Was Sind Juden

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May, Fritz: Aufbruch im Heiligen Land : Messianische Juden in Israel: wer sie sind, was sie wollen, wie sie diskriminiert werden, [Asslar] : Schulte und Gerth Verlag, 1996. ; sig. ISBN: 3894374292
vom Autor signiertes Exemplar [Covertext: Seit einiger Zeit steht eine bisher weithin unbekannte jüdische Minderheit in den Schlagzeilen der israelischen Medien und im Mittelpunkt des Interesses von Juden und Christen: Sie nennen sich "Messianische Juden". Wer sind diese neuen Juden, die als die "vierte religiöse Kraft Israels" bezeichnet werden und die ihren Ursprung auf die Urgemeinde in Jerusalem zurückführen? Was glauben sie? Wie leben sie? Wie halten sie es mit ihrem messianischen Zeugnis? Wie stehen sie zum Judentum und zum Volk, Staat und Land Israel? Sind sie dem Judentum oder dem Christentum zuzurechnen? Welche gesellschaftlichen Schwierigkeiten haben sie? Und was können Christen für sie tun?]

1. Aufl. 279 Seiten, mit Abb. 8°, Hardcover, Buchzustand: Sehr gut

[SW: Israel]

Details

Celan, Paul: Fadensonnen. Frankfurt a.M., Verlag Suhrkamp, 1968.
Schutzumschlag fehlt, sonst gut.

