Wiechert Missa Sine Nomine
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Wiechert, Ernst: Missa Sine Nomine. Roman. Einband S. Kortemeier. Bertelsmann Lesering (Lizenz des Kurt Desch Verlags) Lizenzausgabe 1952 Gütersloh
343S. 8°
Halbleder Fadengehefteter, goldgeprägter Halbledereinband mit Farbkopfschnitt. Einband und Kopfschnitt leicht berieben, ansonsten guter Zustand. In dem Roman "Missa sine nomine" schildert Ernst Wiechert (* 1887, 1950) das Schicksal dreier adliger Brüder, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs - zwei kommen aus dem Osten, einer kommt aus dem Konzentrationslager - auf ein von US-Amerikanern bewohntes Schloss in Süddeutschland verschlagen werden. Die Struktur des Romans entspricht dem Ritual der Messe mit "Opferung" und "Wandlung". Der Rückzug der drei Brüder von der gesellschaftlichen und politischen Wirklichkeit, des "unsterblichen" Bösen, und ihre Hinwendung zum "einfachen Leben", zu einer mystischen Religiosität der "Urzeit" lässt sie nun "die kleine Fahne des Guten" hochhalten. Ernst Wiechert (* 18. Mai 1887 in Kleinort bei Sensburg, Ostpreußen; 24. August 1950 in Stäfa am Zürichsee in der Schweiz) war ein deutscher Schriftsteller. Ernst Wiechert wurde als Sohn eines Försters im Forsthaus Kleinort im südlichen Ostpreußen im Kreis Sensburg geboren. Nach seiner Schulzeit (Hauslehrer bis 1898, dann Besuch der Oberrealschule an der Burg in Königsberg bis 1905 mit abschließender Reifeprüfung) und dem Studium (1905-1911 Albertus-Universität Königsberg mit abschließendem 1. Staatsexamen) wurde er Studienrat am Königlichen Hufengymnasium in Königsberg mit den Fächern Deutsch und Naturwissenschaft (1911-1930). Bereits hier schrieb er Romane, Novellen und Erzählungen. Am 2. Juli 1912 heiratete Wiechert seine langjährige Verlobte Meta, geb. Mittelstädt (1890-1929). 1914 meldete er sich als Kriegfreiwilliger; nach 10 Tagen wurde er wegen Nierenerkrankung entlassen. 1915 musste er sich der militärischen Ausbildung stellen. Im gleichen Jahr nach einem Feuergefecht an der Ostfront wurde ihm das EK II verliehen. 1916 wurde er zum Offiziers-Lehrgang abkommandiert. Nach einer erfolgreichen Erkundung an der Front erhielt er das EK I. Wiechert erlitt zwei Verwundungen durch Granatsplitter und kam in das Lazarett von Charleville. Während seiner Militärdienstzeit wurde am 10. November 1917 sein einziges Kind Ernst-Edgar geboren, das jedoch schon am darauffolgenden Tag verstarb. Im Jahre 1930 siedelte er von Königsberg nach Berlin um. Er war dort Studienrat am Kaiserin-Augusta-Gymnasium. Im Dezember 1932 ging er mit Paula Marie Junker, geb. Schlenther (1889-1972) die Ehe ein. 1932 erschien sein Roman "Die Magd des Jürgen Doskocil", mit dem er seinen Ruf als Schriftsteller begründete. Er gehörte zu den meistgelesenen Autoren seiner Zeit, seine Werke erreichten Millionenauflagen. Wiechert gab den Lehrerberuf auf und trat am 1. April 1933 aus Gesundheitsgründen in den Ruhestand. Er zog 1933 nach Ambach (Waldschlösschen am Starnberger See) und arbeitete dort als freier Schriftsteller. 