Wiechert Ernst

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Es wurden insgesamt 3310 Einträge zu 'Wiechert Ernst' gefunden (Stand: 05.02.2012).

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Kamin: Ernst Wiechert, Rautenberg, 1984, Leer

Kamin: Ernst Wiechert INHALTSVERZEICHNIS Gerhard Kamin / Biographie 2 Ernst Wiechert / Der Fährmann 3 Ernst Wiechert / Aus Kindheit und Jugend 4 Pedro H. Heller / Der Lehrer und Dichter eine Erinnerung 5 Gerhard Kamin / ... Wenn man das Einfachste versucht 7 Wilhelm Kempff / Auszug aus Die Glocke" 9 Ernst Wiechert / Auszug aus Weihnachtspredigt für Tiere" 10 Ernst Wiechert / Auszüge aus Reden 11 Ernst Wiechert im Konzentrationslager Buchenwald 12 Reinhold Schneider / Erlebnis Buchenwald 14 Aus Ernst Wiecherts Brief an Expositus Betzinger und Glockensprüche . 15 Ricarda Huch / Für Ernst Wiechert 16 Briefe von Ernst und Lilje Wiechert an Gerhard Kamin und seine Frau . 16 Ernst Wiechert / Es geht ein Pflüger übers Land 19 Handschrift Ernst Wiecherts 21 Gerhard Kamin / Dem Gedanken Ernst Wiecherts 22 Ernst Wiechert über sich selbst 26 Gerhard Kamin / Ernst Wiecherts weitgespannte Wirksamkeit 27 Ernst Wiechert / Der reiche Mann und der arme Lazarus 27 Ernst Wiechert / aus Missa sine nomine" 29 Ernst Wiechert über seine Frau / Güte des Herzens 33 Werkverzeichnis und Hinweise 34 broschiert, 35 Seiten mit einzelnen schwarzweiß- Abbildungen, Format 15 x 21 cm, kleiner Knickrückstand auf der Buchrückseite unten am Cover, sonst guter bis sehr guter Zustand