Leinen mit Goldprägung, 121 (6) Seiten, 8°. 1. - 5. Tausend. Erste Ausgabe. "Fadensonnen", beginnt ein Gedicht in Paul Celans "Atemwende", "Fadensonnen über der grauschwarzen ödnis". Damit ist ein Ort bezeichnet, von dem die neuen Gedichte ausgehen. Sie gehen von der Formulierung dessen aus, was angesichts der ödnis noch gesagt werden kann. Dieses Gedicht aus "Atemwende" schließt: "es sind / noch Lieder zu singen jenseits / der Menschen." An anderer Stelle war die Rede vom "singbaren Rest" gewesen. Was ist der Rest, was läßt sich noch singen oder, wie hier, zur Sprache bringen, und wo: jenseits? Wie lange dort und auf dem Wege wohin, womit und mit wem? Darauf geben die Gedichte eine - weiterfragende - Antwort, in der sich die Sprache und die Existenz dessen, der sich in ihr ausspricht, durchdringen. Wörter, die Dinge, Begriffe, Namen, Satzzeichen, Laute oder wieder Wörter nennen, sind namhaft gemachte integrierende Teile der Landschaft - auch der Zeitlandschaft -, die das Gedicht entwirft, der Landschaft, die sich im Gedicht entwirft und erkennt. Der poetische Erkenntnisprozeß ordnet sie in die jeweilige Ebene, die jeweiligen Ebenen des Gedichts. Möglich wird diese Landschaft dadurch, "daß Sprache", wie Beda Allemann im Hinblick auf "Atemwende" gesagt hat, "auf eine unvermittelte Weise real genommen, nicht als System von Bedeutungsträgern den außersprachlichen Realien konfrontiert wird." Im selben Zusammenhang hatte Allemann von der " engen Verflechtung und gegenseitigen Durchdringung der Wort-und der Ding-Sphäre" gesprochen. "Sie geht so weit, daß es kaum mehr erlaubt ist, überhaupt mit dem abstrakten Gegensatz von "Wort" und "Ding" zu operieren, wenn man dem wirklichen poetologischen Verhältnis" - das immer auch ein existentielles ist - "auf die Spur kommen will." Der Gegensatz hebt sich auf in einer nur dem Gedicht, diesen Gedichten möglichen Synthese, in einer sozusagen dritten - und damit wieder im vollen Sinne ersten - Realität. - "Das Gedicht heute behauptet sich am Rande seiner selbst; es ruft und holt sich, um bestehen zu können, unausgesetzt aus seinem Schon-nicht-mehr in sein Immer-noch zurück. Das Gedicht ist einsam. Es ist einsam und unterwegs. Das Gedicht will zu einem Andern, es braucht dieses Andere, es braucht ein Gegenüber. Es sucht es auf, es spricht sich ihm zu." Paul Celan. - Paul Celan (* 23. November 1920 in Tschernowitz/Czernowitz, damals Rumänien, heute Ukraine; vermutlich 20. April 1970 in Paris; eigentlich Paul Antschel, später rumänisiert Ancel, woraus das Anagramm Celan entstand) war ein deutschsprachiger Lyriker. Paul Celan wurde in Tschernowitz (Czernowitz), der Hauptstadt des Buchenlandes (Bukowina) in Nordrumänien in einer deutschsprachigen jüdischen Familie geboren. Er war der einzige Sohn von Leo Antschel-Teitler (* 1890 in Schipenitz bei Czernowitz) und dessen Ehefrau Fritzi, geb. Schrager (* 1895 in Sadagora); erste Wohnung in der Wassilkogasse in Czernowitz. Celan besuchte zunächst die deutsche, dann die hebräische Grundschule, fünf Jahre das Rumänische Staatsgymnasium und bis zum Abitur am 3. Juni 1938 das Ukrainische Staatsgymnasium. Im selben Jahr begann er ein Medizinstudium in Tours, kehrte jedoch ein Jahr später nach Rumänien zurück, um dort Romanistik zu studieren. 1940 wurde die nördliche Bukowina und somit auch Celans Heimatstadt Czernowitz von der Sowjetunion besetzt. Celan konnte sein Studium zunächst fortsetzen. Als jedoch 1941 rumänische und deutsche Truppen Czernowitz einnahmen, wurden die Juden in ein Ghetto gezwungen. Celans Eltern wurden 1942 deportiert. In einem Lager in Transnistrien starb sein Vater an Typhus, seine Mutter wurde erschossen. Die Deportation und der Tod seiner Eltern hinterließen tiefe Spuren in Paul Celan. Er litt für den Rest seines Lebens unter dem Gefühl, seine Eltern im Stich gelassen zu haben. In seinen Gedichten sind zahlreiche Verweise auf dieses Trauma zu finden. Von 1942 bis 1943 wurde Celan in verschiedenen rumänischen Arbeitslagern festgehalten und mußte Zwangsarbeit im südmoldauischen Straßenbau leisten. Nachdem Tschernowitz im August 1944 von der Roten Armee besetzt wurde, kehrte Celan im Dezember 1944 nach dorthin zurück und nahm sein Studium wieder auf. 1945 übersiedelte Celan nach Bukarest, Rumänien und studierte dort weiter. Später arbeitete er dort als Übersetzer und Lektor. 