1936 erfolgte der Umzug nach Wolfratshausen in sein neu erbautes Haus (Hof Gagert). Bis 1948 lebte er hier mit seiner Frau und arbeitete als Schriftsteller. Seine christliche Grundeinstellung verarbeitete er in seinen Werken. Ernst Wiechert appellierte 1933 und 1935 an die Studenten im Münchner Auditorium Maximum, sich kritisches Denken gegenüber der nationalsozialistischen Ideologie zu bewahren. Dies wurde als Aufruf zum inneren Widerstand gewertet. Die Niederschrift der Rede kursierte illegal in Deutschland und erreichte Moskau 1937 in einem Brot eingebacken. Hier wurde sie in der einflussreichen Exilzeitschrift Das Wort veröffentlicht. Daraufhin wurde Wiechert von der Gestapo verhaftet und in München inhaftiert. Er wurde auf Befehl des Reichsministers Joseph Goebbels 1938 ins KZ Buchenwald verschleppt. Er verblieb dort auf dessen Anordnung knapp zwei Monate und wurde unter Bewachung zur Demütigung nach Berlin ins Propagandaministerium geholt. Es wurden ihm weiter Publikationsmöglichkeiten in Aussicht gestellt und in der Folge auch ermöglicht, wenn seine Schriften und Bücher völlig unpolitisch blieben. Den Bericht über die Tage des Schreckens schrieb er 1939 nieder und vergrub das Manuskript im Garten. Nach seiner Entlassung hatte ihm Joseph Goebbels gedroht: Wir wissen, dass Ihr Einfluss auf die Jugend groß und gefährlich ist. Sollten Sie noch ein einziges Wort gegen unseren Staat sprechen oder schreiben, so werden Sie noch einmal ins KZ kommen, und zwar auf Lebenszeit und mit dem Ziel Ihrer physischen Vernichtung. ("Der Totenwald", S. 131 f.). Das Buch erschien erst 1945. Von dem Erlös stiftete Wiechert 1946 drei Glocken für die katholische Kirche St. Michael in Degerndorf. Über Wiechert gibt es zahlreiche Nachrichten, die z.T. nicht belegt sind, wie diese Aussagen: Wiechert habe die Teilnahme an der Volksabstimmung über die Angliederung Österreichs öffentlich abgelehnt. Später habe er einen offenen Brief für die Freilassung Martin Niemöllers verfasst und angekündigt, statt des NS-Winterhilfswerkes Niemöllers Familie zu unterstützen. Diese Mitteilung als mutige Ankündigung machte Wiechert in einem Brief an Frau Niemöller, als ihr Mann, der Pfarrer Martin, widerrechtlich, nach einem regulären Freispruch durch ein Amtsgericht, auf Befehl Hitlers wieder festgesetzt wurde. "Offene Briefe" hat es in der Zeit von 1933 bis 1945 nie in gedruckter Form gegeben. Wiecherts Fall blieb, wie viele andere Beispiele von Oppositionellen oder Kritikern des Nazismus, ein geheimer Widerstand, der verraten und von den Nazis aufgespürt wurde. Der 1950 erschienene Roman Missa sine nomine hat die Überwindung des Nationalsozialismus zum Thema. Christliche Auseinandersetzungen mit dem Bösen und der Schuld werden erzählerisch konkretisiert. Drei Brüder kommen in die Heimat zurück, einer davon aus dem Konzentrationslager. Letzterer haust mit seinem Kutscher im Stall. Nach langem Fragen: Wie kann Gott die Bosheit des Menschen zulassen? kommt vom Knecht die Antwort: "Wir bedürfen des Bösen, um gut zu sein". Im Sommer 1948 übersiedelte Ernst Wiechert nach Uerikon am Zürichsee (Rütihof); seine Ehefrau verblieb in Deutschland. In Uerikon verstarb er am 24. August 1950 im Alter von 63 Jahren. Im Nachbarort Stäfa fand er seine letzte Ruhestätte.