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Wiechert, Ernst,: Konvolut v. 19 Titeln / 1. Eine Mauer um uns baue..., Mainz, Werkstatt für Buchdruck, Albert Eggebrecht Presse,, 1939.
DABEI: Ernst Wiechert - Von den treuen Begleitern (Hamburg, Heinrich Ellermann, 1937, 1. Ausgabe, 15 S., (= Das Gedicht, Blätter für die Dichtung 3. Jg. 15. und 16. Folge), Originalkarton, etwas lichtrandig, Widmung auf Titelblatt, sonst gut) -------------- DABEI: Ernst Wiechert - Von den treuen Begleitern (Hamburg, Verlag Heinrich Ellermann, 1937, 17 S., (= Das Gedicht, Blätter für die Dichtung 3. Jg. 15. und 16. Folge, OBroschur, etwas angerändert, Vorsatzblatt etwas fleckig, Widmung auf Titelblatt) ------- DABEI: Ernst Wiechert - Der Dichter und die Jugend (Mainz, Werkstatt für Buchdruck und Verlag, Albert Eggebrecht Presse, Juli 1938, 4. Aufl., unpag. 26 S., gedruckt in rot/schwarz auf Bütten, Originalkarton (Kl. Lichtrand), Widmung auf Titelblatt, Originalumschlag, (dieser randrissig) --------- DABEI: Ernst Wiechert - Vom Trost der Welt ((Mainz, Werkstatt für Buchdruck und Verlag, Albert Eggebrecht Presse, Dezember 1939, 3. Aufl., unpag. 20 S., OBroschur, Einband am Rand etwas fleckig, Kordelbindung, etwas angerändert, innen tadellos) -------- DABEI: Wiechert, Ernst - Atli der Bestmann. - Tobias. Zwei Erzählungen (Berlin: Grote, 1938, 1. Ausgabe, 55 S., (= Grotes-Aussaat Bücher 19), Karton, Umschlag, geringe Gebr.spuren, gut (Standort Lager) --------- DABEI: Eine Mauer um uns baue (Zürich, Arche, 1946, 1. Ausgabe, 27 S. (= Die kleinen Bücher der Arche Bd. 125), Orig.karton, Vorsatz mit Gedicht v. Hesse) (Standort Lager) ----------------- DABEI: Wiechert, Ernst - Am Himmel strahlt ein Stern - Ein Weihnachtsbuch (Verlag Kurt Desch Wien 1957, 1., 264 S. Mit Zeichnungen von Werner vom Scheidt, Leine, OUmschlag (dieser gering randrissig), sonst gut) (Weihnachten) -------------- DABEI: Wiechert, Ernst - Die Magd des Jürgen Doskocil (München Verlag Kurt Desch 1949, 1. Auflage, Einband mit geringen Mängeln. 269 S., Leinen, OUmschlag (dieser leichte Gebr.spuren), gutes Ex.) (Literatur) ------------- DABEI: Ernst Wiechert - Hirtennovelle (München, Albert Langen-Georg Müller, 1935, 1. Ausgabe, 90 S., Orig.Pappband, etwas berieben, sonst gut) (Literatur) -------------- DABEI: Wiechert: Ernst Wiechert - Die Magd des Jürgen Doskocil (Albert Langen Georg Müller Verlag München um 1935, 76.-80. Tausend, 222 S., Leinen, OUmschlag (Widmung auf Vorsatz, sonst gut (Die Magd des Jürgen Doskocil: Roman. Inhalt: Der Fährmann Jürgen Doskocil nimmt die Tochter des Kätners Grotjohann zu sich. Der will sie zurückgewinnen, stellt ihr nach und bedrängt sie) ----------------- DABEI: Wiechert, Ernst - Der verlorene Sohn. Schauspiel. München, Langen Müller, 1935. Gr.-8vo. 56 S., OPappband, Name auf Vorsatz, sonst schönes Ex., WG 21. - Erste Ausgabe) ----------------- DABEI: Wiechert, Ernst - Hirtennovelle (Langen & Müller, München, 1935, 61.-70. Tsnd., 90 S., OPp, OUmschlag v. Max Unold (Umschlag min. Einrisse) -------------- DABEI: Ernst Wiechert - Die Richter (Verlag Kurt Desch, München, 1948, 1.-5. Tausend, 43 S., OPappband, gut) ----------------- DABEI: Wiechert, Ernst - Lebensworte aus seinem Schrifttum (Ausgewählt u. geordnet v. Adolf Wendel) 1. Ausgabe, Zürich, Rascher, 1950, 163 S. 1 Abb. v. Wiechert 8° Leinen, Originalumschlag (dieser min. Gebr.spuren), sonst gut) ----------------- DABEI: Wiechert, Ernst - Vom Trost der Welt. Eine Mauer (A.Eggebrecht-Presse. Mainz. 1938. 4°. 35 S. Edel-Pappband, Erstausgabe in nur 2.000 Expl., WG 30, auf unbeschnittenem Bütten, zweifarbiger Druck mit Schmuckinitialen, Name auf Vorsatz, sonst sehr schönes Ex.) ------------ DABEI: Ernst Wiechert - Der Dichter und die Jugend. 4. Auflage, München, Werkstatt f.Buchdruck u.Verl., 1938, unpag. 4°, OKart., Einband etwas lichtrandig, Widmung auf Vorsatz, Büttenpapier, gutes Ex., Aus d. Eggebrecht-Presse) (Lit.) ------------- DABEI: Wiechert, Ernst - Der Kinderkreuzzug (Berlin G. Grote'sche Verlagsbuchhanldung 1939, 31. Tsd., 50 S., Okart. gut) (Lit.)

unpag. 20 S., OBroschur, Kordelbindung, Druck in schwarz/rot, gutes Ex.,

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Wiechert, Ernst: Missa Sine Nomine. Roman. Einband S. Kortemeier. Bertelsmann Lesering (Lizenz des Kurt Desch Verlags) Lizenzausgabe 1952 Gütersloh
343S. 8°