1947 floh er über Ungarn nach Wien und siedelte 1948 nach Paris über. Noch im selben Jahr erschien in Wien mit Der "Sand aus den Urnen" sein erster Gedichtband, der zunächst keine Beachtung fand. Im Mai 1948 begegnete Celan Ingeborg Bachmann. Daß Ingeborg Bachmann und Paul Celan Ende der vierziger Jahre und Anfang der fünfziger Jahre ein Liebesverhältnis verband, das im Oktober 1957 bis Mai 1958 wieder aufgenommen wurde, wird durch Celans Tagebücher und den posthum veröffentlichten Briefwechsel zwischen Bachmann und Celan bestätigt. Das vollständig erhaltene Textcorpus der Briefe war im Deutschen Literaturarchiv (Celan) und in der Österreichischen Nationalbibliothek (Bachmann) archiviert. Der Briefwechsel erschien im August 2008 unter dem Titel Herzzeit im Suhrkamp Verlag. Paul Celans Gedicht Corona und viele weitere aus dem Gedichtband Mohn und Gedächtnis waren an Ingeborg Bachmann gerichtet. In Paris lernte Celan im November 1951 die Künstlerin Gisele Lestrange kennen, die er ein Jahr später heiratete und die zeitweise künstlerisch mit ihm zusammenarbeitete (z. B. 1965 Radierungen zum Gedichtzyklus Atemkristall). 1952 erschien bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart sein Gedichtband Mohn und Gedächtnis mit dem viel beachteten Gedicht Todesfuge, das den Mord an den europäischen Juden durch die Nationalsozialisten thematisiert. 1955 erhielt Celan die Staatsbürgerschaft der Republik Frankreich. 1955 wurde der Sohn Eric Celan (Anagramm zu "ecris!", frz. für "schreib!") geboren, nachdem Lestrange zwei Jahre zuvor ein Kind verloren hatte. Das Grab Paul Celans auf dem Friedhof Thiais bei Paris1960 verstärkten sich die schweren unbegründeten Plagiatsvorwürfe von Claire Goll, der Witwe des jüdischen Dichters Yvan Goll, dem Celan freundschaftlich verbunden gewesen war und für den er Gedichte übersetzt hatte. Diese Plagiatsanschuldigungen (auch bekannt als "Goll-Affäre") verfolgten Celan bis an sein Lebensende. Celan wurde mehrmals in psychiatrische Kliniken eingewiesen, z. B. vom 28. November 1965 bis 11. Juni 1966, weil er in einem Wahnzustand Lestrange mit einem Messer töten wollte. Im November 1967 entschieden er und seine Frau, getrennt voneinander zu wohnen. Sie blieben aber weiterhin in Verbindung. Im Oktober 1969, wenige Monate vor seinem Tod, unternahm Celan seine erste und einzige Reise nach Jerusalem. Er traf unter anderem Gershom Scholem und begegnete im Rahmen von Lesungen alten Freunden aus der Bukowina und israelischen Dichtern wie Jehuda Amichai und David Rokeah. Im Zentrum stand das Wiedersehen mit seiner aus Czernowitz stammenden Jugendfreundin Ilana Shmueli. Getragen von zahlreichen biblischen Anspielungen verbinden sich in den entstandenen Gedichten in der Tradition jüdischer Jerusalemdichtungen das Werben um Jerusalem mit dem erotischen Preisen seiner Geliebten. Zeugnisse dieser Begegnungen sind ihr Briefwechsel, die Erinnerungen Ilana Shmuelis unter dem Titel "Sag, daß Jerusalem ist" und die Gedichte Celans, die nach seinem Tod in dem Nachlaßband Zeitgehöft Aufnahme fanden. Sie gelten als Zeugnisse von "Celans schwieriger Auseinandersetzung mit seinem Judentum". Die Umstände und das Datum von Celans Tod sind nicht geklärt. Vermutlich am 20. April 1970 suchte er den Freitod in der Seine am Pont Mirabeau. Celans Leichnam wurde am 1. Mai 1970 bei Courbevoie, zehn Kilometer flußabwärts von Paris, aus der Seine geborgen. Er wurde am 12. Mai 1970 auf dem Friedhof Thiais/Val-de-Marne beigesetzt. An diesem Tag starb Nelly Sachs, mit der er freundschaftlich verbunden war. Zu Ehren des nachdichtenden Übersetzers stiftete der Deutsche Literaturfonds 1988 den Paul-Celan-Preis für ebenfalls herausragende Übersetzerleistungen. Paul Celan erlangte durch sein Gedicht Todesfuge Weltruhm und gilt als einer der bedeutendsten Lyriker des 20. Jahrhunderts. (Aus wikipedia)