[SW: Deutsche Literatur | Roman | Ernst Wiechert]
Wiechert, Ernst ; Roman ; Missa sine nomine ; Epik;Märchen;Schwermut;Dramatik; Menschlichkeit, geduldiger Güte ; gelassener Weisheit Wiechert, Ernst: Missa sine nomine, kurt Desch Verlag 1954
20 gebräunt, an den Kanten etwas beschabt, Namenseintrag Ernst Wiecherts letzter Roman "Namenlose Messe" ist der Gipfelpunkt seines dichterischen Lebenswerks. In überzeugender Synthese fügen sich hier die wesentlichen Grundmotive zusammen, die im Werk Ernst Wiecherts lebendig sind: Schwermut und Glanz der Märchen, die große Epik der Jeromin-Kinder und der Romane früherer Schaffensepochen, von der Magd und der Majorin bis zum Einfachen Leben und schließlich das Erlebnis des Totenwalds. Dies alles, so vollendet es ist, wirkt nahezu als Vorbereitung auf dieses Buch, in dem der Dichter Ernst Wiechert nun seinem Weltbild die letzte Ausformung gegeben hat.Es ist das entscheidende Wort des Dichters über den Sinn unserer Zeit. Doch über alles Zeitliche hinweg wird der überzeitliche Aspekt, ja, eine Deutung des menschlichen Daseins und seiner immerwährenden Aufgabe sichtbar. Bei aller Dramatik des Geschehens, die den Leser bis zur letzten Zeile in atemloser Spannung hält, ist die Namenlose Messe zugleich ein stilles Buch, voll tiefer Menschlichkeit, geduldiger Güte und gelassener Weisheit, ein Buch, das uns, wenn wir es zu Ende gelesen haben, mit einer reinen Freude tief beglückt. Das Buch wird bestehen bleiben als des Dichters stärkster und reifster Roman und als eines der wenigen epischen Meisterwerke unserer Tage____. Kurzer Inhalt:Die Geschichte dreier Brüder, die nach dem Zweiten Weltkrieg einen neuen Weg für ihr schuldbeladenes Leben finden müssen. Wiechert behandelt in seinem letzten Roman nochmals sein Grundthema von der Erlösung durch ein'einfaches Leben'.'Hier, in der bewußten Hinwendung zu den ursprünglichen, unverdorbenen Kräften der Natur, kann der Mensch, der guten Willens ist, gesunden.' (Berliner Lesezeichen)______ Ernst Wiechert, geboren am 18.05.1887 (Kreis Sensburg, Ostpreußen) und gestorben am 24.08.1950 (Rütihof am Zürichsee), studierte in Königsberg, war bis 1933 im höheren Schuldienst tätig und ließ sich danach als freier Schriftsteller in Bayern nieder. Sein dichterisches Werk ist geprägt durch die Schwermut seiner ostpreußischen Heimat und das Erlebnis des Ersten Weltkriegs, an dem er als Offizier teilnahm. Wegen Widerstands gegen den Nationalsozialismus wurde er 1938 verhaftet und für einige Monate ins KZ Buchenwald gebracht. Nach dem Krieg siedelte er in die Schweiz über und hielt Gastvorlesungen in den USA.
Wiechert, Ernst ; Roman ; Missa sine nomine ; Epik ; Märchen ; Schwermut ; Dramatik ; Menschlichkeit ; geduldiger Güte ; gelassener Weisheit Wiechert, Ernst: Missa sine nomine / Ernst Wiechert, [Gütersloh] : Bertelsmann-Lesering Das Bertelsmann Buch 1957
8 Seiten gebräunt,,leichte Gebrauchsspuren Ernst Wiecherts letzter Roman "Namenlose Messe" ist der Gipfelpunkt seines dichterischen Lebenswerks. In überzeugender Synthese fügen sich hier die wesentlichen Grundmotive zusammen, die im Werk Ernst Wiecherts lebendig sind: Schwermut und Glanz der Märchen, die große Epik der Jeromin-Kinder und der Romane früherer Schaffensepochen, von der Magd und der Majorin bis zum Einfachen Leben und schließlich das Erlebnis des Totenwalds. Dies alles, so vollendet es ist, wirkt nahezu als Vorbereitung auf dieses Buch, in dem der Dichter Ernst Wiechert nun seinem Weltbild die letzte Ausformung gegeben hat.Es ist das entscheidende Wort des Dichters über den Sinn unserer Zeit. Doch über alles Zeitliche hinweg wird der überzeitliche Aspekt, ja, eine Deutung des menschlichen Daseins und seiner immerwährenden Aufgabe sichtbar. Bei aller Dramatik des Geschehens, die den Leser bis zur letzten Zeile in atemloser Spannung hält, ist die Namenlose Messe zugleich ein stilles Buch, voll tiefer Menschlichkeit, geduldiger Güte und gelassener Weisheit, ein Buch, das uns, wenn wir es zu Ende gelesen haben, mit einer reinen Freude tief beglückt. Das Buch wird bestehen bleiben als des Dichters stärkster und reifster Roman und als eines der wenigen epischen Meisterwerke unserer Tage____. Kurzer Inhalt:Die Geschichte dreier Brüder, die nach dem Zweiten Weltkrieg einen neuen Weg für ihr schuldbeladenes Leben finden müssen. Wiechert behandelt in seinem letzten Roman nochmals sein Grundthema von der Erlösung durch ein'einfaches Leben'.'Hier, in der bewußten Hinwendung zu den ursprünglichen, unverdorbenen Kräften der Natur, kann der Mensch, der guten Willens ist, gesunden.' (Berliner Lesezeichen)______ Ernst Wiechert, geboren am 18.05.1887 (Kreis Sensburg, Ostpreußen) und gestorben am 24.08.1950 (Rütihof am Zürichsee), studierte in Königsberg, war bis 1933 im höheren Schuldienst tätig und ließ sich danach als freier Schriftsteller in Bayern nieder. Sein dichterisches Werk ist geprägt durch die Schwermut seiner ostpreußischen Heimat und das Erlebnis des Ersten Weltkriegs, an dem er als Offizier teilnahm. Wegen Widerstands gegen den Nationalsozialismus wurde er 1938 verhaftet und für einige Monate ins KZ Buchenwald gebracht. Nach dem Krieg siedelte er in die Schweiz über und hielt Gastvorlesungen in den USA.