Halbleder Fadengehefteter, goldgeprägter Halbledereinband mit Farbkopfschnitt. Einband und Kopfschnitt leicht berieben, ansonsten guter Zustand. In dem Roman "Missa sine nomine" schildert Ernst Wiechert (* 1887, 1950) das Schicksal dreier adliger Brüder, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs - zwei kommen aus dem Osten, einer kommt aus dem Konzentrationslager - auf ein von US-Amerikanern bewohntes Schloss in Süddeutschland verschlagen werden. Die Struktur des Romans entspricht dem Ritual der Messe mit "Opferung" und "Wandlung". Der Rückzug der drei Brüder von der gesellschaftlichen und politischen Wirklichkeit, des "unsterblichen" Bösen, und ihre Hinwendung zum "einfachen Leben", zu einer mystischen Religiosität der "Urzeit" lässt sie nun "die kleine Fahne des Guten" hochhalten. Ernst Wiechert (* 18. Mai 1887 in Kleinort bei Sensburg, Ostpreußen; 24. August 1950 in Stäfa am Zürichsee in der Schweiz) war ein deutscher Schriftsteller. Ernst Wiechert wurde als Sohn eines Försters im Forsthaus Kleinort im südlichen Ostpreußen im Kreis Sensburg geboren. Nach seiner Schulzeit (Hauslehrer bis 1898, dann Besuch der Oberrealschule an der Burg in Königsberg bis 1905 mit abschließender Reifeprüfung) und dem Studium (1905-1911 Albertus-Universität Königsberg mit abschließendem 1. Staatsexamen) wurde er Studienrat am Königlichen Hufengymnasium in Königsberg mit den Fächern Deutsch und Naturwissenschaft (1911-1930). Bereits hier schrieb er Romane, Novellen und Erzählungen. Am 2. Juli 1912 heiratete Wiechert seine langjährige Verlobte Meta, geb. Mittelstädt (1890-1929). 1914 meldete er sich als Kriegfreiwilliger; nach 10 Tagen wurde er wegen Nierenerkrankung entlassen. 1915 musste er sich der militärischen Ausbildung stellen. Im gleichen Jahr nach einem Feuergefecht an der Ostfront wurde ihm das EK II verliehen. 1916 wurde er zum Offiziers-Lehrgang abkommandiert. Nach einer erfolgreichen Erkundung an der Front erhielt er das EK I. Wiechert erlitt zwei Verwundungen durch Granatsplitter und kam in das Lazarett von Charleville. Während seiner Militärdienstzeit wurde am 10. November 1917 sein einziges Kind Ernst-Edgar geboren, das jedoch schon am darauffolgenden Tag verstarb. Im Jahre 1930 siedelte er von Königsberg nach Berlin um. Er war dort Studienrat am Kaiserin-Augusta-Gymnasium. Im Dezember 1932 ging er mit Paula Marie Junker, geb. Schlenther (1889-1972) die Ehe ein. 1932 erschien sein Roman "Die Magd des Jürgen Doskocil", mit dem er seinen Ruf als Schriftsteller begründete. Er gehörte zu den meistgelesenen Autoren seiner Zeit, seine Werke erreichten Millionenauflagen. Wiechert gab den Lehrerberuf auf und trat am 1. April 1933 aus Gesundheitsgründen in den Ruhestand. Er zog 1933 nach Ambach (Waldschlösschen am Starnberger See) und arbeitete dort als freier Schriftsteller. 