[SW: Philosophie, Lyrik]

Details

Celan, Paul: Atemwende. Frankfurt a.M., Verlag Suhrkamp, 1967.
Schutzumschlag fehlt, kleiner Fleck auf Einbandvorderseite, sonst gut.

Leinen mit Goldprägung, 105 (6) Seiten, 8°. 1. - 4. Tausend. Erste Ausgabe. "Fadensonnen", beginnt ein Gedicht in Paul Celans "Atemwende", "Fadensonnen über der grauschwarzen ödnis". Damit ist ein Ort bezeichnet, von dem die neuen Gedichte ausgehen. Sie gehen von der Formulierung dessen aus, was angesichts der ödnis noch gesagt werden kann. Dieses Gedicht aus "Atemwende" schließt: "es sind / noch Lieder zu singen jenseits / der Menschen." An anderer Stelle war die Rede vom "singbaren Rest" gewesen. Was ist der Rest, was läßt sich noch singen oder, wie hier, zur Sprache bringen, und wo: jenseits? Wie lange dort und auf dem Wege wohin, womit und mit wem? Darauf geben die Gedichte eine - weiterfragende - Antwort, in der sich die Sprache und die Existenz dessen, der sich in ihr ausspricht, durchdringen. Wörter, die Dinge, Begriffe, Namen, Satzzeichen, Laute oder wieder Wörter nennen, sind namhaft gemachte integrierende Teile der Landschaft - auch der Zeitlandschaft -, die das Gedicht entwirft, der Landschaft, die sich im Gedicht entwirft und erkennt. Der poetische Erkenntnisprozeß ordnet sie in die jeweilige Ebene, die jeweiligen Ebenen des Gedichts. Möglich wird diese Landschaft dadurch, "daß Sprache", wie Beda Allemann im Hinblick auf "Atemwende" gesagt hat, "auf eine unvermittelte Weise real genommen, nicht als System von Bedeutungsträgern den außersprachlichen Realien konfrontiert wird." Im selben Zusammenhang hatte Allemann von der " engen Verflechtung und gegenseitigen Durchdringung der Wort-und der Ding-Sphäre" gesprochen. "Sie geht so weit, daß es kaum mehr erlaubt ist, überhaupt mit dem abstrakten Gegensatz von "Wort" und "Ding" zu operieren, wenn man dem wirklichen poetologischen Verhältnis" - das immer auch ein existentielles ist - "auf die Spur kommen will." Der Gegensatz hebt sich auf in einer nur dem Gedicht, diesen Gedichten möglichen Synthese, in einer sozusagen dritten - und damit wieder im vollen Sinne ersten - Realität. - "Das Gedicht heute behauptet sich am Rande seiner selbst; es ruft und holt sich, um bestehen zu können, unausgesetzt aus seinem Schon-nicht-mehr in sein Immer-noch zurück. Das Gedicht ist einsam. Es ist einsam und unterwegs. Das Gedicht will zu einem Andern, es braucht dieses Andere, es braucht ein Gegenüber. Es sucht es auf, es spricht sich ihm zu." Paul Celan. - Paul Celan (* 23. November 1920 in Tschernowitz/Czernowitz, damals Rumänien, heute Ukraine; vermutlich 20. April 1970 in Paris; eigentlich Paul Antschel, später rumänisiert Ancel, woraus das Anagramm Celan entstand) war ein deutschsprachiger Lyriker. Paul Celan wurde in Tschernowitz (Czernowitz), der Hauptstadt des Buchenlandes (Bukowina) in Nordrumänien in einer deutschsprachigen jüdischen Familie geboren. Er war der einzige Sohn von Leo Antschel-Teitler (* 1890 in Schipenitz bei Czernowitz) und dessen Ehefrau Fritzi, geb. Schrager (* 1895 in Sadagora); erste Wohnung in der Wassilkogasse in Czernowitz. Celan besuchte zunächst die deutsche, dann die hebräische Grundschule, fünf Jahre das Rumänische Staatsgymnasium und bis zum Abitur am 3. Juni 1938 das Ukrainische Staatsgymnasium. Im selben Jahr begann er ein Medizinstudium in Tours, kehrte jedoch ein Jahr später nach Rumänien zurück, um dort Romanistik zu studieren. 1940 wurde die nördliche Bukowina und somit auch Celans Heimatstadt Czernowitz von der Sowjetunion besetzt. Celan konnte sein Studium zunächst fortsetzen. Als jedoch 1941 rumänische und deutsche Truppen Czernowitz einnahmen, wurden die Juden in ein Ghetto gezwungen. Celans Eltern wurden 1942 deportiert. In einem Lager in Transnistrien starb sein Vater an Typhus, seine Mutter wurde erschossen. Die Deportation und der Tod seiner Eltern hinterließen tiefe Spuren in Paul Celan. Er litt für den Rest seines Lebens unter dem Gefühl, seine Eltern im Stich gelassen zu haben. In seinen Gedichten sind zahlreiche Verweise auf dieses Trauma zu finden. Von 1942 bis 1943 wurde Celan in verschiedenen rumänischen Arbeitslagern festgehalten und mußte Zwangsarbeit im südmoldauischen Straßenbau leisten. Nachdem Tschernowitz im August 1944 von der Roten Armee besetzt wurde, kehrte Celan im Dezember 1944 nach dorthin zurück und nahm sein Studium wieder auf. 1945 übersiedelte Celan nach Bukarest, Rumänien und studierte dort weiter. Später arbeitete er dort als Übersetzer und Lektor. 