Wiechert, Ernst ; Roman ; Missa sine nomine ; Epik ; Märchen ; Schwermut ; Dramatik ; Menschlichkeit ; geduldiger Güte ; gelassener Weisheit Ernst Wiechert: Missa sine nomine / Ernst Wiechert, München: Verlag Kurt Desch 1954
19, Leineneinband mit OU, guter Zustand, Ou leicht Läsuren, etwas schief Ernst Wiecherts letzter Roman "Namenlose Messe" ist der Gipfelpunkt seines dichterischen Lebenswerks. In überzeugender Synthese fügen sich hier die wesentlichen Grundmotive zusammen, die im Werk Ernst Wiecherts lebendig sind: Schwermut und Glanz der Märchen, die große Epik der Jeromin-Kinder und der Romane früherer Schaffensepochen, von der Magd und der Majorin bis zum Einfachen Leben und schließlich das Erlebnis des Totenwalds. Dies alles, so vollendet es ist, wirkt nahezu als Vorbereitung auf dieses Buch, in dem der Dichter Ernst Wiechert nun seinem Weltbild die letzte Ausformung gegeben hat.Es ist das entscheidende Wort des Dichters über den Sinn unserer Zeit. Doch über alles Zeitliche hinweg wird der überzeitliche Aspekt, ja, eine Deutung des menschlichen Daseins und seiner immerwährenden Aufgabe sichtbar. Bei aller Dramatik des Geschehens, die den Leser bis zur letzten Zeile in atemloser Spannung hält, ist die Namenlose Messe zugleich ein stilles Buch, voll tiefer Menschlichkeit, geduldiger Güte und gelassener Weisheit, ein Buch, das uns, wenn wir es zu Ende gelesen haben, mit einer reinen Freude tief beglückt. Das Buch wird bestehen bleiben als des Dichters stärkster und reifster Roman und als eines der wenigen epischen Meisterwerke unserer Tage____. Kurzer Inhalt:Die Geschichte dreier Brüder, die nach dem Zweiten Weltkrieg einen neuen Weg für ihr schuldbeladenes Leben finden müssen. Wiechert behandelt in seinem letzten Roman nochmals sein Grundthema von der Erlösung durch ein'einfaches Leben'.'Hier, in der bewußten Hinwendung zu den ursprünglichen, unverdorbenen Kräften der Natur, kann der Mensch, der guten Willens ist, gesunden.' (Berliner Lesezeichen)______ Ernst Wiechert, geboren am 18.05.1887 (Kreis Sensburg, Ostpreußen) und gestorben am 24.08.1950 (Rütihof am Zürichsee), studierte in Königsberg, war bis 1933 im höheren Schuldienst tätig und ließ sich danach als freier Schriftsteller in Bayern nieder. Sein dichterisches Werk ist geprägt durch die Schwermut seiner ostpreußischen Heimat und das Erlebnis des Ersten Weltkriegs, an dem er als Offizier teilnahm. Wegen Widerstands gegen den Nationalsozialismus wurde er 1938 verhaftet und für einige Monate ins KZ Buchenwald gebracht. Nach dem Krieg siedelte er in die Schweiz über und hielt Gastvorlesungen in den USA.