1936 erfolgte der Umzug nach Wolfratshausen in sein neu erbautes Haus (Hof Gagert). Bis 1948 lebte er hier mit seiner Frau und arbeitete als Schriftsteller. Seine christliche Grundeinstellung verarbeitete er in seinen Werken. Ernst Wiechert appellierte 1933 und 1935 an die Studenten im Münchner Auditorium Maximum, sich kritisches Denken gegenüber der nationalsozialistischen Ideologie zu bewahren. Dies wurde als Aufruf zum inneren Widerstand gewertet. Die Niederschrift der Rede kursierte illegal in Deutschland und erreichte Moskau 1937 in einem Brot eingebacken. Hier wurde sie in der einflussreichen Exilzeitschrift Das Wort veröffentlicht. Daraufhin wurde Wiechert von der Gestapo verhaftet und in München inhaftiert. Er wurde auf Befehl des Reichsministers Joseph Goebbels 1938 ins KZ Buchenwald verschleppt. Er verblieb dort auf dessen Anordnung knapp zwei Monate und wurde unter Bewachung zur Demütigung nach Berlin ins Propagandaministerium geholt. Es wurden ihm weiter Publikationsmöglichkeiten in Aussicht gestellt und in der Folge auch ermöglicht, wenn seine Schriften und Bücher völlig unpolitisch blieben. Den Bericht über die Tage des Schreckens schrieb er 1939 nieder und vergrub das Manuskript im Garten. Nach seiner Entlassung hatte ihm Joseph Goebbels gedroht: Wir wissen, dass Ihr Einfluss auf die Jugend groß und gefährlich ist. Sollten Sie noch ein einziges Wort gegen unseren Staat sprechen oder schreiben, so werden Sie noch einmal ins KZ kommen, und zwar auf Lebenszeit und mit dem Ziel Ihrer physischen Vernichtung. ("Der Totenwald", S. 131 f.). Das Buch erschien erst 1945. Von dem Erlös stiftete Wiechert 1946 drei Glocken für die katholische Kirche St. Michael in Degerndorf. Über Wiechert gibt es zahlreiche Nachrichten, die z.T. nicht belegt sind, wie diese Aussagen: Wiechert habe die Teilnahme an der Volksabstimmung über die Angliederung Österreichs öffentlich abgelehnt. Später habe er einen offenen Brief für die Freilassung Martin Niemöllers verfasst und angekündigt, statt des NS-Winterhilfswerkes Niemöllers Familie zu unterstützen. Diese Mitteilung als mutige Ankündigung machte Wiechert in einem Brief an Frau Niemöller, als ihr Mann, der Pfarrer Martin, widerrechtlich, nach einem regulären Freispruch durch ein Amtsgericht, auf Befehl Hitlers wieder festgesetzt wurde. "Offene Briefe" hat es in der Zeit von 1933 bis 1945 nie in gedruckter Form gegeben. Wiecherts Fall blieb, wie viele andere Beispiele von Oppositionellen oder Kritikern des Nazismus, ein geheimer Widerstand, der verraten und von den Nazis aufgespürt wurde. Der 1950 erschienene Roman Missa sine nomine hat die Überwindung des Nationalsozialismus zum Thema. Christliche Auseinandersetzungen mit dem Bösen und der Schuld werden erzählerisch konkretisiert. Drei Brüder kommen in die Heimat zurück, einer davon aus dem Konzentrationslager. Letzterer haust mit seinem Kutscher im Stall. Nach langem Fragen: Wie kann Gott die Bosheit des Menschen zulassen? kommt vom Knecht die Antwort: "Wir bedürfen des Bösen, um gut zu sein". Im Sommer 1948 übersiedelte Ernst Wiechert nach Uerikon am Zürichsee (Rütihof); seine Ehefrau verblieb in Deutschland. In Uerikon verstarb er am 24. August 1950 im Alter von 63 Jahren. Im Nachbarort Stäfa fand er seine letzte Ruhestätte.