1947 floh er über Ungarn nach Wien und siedelte 1948 nach Paris über. Noch im selben Jahr erschien in Wien mit Der "Sand aus den Urnen" sein erster Gedichtband, der zunächst keine Beachtung fand. Im Mai 1948 begegnete Celan Ingeborg Bachmann. Daß Ingeborg Bachmann und Paul Celan Ende der vierziger Jahre und Anfang der fünfziger Jahre ein Liebesverhältnis verband, das im Oktober 1957 bis Mai 1958 wieder aufgenommen wurde, wird durch Celans Tagebücher und den posthum veröffentlichten Briefwechsel zwischen Bachmann und Celan bestätigt. Das vollständig erhaltene Textcorpus der Briefe war im Deutschen Literaturarchiv (Celan) und in der Österreichischen Nationalbibliothek (Bachmann) archiviert. Der Briefwechsel erschien im August 2008 unter dem Titel Herzzeit im Suhrkamp Verlag. Paul Celans Gedicht Corona und viele weitere aus dem Gedichtband Mohn und Gedächtnis waren an Ingeborg Bachmann gerichtet. In Paris lernte Celan im November 1951 die Künstlerin Gisele Lestrange kennen, die er ein Jahr später heiratete und die zeitweise künstlerisch mit ihm zusammenarbeitete (z. B. 1965 Radierungen zum Gedichtzyklus Atemkristall). 1952 erschien bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart sein Gedichtband Mohn und Gedächtnis mit dem viel beachteten Gedicht Todesfuge, das den Mord an den europäischen Juden durch die Nationalsozialisten thematisiert. 1955 erhielt Celan die Staatsbürgerschaft der Republik Frankreich. 1955 wurde der Sohn Eric Celan (Anagramm zu "ecris!", frz. für "schreib!") geboren, nachdem Lestrange zwei Jahre zuvor ein Kind verloren hatte. Das Grab Paul Celans auf dem Friedhof Thiais bei Paris1960 verstärkten sich die schweren unbegründeten Plagiatsvorwürfe von Claire Goll, der Witwe des jüdischen Dichters Yvan Goll, dem Celan freundschaftlich verbunden gewesen war und für den er Gedichte übersetzt hatte. Diese Plagiatsanschuldigungen (auch bekannt als "Goll-Affäre") verfolgten Celan bis an sein Lebensende. Celan wurde mehrmals in psychiatrische Kliniken eingewiesen, z. B. vom 28. November 1965 bis 11. Juni 1966, weil er in einem Wahnzustand Lestrange mit einem Messer töten wollte. Im November 1967 entschieden er und seine Frau, getrennt voneinander zu wohnen. Sie blieben aber weiterhin in Verbindung. Im Oktober 1969, wenige Monate vor seinem Tod, unternahm Celan seine erste und einzige Reise nach Jerusalem. Er traf unter anderem Gershom Scholem und begegnete im Rahmen von Lesungen alten Freunden aus der Bukowina und israelischen Dichtern wie Jehuda Amichai und David Rokeah. Im Zentrum stand das Wiedersehen mit seiner aus Czernowitz stammenden Jugendfreundin Ilana Shmueli. Getragen von zahlreichen biblischen Anspielungen verbinden sich in den entstandenen Gedichten in der Tradition jüdischer Jerusalemdichtungen das Werben um Jerusalem mit dem erotischen Preisen seiner Geliebten. Zeugnisse dieser Begegnungen sind ihr Briefwechsel, die Erinnerungen Ilana Shmuelis unter dem Titel "Sag, daß Jerusalem ist" und die Gedichte Celans, die nach seinem Tod in dem Nachlaßband Zeitgehöft Aufnahme fanden. Sie gelten als Zeugnisse von "Celans schwieriger Auseinandersetzung mit seinem Judentum". Die Umstände und das Datum von Celans Tod sind nicht geklärt. Vermutlich am 20. April 1970 suchte er den Freitod in der Seine am Pont Mirabeau. Celans Leichnam wurde am 1. Mai 1970 bei Courbevoie, zehn Kilometer flußabwärts von Paris, aus der Seine geborgen. Er wurde am 12. Mai 1970 auf dem Friedhof Thiais/Val-de-Marne beigesetzt. An diesem Tag starb Nelly Sachs, mit der er freundschaftlich verbunden war. Zu Ehren des nachdichtenden Übersetzers stiftete der Deutsche Literaturfonds 1988 den Paul-Celan-Preis für ebenfalls herausragende Übersetzerleistungen. Paul Celan erlangte durch sein Gedicht Todesfuge Weltruhm und gilt als einer der bedeutendsten Lyriker des 20. Jahrhunderts. (Aus wikipedia)

