen Karl-Ferdinands-Universität in Prag Germanistik (u.a. bei August Sauer), Slawistik und Kunstgeschichte (mit kurzer Unterbrechung durch seinen Kriegsdienst im Jahre 1916). Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde Urzidil im November 1918 Übersetzer am deutschen Generalkonsulat (ab 1919: Botschaft) in Prag und war von 1918 bis 1939 als Korrespondent des Prager Tagblatts, ab 1921 für den Berliner Börsen-Courier, ab 1922 noch für das Wolffsche Telegraphenbureau, sowie ab 1923 auch noch für die Prager Bohemia tätig. Der expressionistisch geprägte Gedichtband Sturz der Verdammten, 1919 in der renommierten Reihe Der Jüngste Tag des Verlages Kurt Wolff in Leipzig erschienen, war Urzidils erstes Buch. Kurz nach dem Tod des Vaters heiratete Urdizil im Jahr 1922 Gertrude Thieberger (1898-1977), aus einer jüdischen Gelehrtenfamilie stammend und selbst Lyrikerin. In demselben Jahr wurde Urzidil zum Pressereferenten der Deutschen Botschaft in Prag ernannt. In der Zeit der ersten tschechoslowakischen Republik veröffentlichte Urzidil neben literarischen Texten zahlreiche Aufsätze und Artikel zu Literatur, Kunst, Geschichte und Tagespolitik. 1930 kam sein Gedichtband Die Stimme heraus und 1932 die erste Fassung seiner umfangreichen und bis heute unerreichten Studie Goethe in Böhmen, deren zweite, stark überarbeitete und erweiterte Fassung 1962 erschien. 1933, nach Hitlers Machtübernahme, wurde Urzidil als so genannter "Nichtarier" aus dem diplomatischen Dienst des Deutschen Reiches entlassen, auch seine Korrespondententätigkeit für die deutsche Presse musste er einstellen. Die folgenden Jahre verbrachten Urzidil und seine Frau zum Teil in Josefsthal bei Glöckelberg im Böhmerwald. In diesen Jahren erschienen seine bedeutende kunsthistorische Monographie Wenceslaus Hollar. Der Kupferstecher des Barock (1936) sowie seine Essaysammlung Zeitgenössische Maler der Tschechen: Capek, Filla, Justitz, pala, Zrzavy (1936). Im Juni 1939, drei Monate nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Prag gelang es Urzidil - der nach den Nürnberger Gesetzen wegen seiner jüdischen Frau nicht als "Halbjude", sondern selbst als "Jude" galt - und seiner Frau den deutschen Machtbereich zu verlassen; über Italien kamen sie, großzügig unterstützt von der britischen Schriftstellerin Bryher, nach England, wo Urzidil in Kontakt zur tschechoslowakischen Exil-Regierung unter Edvard Bene stand. Es war erneut Bryher, die dem Ehepaar Urzidil dann im Jahre 1941 die Übersiedlung in die USA ermöglichte, wo sie zwar vor deutschen Bombardements sicher waren, jedoch in beengten materiellen Verhältnisse in New York leben mussten. Urzidil begann nebenher als Lederkunsthandwerker zu arbeiten; aus dieser Tätigkeit gingen später seine Essays über das Handwerk hervor. Nach dem Krieg arbeitete Urzidil seit 1951 für die Österreich-Abteilung des Senders Voice of America, wodurch er finanziell abgesichert war. Im Jahre 1955 veröffentlichte er zwei Bücher, die 1945 schon in New York publizierte Erzählung Der Trauermantel über Adalbert Stifter, sowie die Übersetzung des Gedichtbandes By Avon River von Bryhers Lebensgefährtin, der amerikanischen Avantgarde-Lyrikerin H. D. Ein Jahr später, 1956, erschien der Erzählband Die verlorene Geliebte, der Urzidils Ruf als der "große Troubadour jenes für immer versunkenen Prag" (Max Brod) begründete. Mit alten Prager Freunden wie Max Brod, dem zionistischen Philosophen Felix Weltsch und Hugo Bergman blieb er bei einigen Aufenthalten in Israel durch Besuche verbunden. Die Heimatstadt Prag ist auch der Ort seines zweiten besonders bekannt gewordenen Buches Prager Triptychon (1960). In der Erzählung hatte Urzidil seine ihm gemäße Form gefunden, in der Folge erschien nun alle zwei Jahre ein neuer Band - Das Elefantenblatt (1962), Entführung und sieben andere Ereignisse (1964), Die erbeuteten Frauen (1966), Bist du es, Ronald? (1968) und postum Die letzte Tombola (1971). Urzidil schildert präzise zumeist seine böhmische Heimat oder sein Exilland USA und erweist sich mit Stilmitteln wie Ironie, doppelbödigem Humor oder dem Changieren zwischen verschiedenen Stilen und Genres als Autor der klassischen Moderne, ohne die Vorbilder Goethe und Stifter jedoch zu vergessen. Daneben schrieb Urzidil eine große Zahl von Artikeln und Essays, oft über böhmische Themen (z.B. Die Tschechen und Slowaken, 1960) oder über Schriftsteller die ihm nahestanden (v.a. Goethe, Stifter, Kafka, aber auch Henry David Thoreau und Walt Whitman). Zu seinem Erfolg trugen auch die regelmäßigen Vortragsreisen bei. Auf einer solchen ist Urzidil am 2. November 1970 in Rom gestorben, wo er auf dem Campo Santo Teutonico begraben wurde. Urzidil geriet im deutschen Sprachraum bald nach seinem Tode in beinahe völlige Vergessenheit, im Gegensatz etwa zu Italien und Frankreich. Und nach der politischen Wende 1989 wurde er auch in Tschechien, also in seiner böhmischen Heimat, wiederentdeckt, was sich neben etlichen Übersetzungen ins Tschechische auch in der Gründung des Spolecnost Johannese Urzidila (Johannes-Urzidil-Gesellschaft) im Jahre 2005 zeigt. Wissenschaftliche Konferenzen zu Urzidil fanden 1984 in Rom und 1995 in Prag statt; eine dritte Konferenz findet im Mai 2010 in Usti nad Labem statt. Urzidil selbst bezeichnete sich gern als "hinternational", d.h. hinter den Nationen stehend - er war, als Katholik von weltläufigem Christentum und als Freimaurer von tiefer Humanität, jeglichem Nationalismus abhold. Aus wikipedia-orgJohannes_Urzidil
Erstausgabe.1. - 4. Tausend. WG 18. 482 Seiten. Originalleinen mit Schutzumschlag und Papiereinschlag und Farbschnitt oben und faksimiliertem Namenszug auf Deckel. Guter Zustand.
[SW: Signierte Ausgaben, Erstausgaben, Amerika, Österreichische Literatur, Widmungsexemplare, Deutsche Literatur der 50 er Jahre, Signaturen, Signierte Exemplare, Literaturgeschichte, Signierte Bücher, Signatur, Autogramm, Autograph, Unterschrift]
Urzidil, Johannes (1896-1970). - H. D. (d. i. Hilda Aldington, geb. Doolittle) (1886-1961): Avon. Von H D. Übers. und Nachw. von Johannes Urzidil. Bln. und Ffm., Suhrkamp, (1955). ; Schutzumschlag / dust cover; sig.; 1. Ed.
Wilpert/G.² 11 (J. Urzidil). - Erste dt. Ausgabe. - Nr. 422/950 (gesamt: 1000) Expln. - Tausenddrucke I. - "Eine große Huldigung an Shakespeare in Vers und Prosa" (Werbetext auf Buchbinde). - Vors. mit 12-zeil. handschriftl. Widmung von Johannes Urzidil: "Für Werner Vordtriede als bescheidener Dank für seine schöne und hochbedeutende Übertragung von Gedichten des gewaltigen John Donne." New York, Juni 1961." - "Titel der engl. Orig.-Ausgabe: "By Avon River", erschienen bei Macmillan, New York, 1949. - Gutes Exemplar.
[SW: Literatur 16./17. Jahrhundert England, Literatur 20. Jahrhundert, USA, Frauen, Übersetzung, Erstausgabe, numeriertes Widmungesexemplar, nach 1945]
Gr.-8°. 135 SS., 2 Bll. Orig.-Hlwd. mit Orig.-Buchbinde.
UNRUH, Fritz von: Die Lebendigen rufe ich. Mit einer Würdigung des Dichters von Johannes Urzidil. (Mit einem Selbstbildnis.) - Düsseldorf: Monitor-Vlg. 1962.
ERSTE AUSGABE. - Vortrag von Fritz von Unruh (1885-1970), gehalten am 22.5.1962 auf Einladung der Kulturgemeinschaft Urania in Berlin; der Vortrag wurde verfaßt in den Tagen, nachdem des Dichters Haus in der Nacht vom 6./7. März 1962 in Atlantic City von einem Hurrikan in den Atlantik gerissen worden war. - Johannes Urzidil (1896-1970). - Kosch3 XXIV,576. - Raabe 312.31 (v. Unruh) u. 314.34 (Urzidil). - Wilpert-G.2 35 (v. Unruh) u. 25 (Urzidil).
27 Ss. 8°. Br. (Umschlag tls. stärker gebräunt).
[SW: 20. Jahrhundert]