[SW: Deutsche Literatur | Roman | Ernst Wiechert]

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Wiechert, Ernst: Der Totenwald. Ein Bericht. Tagebuchnotizen und Briefe. Mit einem Nachwort von Eike Middell. Union Verlag Erste Aufl. 1977 Berlin
203S. 8°

Leinen Fadengehefteter, geprägter Ganzleinenband mit Schutzumschlag. Der Umschlag minimals randberieben, das Rückenleinenmit kleinem Webfehler, vier Seiten mit dezentam Knick der unteren Ecke, insgesamt guter (2+) Zustand. "Ernst Wiechert könnte ein Klassiker der deutschen Literatur sein - er ist es nicht geworden. Zu sehr scheint sein bewusst dichterischer Stil, sein fast pastoral vorgetragener Humanismus aus der Mode gekommen. Wiechert war kein Widerstandskämpfer, er war kein Revolutionär. Er ist auch nur im eingeschränkten Sinn ein Regimekritiker zu nennen. Nein, was Wiechert ins Gestapo Gefängnis München und dann ins KZ Buchenwald führte, war gerade sein Nicht-Widerstand beziehungsweise die wachsende Scham darüber. ... Wiecherts Buch dürfte von bleibender Bedeutung sein, weil er mit seiner Person das Paradigma einer Ethik aufgestellt hat, zu dem Leidensbereitschaft essentiell gehört." (Gernot Böhme Frankfurter Allgemeine Zeitung ) "Wiechert hat eine distanzierende Form gewählt, indem er seine Erlebnisse im Lager einem Johannes widerfahren lässt...Aber noch etwas macht diesen Bericht, dieses Buch, zu etwas Besonderem, Eindrücklichem. Wiechert schreibt mit einem mitfühlenden Herzen." (Thomas Lachenmaier factum - Mensch/Natur/Glaube ) Ernst Wiechert (* 18. Mai 1887 in Kleinort bei Sensburg, Ostpreußen; 24. August 1950 in Stäfa am Zürichsee in der Schweiz) war ein deutscher Schriftsteller. Ernst Wiechert wurde als Sohn eines Försters im Forsthaus Kleinort im südlichen Ostpreußen im Kreis Sensburg geboren. Nach seiner Schulzeit (Hauslehrer bis 1898, dann Besuch der Oberrealschule an der Burg in Königsberg bis 1905 mit abschließender Reifeprüfung) und dem Studium (1905-1911 Albertus-Universität Königsberg mit abschließendem 1. Staatsexamen) wurde er Studienrat am Königlichen Hufengymnasium in Königsberg mit den Fächern Deutsch und Naturwissenschaft (1911-1930). Bereits hier schrieb er Romane, Novellen und Erzählungen. Am 2. Juli 1912 heiratete Wiechert seine langjährige Verlobte Meta, geb. Mittelstädt (1890-1929). 1914 meldete er sich als Kriegfreiwilliger; nach 10 Tagen wurde er wegen Nierenerkrankung entlassen. 1915 musste er sich der militärischen Ausbildung stellen. Im gleichen Jahr nach einem Feuergefecht an der Ostfront wurde ihm das EK II verliehen. 1916 wurde er zum Offiziers-Lehrgang abkommandiert. Nach einer erfolgreichen Erkundung an der Front erhielt er das EK I. Wiechert erlitt zwei Verwundungen durch Granatsplitter und kam in das Lazarett von Charleville. Während seiner Militärdienstzeit wurde am 10. November 1917 sein einziges Kind Ernst-Edgar geboren, das jedoch schon am darauffolgenden Tag verstarb. Im Jahre 1930 siedelte er von Königsberg nach Berlin um. Er war dort Studienrat am Kaiserin-Augusta-Gymnasium. Im Dezember 1932 ging er mit Paula Marie Junker, geb. Schlenther (1889-1972) die Ehe ein. 1932 erschien sein Roman "Die Magd des Jürgen Doskocil", mit dem er seinen Ruf als Schriftsteller begründete. Er gehörte zu den meistgelesenen Autoren seiner Zeit, seine Werke erreichten Millionenauflagen. Wiechert gab den Lehrerberuf auf und trat am 1. April 1933 aus Gesundheitsgründen in den Ruhestand. Er zog 1933 nach Ambach (Waldschlösschen am Starnberger See) und arbeitete dort als freier Schriftsteller. 