[SW: Philosophie, Lyrik]

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CHRISTEN und JUDEN - Osten-Sacken, Peter von der: Katechismus und Siddur - Aufbrüche mit Martin Luther und den Lehrern Israels; Veröffentlichungen aus dem Institut Kirche und Judentum, herausgegeben von Peter von der Osten-Sacken, Band 15; Berlin, Selbstverlag Institut Kirche und Judentum, 1984.
Aus der Einführung: Die fünf Hauptstücke in Martin Luthers Katechismen haben nacheinander zum Gegenstand: Die Zehn Gebote (Dekalog), das Apostolische Glaubensbekenntnis (Credo), das Vaterunser, die Taufe und das Abendmahl. Nahezu spielend lassen sich zu allen fünf Hauptstücken entsprechende Texte und Phänomene auf jüdischer Seite heranziehen: Zehn Worte (als Teil der Tora), Schma Jisrael, Achtzehnbittengebet, Bescheidung und Kiddusch/Passah. Die Orientierung an diesen Entsprechungen dürfte deshalb für Christen eine besondere Hilfe sein, um zu verstehen, was religiöse Existenz des jüdischen Volkes bedeutet und sie bringt das Judentum unverkürzter zu Gesicht, als dies nur zu oft geschieht. Dem steht nun allerdings gegenüber, dass Luthers Katechismen durchgängig von dem bestimmt sind, was man unpolemisch totale Israel-Vergessenheit nennen könnte. Diese Israel-Vergessenheit erscheint geradezu als Herausforderung, mit der die Katechismen selber zu konfrontieren sind, so daß sich unverlierbar einprägt: sie sind unvollständig, stellen selber den christlichen Glauben verkürzt dar, solange künftig bei ihrer Aufnahme des Gottesvolkes Israel nicht gedacht wird. Damit ist zugleich das theologische Ziel dieser Untersuchung benannt. Es soll letztlich ein einziger theologischer Satz bewußt gemacht werden: Die Gewißheit, daß Gott an der Erwählung Israels und an der Zuwendung zu seinem Volk festhält, auch wenn es nein zu Jesus Christus sagt, ist Teil des christlichen Glaubens. ... Die beschriebene Anlage des Buches zeigt, daß vorrangig Bedeutung dem Kennen- und Verstehenlernen von grundlegenden Texten beider Seiten, insbesondere der jüdischen, beigelegt worden ist. // Prof. Dr. Peter Freiherr von der Osten-Sacken (* 1940 in Westpreußen), evangelischer Theologe und Leiter des Instituts Kirche und Judentum.

372 Seiten; Inhalt: 1. Luthers Vorreden zum Kleinen und Großen Katechismus und die Welt der Rabbinen; 2. Apostolisches Glaubensbekenntnis und "Höre, Israel" (Schma Jisrael); 3. Vaterunser und Achtzehngebet (Amida); 4. Taufe und Beschneidung; 5. Abendmahl, Kiddusch und Pascha; 6. Anhang (Zwölf Nachkriegs-Textquellen zum Verhältnis von Christen und Juden). [8°: 14,5 x 21 cm] kartonierte Broschur; Einband leicht berieben, Vorderdeckel mit kleinem Eckknick; gutes Exemplar.

[SW: Evangelische Kirche Christen Christentum Juden Judentum christlich-jüdischer Dialog Theologie]

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