1936 erfolgte der Umzug nach Wolfratshausen in sein neu erbautes Haus (Hof Gagert). Bis 1948 lebte er hier mit seiner Frau und arbeitete als Schriftsteller. Seine christliche Grundeinstellung verarbeitete er in seinen Werken. Ernst Wiechert appellierte 1933 und 1935 an die Studenten im Münchner Auditorium Maximum, sich kritisches Denken gegenüber der nationalsozialistischen Ideologie zu bewahren. Dies wurde als Aufruf zum inneren Widerstand gewertet. Die Niederschrift der Rede kursierte illegal in Deutschland und erreichte Moskau 1937 in einem Brot eingebacken. Hier wurde sie in der einflussreichen Exilzeitschrift Das Wort veröffentlicht. Daraufhin wurde Wiechert von der Gestapo verhaftet und in München inhaftiert. Er wurde auf Befehl des Reichsministers Joseph Goebbels 1938 ins KZ Buchenwald verschleppt. Er verblieb dort auf dessen Anordnung knapp zwei Monate und wurde unter Bewachung zur Demütigung nach Berlin ins Propagandaministerium geholt. Es wurden ihm weiter Publikationsmöglichkeiten in Aussicht gestellt und in der Folge auch ermöglicht, wenn seine Schriften und Bücher völlig unpolitisch blieben. Den Bericht über die Tage des Schreckens schrieb er 1939 nieder und vergrub das Manuskript im Garten. Nach seiner Entlassung hatte ihm Joseph Goebbels gedroht: Wir wissen, dass Ihr Einfluss auf die Jugend groß und gefährlich ist. Sollten Sie noch ein einziges Wort gegen unseren Staat sprechen oder schreiben, so werden Sie noch einmal ins KZ kommen, und zwar auf Lebenszeit und mit dem Ziel Ihrer physischen Vernichtung. ("Der Totenwald", S. 131 f.). Das Buch erschien erst 1945. Von dem Erlös stiftete Wiechert 1946 drei Glocken für die katholische Kirche St. Michael in Degerndorf. Über Wiechert gibt es zahlreiche Nachrichten, die z.T. nicht belegt sind, wie diese Aussagen: Wiechert habe die Teilnahme an der Volksabstimmung über die Angliederung Österreichs öffentlich abgelehnt. Später habe er einen offenen Brief für die Freilassung Martin Niemöllers verfasst und angekündigt, statt des NS-Winterhilfswerkes Niemöllers Familie zu unterstützen. Diese Mitteilung als mutige Ankündigung machte Wiechert in einem Brief an Frau Niemöller, als ihr Mann, der Pfarrer Martin, widerrechtlich, nach einem regulären Freispruch durch ein Amtsgericht, auf Befehl Hitlers wieder festgesetzt wurde. "Offene Briefe" hat es in der Zeit von 1933 bis 1945 nie in gedruckter Form gegeben. Wiecherts Fall blieb, wie viele andere Beispiele von Oppositionellen oder Kritikern des Nazismus, ein geheimer Widerstand, der verraten und von den Nazis aufgespürt wurde. Der 1950 erschienene Roman Missa sine nomine hat die Überwindung des Nationalsozialismus zum Thema. Christliche Auseinandersetzungen mit dem Bösen und der Schuld werden erzählerisch konkretisiert. Drei Brüder kommen in die Heimat zurück, einer davon aus dem Konzentrationslager. Letzterer haust mit seinem Kutscher im Stall. Nach langem Fragen: Wie kann Gott die Bosheit des Menschen zulassen? kommt vom Knecht die Antwort: "Wir bedürfen des Bösen, um gut zu sein". Im Sommer 1948 übersiedelte Ernst Wiechert nach Uerikon am Zürichsee (Rütihof); seine Ehefrau verblieb in Deutschland. In Uerikon verstarb er am 24. August 1950 im Alter von 63 Jahren. Im Nachbarort Stäfa fand er seine letzte Ruhestätte.

[SW: Deutsche Literatur | Biographische Schriften, Bericht | Konzentrationslager | Ernst Wiechert]

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